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Gries

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Gries

Bd. 2, Sp. 798
Der Gries, des -es, plur. von mehrern Arten und Quantitäten, die -e, ein Wort, welches so wie Graus überhaupt einen jeden klein gemalmeten, aber doch nicht in Staub verwandelten harten Körper bedeutet, und besonders in folgenden besondern Fällen üblich ist. 1) Grobkörniger Sand, welcher aus kleinen Steinchen bestehet, und auch Kies, im Oberd. Graus und Grien, im Nieders. Grand, Gruus und Gräving, Franz. Gravier, ehedem Greve, im mittlern Lat. Greva, genannt wird. Auch der Stein im menschlichen und thierischen Leibe, wenn er sich in kleinen Körnern und Stücken in den Nieren und[] der Urinblase ansetzet, ist unter dem Nahmen des Lendengrieses, Nierengrieses, Blasengrieses, oder auch nur des Grieses schlechthin bekannt. 2) Ein grob gemahlnes Getreide, welches gröber als Mehl, und feiner als Grütze oder Schrot ist, und von dem ersten Gange auf der Mühle erhalten wird, wenn die Kleye davon abgesiebet worden; Franz. Gruau, in einigen Oberdeutschen Gegenden Kochkern. Wiener Gries, die feinste und beste Art dieses Grieses, welche im Österreichischen aus dem besten Weitzen bereitet wird. Bey dem Notker heißt das Manna Cruzzemelo. Im Oberdeutschen wird auch die Grütze Gries genannt. Anm. Gries, grober Sand, heißt bey dem Notker Grieze, in dem alten Gedichte auf Carln den Großen bey dem Schilter Krieze, im Lat. Glarea, im Ital. Ghiaja, im Schwed. Grus, im Wallis. Grut, im Angels. Greot. Von dem noch im Nieders. grüsen, zermalmen, Franz. écraser, im Alban. gris, ich zerbreche, welches ein Frequentativum von dem alten greinan, theilen (S. Gränze,) zu seyn scheinet, wovon noch im Engl. to grind, mahlen, übrig ist, und wovon auch das Oberdeutsche Grien, grober Sand, abstammet. S. Graus, 2. Grand und Grüze. In einigen Gegenden wird aus gleichen Ursachen auch die Kleye Griesch, Grüsch, Kreusch genannt; im alt Franz. Grus, Gruis, im mittlern Lat. Gruellus. Im Hebr. ist גרן hauen. Ein anderes allem Ansehen nach sehr verschiedenes Wort ist dasjenige, welches im Österreichischen vorkommt. Zu Wien befindet sich nehmlich eine Ochsen-, Gries- und jungen Viehes Aufschlags-Einnahme, bey welcher unter andern auch ein Ungarischer Schweingries und sechs Schweinbeschauer angestellet sind. In Griesdocke, Griessäule und Grieswärtel hat dieses Wort gleichfalls andere Bedeutungen.
2295 Zeichen · 37 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gries

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Gries , des -es, plur. von mehrern Arten und Quantitäten, die -e, ein Wort, welches so wie Graus überhaupt einen jed…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gries

    Goethe-Wörterbuch

    Gries 1 grobkörniger Sand, Kies, als (unerwünschtes) Schwemmgut od Nutzmaterial; auch in gleichnishaftem Zshg; vereinzel…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gries

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +4 Parallelbelege

    Gries , fein geschrotetes Getreide (andere Wortform für Grütze).

  4. modern
    Dialekt
    Gries

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Gries [Krìès Mü. Z. ; Krîas Logelnh. Dü. Scherw. Bf. K. ; Kries M. ; Krîs Str. Betschd. W. ] m. 1. Grütze; grobgemahlene…

  5. Sprichwörter
    Gries

    Wander (Sprichwörter)

    Gries 1. Gries kennt den Gramen. – Simrock, 4047; Braun, I, 981. 2. Er hat's Griess, wie das sauere Bier. – Mayer, II, 1…

  6. Spezial
    gries

    Ladinisch-Deutsch (Mischí)

    gries [grị·es] m.sg. 1 Grieß m. 2 ‹fig› (ciorvel, inteliënza) Verstand m ., Intelligenz f ., Denkvermögen n .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gries

243 Bildungen · 233 Erstglied · 9 Zweitglied · 1 Ableitungen

gries‑ als Erstglied (30 von 233)

Griesgram

SHW

Gries-gram Band 2, Spalte 1461-1462

Griesheim

SHW

Gries-heim Band 2, Spalte 1461-1462

griesart

DWB

gries·art

griesart , m. , brummiger mensch; mit falscher etymologie grieshart Pansner schimpfwb. 24 b ; zu griesen ( s. d. ); vgl. greisart sp. 82.

Grīesásche

Adelung

gries·asche

Die Grīesásche , plur. inus. an einigen Orten calcinirter Weinstein, weil im Oberdeutschen auch jeder grobe Bodensatz, besonders der Bodensa…

Griesbach

Meyers

gries·bach

Griesbach . Johann Jakob , biblischer Kritiker, geb. 4. Jan. 1745 zu Butzbach in Hessen, gest. 24. März 1812 in Jena, widmete sich vorzugswe…

Griesbapp

ElsWB

Griesbapp Dü. M. , Gries bäpp U. f. Griesbrei in Milch, Nahrung für Kinder, an mageren Tagen auch Mittagsmahlzeit für Erwachsene K. Z.

Grīesbārt

Adelung

gries·bart

Der Grīesbārt , des -es, plur. inus. in einigen Gegenden, ein Nahme des Hindlaufes, oder Zipperleinkrautes, Aegopodium Podagraria L. welches…

Griesbrei

Campe

gries·brei

Der Griesbrei , des — es, Mz. die — e , ein aus Gries gekochter Brei.

Griesbrëtt

ElsWB

gries·brett

Griesbrëtt [Krìəsprat Hi. Steinb. ; Krìasprat Horbg. Dü. ; Krìsprat Betschd. Lobs. ] n. Oberteil des Vorderwagens, zunächst unter dem Scheme…

Griesbrey

Adelung

gries·brey

Der Griesbrey , des -es, plur. von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, ein aus Gries gekochter Brey.

Griesch

Adelung

gri·esch

Der Griesch , des -es, plur. inus. die Kleye, S. Adelung Gries Anm.

Griesdocke

Adelung

gries·docke

Die Griesdocke , plur. die -n, Docken oder kleine Säulen zwischen den Griessäulen auf den Fachbäumen an den Mühlen und Wasserwehren, zwische…

Griese, Friedr

DWBQVZ

--- das dorf der mädchen. München 1933 . ---

griesel

DWB

gri·esel

griesel , m. , das erschauern: grissel horror Diefenbach 280 c ( Wetterau ); griesel pavor, metus; ein heimlicher griesel überfället ihn Sti…

¹griᵉselen

WWB

gries·elen

¹griᵉselen V. [verstr.] 1. fein regnen. — 2. Eis regnen ( Hal Bh ). ¶ Vgl. NDSWB 5,723: grisseln, grīseln. — Vgl. → grīselen (unter ²Grīs ).

grieselich

DWB

gries·elich

grieselich , adj. , sprenkelig, graumeliert; wesentlich obd.: grieselicht zweifarbig, gesprenkelt, von thieren Reinwald henneberg. 2, 55 ; g…

²griᵉselig

WWB

gri·e·selig

²griᵉselig Adj. [verstr.] 1. dämmernd, morgengrau. — 2. (von Hafer) unreif ( Wal Ro).

griᵉselik

WWB

gries·e·lik

griᵉselik Adj. [verstr.] 1. gräßlich, überaus schlecht. Griäselk Wäer ( Min Ha ). — 2. von einem Gefühl des Grauens ergriffen. Was et mi grï…

grieseln

DWB

gries·eln

grieseln , vb. , meist unpersönl., erschauern vor kälte, furcht, schrecken, ekel, abscheu; nd. wort, geltungsbereich und schwanken der vocal…

griesen

DWB

gri·esen

griesen , vb. : grisgramen kann ... durch die zeitwörter griesen und grieseln erklärt werden allg. dtsch. bibl. 42, 579; wohl das im älteren…

griᵉserig

WWB

gries·e·rig

griᵉserig Adj. gräulich, grau meliert. De Wöske wödd all grässerig (WMWB).

Grieseⁿ

Idiotikon

Grieseⁿ Band 2, Spalte 802 Grieseⁿ 2,802

griesfuchs

DWB

gries·fuchs

griesfuchs , m. 1) der virginische fuchs, canis cinereo-argenteus, dessen rücken silbergrau gesprenkelt ist Nemnich wb. d. naturgesch. 209 ;…

Griesgeschiebe

GWB

gries·geschiebe

* Griesgeschiebe für (epochentypische) Sand-, Kiesablagerungen als Reste u Zeugen einer binnenländischen europäischen Hochflut 1) [ Auszug a…

Griesgrämer

PfWB

Gries-grämer m. : 'alter Junggeselle', -grämeʳ [ KU-Herschw/Petth ]; vgl. Grießkrämer 2. Südhess. II 1462 ; Rhein. II 1400 ; Bad. II 471 .

griesgrämig

DWB

gries·graemig

griesgrämig , -grämisch , -grämlich , adj. , mürrisch, übellaunig, miszgestimmt; seit dem 14. jh. vereinzelt zu belegen ( s. u. 2), aber ers…

gries als Zweitglied (9 von 9)

goldgries

DWB

gold·gries

goldgries , m. , ' goldhaltiger sand ', schon ahd. bezeugt: quicquid Tagus donat aureis harenis suuaz Tagus kibet fluuius Hispanie an sinemo…

habergries

DWB

haber·gries

habergries , m. gries aus haber: habergries und graupengerste. Rückert 228 .

Hafergries

Adelung

hafer·gries

Der Hafergries , des -es, plur. inus. ein aus Hafer zubereiteter Gries. S. Adelung Gries .

Lêndengries

Adelung

lenden·gries

Der Lêndengries , des -es, plur. car. Gries, d. i. grobkörniger Sand, so fern er sich in der Gegend der Lenden und besonders in den Nieren d…

Nierengries

Adelung

nieren·gries

Der Nierengries , des -es, plur. inus. Gries, d. i. grober Sand, welcher sich zuweilen in den Nieren erzeuget; zum Unterschiede von dem Blas…

sandgries

DWB

sand·gries

sandgries , m. 1) grobkörniger, griesartiger sand. Adelung. 2) aus eigentlichem sande bestehender gries zum unterschiede vom kalkgries. eben…

Türgge(n)gries

Idiotikon

Türgge(n)gries Band 2, Spalte 801 Türgge(n)gries 2,801

Ableitungen von gries (1 von 1)

griese

DWB

griese , f. , nach schwäbischer aussprache ( Fischer schwäb. 4, 416 ) bisweilen gedruckte form für kriese kirsche Pritzel-Jessen 312 ; gries…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gries". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 8. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gries/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „gries". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gries/adelung. Abgerufen 8. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gries". lautwandel.de. Zugegriffen 8. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gries/adelung.
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