Gewühl als kollektiver Sg, vereinzelt pl; überwiegend im poet Werk, im Reim meist auf ‘Gefühl’ 1 die verworrene, unübersichtliche Bewegung, das Getümmel a in konkr-sinnl Vorstellung α vom Gedränge einer Menschenmenge, insbes im Verkehr, auf einem Markt, bei Festzügen oä; mit Attr wie ‘groß, ungeheuer, drängend’, auch ‘G. und Gedränge’, vereinzelt von einer bildkünstlerischen Darstellung Wenn vor dem Glanz, der um die Herrin [Kaiserin Maria Ludovica] schwebet, | Das Volk sich theilt, in drängendem G-e, | Dann gleich um sie sich neu zu sammeln strebet GWB16,315 KaiserinPlatz 2 ( .. ein ländliches Chor habe sich versammelt .. seinen Festzug anzutreten.) .. [Damon:] Wie sehn’ ich mich aus dem Gedränge fort! | .. In dem G., in dieser Menge | Wird mir die Flur, wird mir die Luft zu enge GWB2,32 Idylle 8 Wir fuhren auf zwei Calessen [Kutschen], weil wir uns als Selbstführer durch das G. der Stadt [Neapel] nicht durchzuwinden getrauten. Der Fahrende schreit unaufhörlich: Platz, Platz! GWB31,28,17 ItR GWB30,60,10 ItR~GWBT1,195,11 v 16.9.86 GWB26,60,8 DuW 1 [Zit s v Gedränge] GWBB29,162,22 Boisserée 1.5.18 uö im Krieg od Kampf, bei einer (revolutionären) Empörung, idVbdg ‘des Aufruhrs G.’ oä [Eduard zum Major:] mitten im G. der Schlacht, wenn die Erde vom anhaltenden Donner bebte, wenn die Kugeln saus’ten und pfiffen, rechts und links die Gefährten niederfielen GWB20,347,14 Wv II 12 [Kanzler:] Der Richter prunkt auf hohem Pfühl, | Indessen wogt .. | Des Aufruhrs wachsendes G. GWBFaust II 4794 GWB411,304,19 Ilias Ausz 16 uö(selten) β vom Wirken der Naturgewalten, bei Wasserfall u Brand [üb den Rheinfall] In dem ungeheuern G-e war das Farbenspiel herrlich GWBT2,152,25 v 18.9.97=GWB341,365,9 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm] GWBFaust II 5978 b in übertr Sinn für unruhiges Treiben, Wirrwarr α das verworrene Getriebe in der Welt, mehrf ‘irdisches/ menschliches G.’ Die ewigen Gefühle | Heben mich, hoch und hehr, | Aus irdischem G-e GWB1,88 Nachtgesang 11 Die uns das Leben gaben, herrliche Gefühle, | Erstarren in dem irdischen G-e GWBFaust I 639 Am Ende bin ich nun des Trauerspieles | .. Nicht mehr vom Drange menschlichen G-es, | Nicht von der Macht der Dunkelheit gerührt GWB151,344 Faust II Nachl Abschied 3 GWBB9,223,11 FStein 31.8.90 uö β dunkle, widersprüchl Empfindungen, Gefühlswirrwarr [Faust:] Wenn ich empfinde, | Für das Gefühl, für das G. | Nach Namen suche, keinen finde, | .. Und diese Gluth, von der ich brenne, | Unendlich, ewig, ewig nenne, | Ist das ein teuflisch Lügenspiel? GWBFaust I 3060 Warum gabst uns, Schicksal, die Gefühle, | Uns einander in das Herz zu sehn, | Um durch all die seltenen G-e | Unser wahr Verhältniß auszuspähn? GWB4,97 Warum gabst du uns 7 GWBFaust I 1583 uö 2 das Wühlen, Quälen (eines Schmerzes) wenn er [Schiller] vom zerrüttenden G-e | Des bittern Schmerzes wieder aufgeblickt GWB16,167 EpilSchillersGlocke 73 iSv rastlose Bemühung, Anstrengung Dem Schicksaal .. du gabst uns das Gefühl: | Dass ohne dich wir nur vergebens sinnen, | Durch Ungeduld und glaubenleer G. | Voreilig dir niemals was abgewinnen GWB1,394 Einschränkung Var 10=GWBB3,100,15 Lavater 30.[8.76] → GWBBlumengewühl GWBBuntgewühl GWBLebensgewühl GWBMeß- GWBSchlacht- Troglodyten- GWBVoll- GWBWelt- Syn zu 1aα und b GWBGedränge GWBGeschwärme GWBGetümmel GWBGewimmel GWBGewirr GWBWirrwarr zu 1bα GWBGetreibe GWBGetriebe zu 1bβ GWBGewürge GWBVerworrenheit zu 2 GWBwühlen(das W.)Elke DreisbachE.D.