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Herold

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Herold

Bd. 9, Sp. 227
Herold hieß im Altertum der Abgesandte, der aus besonderer Veranlassung, namentlich zur Kriegserklärung, von einem Staat an den andern geschickt wurde. Im Mittelalter waren die Herolde ständige Beamte an Fürstenhöfen, hatten das Hofzeremoniell wahrzunehmen, namentlich über Turnierfähigkeit zu entscheiden und die Turnierordnung aufrechtzuhalten; auch war ihnen die Entscheidung in Lehns- und Adelssachen, namentlich über Lehnsfelonie (s. Lehnswesen), übertragen; bei Zweikampf oder Fehde überreichten sie die Herausforderung; endlich hatten sie die Chroniken und Wappenbücher zu führen (s. Heroldsamt). Die auf jene Angelegenheiten bezüglichen Satzungen und Bräuche werden als Heroldsrecht bezeichnet, wie man überhaupt die zur Erfüllung jener Obliegenheiten erforderlichen Kenntnisse als eine besondere Wissenschaft (Herolderei) oder Kunst (Heroldskunst) auffaßte. Die dieser Wissenschaft Beflissenen bildeten eine gemeinsame Gilde oder Zunft, bei der man zwischen Lehrlingen, Gesellen und Meistern zu unterscheiden hatte. Man nannte diese Vereine Heroldien und unterschied darin, abgesehen von den nichtadligen Fußboten (in frühern Zeiten garzûn, fahrende Knappen, Läufer oder Sprecher, genannt), die Roßboten (nuntii equitantes), die unterste Vorbereitungsstufe zum Heroldsamt, zu der Ritterbürtigkeit erfordert wurde; ferner als zweiten Grad die Persevanten (v. franz. poursuivant), die eigentlichen Gehilfen der Herolde, aus deren Zahl nach siebenjähriger Dienstzeit diese selbst erwählt wurden. Vorstand der Heroldie war der Wappenkönig (s. d.). Besonders angesehen war die Stellung der kaiserlichen oder Reichsherolde, denen namentlich auf den Reichstagen die Handhabung der Ordnung übertragen war. Mit dem Verfall des Ritterwesens verlor auch die Stellung der Herolde an Bedeutung. Ihre Aufgaben in Ansehung des Hofzeremoniells gingen auf andre Hofämter über, so daß sie in neuerer Zeit nur noch hier und da bei feierlichen Aufzügen, Krönungen, Huldigungen, fürstlichen Vermählungen und ähnlichen Gelegenheiten vorkommen. Manche Ritterorden haben noch jetzt Beamte, die den Titel H. führen und bei besonders festlichen Gelegenheiten als solche Dienst tun. Vgl. Gehe, Beschreibung eines Herolds (Dresd. 1668).
2228 Zeichen · 20 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hērold

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Hērold , des -es, plur. die -e, eine ehemahlige Benennung eines Gesandten im Kriege, eines feyerlichen Ausrufers höh…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Herold

    Goethe-Wörterbuch

    Herold a Ausrufer, Bote, Verkünder, auch als Heeres-, Hofbeamter, mehrf im Vergl Absendung eines H-s 50,437,7 Achilleis …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Herold

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +5 Parallelbelege

    Herold , Joh. Mor. David, geb. 1790 zu Jena, seit 1816 außerordentl., 1822 ordentl. Prof. der Medicin, 1824 Prof. der Zo…

  4. modern
    Dialekt
    Herold

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Herold Malm-Deidenbg Sg. t. m.: scherzh. Schnaps.

  5. Sprichwörter
    Herold

    Wander (Sprichwörter)

    Herold 1. Die Herolde gehen voran, die Maladen folgen hintennach. »Grosse Geister eilen der Zeit stets voraus und sitzen…

  6. Spezial
    Herold

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    He|rold m. (-[e]s,-e) 1 araldá (-das) m. 2 ‹fig› (Künder) anunziadú (-dus) m. , messajier (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit herold

21 Bildungen · 17 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von herold 2 Komponenten

her+old

herold setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

herold‑ als Erstglied (17 von 17)

Herold, Basil. Joh

DWBQVZ

Herold, Basil. Joh. ( übers. ) *1514 Hochstädt/Donau †1567.

herolden

DWB

herolden , verb. wie ein herold rufen: der cardinal heroldete mit erhobener stimme die worte .. Hamburger corresp. 1846 no. 154.

heroldin

DWB

heroldin , f. nach der übertragenen bedeutung von herold 3: wem flieszt die zähre, die auf jeder wange steht, der trauer heroldin? Hölty 44 …

heroldisch

DWB

herold·isch

heroldisch , adj. und adv. heroldsmäszig, stattlich: all sein geberd mir wol gefelt. sein gstalt, sein trit, sein angesicht ist alls heroldi…

Heroldsbild

Campe

herold·s·bild

Das Heroldsbild , des — es, Mz. die — er , in der Wappenkunst, gewisse Züge und Zeichen, als Pfahl, Balken, Sparren, Kreuz, Gitter, Zirkel, …

Heroldsdichtung

Meyers

herold·s·dichtung

Heroldsdichtung ( Wappendichtung ),. eine Richtung der deutschen Literatur, die namentlich im 14. und 15. Jahrh. blühte. Die Gedichte dieser…

Heroldsfiguren

Meyers

herold·s·figuren

Heroldsfiguren ( Heroldsbilder ), im Gegensatz zu den Gemeinen Figuren (s. d.) die dem Wappenwesen eigentümlichen Bilder, welche die ältern …

heroldspflicht

DWB

herold·s·pflicht

heroldspflicht , f. : seid mir sind bei maskeraden heroldspflichten aufgeladen, wach ich ernstlich an der pforte, dasz euch hier am lustgen …

heroldsrecht

DWB

herold·s·recht

heroldsrecht , n. : das heroldsrecht .. war ein inbegriff von rechtlichen grundsätzen, welche auf die kenntnis vom adel bezug hatten. Büschi…

heroldsruf

DWB

herold·s·ruf

heroldsruf , m. : der heroldsruf, der zum turniere ladet. Schiller W. Tell 2, 1 .

heroldsschall

DWB

herold·s·schall

heroldsschall , m. : Polyneikes leib hat er, so sagen sie, durch heroldsschall verboten mit dem erdenstaube zu bedecken. Stolberg 14, 8 .

heroldsstab

DWB

herold·s·stab

heroldsstab , m. stab wie ihn der herold als zeichen seiner würde trägt: herold- sive friedensstab, caduceus. Stieler 2110 ; ihr fürsten, ze…

heroldsstimme

DWB

herold·s·stimme

heroldsstimme , f. : o ihr blümchen und ihr wermuthstauden deckt oft bessre herzen, gröszre geistesgaben, als der marmor mit der heroldsstim…

herold als Zweitglied (3 von 3)

Ordensherold

DRW

orden·s·herold

Ordensherold, m. zu Herold Inhaber des Heroldamts in einem Ritterorden; auch im Projekt zu einem österreichischen Damen-Orden vgl. Ordensper…

reichsherold

DWB

reich·s·herold

reichsherold , m. herold eines reiches, im besonderen des alten deutschen reiches: unsere kaiser sollen ernsthafte geschäftsleute sein, welc…

Ableitungen von herold (1 von 1)

herolde

Lexer

herolde , herolt s. heralt.