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gutwillig

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

gutwillig

gutwillig

gut Adj., ahd. (8. Jh.), mhd. guot, asächs. aengl. gōd, mnd. gōt, engl. good, mnl. goet, nl. goed, afries. god, anord. gōðr, schwed. dän. god, got. gōþs (germ. *gōda-) gehört ablautend zu der unter Gatte (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *ghadh- ‘vereinigen, eng verbunden sein, zusammenpassen’ (vgl. auch aind. gádhyaḥ ‘was man gerne festhält, was einem paßt’, aslaw. godьnъ ‘gefällig, geeignet’ sowie ahd. gigat ‘passend’). Als Ausgangsbedeutung von germ. *gōda- wird danach etwa ‘passend, geeignet’ anzusetzen sein. Das Wort zeigt, teils schon in sehr früher Zeit, eine reiche Bedeutungsentwicklung, die, von ‘passend’ ausgehend, zunächst zu ‘für einen Zweck geeignet, tauglich, brauchbar’, in spezifischer Anwendung auf Personen ‘tüchtig, geschickt’ führt. Aus dem Begriff des Geeignetseins für einen bestimmten Zweck entwickelt sich gut zum Wertbegriff im Sinne von ‘wertvoll, kostbar, hochwertig, qualitativ einwandfrei’ (bei Sachen), ‘vornehm, edel, angesehen, ehrlich’ (auf Personen oder deren Verhältnisse bezogen), ferner zum Ausdruck des Wohlgefallens, der Freude, die jemand an einer Sache oder einem Zustand hat, wird also zu ‘angenehm, bequem, vorteilhaft, erfreulich, fein, schön’. Aus ‘passend, geeignet’ entwickelt sich auch, gleichfalls schon in ältester Zeit, die Bedeutung ‘geneigt, wohlmeinend, freundlich, gefällig, gütig’; in allgemeiner ethischer Verwendung steht gut im Sinne von ‘rechtschaffen, tugendhaft, anständig’. gut wird auch zur Bezeichnung von Mengen- oder Maßangaben im Sinne von ‘richtig, ordentlich’ verwendet, woraus sich ‘reichlich, beträchtlich’ (eine gute Stunde, gute acht Tage) ergibt; schließlich kann gut als Mittel der Steigerung etwa im Sinne von ‘tüchtig, gehörig, völlig’ (ich habe gute Lust, in gutem Einvernehmen) gebraucht werden. – Gut n. ‘Besitz, Vermögen, versandfertige Ware, Ladung, Material, Stoff für einen bestimmten Arbeitsprozeß (Saat-, Steingut), größerer landwirtschaftlicher Betrieb’, ahd. guot ‘Gutes, Vermögen, Besitz’ (8. Jh.), mhd. guot, auch ‘Landgut’, asächs. aengl. gōd, anord. gott, Substantivierungen des Adjektivs. Güte f. ‘hilfreiche, großherzige Gesinnung, Nachsicht, Freundlichkeit, gute Beschaffenheit, Qualität (einer Ware)’, ahd. guotī (9. Jh.), mhd. güete, asächs. gōdi. vergüten Vb. ‘entschädigen, zurückerstatten, die Güte, Beschaffenheit verbessern’, spätmhd. vergüeten ‘entschädigen, auf Zinsen anlegen’; dazu Vergütung f. (18. Jh.). begütert Adj. ‘mit Gütern, Reichtum ausgestattet, reich, wohlhabend’ (16. Jh.). gütig Adj. ‘voller Güte, hilfreich und verzeihend’, mhd. güetec. begütigen Vb. ‘gut zureden, besänftigen, beschwichtigen’ (15. Jh.). gütlich Adj. ‘in gutem Einvernehmen, ohne Streit, friedlich’, ahd. guotlīh ‘gut, heilbringend, segensreich’ (8. Jh.), mhd. guotlich, güetlich ‘gut, gütig, freundlich’. Gutachten n. ‘ausführlich begründete Stellungnahme eines Sachverständigen’ (Anfang 16. Jh.), substantivierte Zusammenrückung aus etw. für gut achten. Gutdünken n. ‘eigenes, persönliches Ermessen’, spätmhd. guotdunken, Substantivbildung aus Verbindungen wie eʒ dunket mich guot. Guthaben n. ‘worauf man Anspruch hat, zur Verfügung stehendes (gespartes) Geld, geldliche Forderung an jmdn.’ (um 1800), Substantivierung aus etw. gut haben (heute guthaben) ‘etw. zu fordern haben’. – gutheißen Vb. ‘für gut befinden, billigen’ (16. Jh.), Zusammenrückung aus etw. gut heißen. gutmütig Adj. ‘von guter Gemütsart, nicht streitsüchtig, leicht zu beeindrucken, mitleidig’ (15. Jh.). Gutschein m. ‘Schein über ein Guthaben in Waren oder Geld’ (19. Jh.), Verdeutschung für Bon (s. d.). gutwillig Adj. ‘guten Willen zeigend, gefügig’, ahd. guotwillīg (um 1000), mhd. guotwillic.
3666 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gutwillig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Gutwillig , -er, -ste, adj. et adv. 1) Für freywillig. Etwas gutwillig thun, im Gegensatze dessen, was aus Zwange geschi…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gutwillig

    Goethe-Wörterbuch

    gutwillig einmal subst a (den) guten Willen (zu etw) habend, bezeugend bettelt man von G-en Beyträge [ Gelder ] .. zusam…

  3. modern
    Dialekt
    gutwilligAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    gut-willig Adj. : wie schd.; gutwillich zahle [vereinzelt]. a. 1543: Eine Frau, die ihren Brotteig wegen Krankheit nicht…

  4. Sprichwörter
    Gutwillig

    Wander (Sprichwörter)

    Gutwillig Allto gôdwillig is half liderlich. ( Altmark. ) – Danneil, 275. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Alto gôtwillig is…

  5. Spezial
    gutwillig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    gut|wil|lig adj. 1 orentí (-tis, -tida), plëgn de bona orenté 2 (freiwillig) volontar (-s, -a), de süa bona.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gutwillig

7 Bildungen · 4 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von gutwillig

gutwillen + -ig

gutwillig leitet sich vom Lemma gutwillen ab mit Suffix -ig, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von gutwillig 2 Komponenten

gut+willig

gutwillig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gutwillig‑ als Erstglied (4 von 4)

Gutwilliger

Wander

gut·williger

Gutwilliger 1. Der Gutwillige kommt um das Seine. Wir sagen Almosen geben armet nicht; diesem widerspricht das vorstehende Sprichwort, was s…

gutwilligkeit

DWB

gutwillig·keit

gutwilligkeit , f. , seit mhd. zeit bezeugt, ableitung von gutwillig, vgl. auch mhd. wolwillicheit. 1 1) zu gutwillig 1 selten gebildet im s…

gutwilligkeit

FWB

1. ›Gutwilligkeit, liebevolle Zugewandtheit als Haltung des Menschen gegen andere‹; oft in Bezug auf Gott gebraucht, dann: ›Liebe, Güte (Got…

gutwilliglich

DWB

gutwillig·lich

gutwilliglich , adj. , bis ins 17. jh. gebräuchlich; vereinzelt zu gutwillig 1 a: bitet unsern herren, daz er euch selber berait und lebt gu…

gutwillig als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von gutwillig (2 von 2)

gutwillige

DWB

gutwillige , f. , abstraktbildung zu gutwillig 2 a ' freundlichkeit ' ; ahd. gutwilligî benignitas: ube mihne scunti min guotwilligi, minen …

Ungutwillig

Campe

Ungutwillig , adj . u. adv . nicht gutmüthig, nicht gutthätig, nicht gutwillig. Davon die — keit .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gutwillig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gutwillig/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „gutwillig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gutwillig/pfeifer_etym. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gutwillig". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gutwillig/pfeifer_etym.
BibTeX
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