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glucken

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
14 in 12 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
15
Verweise raus
27

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

glucken

glucken

Glück n. ‘zufälliges, überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände, Schicksal, Gemütszustand innerer Befriedigung’, mhd. g(e)lücke, mnd. (ge)lükke, mnl. (ghe)lucke, (ge)luc, nl. geluk; entlehnt aus dem Mnd. sind afries. lukk, mengl. luk(e), engl. luck, anord. lukka, lykka, schwed. lycka. Mhd. g(e)lücke ist erstmals in der frühhöfischen Dichtung (1160) bezeugt und verbreitet sich mit der höfisch-ritterlichen Kultur vom Rhein aus über das dt. Sprachgebiet. Es bedeutet anfangs ‘Schicksal, Geschick, Ausgang eines Geschehens oder einer Angelegenheit (sowohl zum Guten als auch zum Bösen)’ und tritt als Schicksalsbegriff in Konkurrenz mit mhd. sælde und heil (s. selig und Heil), den älteren Ausdrücken für ‘Segen, Heil, Glück’. Aus dem engeren Gebrauch im Sinne von ‘günstiger Verlauf oder Ausgang eines Geschehens, günstiges Geschick’ entwickelt sich Glück zur Bezeichnung des wünschenswerten ‘Zustandes starker innerer Befriedigung und Freude’. Im 14. Jh. nimmt Glück auch die Bedeutung von ‘Beruf, Lebensunterhalt’ an. Die Herkunft des erst relativ spät auftretenden Wortes ist nicht geklärt. Verschiedene, jedoch sämtlich nicht befriedigende Herleitungsversuche sind zusammengestellt in ¹DWB 4, 1, 5, 226 f. glücken Vb. ‘gelingen, nach Wunsch ablaufen’, mhd. g(e)lücken, zum Substantiv gebildet; im Mhd. nur selten, erst in nhd. Zeit sich ausbreitend. beglücken Vb. ‘glücklich machen, erfreuen’ (Anfang 17. Jh.). glücklich Adj. ‘vom Glück begünstigt, erfolgreich, zufrieden, vorteilhaft, günstig’, mhd. gelückelich ‘vom Zufall, vom Schicksal abhängig, günstig’. Unglück n. ‘verhängnisvolles Ereignis, schweres Mißgeschick, Schicksalsschlag, Pech’, mhd. ung(e)lücke. unglücklich Adj. ‘traurig, niedergeschlagen, bedrückt, verhängnisvoll’ (15. Jh.). verunglücken Vb. ‘einen Unfall erleiden, mißlingen, mißraten’ (17. Jh.). glückselig Adj. ‘sehr glücklich, überglücklich’, mhd. gelücksælec. Glückseligkeit f., spätmhd. gelücksælecheit. Glückskind n. ‘vom Glück Begünstigter, wem alles gelingt’ (16. Jh.), vielleicht nach lat. fortunae filius. Glückspilz m. zunächst im Sinne von ‘Emporkömmling, Parvenü’ (2. Hälfte 18. Jh.), eigentlich ‘wer wie ein Pilz plötzlich aus dem Nichts aufschießt’ (vielleicht unter Einfluß von engl. mushroom, das sowohl ‘Pilz’ wie auch ‘Emporkömmling’ bedeutet); von der 2. Hälfte des 19. Jhs. an gleichbed. mit Glückskind. Glücksrad n. Sinnbild für die Veränderlichkeit des Glücks, auch ‘das sich drehende Rad bei Verlosungen und bestimmten Glücksspielen’, mhd. des gelückes rat, auch gelückrat, später glükrad (14. Jh.), seit dem 17. Jh. Glücksrad, seltener Glückrad. Glücksritter m. ‘wer sich in seinem Handeln sorglos auf sein Glück verläßt’, auch abschätzig ‘Abenteurer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zunächst auf mittelalterliche Verhältnisse bezogen ‘Ritter, der auf Glück auszieht’.
2819 Zeichen · 80 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gluckenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    glucken swv. s. klucken.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glucken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Glucken , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und im gemeinen Leben den Laut nachahmet, den die Hüh…

  3. modern
    Dialekt
    glucken

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    glucke n [klùkə Katzent. bis Brum. ; klykə Obbruck ] 1. schreien, von der Bruthenne: de Hue h n gluckt Obbruck Brum. 2. …

  4. Sprichwörter
    Glucken

    Wander (Sprichwörter)

    Glucken Glucken ist leichter als Eierlegen.

  5. Spezial
    glucken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    glu|cken vb.intr. (gackern, wenn die Henne brüten will oder Küken lockt) tlocí (tlocia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glucken

10 Bildungen · 7 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

glucken‑ als Erstglied (7 von 7)

Gluckenbutter

PfWB

glucken·butter

Glucken ✝ -butter m. : = Gluckendreck 1, Gluckebutter [vereinzelt Gal]. Er hot seiⁿ Schnorres (Schnurrbart) mit G. ing'schmeert, damit er gl…

Gluckendreck

PfWB

glucken·dreck

Glucken-dreck m. : 1. 'Kot der Glucke', -dreck [verbr. Don Gal Buch]; vgl. Gluckenbutter, Hünkelsdreck . De Schnorres muß mer mit G. schmeer…

Gluckenstall

PfWB

glucken·stall

Glucken-stall m. : 'Käfig, in den brütelustige Hennen eingesperrt werden, um sie von den Legenestern fernzuhalten', -stall [ Beam Penns 43].…

gluckente

DWB

gluck·ente

gluckente , f. , anas glocitans Nemnich wb. d. naturgesch. (1793) 199 .

Gluckenwachs

PfWB

glucken·wachs

Glucken-wachs n. : 'harzreiches Kiefernholz', -wachs [ IB-Seelb ]; vgl. Gluckendreck 2. —

glucken als Zweitglied (1 von 1)

verglucken

Lexer

ver·glucken

ver-glucken swv. intr. zerbrechen. wie iwer heil verglucket! Helbl. 2,1141. vgl. zerklucken.

Ableitungen von glucken (2 von 2)

erglucken

DWB

erglucken , glocire: die henne ergluckt, hebt an zu glucken.

verglucken

Lexer

ver-glucken swv. intr. zerbrechen. wie iwer heil verglucket! Helbl. 2,1141. vgl. zerklucken.