Gespräch Über 1000 Belege, häufig in Tgb, Br u autobiogr Schr, auch in Erzählwerken mit größeren Dialog-Passagen (‘Unterhaltungen’, ‘Wahlverwandtschaften’). Im Wortgebrauch spiegelt sich, über die Grundfunktion des sachbezogenen Austauschs (Bed 2) hinaus, die ausgeprägte Gesprächskultur der Zeit wider, die Kunst der Gesprächsführung (vgl A2e) u insbes die Rolle des Gesprächs als sozialer Faktor (programmatisch zum Thema gemacht in den ‘Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten’ als Übung kultivierter Geselligkeit vor dem Hintergrund der Revolutionsereignisse). Bezeichnend für G-s eigene Wertung die immer wiederkehrende Akzentuierung des Gesprächs als Medium geistiger Begegnung (s bes Pkt A2a, A2c und d, A2f u die übertr Bed A6), aber auch mißlingender Verständigung (vgl A2f), als Instrument kommunikativer (Selbst-)Erkenntnis sowie vereinzelte Fälle mit deutl Kritik an der Oberflächlichkeit u Aushöhlung einer bloß geselligen Konversation (unter A3). A Unterhaltung, Unterredung; gelegentl im kollekt Sg 1 allg, unspezif: als natürl, unmittelbare Form der (mündl) Kommunikation, meist im alltägl Umgang, vereinzelt unter Beteiligung märchenhafter, mythol od übernatürl Gestalten (einmal den Charakter einer fehlgehenden, unsinnigen Kommunikation annehmend) es ist wohl nichts angenehmer als eine Römerin der Art, die sich in natürlichem G. heiter gehen läßt GWB32,120,28 ItR [Erinnerung an Aufstiege zum Altan des Straßb Münsters] Hier verlor sich alles G. in die Betrachtung der Gegend GWB27,323,9 DuW 10 [Adelh zum Bischof:] Ew. Hochwürden Gnaden sind still und nachdenklich und durch kein G. [keine G-e Var] zu erheitern GWB132,278,11 Götz3 III Plp Der Alte mit der Lampe hatte dem G. der Irrlichter aufmerksam zugehört und war vergnügt, daß Lilie durch diese Unterhaltung zerstreut und aufgeheitert worden GWB18,258,14 Märchen Faust hat sich ins G. mit einer, auf den Hinterfüßen ruhenden Sphynx eingelassen, wo die abstrusesten Fragen durch gleich räthselhafte Antworten ins Unendliche gespielt werden .. Eine kolossale .. goldscharrende Ameise welche sich hinzugesellt, macht die Unterhaltung noch verwirrter GWB152,204 Helena Plp 1,123 GWBFaust I 861 GWB11,380,16 Elp1 I 4~GWB11,18 Elp2 356 [G/Riemer] uö zugl mit atmosphär od situativer Charakterisierung, öfter iVbdg mit entspr Attr: ‘fröhlich, freundlich, heiter, liebreich, angenehm, traurig’, ‘munter, lebhaft, schnell’ ua, einmal ‘mädchenhaft’ [Pylad zu Iph:] Dein Bruder ist geheilt! Den Felsenboden | Des ungeweihten Ufers und den Sand | Betraten wir mit fröhlichen G-en GWBIph2 1538 damals, wo das Auge durch den Anblick des frohen Mayns, das Ohr durch liebreiche G-e, und das Herz durch vertrauende Freundschaft erquickt war GWBB25,122,5 Willemer 28.12.14 Der Vater .. genoß besonders bei Tisch .. sehr gern eines muntern, ja paradoxen G-es GWB29,32,6 DuW 16 indem alte Erinnerungen und gegenwärtige Theilnahme sich vermischten, und ein schnelles lebhaftes G. alle geschwind zusammenverband GWB20,110,7 Wv I 10 die beiden überfließenden Urnen [der Nymphen] senden ihre spielenden Wellen Einem Bett zu, vereint fließen sie hin und scheinen das mädchenhafte G. in ihrem Laufe fortzuführen GWB491,323,18 TischbeinsIdyllen 101) Tasso 544 [für: conference] AAJw3,66,33 GesängeSelma uö in bildhafter Wdg für ungeselliges Verharren in einer (trüben) Gemütslage [Valerio zu Elmire, die sich an gesellschaftl Zerstreuung nicht beteiligen mag:] So werden wir gewiß dich nicht allein | Mit deinem Kummer im G-e lassen GWB11,294 ErwElm2 149 2 Unterredung (überwiegend) sachbezogenen Charakters; häufig unter Angabe der Thematik u mit vielfältigen Attr versehen: ‘bedeutend, geistreich, anziehend, interessant; fruchtbar, lehrreich, unterhaltend, langweilig; ausführlich, weitläufig, umständlich, unendlich; wissenschaftlich, theoretisch, naturhistorisch, literarisch, philosophisch, religiös, sittlich’ usw a als (bereichernder, belehrender) Gedanken- od Informationsaustausch, Diskussion üb Sachthemen; gelegentl in schriftl Form (auch ‘briefliches G.’); mehrf in Selbstaussagen [erste Begegnung mit Schiller nach Sitzung der Naturforschenden Gesellschaft (1794)] wir gingen zufällig beide zugleich heraus, ein G. knüpfte sich an, er schien an dem Vorgetragenen Theil zu nehmen .... Wir gelangten zu seinem Hause, das G. lockte mich hinein; da trug ich die Metamorphose der Pflanzen lebhaft vor GWB36,250,10u25 BiogrEinzh=GWBN11,16,28 u 17,15 GlücklEreign Unsere [G-s u Schillers] G-e waren durchaus productiv oder theoretisch, gewöhnlich beides zugleich GWBN11,52,5 EinwirkgNeuPhilos Unter dem Namen des Orts [‘Propyläen’] verstehe man das, was daselbst allenfalls hätte geschehen können, man erwarte G-e, Unterhaltungen, die vielleicht nicht unwürdig jenes Platzes gewesen wären GWB47,5,21 PropylEinl Da ich zunächst aufzuwarten hoffe, lege nur noch ein Heft bey, zu geneigter Aufnahme. Umständlichen G-es mich zum voraus erfreuend | anhänglichst | Goethe GWBB29,142,24 Voigt 14.4.18 ein .. auslangendes geschichtliches G. [mit einem Trierer Geistlichen, üb Lokalgeschichte] GWB33,169,13 Camp GWBB37,12,18 Schultz 10.4.23 GWBN7,74,4 Probl uErwiderg Tasso 2963 GWB28,334,9 DuW 15 uö durch seine Thematik herausgehoben od mit bes Intensität geführt (‘ernstes, bedeutendes, wunderbares G.’ ua) sittliche, das Unvergängliche berührende G-e [mit Oberhofprediger Reinhard], welche das Gewaltsame der aufeinander folgenden Kriegsnachrichten ablehnten oder milderten GWB36,16,19 TuJ 1807 [Susanne:] Betrachtung holder und erhabener Naturscenen [mit dem Bräutigam] .. Dieß war die schönste Erholung .. von jenen ernsten [relig] G-en, die uns oft nur zu tief in unser eigenes Innere versenkten GWB251,238,17 Wj III 13 Wilhelm .. schloß sich .. mit ihm [dem Harfner] ein und führte ein wunderbares G. mit ihm, das wir aber, um unsere Leser nicht mit unzusammenhängenden Ideen und bänglichen Empfindungen zu quälen, lieber verschweigen GWB22,222,25 Lj V 14 GWB21,90,26 Lj I 15 GWB491,250,10 Üb:Noehden, Observations uö zT mit deutlicher u expliziter Funktionsbestimmung: als Medium produktiver geistiger Auseinandersetzung od (gemeinsamer) Hervorbringung; als Mittel zur Erlangung von Wissen, Bildung, verständiger Einsicht Darüber sind wir einig .. daß die Idee die du von der Lehre des Spinoza giebst derienigen die wir [G u Herder] davon gefasst haben um vieles näher rückt als wir nach deinen mündlichen Äusserungen erwarten konnten, und ich glaube wir würden im G. völlig zusammenkommen GWBB7,62,16 Jacobi 9.6.85 Von Jugend auf war meine Freude mit bildenden Künstlern umzugehen. Durch freie leichte Bemühung entstand im G. und aus dem G. etwas vor unsern Augen GWB36,166,3 TuJ 1820 Ich war mir damals noch nicht deutlich bewußt, daß ich wohl aus Büchern und im G., nicht aber durch den zusammenhängenden Kathedervortrag etwas lernen konnte GWB28,166,18 DuW 12 höret das neuste Gedicht! .. | Auch die traurigen Bilder der Zeit, sie führ’ ich vorüber; | Aber es siege der Muth in dem gesunden Geschlecht. | .. Weise denn sei das G.! Uns lehret Weisheit am Ende | Das Jahrhundert; wen hat das Geschick nicht geprüft? GWB1,294 HermDor Eleg 41 GWBB43,168,14 Knebel 14.11.27 GWBB13,64,15 Schiller 14.2.98 GWB47,8,8 PropylEinl uö im bildhaften Zshg, die befruchtende Wirkung eines Gesprächs illustrierend gute Gedanken .. die aus einem geistreichen G., wie Samenkörner aus einer vielästigen Pflanze, hervorspringen GWB24,188,5 Wj I 10 b als lebhafter, zT heftig u emotional geführter Disput (bes iVbdg mit Attr wie ‘lebhaft, leidenschaftlich, wild, verzweifelnd’) [im Straßb Freundeskreis] entfalteten sich unsere geselligen G-e immer lebhafter und leidenschaftlicher, ja sie waren die interessantesten, die ich bis dahin jemals geführt hatte GWB27,250,1 DuW 9 [kontroverse Debatte, bes zw Karl u dem Geheimrat, üb Revolutionsereignisse] Im Anfange wurden die Gespräche noch mit ziemlicher Mäßigung geführt, besonders da die Baronesse durch anmuthige Zwischenreden beide Theile im Gleichgewicht zu halten wußte .... als an einem Nachmittage das G. sehr lebhaft zu werden anfing .... Durch mehreres Hin- und Wiederreden ward das G. immer heftiger .. Vergebens suchte die Baronesse, wo nicht einen Frieden, doch wenigstens einen Stillstand zuwege zu bringen GWB18,105,8 u 107,20 Unterhaltungen [Lektüre von Klopstocks ‘Messias’, gemeinsam mit der Schwester] Portia’s Traum recitirten wir um die Wette, in das wilde verzweifelnde G. zwischen Satan und Adramelech .. hatten wir uns getheilt GWB26,124,24 DuW 2 GWB24,343,1 Wj II 5 Mann v50Jahren GWB35,310,29 TuJ 1804 Plp uö c vertraut od vertraulich, bes in einer privaten, intimen od atmosphärisch verdichteten Gesprächssituation, auch mit dem Charakter eines Bekenntnisses (öfter ‘vertrautes, (ver)trauliches G.’, ferner ‘geheimes, freies G.’) wie sehr mich die kleinen Vertraulichkeiten [Lottes] peinigen. Wenn sie gar im G. ihre Hand auf die meinige legt, und im Interesse der Unterredung näher zu mir rückt, daß der himmlische Athem ihres Mundes meine Lippen reichen kann. - Ich glaube zu versinken wie vom Wetter gerührt AA43,1 Werth1 I~Werth2 [Abschiedsbesuch bei der Mailänderin] den Gang des anmuthigsten G-es, das, von allen Fesseln frei, das Innere zweier sich nur halbbewußt Liebenden offenbarte, will ich nicht entweihen durch Wiederholung und Erzählung GWB32,335,21 ItR Nun ist es die schönste Zeit für kurze Spaziergänge, für trauliches G. an schaurigen Abenden GWB40,269,17 Üb:VoßGed [G/Voß dJ] eins der ersten Dinge .. über die sich die Mutter in einem geheimen G. mit mir beklagte [Cornelias Verhältnis zum Vater] GWB27,198,4 DuW 8 GWBB50,241,28 Boisserée [Mitte Jun 25] K GWBB4,235,12 ChStein 14.6.[80] im emphat Ausruf auf verborgene, tiefere Bedeutungsdimension weisend Ich habe mich losgerissen, bin stark genug gewesen, in einem Gespräche von zwey Stunden mein Vorhaben [Trennung] nicht zu verrathen. Und Gott, welch ein G.! AA65,20 Werth1 I~Werth2 d für den (bes intensiven) geistig imaginierten Gedankenaustausch (‘geistiges G.’, ‘G. im Geiste‘); einmal ‘etwas in ein G. verwandeln’ habe mich tagtäglich mit dem zweyten Theil römischer Geschichte .. beschäftigt und, in anhaltendem geistigen G. mit ihm [Niebuhr], einen Brief, den ich an ihn senden wollte, vorbereitet GWBB48,79,19 ASchopenhauer 10.1.31 Eigenheit des Verfassers [G], die sogar das Selbstgespräch zum Zwiegespräch umbildete .. Er pflegte .. wenn er sich allein sah, irgend eine Person seiner Bekanntschaft im Geiste zu sich zu rufen .... Wie nahe ein solches G. im Geiste dem Briefwechsel verwandt sei, ist klar genug GWB28,208,16 DuW 13 möge Herr Carlyle alles Obige [Reflexionen üb versch literar u weltanschaul Themen] freundlich aufnehmen und durch anhaltende Betrachtung in ein G. verwandeln, damit es ihm zu Muthe werde, als wenn wir persönlich einander gegenüber ständen GWBB42,271,18 Carlyle 20.7.27 GWBB36,264,17 Reinhard [6.]1.23 ‘als geistreiches G. dienen’, von einem Text GWBN8,252,26 SkelNagetiere e im Hinblick auf Gesprächsführung, -gestaltung, -verlauf (auch ‘das G. (auf etw) bringen, wenden, (hin)lenken, leiten, richten’, ‘das G. einfädeln, einleiten, beleben, nach allen Seiten führen, abschneiden, abbrechen, fallen lassen’, ‘sich ins G. mischen, einlassen, sich des G-s bemächtigen’; ‘Wendung, Abwechslung des G-s’ ua) [Arkas:] Er [Thoas], der nur | Gewohnt ist zu befehlen und zu thun, | Kennt nicht die Kunst, von weitem ein G. | Nach seiner Absicht langsam fein zu lenken GWBIph2 167~GWB39,329,10 Iph1 I 2 daß er [Serlo] .. sich angewöhnt hatte, im G. auf eine feine Weise theils ironisch, theils spöttisch den Sophisten zu machen, und dadurch fast jede ernsthafte Unterhaltung zu zerstören GWB22,120,2 Lj IV 18 Friedrich, der ausgelassene Mensch .. bemächtigte sich des G-s, und brachte .. mit hundert Citaten und eulenspiegelhaften Anspielungen, die Gesellschaft zum Lachen GWB23,302,24 Lj VIII 10 Bei diesen G-en [an der Tafel der Weim Prinzen] ging es nun wie bei den Mährchen der tausend und einen Nacht: es schob sich eine bedeutende Materie in und über die andere, manches Thema klang nur an, ohne daß man es hätte verfolgen können GWB28,320,3 DuW 15 GWBHermDor V3 GWB18,128,10 Unterhaltungen GWB51,105,3 u 107,11 ThS II 2 uö öfter als Subj, in bildhaften, den Eindruck eines dynam Gesprächsverlaufs evozierenden Wendungen (‘das G. leitet sich ein, wendet, lenkt sich, fällt (auf etw), geht vorwärts, belebt sich, verschlingt, verwirrt, verliert, zerbröckelt sich, entschlürft, stockt, geht aus, zerbricht’ usw) das G. wollte sich anfangs nicht einleiten GWB20,186,11 Wv I 18 so wendete sich das G. .. auf das was Menschen eigentlich zusammenhält: auf Religion und Sitte GWB251,209,14 Wj III 11 [Prinzessin:] Ich freue mich wenn kluge Männer sprechen, | .. Wohin sich das G. der Edlen lenkt, | Ich folge gern, denn mir wird leicht zu folgen Tasso 123 es war von Gebirgen .. Gangarten und Metallen der Gegend ausführlich die Rede. Sodann aber verlor das G. sich gar bald in’s Allgemeine GWB251,26,21 Wj II 9 Der Kaiser versteht ihn [Faust] nicht, der Hofmann noch weniger. Das G. verwirrt sich, stockt .. [Hinzutreten Mephistos] Nun belebt sich das G. GWB152,174,35u38 Faust II Plp AA35,9 Werth2 I [Diskurs Werth1, Zit s v Diskurs] GWB36,243,24 BiogrEinzh GWB28,284,7 DuW 14 uö f in reflektierender u wertender Betrachtung (bes iUz schriftl Äußerungen) Von manchem möchte ich Sie unterhalten und Sie über manches fragen; aber das Unreife ist für das G. und nicht für den Briefwechsel, die Rede löst so leicht jeden Irrthum auf, der durch die Schrift gleichsam erst recht consolidirt wird GWBB11,298,23 Lichtenberg [26.12.96] K In der Entfernung und bey schriftlicher Communikation glaubt man oft anders zu denken als der Zweyte, und man denkt ebenso; man glaubt überein zu denken, und denkt verschieden. Im G-e löst sich ein solches Mißverständniß leicht auf; schriftlich fängt es an zu stocken GWBN13,430,9 Naturlehre Das Deraisonnement [Geschwätz] der Deutschen in Rom mag sich noch widerlicher ausnehmen als wenn man es in Deutschland hören muß, und doch ist das G. überall nichts als ein Austausch von Irrthümern, und ein Kreislauf von beschränkten Eigenheiten GWBB10,359,14 Meyer 30.12.95/3.1.96 Das philosophische Gespräch. | Einer, das höret man wohl, spricht nach dem andern, doch keiner | M it dem andern; wer nennt zwei Monologen G.? [Unterredung Var] GWB51,214 Xen 66(424) GWB53,425,1 Notiz iZshg mit dem Spannungsverhältnis von Wahrheit u Lüge [von Meph gesprochen?] Gibt’s ein G., wenn wir uns nicht betrügen, | Mehr oder weniger versteckt? | So ein Ragout von Wahrheit und von Lügen, | Das ist die Köcherei die mir am besten schmeckt GWB3,239 ZXen I 167~GWB14,313 Faust I Plp emphat: das Gespräch als Medium kommunikativer Selbstbegegnung od (sentenzhaft im Märchen) als Inbegriff verstehender, geistig-seelischer Gemeinschaft [Wilh:] In dieser Gesellschaft [Lotharios] hab’ ich .. zum erstenmal ein G. geführt, zum erstenmal kam mir der eigenste Sinn meiner Worte aus dem Munde eines andern reichhaltiger, voller und in einem größern Umfang wieder entgegen; was ich ahnete, ward mir klar, und was ich meinte, lernte ich anschauen GWB23,39,4 Lj VII 5 Was ist herrlicher als Gold? fragte der König. - Das Licht, antwortete die Schlange. - Was ist erquicklicher als das Licht? fragte jener. - Das G., antwortete diese GWB18,233,21 Märchen 3 gesellige Konversation, (gepflegte) Unterhaltung: als fester Bestandteil (gehobenen) gesellschaftl Lebens, kultivierter Lebensart, bes iVbdg mit entspr Themenrepertoire u atmosphär-situativer Komponente (unter anderem ‘geselliges, geistvolles, erquickendes, gefälliges, gemütliches G.’); auch in Berührung mit Bed 2 [Abende in städt Gesellschaft] wo man bei’m geselligen G. und Spiel immer gewiß ist, seine Partie zu finden GWB412,164,6 Üb:LiterarKonversationsbl [Besuche Eduards u des Hauptmanns bei Charlotte] das G. wie das Lesen [war] meist solchen Gegenständen gewidmet, welche den Wohlstand, die Vortheile und das Behagen der bürgerlichen Gesellschaft vermehren GWB20,43,9 Wv I 4 Von der besten Gesellschaft sagte man: ihr G. ist unterrichtend, ihr Schweigen bildend GWB422,160,13 MuR welches Glück mein Verehrter Fürst seinem alten Einsiedler gewähre, wenn Höchstderselbe ihm irgend eine Abendstunde gönnen und, durch geistreich-gemüthliche G-e, zu manchem guten Gedancken Veranlassung geben will GWBB48,106,21 CarlFriedr 2.2.31 GWB1,151 Die Lustigen vWeimar 21 GWB18,280,19 GutWeiber GWB20,46,26 Wv I 4 uö auch mit leichtem Vorbehalt hinsichtl des Förmlich-Unverbindlichen, Beliebigen od krit akzentuiert als konventionell, oberflächlich-belanglos, beschränkt (auch ‘gebundenes, gleichgültigstes G.’) [Besuch des Grafen u der Baronesse; Schilderung ihrer Weltläufigkeit u ‘scheinbaren Unbefangenheit’] zu Tische kam man wieder zusammen .. Das G. war lebhaft und abwechselnd, wie denn in Gegenwart solcher Personen alles und nichts zu interessiren scheint. Man bediente sich der französischen Sprache .. und schweifte mit muthwilligem Behagen über hohe und mittlere Weltverhältnisse hin GWB20,110,23 Wv I 10 Nun bin ich endlich geborgen [in Rom]! | Schöne Damen und ihr Herren der feineren Welt, | Fraget nach Oheim und Vetter und alten Muhmen und Tanten; | Und dem gebundnen G. folge das traurige Spiel [am Spieltisch] GWB1,234 Vs 18 Röm Eleg II Sie [Eduard u Charlotte] brachten einen Theil der Nacht unter allerlei G-n und Scherzen zu, die um desto freier waren, als das Herz leider keinen Theil daran nahm GWB20,132,1 Wv I 11 [Flavio:] ich weiß nicht, wie ich es wagen konnte, mitten im gleichgültigsten G., auf einmal ihre [der schönen Witwe] Hand zu fassen .. sie an mein Herz zu drücken GWB24,290,19 Wj II 3 Mann v50Jahren Das ausgesprochene Wort ist sogleich todt, wenn es nicht durch ein folgendes, dem Hörer gemäßes am Leben erhalten wird. Man merke nur auf ein geselliges G.! Gelangt das Wort nicht schon todt zu dem Hörer, so ermordet er es allsogleich durch Widerspruch, Bestimmen, Bedingen, Ablenken, Abspringen, und wie die tausendfältigen Unarten des Unterhaltens auch heißen mögen GWB422,224,7 MuR(891) uö 4 als länger dauernder, themat gebundener Diskurs (‘ein G. wieder anknüpfen, fortsetzen, erneuern’, auch ‘tägliches G.’ ua) Nach einem so gehaltvollen Zusammenseyn und einer so reichen Mittheilung fällt es schwer, aus der Ferne das G. wieder anzuknüpfen GWBB25,81,3 Boisserée 19.11.14 Unser tägliches G. [mit Herder] beschäftigte sich mit den Uranfängen der Wasser-Erde GWBN6,20,17 MorphH Inhalt GWBB41,52,20 Boisserée 16.6.26 uö 5 pl im Ausruf iSv (bloßes) Gerede, Gerücht [Georg:] im Wirtshaus .. man redete viel von einer Heurath [Weislingens] mit der Wittwe des von Walldorff. [Götz:] G-e! GWB39,76,19 Götz1 I~GWB8,70 Götz2 6 in übertr Verwendungen a als innere, einfühlende Zwiesprache mit der Objektwelt, das (ans Mystische grenzende) Sich-Versenken in die Natur; als Dialog mit dem Geist eines Instruments zum Ausdruck seelenvollen Musizierens; auch für die (vermeintl) Kommunikation mit dem eigenen Echo (im Vergl) [aus Vicenza, an ChStein gerichtet] Du weißt was die Gegenwart der Dinge zu mir spricht und ich bin den ganzen Tag in einem G-e mit den Dingen GWBT1,220,8 v 21.9.86 [Jarno:] Nun will ich mich .. in die Felsklüfte versenken, mit ihnen ein stummes, unergründliches G. zu führen GWB252,13 Wj [nur 1821] seine [Horatios] ganze Seele schien .. über den Saiten [der Violine] zu schweben, um den Geist, der in ihnen schlief, zu wecken und ihn zu einer geheimen Unterredung mit dem seinigen einzuladen. Über diesem G. .. schmolzen die Herzen seiner Zuhörer GWB52,236,10 ThS VI 9 Glückliche Zeiten des ersten Liebesbedürfnisses! Der Mensch ist dann wie ein Kind, das sich am Echo stundenlang ergötzt, die Unkosten des G-es allein trägt, und mit der Unterhaltung wohl zufrieden ist, wenn der unsichtbare Gegenpart auch nur die letzten Sylben .. wiederholt GWB21,85,5 Lj I 15~GWB51,56,21 ThS I 16 b definitorisch für den Menschen: als Inkarnation der schöpferischen Zwiesprache zwischen Gott u Natur Ich habe in einer unserer früheren Unterhaltungen den Menschen das erste G. genannt, das die Natur mit Gott hält. Ich zweifle gar nicht, daß dies G. auf andern Planeten viel höher, tiefer und verständiger gehalten werden kann Gespr(He2,777) Falk [25.1.13] Gespr(He5,84) Falk undat B als Bezeichnung eines literar od philos Essays, auch einer lyr Dichtung in Dialogform; teilw als Titelbestandteil Mein G. über die deutsche Literatur [nicht erhaltene Gegenschrift zu Friedrichs II ‘De la littérature allemande’] will ich noch einmal durchgehen GWBB5,221,1 Merck 14.11.81 Die Bombe dieses G-s [Diderots ‘Le neveu de Rameau’ (in G-s Übs mit dem Untertitel ‘Ein Dialog’)] platzt gerade in der Mitte der französischen Literatur GWBB17,230,7 Schiller 21.12.04 Schelling hat ein G. geschrieben: Bruno oder über das göttliche und natürliche Princip der Dinge GWBB16,55,17 Schiller [16.3.02] ein poetisches Genre .. in welchem wir künftig mehr machen müssen .. Es sind G-e in Liedern. Wir haben in einer gewissen ältern deutschen Zeit recht artige Sachen von dieser Art .. Ich habe so ein G. zwischen einem Knaben, der in eine Müllerin verliebt ist, und dem Mühlbach angefangen [das Ged ‘Der Junggesell u der Mühlbach’] GWBB12,280,11u16 Schiller 31.8.97 Äolsharfen. G. GWB3,28 Titel Über Wahrheit und Wahrscheinlichkeit der Kunstwerke. Ein G. GWB47,257,3 Titel GWBB13,154,6 Schiller 24.5.98 GWBB1,14,14 JJRiese 21.10.65 uö in Bezugnahme auf die alte, mit der Aufklärung wiederbelebte literar Form des Totengesprächs ich habe große Lust, ein G. im Reich der Todten zwischen dem Canzler einer Akademie und einem Schauspieldirector zu verfassen, wo sie denn zuletzt bey Seelenwandrung die Rollen tauschen GWBB25,116,28 CarlAug [27.12.14] K [mBez auf ‘Gustav III Tod, ein psychologisch moralisches Gemälde’, 4 Bde, 1797, anonym] diese Art Schriften sind an die Stelle der G-e im Reiche der Todten getreten, die auf unsere Wahrheit liebende Nation immer großen Eindruck gemacht haben GWBB12,205,17 Schiller 26.7.97 GWB45,250,14 Diderot,Malerei GeständnÜbersetzers C Rede, Äußerungen, Ausführungen eines Einzelnen (meist mit sg PossPron) Ich bezeigte ihr [der Tante des Fräulein von B .. ] viel Aufmerksamkeit, mein G. war meist an sie gewandt AA75,25 Werth II Wilhelm .. da er gegenwärtig mit Künstlern und Kennern zu sprechen das Glück hatte, die .. sein G. belehrend erwiderten GWB22,72,12 Lj IV 13 Da seine [Herders] G-e jederzeit bedeutend waren .. so mußte er mich zu neuen Ansichten täglich, ja stündlich befördern GWB27,308,5 DuW 10 [Thoas zu Iph:] Ist’s jener Tantalus, | Den Jupiter zu Rath und Tafel zog, | An dessen alterfahrnen, vielen Sinn | Verknüpfenden G-en Götter selbst, | Wie an Orakelsprüchen, sich ergetzten? GWBIph2 313 GWBB24,235,15 Schelling 28.4.14 GWB20,287,5 Wv II 7 GWB17,155,6 GrCoph II 4 GWBNatT 34 uö im Hinblick auf die individuelle Redefähigkeit, die Gewandtheit in Ausdruck u Gesprächsführung [Gretchen zu Faust:] Ich weiß zu gut, daß solch erfahrnen Mann | Mein arm G. nicht unterhalten kann GWBFaust I 3078~GWBUrfaust 930 [Charlotte:] Wenn Luciane, meine Tochter, die für die Welt geboren ist .. durch Freiheit des Betragens, Anmuth im Tanze, schickliche Bequemlichkeit des G-s sich vor allen auszeichnet GWB20,17,14 Wv I 2 GWB251,2,27 Wj II 8 in schwebender, zwischen Einzelrede u Dialog (A) changierender Bed es kommt der Abend heran, und die vielen G-e | Sind nun zwischen ihm [dem Vater] und seinen Freunden gewechselt GWBHermDor IV 243 [Charlotte] wußte recht gut, daß nichts gefährlicher sei, als ein allzufreies G., das einen strafbaren oder halbstrafbaren Zustand als einen gewöhnlichen, gemeinen, ja löblichen behandelt GWB20,113,9 Wv I 10 uö iUz ‘Gebet’: als an Gott gewandte (An-)Rede eher räsonierenden als adorierenden Charakters, zugl wohl mit der Vorstellung der geistigen Zwiesprache Beständig, bald mit Gebet, bald mit G. [con ragionamenti volti a Dio], wendete ich mich zu Gott GWB43,359,1 Cell II 13 D in den Fügungen ‘etw ist beständiges, allgemein(st)es G., gelangt zum G.’ iSv Gesprächsstoff, Thema Sie können sich leicht denken .. daß seit .. dem Tage, wo meine kleine Frau zurückkam, Frankfurt unser beständiges G. gewesen GWBB19,309,18 EStock 17.4.07 Nun war eines Abends der Apoll von Belvedere als eine unversiegbare Quelle künstlerischer Unterhaltung wieder zum G. gelangt GWB32,98,9 ItR GWBB12,214,7 CarlAug 9.8.97 GWBB8,236,25 CarlAug 6.[/7.]7.87 → GWBAbendgespräch GWBBelehrungsgespräch GWBBriefgespräch GWBEntwicklungsgespräch Essens- GWBFamiliengespräch GWBFestgespräch GWBFünfgespräch GWBGartengespräch GWBGeheimgespräch GWBGeistergespräch GWBHauptgespräch Haus- GWBHaushaltungsgespräch GWBKaffeehausgespräch GWBKunstgespräch GWBLebensgespräch GWBMaskengespräch GWBMittags- GWBMondenmitternachts- GWBMorgen- GWBPrivat- GWBRedouten- GWBSchul- GWBSelbst- GWBSprach- GWBStadt- Tagesgespräch GWBTaggespräch GWBTisch- GWBTraum- GWBViel- GWBVogel- GWBWechsel- GWBWelt- GWBWochen- GWBZwie- Syn zu A GWBDialog GWBUnterhaltung GWBUnterredung zu A1u2 GWBBesprechung GWBDiskurs GWBDiskussion GWBDiszeptation GWBWechselrede zu A1 GWBGeplauder GWBGeschwätz zu A2a GWBKommunikation GWBVerhandlung zu A2b GWBDebatte GWBDisput GWBDisputat GWBDisputation GWBWortwechsel zu A3 GWBKonversation zu A4 GWBKommunikation zu B GWBDialog zu C GWBRede 1) Abb im Katalog ‘G u die Kunst’, 1994,372, Nr259 Nikolaus LohseN.L.