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herold

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

herold m.

Bd. 10, Sp. 1122
[]herold, m. praeco, caduceator. 11) form und herkunft. das wort, seit frühestens dem 14. jahrh. in die deutsche sprache als heralt oder umgedeutet als erhalt aufgenommen (Lexer mhd. wb. 1, 1251. 634), kommt zunächst herüber aus dem franz. héraut, herault, dessen früheste belege jedoch auch erst ins 14. jahrh. fallen (Littré 1, 2006b), ital. araldo, span. haraldo, heraldo, mittellat. haraldus, heraldus. alle diese wortformen gehen ihrerseits wieder, wie Diez wb. d. rom. spr. 1, 28 bemerkt, auf ein althochdeutsches hariowalt heerbeamter zurück, das zwar als appellativum nicht nachzuweisen ist, aber im eigennamen Chariovaldus, alts. Hariolt, altn. Haraldr erscheint. die deutsche form des wortes ist eine schwankende; zunächst setzt sich der schon oben angeführte umdeutungsversuch erhalt als ehrenhold fort (theil 3, 61); ehrenholt, ehrenhalt, erhalt Haltaus 268; herolt oder echolt (lies erholt), bolinus, heruldus. voc. inc. theut. i 4b; das ursprünglichere herold variiert ebenfalls mehrfach: heruldus herolt, hereolt, heralt, herult. Dief. 276b, und, indem man den letzten theil des wortes zu deuten versucht, mit anlehnung an hold: hereholt, ein heerholt das.; bald ward der herholt komen. Liliencron volksl. 2, 35, 140; liesz er durch heerholds stimm ... ein kühnes ritterspiel, das aus der welschen mund wird ein turnier genandt, zur freude machen kund. Postel Wittekind s. 11, 301. alle diese formen sind zu gunsten von herold eingegangen; nur die form herald klingt noch in dem mit fremder endung gebildeten heraldik wappenkunde und in dem wie dieses fremd betonten adjectiv heráldisch nach. 22) bedeutung. das alter und die verwendung als eigenname des herold ursprünglich zu grunde liegenden deutschen wortes läszt schlieszen, dasz damit in früher zeit ein höheres amt in bezug auf das heerwesen gemeint gewesen sei, von dem sich näheres nichts sagen läszt; dieses amt und sein name muste in den früher von Germanen besetzten romanischen ländern noch unvergessen sein, als man seit der ausbildung der ritterspiele den namen auf einen beamteten wendete, der über den regelrechten hergang bei turnieren und die rittermäszigkeit der daran theilnehmenden die aufsicht zu führen hatte, freilich erst seit der zeit, wo die turniere zu spielen wurden, bei denen es mehr auf förmlichkeiten als auf kühnen sinn ankam, und bei denen die ahnenprobe der ritter, die wappenprobe ihres helmes und schildes eine hauptsache des ritterspieles waren. für die deutschen lande ist diese zeit vor der 2. hälfte des 14. jahrh. nicht eingetreten; nachher erscheint das amt eines herolds als herrschaftliches oder kaiserliches nach function, bestimmter kleidung, attributen, lehrzeit ausgebildet: vgl. über das hier nicht näher auszuführende sachliche Büsching ritterzeit und ritterwesen (1823) 2, 313 ff. der herold wird so nach und nach kenner und richter des rittermäszigen auch auszerhalb des turniers, ja er entkleidet unwürdige ritter der ritterwürde: bald ward der herholt komen, der hat im die riterschaft genomen, man hats im dun abkunden, und die gulden kett abbinden, dar nach [ging es] an das keplin, ab ward er binden das schwert sin, dar nach an die armgewand, also ward er geschant, dar nach an den kuresz gut, das det der herholt wolgemuot. Liliencron volksl. 2, 35, 140—149 (v. 1474); daneben ist er verwendet als fürstlicher bote, verkündiger und ausrufer, namentlich bei aufzügen und im kriege gegen den feind: wann man dann zusammen kompt, soll unser, als desz römischen käisers und desz reichs feldoberster, die reuter alle zusammen lassen fordern, ... alsdann selbst persönlich, sampt dem feldmarschalk und deren hohen empter zu ihnen in ring reiten, und ihme durch ein herolden ein blosz schwert lassen vorführen. reuterbestallung v. Speier 1570, th. 2, tit. 2; in dem krieg zwischen keiser Maximiliano und den Schweizeren, als beiderseits gemüter also auf einander verbittert waren, das sie auch keine herolden oder trommelschlager mehr zusammen schickten. Zinkgref apophth. 1, 337; der esel sei zwar ein faules thier, allein er habe eine starke stimme, man könne ihn gebrauchen an statt eines trompeters oder herolden. Schuppius 107; (hat einen spruch) alle morgen durch einen eignen herolden in seiner armee auszrufen lassen. 145; voraus erschien ein herold, der das schlosz aufforderte (zur übergabe). Schiller Maria Stuart 2, 1; kein herold wirds den völkern künden mit pauken- und trommetenschall. Uhland ged. 101. [] das amt des herolds geht wesentlich mit dem abkommen der turniere nach dem 16. jahrh. in Deutschland unter; so weit das wort nicht in lebendiger erinnerung an alte sitten fortdauert, wird es aber auch als übersetzung des latein. praeco, fetialis, caduceator, griech. κήρυξ verwendet: auf denn, und heisz ausrufend die herold, aller Achaier erzumpanzertes volk ringsher bei den schiffen versammeln! Ilias 2, 437. die beschäftigung der herolde mit herkommen und wappen der ritter und den pflichten ihres standes zeigt in poetischer form die von ihnen gepflegte heroldsdichtung (Wackernagel litt. gesch. 223); der stand der herolde selbst ist der bürgerliche, herolde werden mit posaunern und pfeifern zusammen genannt: 8 guldein (geschenk) allen unsers herren kunigs pusawnern und herolden, der waren fünf. item 8 guldein aller fürsten pfeifern und herolten zu einander. d. städtechron. 3, 348; ehrenhafte erwähnung der herolde: herolden, sprecher, parzifand (unterherolde), die stroften ettwann öfflich schand und hatten dar durch eren vil. Brant narrensch. 63, 55. der umstand aber, dasz sich das fahrende sängerthum der wappendichtung bemächtigt und zum heroldsamte zugelassen wird, drückt auf den stand, und die erwähnung des herolds ist nicht immer eine ehrenhafte: da lief im in sein angesicht ein histrio, den wir nennen einen freiheit; etlich nennen in einen herold. d. städtechron. 3, 109, 13; Trochus erklärt eine reihe lateinischer wörter: bomolochus, scurra, sycophanta, calumniator, .. parasytus u. s. w. zusammenfassend mit: ein herolt, smarotzer. G 4a; heroldus, heruldus .i. vagus ein herol. Dief. nov. gloss. 202b; nebulo loter, herholt, ruffian 262b. die verwendung des herolds als ausschreier, eröffner und beschlieszer des alten dramas rührt von Rosenblüt her, der in des Türken fastnachtspiel des Türken wapenträger und herolt dazu verwendete. fastn. sp. 288; vergl. auch fastn. sp. 167. 269. 329. 364 u. a. 33) herold übertragen, verkündiger, nach der oben ausgeführten edleren bedeutung des wortes: meine stimme, nur zu ave und halleluja gestimmt, würde dem feind ein herold meiner schwäche sein. Göthe 8, 14; aber sein (des Columbus) gutes schicksal wollte ihm selbst die freude gönnen, der herold seiner kühnen that zu sein. Beckers weltg. (6. ausg.) 7, 27; der himlische gesand und herold (Gabriel) stund vor ihr (Maria). Opitz 3, 230; bald musz ich heerhold werden herr (ein fürst ist angeredet) deiner treffligkeit. Rist Parn. A 4b; herolden dieser zeit! A. Gryphius 1698 2, 317 (sonett an die sterne); zur strafe der vergessnen pflicht hat euch mein mond zum letzten mahl geschienen. so bald sein wagen nur den horizont besteigt, sei euch verwehrt im hain herum zu streichen, bis sich des tages herold zeigt. Wieland 10, 147; der lehrer unsrer jugend, der herold stiller tugend. Gökingk 2, 85. 44) herold, der häher, corvus glandarius. Nemnich 2, 1243; vielleicht wenn man die nebenformen hägert, hieger, herholz erwägt, nichts als umbildung von häher, ahd. hehara, ags. higora. schon im 15. jahrh. graculus herolt Dief. 267c.
7552 Zeichen · 125 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hērold

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Hērold , des -es, plur. die -e, eine ehemahlige Benennung eines Gesandten im Kriege, eines feyerlichen Ausrufers höh…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Herold

    Goethe-Wörterbuch

    Herold a Ausrufer, Bote, Verkünder, auch als Heeres-, Hofbeamter, mehrf im Vergl Absendung eines H-s GWB 50,437,7 Achill…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Herold

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +5 Parallelbelege

    Herold , Joh. Mor. David, geb. 1790 zu Jena, seit 1816 außerordentl., 1822 ordentl. Prof. der Medicin, 1824 Prof. der Zo…

  4. modern
    Dialekt
    Herold

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Herold Malm-Deidenbg Sg. t. m.: scherzh. Schnaps.

  5. Sprichwörter
    Herold

    Wander (Sprichwörter)

    Herold 1. Die Herolde gehen voran, die Maladen folgen hintennach. »Grosse Geister eilen der Zeit stets voraus und sitzen…

  6. Spezial
    Herold

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    He|rold m. (-[e]s,-e) 1 araldá (-das) m. 2 ‹fig› (Künder) anunziadú (-dus) m. , messajier (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit herold

32 Bildungen · 17 Erstglied · 14 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von herold 2 Komponenten

her+old

herold setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

herold‑ als Erstglied (17 von 17)

herolden

DWB

herolden , verb. wie ein herold rufen: der cardinal heroldete mit erhobener stimme die worte .. Hamburger corresp. 1846 no. 154.

heroldin

DWB

heroldin , f. nach der übertragenen bedeutung von herold 3: wem flieszt die zähre, die auf jeder wange steht, der trauer heroldin? Hölty 44 …

heroldisch

DWB

herold·isch

heroldisch , adj. und adv. heroldsmäszig, stattlich: all sein geberd mir wol gefelt. sein gstalt, sein trit, sein angesicht ist alls heroldi…

Heroldsbild

Campe

herold·s·bild

Das Heroldsbild , des — es, Mz. die — er , in der Wappenkunst, gewisse Züge und Zeichen, als Pfahl, Balken, Sparren, Kreuz, Gitter, Zirkel, …

Heroldsdichtung

Meyers

herold·s·dichtung

Heroldsdichtung ( Wappendichtung ),. eine Richtung der deutschen Literatur, die namentlich im 14. und 15. Jahrh. blühte. Die Gedichte dieser…

Heroldsfiguren

Meyers

herold·s·figuren

Heroldsfiguren ( Heroldsbilder ), im Gegensatz zu den Gemeinen Figuren (s. d.) die dem Wappenwesen eigentümlichen Bilder, welche die ältern …

heroldspflicht

DWB

herold·s·pflicht

heroldspflicht , f. : seid mir sind bei maskeraden heroldspflichten aufgeladen, wach ich ernstlich an der pforte, dasz euch hier am lustgen …

heroldsrecht

DWB

herold·s·recht

heroldsrecht , n. : das heroldsrecht .. war ein inbegriff von rechtlichen grundsätzen, welche auf die kenntnis vom adel bezug hatten. Büschi…

heroldsruf

DWB

herold·s·ruf

heroldsruf , m. : der heroldsruf, der zum turniere ladet. Schiller W. Tell 2, 1 .

heroldsschall

DWB

herold·s·schall

heroldsschall , m. : Polyneikes leib hat er, so sagen sie, durch heroldsschall verboten mit dem erdenstaube zu bedecken. Stolberg 14, 8 .

heroldsstab

DWB

herold·s·stab

heroldsstab , m. stab wie ihn der herold als zeichen seiner würde trägt: herold- sive friedensstab, caduceus. Stieler 2110 ; ihr fürsten, ze…

heroldsstimme

DWB

herold·s·stimme

heroldsstimme , f. : o ihr blümchen und ihr wermuthstauden deckt oft bessre herzen, gröszre geistesgaben, als der marmor mit der heroldsstim…

herold als Zweitglied (14 von 14)

freudenherold

DWB

freude·n·herold

freudenherold , m. freudenbote, friedensbote: es nahet sich ein schönbekränzter freudenherold uns. Stolberg 14, 98 .

friedensherold

DWB

frieden·s·herold

friedensherold , m. Bacchus sprachs und schwang sich leicht vom wagen, gieng und stand nun Ariadnen nah, wie ein milder friedensherold da, h…

frühlingsherold

DWB

fruehlings·herold

frühlingsherold , m. ankündiger des frühlings. vom storche: noch im vorigen jh. waren die thürmer mancher städte Deutschlands angewiesen, de…

kriegsherold

DWB

kriegs·herold

kriegsherold , m. herold, bote in kriegsgeschäften gebraucht, z. b. der römische fecialis. Campe nach Lenz ; doch auch bei Pomey 230 , Aler …

Ordensherold

DRW

orden·s·herold

Ordensherold, m. zu Herold Inhaber des Heroldamts in einem Ritterorden; auch im Projekt zu einem österreichischen Damen-Orden vgl. Ordensper…

reichsherold

DWB

reich·s·herold

reichsherold , m. herold eines reiches, im besonderen des alten deutschen reiches: unsere kaiser sollen ernsthafte geschäftsleute sein, welc…

stundenherold

DWB

stunden·herold

stundenherold , m. , soviel wie stundenbote ( s. d. ) Martini sonnenuhren der alten (1777) 119 . —

trauerherold

DWB

trauer·herold

-herold : trauerherold an der spitze eines langsam vorschreitenden leichenzuges Geibel ges. w. 6 (1893) 164 ;

waffenherold

DWB

waffen·herold

waffenherold , m. nach dem franz. heraut d'armes, ein herold, der eine höhere stellung als die gewöhnlichen herolde einnahm, ähnlich dem wap…

wappenherold

DWB

wappen·herold

wappenherold , m. in neuerer zeit dasselbe wie DWB herold ( auch ' wappenkönig ', s. d. ), sowohl in der ursprünglichen bedeutung ' aufsicht…

Ableitungen von herold (1 von 1)

herolde

Lexer

herolde , herolt s. heralt.