Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
getwenge stN.
2 ‘Gebiet, Umfassung’
1 ‘Enge, Beengtheit’ dô sî quâmen an die Nar [an den Fluss Narew] , / dâ wart ein sulch gedrenge, / daz sich von dem getwenge / vil der ungetouftin / in der vlût vorsouftin NvJer 21285. 25096; ein vels grôz, / dâ daz wazzer durch flôz; / kreftic in dem getwenge, / gar snel waz ez in der enge ErnstD 3557; Gen 436; MinneR30 615,3; PassIII 373,39; UvEtzWh 5805. – ‘Bedrängnis’ swie manic nepfel [Becher Wein] er getranc [ an gotes hohzît getrunken hatte] , / so manigen tac leit er getwanc / von durstes getwenge, / daz er des tages lenge / nimmer getranc [...] wazzer tran [Tropfen] Vät 12893; deme bûman er [Joseph als Verwalter Potiphars] niweht innam / / mit unrehteme gedinge noh mit neheinem gedwenge Gen 1857 2 ‘Gebiet, Umfassung’ ‘ [...] dem [runden, vollkommenen Buchstaben O] bin ich glich’ spricht her [Christus] ‘erkant, / und in miner crefte rant / hohe, tuefe, breite, lenge / bliben gar in min getwenge [...]’ HeslApk 22928
MWB 2 650,1; Bearbeiterin: Czajkowski