Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Getöse n.
Getöse n.
Getöse n. ‘anhaltender Lärm, Krach’, mhd. gedœʒe ‘Geräusch, Lärm, Wasserfall’ (13. Jh.) ist eine Kollektivbildung zu ahd. thōʒ (um 1000), mhd. dōʒ ‘Schall, Geräusch’, Verbalabstraktum zu ahd. thioʒan ‘tosen (vom Wasser), hervorströmen’ (10. Jh.; vgl. gi-, irthioʒan, 9. Jh.), mhd. dieʒen ‘laut schallen, rauschen, sich erheben, aufschwellen’, aengl. þēotan ‘heulen (vom Wolf), rauschen (vom Wasser), hervorbrechen’ (dazu geþēot ‘Geheul’), anord. þjōta ‘heulen, rauschen’, schwed. tjuta ‘heulen’, das mit anord. þytr ‘Lärm, Geheul’, got. þuthaúrn ‘Trompete’, den unter tuten (s. d.) behandelten Verben sowie griech. tytṓ (τυτώ) ‘Nachteule’, lat. tutubāre ‘schreien’ (von der Eule), lit. tūtúoti ‘tuten, blasen’, tūtà ‘Rohrpfeife, Schalmei, Trompete’ und (bei abweichendem Dental) aind. thuthukṛt (Vogelname) auf eine in Vogelrufen und anderen Schalleindrücken bezeugte onomatopoetische Form ie. *tū̌ bzw. ihre Reduplikation ie. *tū̌tū̌ zurückzuführen ist. Im Nhd. wird das mhd. Kollektivum vielfach mit Getose vermischt, diesem lautlich angeglichen (seit 16. Jh.), so daß Getöse und Getose gleichermaßen als zu tosen (s. d.) gehörig empfunden werden.