Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
ginen swV.
2 ‘(mit offenem Maul) gieren’ , auch ‘sich begehrend zuwenden’ , mit präp. Erg. mit an (
1 ‘das Maul aufsperren’ vil schiere er [der Hund, der seinem Spiegelbild im Wasser das Stück Fleisch wegnehmen will] ginen began / und wolt daz stük begrîfen: / dô muoste im daz entslîfen, / daz er in dem munde hât Boner 9,14; Erz III 190,67; LvRegFr 2449; Virg 174,8; Tund 756. – Part.Präs.: ez [das Krokodil] hât kain zungen und hât ain weit ginendez maul unz an diu ôrn. ez wegt den obern kinpacken und den undern niht BdN 233,11 2 ‘(mit offenem Maul) gieren’, auch ‘sich begehrend zuwenden’, mit präp. Erg. mit an ( VEzzo 259 ), gegen/ gen ( BdN 249,26; Seuse 47,18. 411,17 ), nâch ( Seuse 361,22; PrBerth ), ûf ( RvEBarl 4658; Lilie ) oder abh. Nebensatz: alsô ginest dû an dem jungesten tage nâch der frezzerîe vor aller der werlte PrBerth 1:468,39; übertr.: wen sie [die Hölle] ginet biz an den iungesten dac, wie sie die selen verslinden múge Lucid 9,3. – Part.Präs.: de unmeziche mut, / de imer ginende is uppe dat unseliche guͦt Lilie 21,8; wir [...] zerspreiten únser turstigen adren wit uf ginende von grosser begirde gen dir, usklinglender gnadenricher brunne [Christus] Seuse 92,18; mit allen unsern sinnen und kreften und hertzen und ginender begerunge Tauler 122,11
MWB 2 793,55; Bearbeiterin: Baumgarte