grüne,
f. ,
viriditas, viror, chloritas, acerbitas, virecta. ahd. gruonî,
mhd. grüene,
mnd. grône,
mnl. groene Verwijs-Verdam 2, 2152;
entsprechend mit dentaler ableitung nl. groente,
ostfries. grönte ten Doornkaat-Koolman 1, 695
b,
vgl.gruende Hesler
apokalypse 21629
H.; adjectivabstractum auf -în
zum adj. grün,
daher ist als ausgangsbedeutung inconcretes '
das grünsein'
von pflanzen und der farbe an sich anzusehen, vgl. ahd. rôtî, blâwî;
doch erweisen die frühesten zeugnisse bereits concrete verwendung für pflanzliches grün in collectivem sinne und den begrünten erdboden; bis in die wende des 18./19.
jhs. noch gebräuchlich, tritt es später mehr in poetische sprache zurück und erliegt der concurrenz der neutra das grün, das grüne (
s. sp. 654);
auch mundartlich nur in theilen des obd. relictmäszig weiterlebend, vgl. Schmeller-Fr. 1, 1002; Schöpf
tirol. 217; Unger-Khull 310
b; Lexer
kärnt. 125; Staub-Tobler 2, 755; Tschumpert
bündn. 653; Zingerle
lusern. 33
a; Fischer
schwäb. 3, 880;
die ursprünglich ausgedehntere verbreitung bezeugt sich vielfältig in orts- und flurnamen, vgl. Schmeller-Fr.
a. a. o., Fischer
schwäb. a. a. o., Müller-Fraureuth 1, 446
b, E. Schwarz
ortsnamen d. Sudetenländer 113, Buck
obd. flurnamenb.2 91, Förstemann-Jellinghaus
altd. namenb., ortsn. 1, 1111;
doch ist dabei die concurrenz von grien
zu beachten, s. 1grien 1 b. 11)
als bezeichnung der farbvorstellung bei in saft stehendem pflanzenwuchs im sinne '
das grünsein',
der '
zustand des begrünt seins, des grünseins'
entsprechend grün I:
viror grunung, die grune
voc. pred. (1480);
viriditas grunhait, die grune
ebda, vgl. Diefenbach 622
b,
nov. gl. 382
b. 1@aa)
so in bezug auf das erste junge grün des frühjahrs, wobei die vorstellung '
das grünen, sprossen, in saft treten, grün werden',
also das beginnen der vegetation, den bedeutungsgehalt vorwiegend bestimmt (
s.grün I A 1): des meien kunft mit grüene
Lohengrin 3810
R.; auff, jung und alt! ir macht euch küen und gailt euch gen des maien grüen, der sich erglenzt lustlich zu plüen Oswald von Wolkenstein 11, 18
Schatz; mertzen griene, pfaffen kiene, armer weiber schöne hält nit usz Keisersberg
in Joh. Adelphus
margarita facet. s. theil 5,
sp. 2579; die schöne grüen bringt der aprill
Innsbrucker kalender v. 1667
bei Schöpf
tirol. 17; lust und freude ist vergänglich als wie der meyen
gr. und schöne Chr. Scriver
Gottholds zufäll. and. (1671) 3.
hundert, 28; die
gr. zu weynachten ... bedeutet uberflusz an korn J. Prätorius
saturnalia (1663) 394;
ähnlich: ein jedes wasser hatt sein eygen blüe so wol als ein kraut ..., dann mit hülf der sonnen ... erregen die sterne eine heimliche
gr. auf dem wasser Paracelsus
op. 1, 344
H.; temporal gewendet, die '
zeit des grün werdens': (
der schwanz) wechst ym (
dem pfau) auch wider, das er mit der bluost oder
gr. der bäume voll ist H. v. Eppendorf
Plinius (1543) 147;
so mundartlich gehalten: grün
f. '
zeit, da die reben grün werden' Unger-Khull 310
b; grueni '
zeit, da die wiesen grünen' Staub-Tobler 2, 755; jez chund den di grüeni wider '
der frühling kommt' Tschumpert
bündn. 653. 1@bb)
allgemeiner die grüne farbe der pflanzen überhaupt mit hauptgewicht auf der farbvorstellung: der ist virgini unde semptembrio gegeben, wanda diu gruoni in demo manode beginnet kan in roti Notker 1, 752,
vgl.wanda danne ist loub unde gras in alegruoni 750; sumer, sumer, sumerzit, waz uns din kunft vröude git, als diu heide in gruene lit v.
d. Hagen
minnesinger 1, 327; wa ist der anger gruene unt manger boume dach? 2, 27; elliu grüene in dûhte val, sîn rôt harnasch in dûhte blanc Wolfram
Parz. 179, 20; die bluomin, die zem erste in dem sumir wahsint, die hant me saffes und grni in sich gesogin von der crafte des sumirs
sog. Georgener prediger 163
Rieder; weilen es (
das ehrenkränzel) sein blüte und
gr. beständig und rechtfärbig erhalten v. Brandis
immergrün. ehrenkränzel (1678)
widmung; das feld weidete mit seiner angenehmen
gr. die augen Morhof
unterricht (1682) 2, 164; die wolriechenden kräuter und gewächs ... mit ihrer annehmlichen
gr. und edlen geruch v. Hohberg
georg. cur. 1, 531; ein wald ..., so wegen seiner ... schönen
gr. fast alle augen an sich ziehet Abraham a
s. Clara
etwas für alle 2, 308; das gras (
erschien) von einer unendlich schönen
gr. Göthe II 1, 28
W.; frühling will das blau befreien. aus der grüne, aus dem schein ruft es lockend: ewig dein Eichendorf
s. w. 1, 1, 66
S.; im bilde: oben hätte dieser einer zwar wie die epheublätter eine lebhafte
gr. tapferer entschlüszungen, unten aber die blässe tödtender feindschaft Lohenstein
Arminius (1689
f.) 2, 753
a,
vgl. 778
b. 1@cc)
der bedeutung des adj. grün I B
entsprechend kann gr. den '
zustand des im saft stehens, der frische'
vor oder neben der farbvorstellung bezeichnen. 1@c@aα)
im gegensatz zum zustand des verdorrens, verwelkens (grün I B 1): (
die insel) hatt den aller gesündesten luft, der ... zierd und
gr. behält Herold
Diodorus (1554) 250; wie ein baum, den die erden verderbet, nimpt ihm seine
gr., sein arth, sein kraft Paracelsus
op. 1, 79
H.; alles steht jetzt noch in seiner
gr. und reife Hölderlin
ges. dicht. 2, 130
L.; der erste gab den geschöpfen milch (
nahrungssaft), der zweite
gr., der dritte wärme Herder
w. 24, 521
S.; bildlich: wenn sie (
die hoffnungen) stehn in voller grüne, welken sie und fallen ab Hoffmann v. Fallersleben
mein leben 5, 257; wie blätter gilben, blumen welken ..., wird auch unserm leib seine frische und
gr. benommen Jac. Grimm
kl. schr. 1, 197;
gr. des holzes: daz feur wirckt in daz holtz und benymt im die feuchtigkayt und die
gr. Tauler
sermones (1508) 84
b. 1@c@bβ)
der zustand des grünseins vor der reifezeit, '
unreifheit' (
s.grün I B 2): sangen über jar zuo behalten als korn oder weitz, so nym sy in der
gr. ab, so sy seng seind
kuchenmaisterey (1497); korn oder weitzen ... nimb sie in der
gr. Schnurr
wunderbuch (1657) 50; die
gr., rouwe, härbe der unzeytigen früchten oder die ee zeyt abgeläsen sind
acerbitas Frisius 22
b,
vgl. grüeni '
herber geschmack einer unreifen frucht' Staub-Tobler 2, 755;
bildlich: es ist ganz lächerlich neben solch unreifer
gr. die welkheit des überreifen zu sehen Varnhagen v. Ense
an Caroline 68
Leitzmann; anders, wie grün II A 2 b
als '
zustand des unfertigseins, allzu frischseins': das leder (
wird) zu bald, ee wan es genug gerwt ist, aus der werckstatt genommen zu verkaufen, das man in der gruene nit erkennen kan (
v. j. 1507)
urkundenbuch d. stadt Heilbronn 3, 155. 22)
seit alters concretisiert gilt gr. für den pflanzenwuchs in seinen verschiedenen erscheinungsformen; allgemein '
pflanzliches grün'
ohne nähere bestimmung, vgl. gruoni
viror ahd. gl. 1, 603 (
viror omnis interiit Jes. 15, 6); daz si nit schadten dem hew der erd noch einer ieglichen grúne noch eim ieglichen baum
erste dtsche bibel 2, 491
lit. ver.; die schönheit der
gr. und blüthe, die lieblich- und schmackhaftigkeit der früchte Chr. v. Ryssel
v. d. seelenfrieden (1685) 59; der tag erzeigte sich vollkommen günstig, die rings umgebende
gr. voll und reich Göthe 36, 242
W.; so an
gr. reich A. v. Droste-Hülshoff
lyr. ged. (1879) 94. 2@aa)
alt in engerer verwendung unbildlich, '
die den erdboden bedeckende vegetation, gras und krautwerk',
vgl. gruoni
gramina ahd. gl. 1, 371 (
deuter. 32, 2), 620; das feld war an underschiedlichen enden mit rosenstöcken besetzet und das ubrige mit einer anmüthigen
gr. gezieret Opitz
Arcadia (1638) 192; die fruchtbarsten felder, mit groszer lustbarkeit der
gr. Schupp
schr. 690; geben hat ... gott die erden, der erden die weide, der weide die felder, den feldern die
gr., der
gr. die blumen Abraham a
s. Clara
abrah. bescheidessen (1717) 2; die schaafe treibet in diesem monat an keine sumpfichte örter oder nasse wiesen, weil sie ... von der ersten grune im blute ersticken
allg. haush.-lex. (1749) 1, b 2
a;
ähnlich als technische formel die
gr. geben (
vgl. in das grün stellen):
gr. geben '
heiszt die pferde ... mit grünem gras, kräuter ... purgiren' Zincke
öc. lex. (1744) 994;
vgl. grâne
f. '
alpenheu' Lexer
kärnt. 120; die grain '
pflanzentrieb, knospe' Unger-Khull 302;
in junger poetischer sprache secundär vom farbbegriff aus vergegenständlicht: hätt ich, holde Wilhelmine, wie du lagst in dunkler grüne, dir doch einen kusz geraubt J. H. Vosz
s. ged. 5, 143; zu einer zeit, wo sie (
die gebirge) grösztenteils mit schnee bedeckt sind und noch mit der
gr. alles reizes entbehren Grillparzer
br. 35. 2@bb)
minder häufig und z. th. als jüngere bildung metaphorischen charakters steht gr. für die grünen theile von bäumen und sträuchern, '
blattwerk, laubwerk': da syn die baum gar lang und schön, die durch wynter und summer yre
gr. nit verlassen Breidenbach
heyl. reiszen (1486) 66
b; sampt dem alten baum ... auch sein fröliche
gr. sampt ihme verwelcken und verschwinden thut Guarinonius
greuel d. verwüst. 313; die
gr. des gestrüttichts Opitz
Argenis 1, 190; wi di
gr. des zarten krauts abfallen Schede
ps. 140
ndr.; auf was für eine betrübte art der winter denen bäumen ihre
gr. wegnimmt v. Breszler
merkwürd. d. natur (1708) 60; des baums
gr. und schatten Klopstock
gelehrtenrep. 11; der baum hat seine
gr., die blätter, schon gewonnen Tieck
schr. 1, 6; '
belaubter zweig': den fischen soll hinfüro khain purdl (
reisigbündel) noch grüene gelegt werden
Chiemseer fischordn. v. 1507
bei Schmeller-Fr. 1, 1003;
deutlich auf der grenze zu 1 b
als metapher sind fälle wie diese zu fassen: die cypressen ... hätten zwar eine fettere
gr. Lohenstein
Arminius 2, 427
a; aus der vergoldeten
gr. der wälder Schiller 1, 215
G.; des haines düstre grüne Körner
w. 2, 43; die aurikel, mit staubiger
gr. gerändet J. H. Vosz
s. ged. 2, 5. 33)
alt auch gr. als '
der mit vegetation bestandene ort, der grüne platz',
vgl. grueni
virecta ahd. gl. 1, 493, 245. 3@aa)
mhd. breit entwickelt in der bedeutung '
der begrünte erdboden, grüner anger, grasplan': ich saz ûf einer grüene unt dâhte an maneger hande dinc Heinrich v. Meiszen 263
Ettm.; ich râte dir, ritter küene erbeize nider ûf die grüene
Laurin 441
Jän.; in epischer dichtung namentlich als kampfplatz: er stürzte in ûf die grüenevor im ûf daz gras
Alpharts tod 247, 2; fehten uf der grüneund uf dem witen plan
Wolfdietrich 1042, 2
Holtzm.; alsust der werde jungevil tot zu der grne
jg. Titurel 1319, 2; wærnd ir an der grün, da disiu schar sol vehten Joh. v. Würzburg
Wilh. v. Österreich 8058; (
der schwan) ... macht noch vil dâ rôtes velds ûz grüene
Lohengrin 5746
R.; in die
gr. niedersetzen Abraham a
s. Clara
gemisch 413;
auch der nutzbare grünplatz, '
wiese, weide',
im bilde: da wil unse herre spisen sine schaf in der grune allir creaturen
paradisus animae int. 115
Str.; siben schon ohssen giengen von dem wazzer und waren so gar vaist von der grünen, die sie fünden in dem wazzer
cgm. 341
in: Münch. museum 3, 110; sampt allen holzern, grünen und werden (
v. j. 1477)
stadtrecht v. Neuenburg 73
Merk; vergleichbar: zu wasser und weide ..., buesche und hecken, gruene und duerre (
v. j. 1542)
weisth. 2, 261;
entsprechend mundartlich: grueni '
grün bewachsene stelle, grüner weideplatz' Staub-Tobler 2, 755; grüeni '
grüne stelle in wiesen und weiden' Tschumpert
bündn. 653; die grüene '
grasplan' Schöpf
tirol. 217;
vgl.gr. grünes feld Kramer
hochniderteutsch 101
b;
waidmännisch auf der
gr. schieszen
d. h. auf der feldsaat im frühjahr Kehrein
wb. d. weidmannsspr. 148;
hierher stellt sich gr. als die '
begrünte flur'
im gegensatz zum wald in orts- und flurnamen, vgl. novalia in gruone juxta montem Thilchelberc (
v. j. 1234)
bei Schwarz
ortsnamen d. Sudetenl. 113;
in neuerer poetischer sprache ist wieder mit metaphorischer herkunft zu rechnen: erblickt ich nebenaus auf der grüne aufgeschlagen eine lehrbühne Rückert
w. 11, 518. 3@bb)
weiter '
mit bäumen, gesträuch bestandener ort, wald, gebüsch, hag'
; auch '
grüne freie natur': er tet alsam daz vogellîn, daz wider in die grüene senet Konrad v. Würzburg
Partonopier 2743
B.; so sie sich swingen in die grün zu holcz, zu feld und auch zu weid Hans Folz 97, 9
M.; ob er in einem waldeein magt so klar aleine furte, mit disen meren süzzenin einer grün sie sazzen
jg. Titurel 5015, 2; damit begund wir fürbas gan uff und nider in der grön
liederbuch d. Hätzlerin 163; alle bis auf das nochtmale in der lustigen
gr. mit spacziren geen die zeit vertriben Arigo
decamerone 309
lit. ver.; wie Florimundus mit seinem gespann ... in ein
gr. ausspatzieren gangen Abraham a
s. Clara
gemisch 187;
von hier aus zu verstehen: grüene
belustigung im grünen Schmeller-Fr. 1, 1002;
formelhaft fest in die
gr. gehen
ire, concedere in viretum Dentzler
clav. (1716) 872
b ; in die grüene gen mit einer '
meist im verdächtigen sinne' Schmeller-Fr. 1, 1002,
vgl. ach solt ich gân mit mînem liebe wol gitân an eine heimelîche grüene sân Hadlaub 79
Ettm.; die augen in der grün erwittern Hans Sachs 1, 419
K.; wie der Adam im paradeisz gesündiget ... und mit einem wort in der grüne es gar zu braun gemacht Abraham a
s. Clara
Judas ertzschelm 2, 423;
in neuerer sprache poetisch mit bildcharakter von 1 b
aus übertragen: tief in wundersamer grüne steht das schlosz, schon halb verfallen Eichendorf
s. w. 1, 679; wenn du mir freundlich reichtest deine hand und wir zusammen durch die grüne wallten A. v. Droste-Hülshoff
w. 1, 147
Sch.; wie man an heiszen tagen ... sich des haines liebliche kühlung ... wünscht, um sich tief in der dunkeln
gr. zu ergehen Tieck
schr. 16, 262. 44)
die grüne farbe an sich, von anderen als pflanzlichen objecten, entsprechend grün II B: under dero gimmon gruoni Notker 1, 751; der marmelîne esterîch der ist der stæte gelîch an der grüene und an der veste Gottfrid v. Straszburg
Tristan 16975
Marold; des gruenen steines gruene Hesler
apokalypse 21413; so daz des viures brunst blaichet niht die grün (
des schildes) Joh. v. Würzburg
Wilh. v. Österreich 3667; und wenn man in (
smaragd) wescht ..., sô erhœht sich sein grüene K. v. Megenberg
buch d. natur 459; smaragdus ... verwinnet an der grone alle krut dat groine is
bei Schiller-Lübben 2, 152
a; er (
mercuriusmetall) lest sein grüni herauszen ligendt, sein blewi bey ihr und all ander farben, die er in ihm hatt Paracelsus
op. 1, 642
H.; in der grune des cleides
buch geistl. gnaden (1503) 135
a; der grünspan ..., welcher wegen seiner sonderlichen
gr. zu den farben begehret wirdt Comenius
ianua (1644) 24; womit sich zugleich das niedergeschlagene kupfer vereiniget und seine
gr. darstellt Jacobsson 5, 754; der purpur wie liebeslieder, die grün wie sanfte flöten, das roth wie trompetengeschmetter Stifter
s. w. 1, 97
S.; als farbe des wassers: gr. des sees Göthe III 2, 167
W.; du sähst doch etwas, sähst wohl in der grüne gestillter meere streichende delphine I 15, 1, 71 (
Faust 6243); mit durchsichtiger
gr. prangte des Rheines klares gewässer Jul. Mosen
s. w. 8, 324;
für grünen farbstoff: im bergbaue wird das kupfergrün zuweilen
gr. genannt Krünitz 20, 228. 55)
übertragene verwendung geht, entsprechend grün II A 1,
von gr. 1 c
aus; zufrühest in geistlicher sprache, parallel mit lat. viror '
der zustand des menschen, der frisches geistliches leben in sich trägt, nicht religiös verdorrt, sondern erneuert, sündlos ist' (
vgl. Luc. 23, 31),
z. b. '
mentis perustae vulnera munda viroris gratia'
mit der fehlerhaften übersetzung a. d. 12.
jh.: des muotes verbrantes wunden reiniu von der grune gnade (
statt '
reinige durch')
bei Kehrein
kirchen- und relig. lieder 17; sus kehiez truhten: fone durri bechero ih sie ze gruoni Notker 2, 259;
etwas anders im wortspiel mit gr. 3
als der aue des paradieses: in der hohe des bergis, da sint alle dinc nuwe und grune; da si vallin in zitheit, da blichin si und aldint. da wil unse herre ... spisen sine schaf in der grune allir creaturen, die da sint in der grune, in der hohe, alse si in den englin sin. die grune were der sele luistlicher dan alliz daz in dirre werlinde ist
parad. animae int. 115
Str.; wie '
frische, lebenskraft': deiner jugend
gr. Stieler
geharnschte Venus 130
R.; das alter benimmt die
gr. Aler
dict. (1727) 1, 989
a; unsere jugend war kein blendwerk, wir lieferten ihr
gr. und leben K. A. Varnhagen v. Ense
Rahel 3, 448;
schlichter '
leben, existenz': (
die schuld) verliert zugleich mit ihr hier (
im fegefeuer) ihre grüne K. Streckfusz
Dantes göttl. kom. 2 (1825) 146;