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Göttin

mhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 7 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Göttin

Göttin

Gott m. (in polytheistischen Religionen) übermenschliches, (in monotheistischen Religionen) höchstes, übernatürliches Wesen, von dem sich der religiöse Mensch seinem Glauben gemäß abhängig fühlt, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. got, asächs. aengl. engl. mnl. nl. god, anord. goð, guð, schwed. gud, got. guþ weisen auf germ. *guða- ‘Gott, Gottheit’, im Plur. ‘Schicksalsmächte’, das als Neutr. für männliche und weibliche Gottheiten gilt. Unter christlichem Einfluß wird das Genus mask., und das Substantiv bezeichnet im gesamten germ. Sprachbereich den ‘Christengott’. die Herkunft ist nicht sicher geklärt. Allgemein führt man germ. *guða- auf ein mit -to- gebildetes Part. Perf. ie. *g̑hū̌to- ‘angerufen’, zur Wurzel ie. *g̑hau-, *g̑hau̯ə- ‘rufen, anrufen’, zurück, so daß die substantivierte Form ie. *g̑hū̌tom als ‘das (durch Zauberwort) angerufene oder berufene Wesen’ zu deuten wäre; vgl. dazu aind. hávatē ‘ruft (an, herbei)’, hūtá- ‘angerufen, herbeigerufen’, puruhūtá- ‘von vielen angerufen’ (als Beiname Indras in den Veden), griech. kauchā́sthai (καυχᾶσθαι) ‘sich rühmen, prahlen’, air. guth ‘Stimme’, gall.-lat. gutuater ‘gallischer Priester’, wohl aus *g̑hutupətēr ‘Vater (d. h. Meister) des Anrufs (an Gott)’, lit. žavė́ti, lett. zavēt ‘zaubern’, aslaw. zъvati, russ. zvat’ (звать) ‘rufen’. Eine andere Deutung knüpft germ. *guða- als ‘das (Wesen), dem geopfert wird’ an die Wurzel ie. *g̑heu- (s. gießen) an, mit einem im Germ. allerdings nicht belegten Bezug auf das Trankopfer. – Göttin f. ‘weibliche Gottheit’, ahd. gutin, gutinna (um 1000), mhd. gotinne, gotin, gotīn, seit dem 14. Jh. umgelautet göt(t)in. vergöttern Vb. ‘zu einem Gott, göttlich machen, wie einen Gott behandeln, hoch verehren’ (17. Jh.), Präfixbildung zu frühnhd. göttern, gottern ‘Gott weihen’ (16. Jh., Luther ‘göttlich machen, göttliche Art verleihen’); daneben frühnhd. gotten, götten ‘vergöttlichen, ein Gott werden, zu einem Gott erklären’, mhd. goten und frühnhd. vergotten ‘zu einem Gott machen, göttliche Verehrung erweisen’, mhd. vergoten ‘göttlich machen, in Gott verwandeln’; Ableitungen vom Substantiv. Gottheit f. ‘als Gott verehrtes Wesen, Göttlichkeit, Gott’, ahd. got(a)heit (um 1000), mhd. got(e)heit, mnd. gothēt, mnl. godheit, nl. godheid, aengl. godhād, engl. godhead. göttlich Adj. ‘Gott betreffend, von Gott kommend, einem Gott ähnlich, herrlich, wunderbar’, ahd. got(a)līh (8. Jh.), mhd. got(e)lich, göt(e)lich, göttelich, mnd. gȫdelīk, mnl. god(d)elijc, nl. goddelijk, aengl. godlic, engl. godly, anord. guðligr. Gottesdienst m. ‘gemeinsame Verehrung Gottes durch die Gemeinde, Anbetung Gottes’, mhd. gotsdienst, Zusammenrückung aus der schon ahd. bezeugten Genitivverbindung zi gotes thionōste (9. Jh.). Gottesfurcht f. ‘Ehrfurcht vor Gott’ (Ende 15. Jh.), Zusammenrückung der seit ahd. Zeit als Übersetzung von lat. timor deī bestehenden Genitivverbindung gotes forhta (um 1000). gottesfürchtig Adj. ‘von Ehrfurcht vor Gott erfüllt’ (17. Jh.), älter mhd. gotevorhtec; vgl. ahd. gotafor(a)htal (9. Jh.). Gotteshaus n. ‘Kirchengebäude, Tempel’, ahd. goteshūs (Hs. 12. Jh.), mhd. gothūs, got(e)shūs, frühnhd. Gothaus, im 17. Jh. Gotteshaus; vgl. die Genitivverbindung ahd. gotes hūs (9. Jh.) und got. gudhūs. gottlob Interjektion Ausruf der Erleichterung; aus Fügungen wie ahd. gilobōt sī got (um 1000), mhd. dem gote sī lop, nhd. Gott sei Lob (16. Jh.) entwickelt sich die Kurzform mhd. gote lop, zusammengerückt mhd. gotelop, -lob. gottlos Adj. ‘Gott leugnend, nicht achtend, ruchlos’, mhd. gotlōs (vereinzelt), geläufig seit Anfang des 16. Jhs.; vgl. anord. goðlauss, got. gudalaus; Gottlosigkeit f. (1. Hälfte 16. Jh.).
3628 Zeichen · 140 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    göttinstf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    göttin , gottinne stf. s. gotinne.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    göttinf.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    göttin , f. , dea. ahd. gutin, ags. gyden, mhd. gotinne, gotin, gotîn, mnd. godinne, mnl. godinne, nl. godin. als movier…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Göttin

    Goethe-Wörterbuch

    Göttin auch -inn; rund 200 Belege 1 weibliche Gottheit a im mythol Bereich, fast ausschließl für Göttinnen der klass Ant…

  4. Sprichwörter
    Göttin

    Wander (Sprichwörter)

    Göttin Eine Göttin, die immer spricht, hört man nicht.

  5. Spezial
    Göttin

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Göt|tin f. (-,-nen) dea (dees) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit goettin

13 Bildungen · 10 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von goettin

goett + -in

goettin leitet sich vom Lemma goett ab mit Suffix -in.

Zerlegung von goettin 2 Komponenten

goet+tin

goettin setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

goettin‑ als Erstglied (10 von 10)

Göttingen

Meyers

goett·ingen

Göttingen , Stadt und Stadtkreis im preuß. Regbez. Hildesheim, im ehemaligen Fürstentum G., 148 m ü. M., liegt anmutig im weiten Tal der Lei…

Göttinger

GWB

goett·inger

Göttinger ‘G. Würste’ als typ Spezialität der Stadt, im scherzh Bild auf die akadem Heimat des Philologen Heyne anspielend 5 1 ,258 Xen 366(…

Götting, Heinr

DWBQVZ

Götting, Heinr. hessischer dichter d. 16. jhs., 1577 -- 85 student in Erfurt.

Göttingische gelehrte Anzeigen

Meyers

Göttingische gelehrte Anzeigen , die älteste der bestehenden literarisch-kritischen Zeitschriften Deutschlands, gegründet 1739 besonders dur…

göttingleich

DWB

goettin·gleich

göttingleich , adj. zu göttin 3 b β : o grosse mayestet, o süsser hertzen-zwang! o zihmliche statur, o göttin-gleicher gang! o sehl-gewinnen…

göttinmutter

DWB

goettin·mutter

göttinmutter , f. , mutter, die eine göttin ist: es ... war das ( halsband ) ..., so Harmonia ... von ihrer göttinmutter ... bekommen hatte …

göttinsohn

DWB

goettin·sohn

göttinsohn , m. , sohn einer göttin: ists möglich, ruft er, göttinnsohn ( Äneas, sohn der Venus ), an des verderbens rand kannst du des schl…

goettin als Zweitglied (2 von 2)

huldgöttin

DWB

huld·goettin

huldgöttin , f. seit dem 17. jahrh. übertragung von grazie ( älter war holdin in diesem sinne oben sp. 1738, s. auch huldin); schon bei Stie…

todesgöttin

DWB

tod·es·goettin

todesgöttin , f. : auch an diesen wagte sich die todesgöttin, die namenlose, die man schicksal nennt. Hölderlin Hyp. 2, 26 ; zaubermittel de…

Ableitungen von goettin (1 von 1)

ungöttin

DWB

ungöttin , f. , gegenstück zu göttin: von der ' lasterheit ' Birken ostl. lorbeerhayn 47 ; der wollust Knebel nachlasz 1, 36 . selten. —