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Grant

ahd. bis sprichw. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Grant

Bd. 8, Sp. 229
Grant (spr. grännt), 1) Sir Francis, schott. Maler, geb. 18. Jan. 1803 zu Kilgraston in Schottland, gest. 5. Okt. 1878 in London, war mehrere Dezennien lang der Porträtmaler der vornehmen Welt in England, deren Haltung und Kleidung er mit höchster Anmut und Eleganz, aber in etwas matter Farbe darstellte. 1866 wurde er Präsident der Akademie der Künste und bekleidete dieses Amt bis zu seinem Tode. Mit großer Naturwahrheit wußte er in seinen Jagdstücken nicht allein die menschlichen Figuren, die Pferde und Hunde wiederzugeben, sondern auch die nebelige Luft Englands. Unter seinen Porträten namhafter Persönlichkeiten sind das Reiterporträt der Königin Viktoria (1841), das des Feldmarschalls Lord Clyde (1861), des Grafen von Elgin (1862), Disraelis (1863), des Herzogs von Cambridge (1868) und das Porträt Palmerstons (1874) die hervorragendsten. 2) Sir James Hope, engl. General, geb. 22. Juli 1808 in der Grafschaft Perth, gest. 7. März 1875, trat 1826 in die Armee ein, focht 1840–42 in China und zeichnete sich in Indien in den Kriegen von 1845 bis 1849 und während des Aufstandes 1856–58 vielfach aus. Infolgedessen ward er Generalmajor und, als die Engländer nach dem fehlgeschlagenen Angriff auf die Befestigungen am Peiho 1859 einen abermaligen Zug gegen China beschlossen, zum Befehlshaber der Landungstruppen ernannt. Er nahm die Tangku-Forts, besetzte 25. Aug. 1860 Tiëntsin, schlug im September in vier Tagen die Chinesen zweimal und zog 13. Okt. als Sieger in Peking ein. Für den glänzenden Verlauf dieses Krieges empfing er den Dank des Parlaments. 1861 wurde er zum Oberbefehlshaber in Madras ernannt, kehrte 1865 nach England zurück und war 1865–70 Generalquartiermeister der britischen Armee, demnächst Kommandeur des Lagers in Aldershot. Aus seinen Tagebüchern gab Knollys »Incidents of the Sepoy war« (1873) und »Incidents in the China war of 1860« (1875) heraus. Vgl. Knollys, Life of General Sir Hope G. (Lond. 1894, 2 Bde.). 3) Ulysses Simpson, Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, geb. 27. April 1822 in Point Pleasant (Ohio), gest. 23. Juli 1885 in Mount Mae Gregor bei Saratoga, trat 1839 in die Militärakademie ein, ward 1843 Leutnant und nahm mit Auszeichnung am mexikanischen Krieg teil, so daß er zum Kapitän befördert wurde. 1854 schied G. aus der Armee aus und wurde Farmer. Als jedoch Lincoln 15. April 1861 die erste Proklamation erließ, wurde er Adjutant des Gouverneurs von Illinois, darauf Oberst des 21. Freiwilligenregiments desselben Staates und rückte nach dem südlichen Missouri, wo er das strategisch äußerst wichtige Cairo besetzte, die Absicht der Sezessionisten, den Mississippi und Ohio zu blockieren, vereitelte und diese aus dem Südosten von Missouri vertrieb. Im Februar 1862 nahm er durch einen Handstreich die Forts Henry und Donelson, wodurch er einen großen Teil des Mississippitals den Sezessionisten entriß; dafür wurde er zum Generalmajor ernannt. Zwar wurde er bei Pittsburg Landing 6. April 1862 von Beauregard überfallen, aber er stellte durch die siegreichen Gefechte gegen Bragg seinen Feldherrnruhm wieder her und begann Anfang Februar 1863 die Belagerung von Vicksburg, das er 3. Juli nach siegreicher Abwehr aller Entsatzversuche zur Kapitulation zwang. Damit war der Zweck der hier geführten Kämpfe erreicht, die Schifffahrt auf dem Mississippi freigemacht, die Trennung der südlichen Konföderation in zwei Teile bewirkt worden. Lincoln ernannte G. zum Oberbefehlshaber aller am Mississippi, Ohio, Tennessee und Cumberland stehenden Bundestruppen. Als solcher siegte er bei Chattanooga im November 1863 und besetzte Knoxville im Dezember. Durch die unerschütterliche Ruhe und Konsequenz, mit der G. seine Ziele verfolgte, hatte er den Sieg der Union im Westen entschieden. Anfang 1864 wurde er zum Generalleutnant und Oberbefehlshaber aller Unionsheere ernannt. Nach mehrfachen blutigen Kämpfen gelanges G. endlich im Herbst 1864, Lees Defensivstellung zu durchbrechen, den Jamesfluß zu überschreiten und sich auf dem rechten Ufer zu behaupten. Nachdem er im Winter sein Heer reorganisiert und durch Rekruten ergänzt hatte, schnitt er durch einen schnellen Marsch auf Burkesville im März 1865 Lee den Rückzug nach Nordcarolina ab, eroberte 3. April Richmond und zwang am 12. Lee mit dem Rest seiner Armee zur Kapitulation. Durch diesen Sieg stieg G. auf den Gipfelpunkt der Popularität. Im August 1867 übernahm er provisorisch das Amt eines Kriegsministers unter Johnson und bekleidete es bis zum Frühjahr 1868. Im Mai 1868 stellte ihn die zu Chicago versammelte Nationalkonvention der republikanischen Partei als ihren Kandidaten für die Präsidentenwahl auf, in der G. mit 206 Wahlmännerstimmen gegen 88 über seinen Gegner Seymour siegte. Seine Annexionsgelüste in bezug auf Santo Domingo und die dänischen Antillen scheiterten an der Opposition im Kongreß. Mit England schloß er 24. Mai 1872 den Vertrag von Washington, der die Alabamafrage zugunsten Amerikas entschied und die Entschädigungsfrage einem Schiedsgericht überließ. Auch in dem Streit über die San Juan-Frage erlangte G. von dem zum Schiedsrichter erwählten deutschen Kaiser einen der Union günstigen Spruch. Schwieriger war die Ordnung der innern Verhältnisse. Hier war Grants unselbständige Haltung, seine Nachgiebigkeit gegen die alte republikanische Partei, die im Kongreß die Mehrheit hatte und sie zum persönlichen Vorteil ihrer Mitglieder mißbrauchte, verhängnisvoll. In allen Ämtern saßen Verwandte oder Kreaturen der Parteihäupter, mehrere Senatoren hatten sich ihre Stellung nur durch Korruption verschafft u. dgl. m.; Untersuchungen wurden wohl angestellt, blieben aber erfolglos. Trotzdem wurde G. bei der nächsten Präsidentenwahl 6. Dez. 1872 mit 300 Elektorenstimmen wiedergewählt. Die allgemeine Entrüstung über das System der Korruption unter G. wuchs endlich so, daß er 1876 mehrere hochgestellte Beamte, deren Betrügereien und Bestechungen allzu schamlos waren, entlassen mußte und seine Partei ihn 1876 nicht wieder als Kandidaten aufstellen konnte. Nachdem er 5. März 1877 sein Amt niedergelegt hatte, trat er eine längere Reise nach der Alten Welt an, von der er erst Ende 1879 zurückkehrte. Er wurde 1880 wieder als Präsidentschaftskandidat aufgestellt, erhielt aber nicht die Majorität der republikanischen Stimmen und widmete sich nun der Ausbeutung Mexikos durch amerikanische Intelligenz und Geldkraft. Auch ließ er sich in Bankspekulationen ein, durch die er 1884 sein ganzes Vermögen verlor, weswegen ihm der Kongreß eine Pension bewilligte. 1897 wurde ihm in New York ein Denkmal errichtet. Nach Grants Tod erschienen seine »Personal memoirs« (New York 1885; deutsch, Leipz. 1886, 2 Bde.); »Letters to a friend, 1861–1880« gab Wilson heraus (das. 1897). Vgl. die Biographien von Headley (neue Ausg., New York 1885), Larke (das. 1879), Browne (Boston 1885), Wilson (New York 1885 u. 1897), W. Church (das. 1897) und Garland (das. 1898); Badeau, Military history of U. S. G. (neue Ausg., das. 1885, 3 Bde.); Me Leklan, Personal memoirs and military history of U. S. G. (Boston 1887). 4) James, engl. Schriftsteller, geb. 1. Aug. 1822 in Edinburg als der Sohn eines englischen Offiziers, gest. 5. Mai 1887 in London, trat 1839 in das Heer, das er aber schon nach wenigen Jahren verließ, um sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Er verfaßte hauptsächlich Romane und ist (zusammen mit W. H. Maxwell und Charles Lever) der Schöpfer und Meister des historischen Kriegsromans. Der erste und beste ist: »The romance of war, or Highlanders in Spain« (1845, 4 Bde.); von spätern sind zu nennen:. »Adventures of an aide-de-camp« (1848); »The secret despatch« (1869); »Six years ago« (1877); »The Cameronians« (1881) etc. 1875 trat G. in London zur katholischen Kirche über. 5) James Augustus, engl. Offizier und Reisender, geb. 11. April 1827 zu Nairn in Schottland, gest. daselbst 11. Febr. 1892, trat 1846 in den Dienst der Ostindischen Kompanie, focht bei Gudscharat und wurde bei Lakhnau verwundet. Nach England 1858 zurückgekehrt, begleitete er 1860–63 Speke (s. d.) auf der Reise, die den Ursprung des Nils aus dem Victoriasee feststellte. Im Stabe des Lords Napier machte er 1867–68 den abessinischen Feldzug mit und schied dann aus der Armee. Er schrieb: »A walk across Africa« (Lond. 1864) und »Summary of observations on the geography, etc.« (im Journal der Londoner Geographischen Gesellschaft, 1872). – Sein Sohn James G. begleitete 1890 Joseph Thomson auf der Reise zum Bangweolo-See. 6) Frederick Dent, amerikan. Politiker, ältester Sohn von G. 3), geb. 30. Mai 1850 in St. Louis, begleitete seinen Vater in den Bürgerkrieg, trat 1867 in die Militärakademie zu West Point ein, ward 1873 Oberstleutnant im Stabe des Generals Sherman, begleitete 1879 seinen Vater auf dessen Weltreise, trat 1881 in die Bank ein, bei der sein Vater sein Vermögen verlor, und war 1889–93 Gesandter der Union in Wien. Im Kriege gegen Spanien 1898 führte er ein Kommando in Puertorico.
8981 Zeichen · 144 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    grantst. m.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    grant st. m. , mhd. grant, nhd. grand. — Graff IV,330. crant: nom. sg. Gl 4,26,6 ( clm 14804, 9. Jh. ); grant: dass. 3,6…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grantadj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +13 Parallelbelege

    grant , grande adj. gross, heftig. der pfeffer kleine und ouch grande j.Tit. 6048. mit nôt und mit sorgen grande Osw. 98…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    grantM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    grant , M. nhd. Kies Vw.: s. stēn- Hw.: s. grīs (3) E.: s. grinden W.: s. nhd. Grand, M., Grand, grober Sand, Kies, DW 8…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    grantm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +4 Parallelbelege

    grand , grant , m. , ahd., mhd. grant, jünger auch grander, grandner, granter, grantner, dim. grandel, grantel ' trog, b…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grant

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grant (spr. grännt), 1) Sir Francis , schott. Maler, geb. 18. Jan. 1803 zu Kilgraston in Schottland, gest. 5. Okt. 1878 …

  6. modern
    Dialekt
    grant

    Mecklenburgisches Wb.

    grant scharf; z. B. von der Sense Schw Criv; s. grannen, grannig .

  7. Sprichwörter
    Grant

    Wander (Sprichwörter)

    Grant An Grant ham, wiera tragadi Katz. ( Oberösterreich. ) – Baumgarten, 82.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grant

39 Bildungen · 32 Erstglied · 6 Zweitglied · 1 Ableitungen

grant‑ als Erstglied (30 von 32)

Grant Duff

Meyers

grant·duff

Grant Duff (spr. grännt döff), Sir Mountstuart Elphinstone , engl. Politiker, geb. 21. Febr. 1829 als Sohn von James Cummingham G. von Eden …

granteln

DWB

grant·eln

granteln , vb. , ' murren, zanken ', vereinzelt als volkssprachliche bildung zu grantig ( s. d. ): mutterl schimpft dich zünftig z'samm', un…

granten

DWB

gran·ten

granten , vb. , älternhd. ' betteln ', vgl. 1 granter, 1 grantner; letzteres läszt sich schon um die mitte des 14. jhs. nachweisen ( ist als…

Grantenü

RhWB

gran·tenue

Gran-tenü  Geld Sg. t. f.: in der Wend : In voller Gr. stohn in wichtiger Positur, frz. en grande tenue ‘im Paradeanzug’.

grantenære

KöblerMnd

grantenære , M. nhd. Bettler E.: s. granten L.: MndHwb 1/2, 149 (grantnêr[e]) Son.: örtlich beschränkt, sich für krank Ausgebender und unter…

Grantham

Meyers

grant·ham

Grantham (spr. gränntäm), Stadt ( municipal borough ) in der engl. Grafschaft Kesteven (Lincolnshire), am schiffbaren Witham, mit der schöne…

grantia

MLW

* grantia v. * granica. Mandrin

grantig

DWB

gran·tig

grantig , adj. , grandig, auch umgelautet gräntig, grändig, ein vornehmlich bair.-österr. wort im sinne von ' zänkisch, mürrisch, übellaunig…

grantigkeit

DWB

grantig·keit

grantigkeit , f. , abstraktbildung zum vorigen. fraglich, ob bereits hierher, zumal das vorauszusetzende adj. erst wesentlich später bezeugt…

Grantland

Meyers

grant·land

Grantland , nördlichster Teil von Grinnell-Land (s. d.). An der Ostküste in der Discoverybai unter 81°45´ nördl. Br. war 1882–84 die amerika…

Grantler

Pfeifer_etym

grant·ler

grantig Adj. südd. westd. ‘übelgelaunt, verdrießlich, zänkisch’, grentig (16. Jh.). Herkunft ungewiß. Am ehesten wohl an die Wortgruppe grin…

grantmentin

MWB

grantmentin Subst. → grandnein MWB 2 896,39;

grantner

DWB

grant·ner

grantner , m. , grantener, wie granter ( s. d. ), vgl. auch granten, vb. ( s. d. ), aber nicht für ' bettler ' überhaupt, sondern speziell f…

grantnêr(e)

MNWB

grant·nere

° grantnêr(e) , -er , m. , (rotwelsch) Bettler die sich für krank ausgeben, unter dem Vorgeben eines frommen Gelübdes zu ihrer Heilung den L…

grantnēr

KöblerMnd

grantnēr , M. Vw.: s. grantnære*

Granton

Meyers

gran·ton

Granton (spr. gränntön), Dorf und Hafen Edinburgs (Schottland), am Firth of Forth, kaum 2 km westlich von Leith gelegen, mit (1891) 915 Einw…

Grantown

Meyers

Grantown (spr. gränntaun), Dorf in Elginshire (Schottland), 38 km südwestlich von Forres, in anmutiger Lage und als Sommerfrische viel besuc…

grantuchmacher

DWB

gran·tuchmacher

grantuchmacher , m : dieser ( flecken ) wird von lauter teutschen handwercksleuten, sichelschmieden, und grantuchmachern ... bewohnet Tröste…

grant als Zweitglied (6 von 6)

Emigrant

Pfeifer_etym

emig·rant

Emigrant m. ‘Auswanderer’, besonders wer seine Heimat verläßt, um politischem Druck zu entgehen; aus dem Part. Präs. lat. ēmigrāns (Genitiv …

flagrant

Pfeifer_etym

flag·rant

flagrant Adj. ‘augenfällig, drastisch, (himmel)schreiend’ geht zurück auf lat. flagrāns (Genitiv flagrantis) ‘brennend, glühend, flammend’, …

grīsegrant

KöblerMnd

grīse·grant

grīsegrant , Sb. nhd. ? E.: Herkunft ungeklärt? L.: MndHwb 1/2, 164 (grîsegrant)

stēngrant

KöblerMnd

stēn·grant

stēngrant , N. nhd. Steinkies, Steingeröll, kleiner Feldstein, Kiesel ÜG.: lat. fundus arenosus I.: Lüt. lat. fundus arenosus? E.: s. stēn (…

Ableitungen von grant (1 von 1)

grante

DWB

grante , f. , auch gränte, granke, gränke u. ä., vgl. oben grandenbeere . 1) name für vaccinium vitis idaea L., die preisel- oder kronsbeere…