Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
höuwe stN.
1.1 allg.
1.2 bildl. (vgl. v.a. für die bibl. Parallelen TPMA 6,80f.)
1.2.1 im Bild des Mähens zur Darstellung einer großen Anzahl, ‘jmdn. niedermähen wie Heu’ (vgl. Friedrich, PhrasWB S. 227)
1.2.2 für etw. Nichtiges (hier z.T. als ‘Gras’ aufgefasst)
2 in der Verbindung kriechischeʒ ~ zur Übersetzung von fenum graecum ‘Bockshornklee’ (vgl. Marzell 4,802ff.)
1 ‘Heu’ (selten auch ‘Gras’) 1.1 allg.: daz houwe er zesamene rechete Albert 1516; dem daz livt si undirtan, der setzzet sinen amman [ ambetman ] / ubir ein iegelich goͮ ubir chorn unde hoͮ GenM 85,32; und was da [in der Scheune] weder hoͤw noch strö MinneR 66 33; daz dorf zv Polesdorf git [...] zv einen male imme iare ein herberge zv grase mit zehen rittern oder zv hovwe mit fvnf rittern UrkCorp (WMU) N350,43; WüP 30,2; HvBurg 673; si bluent uon der stat also daz hôv [Gras] der erden [interl. florebunt de ciuitate sicut fenum terre ] PsM 71,16. – im Vergleich: ez [Alexanders Pferd Bukephalos] âz die liute alsam ein höu RvEAlex 2117. – ‘Schilf’ (vgl. 1.2.2 ): [sie] werden als daz hov des daches [interl. sicut fenum tectorum ] daz ê daz ez uz gebrochen sie erdorret PsM 128,6. – Zeit der Heuernte (als Gerichtstermin): daz di rihter drev ehaftigev taidinch [l. tagedinc ] svllen haben in dem jar [...] der einez sei bei dem gras vnd zwei bei dem hævwe UrkCorp (WMU) 3305,4; zuͦ den drien dingen, dîe da obenan bischeiden sint: zuͦ mitteme hornvnge, zuͦ mitten meien vnd nach halme nach howe [nach dem zweiten Grasschnitt] ebd. N109AB35 1.2 bildl. (vgl. v.a. für die bibl. Parallelen TPMA 6,80f.) 1.2.1 im Bild des Mähens zur Darstellung einer großen Anzahl, ‘jmdn. niedermähen wie Heu’ (vgl. Friedrich, PhrasWB S. 227): als dâ der mâdær ûz gras / mit der segense machet heu: / eine sô getâne streu / macht herzog Heinrich [im Kampf] umbe sich Ottok 21136; er matte sy nider als das hew HvNstAp 7772; alsam gevellet und gemât / daz höu wirt ûf dem velde nider, / seht, alsô wurden mannes lider / geströuwet zuo dem plâne KvWTroj 33663 1.2.2 für etw. Nichtiges (hier z.T. als ‘Gras’ aufgefasst): daz al diu welt unde ir kint / dem dürren heu gelîchet sint RvEBarl 8480; daz hei bezaichent die boͤsen gird, uͤberhur und ander unreincheit [...]. daz hei, ê denn ez ab gemæt werd, so ist iz gruͤn und schoͤn. also ist den jungen luͤten: so si junch sint, so dunchent si wertlicheu dinch schoͤn und wunnechlich; so si alt werdent, so dorret iz in alles daz in ê suͤzze waz PrOberalt 68,33; omnis caro fenum. er sprichet, der mennisk si brodez hov. nv ist der gotes svn mennisk worden, daz er vnser gras verwandelte ze korne Spec 24,23 2 in der Verbindung kriechischeʒ ~ zur Übersetzung von fenum graecum ‘Bockshornklee’ (vgl. Marzell 4,802ff.): swenne dû hæiser werdest, sô nim fenum grecum, daz ist chriechschez heu, daz vindest in den chrâmen Barth 136,2; fenum grecum: kriechs hoͤiwe VocOpt 50.134
MWB 2 1704,53; Bearbeiter: Diehl