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gickel

mhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
12 in 9 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gickel m.

Bd. 7, Sp. 7314
gickel, m., haushahn (gallus cantans); über das ganze md. sprachgebiet verbreitetes mundartwort, doch auch obd., vornehmlich alem. in der form giggel, s. auch güggel. wohl eher aus gückel (s. d., vgl. auch gockel) entrundet (s. Kluge11 206) alstrotz gicker — von gick, gicken, gickeln abgeleitet, da diese nicht zur bezeichnung des krähens dienen. zufrühest bezeugt in gickelhahn (s. d.), doch sicherlich älter, wie aus gückel hervorgeht, s. teil 4, 1, 6, 1030, vgl. dazu noch ein han oder guckel bei Dasypodius (1536) 82a: gickel, ein hahn Estor rechtsgel. (1767) 3, 1409; mundartl.: wälsche gickel Askenasy Frankf. 102; s. noch Crecelius oberhess. 421, Jos. Müller rhein. wb. 2, 1217 (Coblenz), Weinhold schles. 27; vereinzelt nd., s. Mensing schlesw.-holst. 2, 373. schriftsprachlich selten, mit abschätzigem ton: was soll ... der hahn im holzschnitt? der nicht der Sokratische haus- und opferhahn ist, sondern ein gickel von Neu - Babylon, der hauptstadt der Gallier Mendelssohn briefe d. neutest. lit. betreff. 16 (1763) 84; der hahn auf dem crucifix in der mitte der Sachsenhauser brücke heiszt der gickel Askenasy Frankf. 239; für zurechtmachen des alten giggels (auf dem kirchturm) bei Staub-Tobler 2, 193; lautspielend ohne eigenbedeutung auf ein huhn bezogen: die gicksende, gacksende, kratzende, kritzende gickel, gackel, gallina Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 82. in zusammensetzung: (der teufel) hatte einen breiten hut auf mit einer gickelfeder Lauckhardt dt. sagen (1845) 49. mit beziehung auf einen eingebildeten, sich stolz gebärdenden menschen: wer etwas zu befehlen bekommen hat, hält sich auch schon für einen stern am politischen himmel seines städtleins oder dörfleins ... ich verdenk es keinem giggel, wenn er auf seinem misthaufen kräht und scharrt H. Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 13, 291. bildlich; für hochmut, stolzes gebahren, dünkel, vgl. Christa Trier 97b, Hertel Salzungen 17, Ruckert unterfränk. 61; häufig in der verbindung den gickel haben für stolz, eingebildet sein: de gickel am kapp hun groszartigen ideen nachhängen Luxemb. 145; der gickel steigt em en de kopp Jos. Müller rhein. 2, 1218; de giggl nehmen den stolz beugen K. Reiser sagen des Allgäus 2, 702: ich habe heute schon einem dutzend bewerber auf den zahn gefühlt und die herren auf eine art hinausbefördert, dasz ihnen der gickel vergangen ist W. Weigand die gärten gottes (1930) 13. für ärger, zorn, grimm, vgl. Hertel Thür. 111 und gickelwut Jos Müller rhein. 2, 1218, zorngickel Askenasy Frankf. ma. 146; redensartlich den gickel bekommen aus zorn einen rothen kopf bekommen (Pfalz) v. Klein prov.-wb. 1, 146; den gickel kriegen oder ihm stieg der gickel in zorn geraten Pfister nachtr. 79; dazu gickelig stolz, jähzornig Jos. Müller rhein. 2, 1218, vgl.er springt auf wie ein güggel ist jähzornig Staub-Tobler 2, 193. als pflanzenname gickel aconitum variegatum Pritzel-Jessen volksn. d. pflanz. 9 (für Schlesien); gickerl aconitum napellus Marzell tiere in dt. pflanzennamen 6 (für Altbayern), K. Beckhaus flora v. Westfalen (1893) 492; in gickelbeere vaccinium vitis idaea (Wittgenstein a. d. Lahn) liegt wohl nur volksetymologische umbildung vor, vgl. ähnliche namen Pritzel-Jessen 424.
3256 Zeichen · 82 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    GICKELstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    GICKEL stm. das innere beben, zucken vor kitzel, begierde, zorn. Schmeller 2,25. ? gehört hierher gygel tentigo, pars qu…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gickelm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    gickel , m. , im bauwesen der angelzapfen einer türangel u. dgl., vgl. kegel 5 b, teil 5, 386: ( hölzerne türen versah m…

  3. modern
    Dialekt
    Gickel

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Gickel 'Hahn; Hochmut' s. Gückel .

  4. Sprichwörter
    Gickel

    Wander (Sprichwörter)

    Gickel 1. Der Gickel steigt ihm. ( Pfalz. ) – Klein, I, 146. Er wird zornig. 2. Einen Gickel bekommen. – Klein, I, 146. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gickel

41 Bildungen · 39 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

gickel‑ als Erstglied (30 von 39)

Gickeltrine

SHW

Gickel-trine Band 2, Spalte 1351-1352

gickelchen

DWB

gickel·chen

gickelchen , n. , zu 1 gickel hähnchen, vgl. gickelche chickey Lambert pennsylv.-germ. 65 a und gickerlein: ha heia, popeia, schlagts gickel…

gickelen

KöblerMhd

gick·elen

gickelen , sw. V. nhd. „gickeln“, kichern, giggeln, verspotten, vor Begierde zucken, vor Zorn zucken Q.: Renner (1290-1300) E.: s. gickel W.…

gickelen, gickeln

MWB

gickelen, gickeln swV. ‘kichern, giggeln’ lautmalerische Iterativbildung (vgl. DWB 4,1,4,7316 und 7323 s.v. gicksen; Schmeller stellt das Ve…

Gickeler I

RhWB

gickel·eri

Gickeler I m.: 1. der Lachende (s. o.). — 2. Spitze am grossen Fudernagel des Wagens, gebraucht beim Fahren von Stämmen Saarl-Hüttersd .

gickelfêh

EWA

gickel·feh

giggilfêhAWB, gickelfêh adj., nur in Gl. seit dem 12. Jh.: ‚vielfarbig, bunt; multicolor, polymitus‘ (eigtl. ‚farbenprächtig wie ein Hahn‘) …

gickelgackel

DWB

gickel·gackel

gickelgackel , m., n. , ablautspiel zu gickeln, kicherndes lachen, dummes gekicher; auch fortwährendes stottern, hervorbringen unartikuliert…

gickelgackeln

DWB

gickel·gackeln

gickelgackeln , vb. : ( in prolog bei der eröffnung eines gesellschaftlichen theaters ) wer drob in dieser musenstadt etwas zu gickelgackeln…

gickelhahn

DWB

gickel·hahn

gickelhahn , m. , haushahn ( gallus cantans ), dasselbe wie gickel ( s. d. ); tautologisch verstärkt, vgl. auch kückelhahn teil 5, 2518; sei…

gickelig

SHW

gickelig Band 2, Spalte 1351-1352

Gickel II

RhWB

Gickel II = Emporbühne s. Jickel.

Gickel III

RhWBN

Gickel III m.: zu 2. b. Pl. Neckn. derer von Neuw-NRaden .

gickeling

DWB

gickel·ing

gickeling , m. , schlechtes geldstück, ' spiel-, zahlpfennige ', s. teil 5, 662 kickerling 5: siehst du, das ( die in gold eingewechselten t…

Gickel IV

RhWBN

Gickel IV vereinz. Rheinb-Wormersd m.: Augenstern, Pupille.

gickeln II

SHW

gickeln II Band 2, Spalte 1351-1352

gickeln I

RhWB

gickeln I = schlecht fuhrwerken s. Gick VI;

gickeln II

RhWB

gickeln II = stolz sein s. Gickel III.

gickeln III

RhWBN

gickeln III schw.: 2. wiehern, vom Pferde Goar-Birkh .

gickeln IV

RhWB

gickeln IV -ig- Wend-Freisen Heimb Oberk , Kreuzn-Seesb Sobernh Stromb , Saarbr 1833 schw.: blinzeln; durch eine Öffnung nach etwas Verborge…

gickel als Zweitglied (1 von 1)

zorngickel

DWB

zorn·gickel

zorngickel , m. , wie zornigel, zornickel oberhess. Crecelius 936 , Frankfurt Askenasy 146 . —

Ableitungen von gickel (1 von 1)

Gickele

ElsWB

Gickele [Kikələ Roppenzw. Westhalten; Kikl Hf. ] n. 1. Ei. 2. kränkliches Mädchen. 3. altes, schlechtes Pferd Hf.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gickel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gickel/dwb?formid=G15975
MLA
Cotta, Marcel. „gickel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gickel/dwb?formid=G15975. Abgerufen 14. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gickel". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gickel/dwb?formid=G15975.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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