Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
fiedeln
fiedeln
Fiedel f. mittelalterliches Streichinstrument der Spielleute, ‘Geige’, ahd. fidula (9. Jh.), mhd. videl(e), mnd. vēdele, viddel(e), mnl. vēdel(e), nl. vedel, aengl. fiþele, engl. fiddle, anord. fiðla, schwed. (mundartlich) fela ist etymologisch ungeklärt. Da es sich um ein im Germ. verbreitetes Wort handelt, ist germ. Herkunft (ohne weitere bisher erkannte Anknüpfungsmöglichkeiten) durchaus erwägenswert. Die allenthalben vertretene Herleitung aus dem Mlat. ist wohl abzulehnen, da mlat. vitula, vidula ‘Saiteninstrument’ erst im 11. Jh. (Constantinus Africanus) bezeugt ist. Direkte Anknüpfung der germ. Formen an das Verb lat. vītulārī ‘frohlocken, jubeln, einen Sieges- oder Lobgesang anstimmen’ (vgl. auch Vītula ‘Göttin des Sieges und des Jubels über den Sieg’) bleibt fragwürdig. Eher ist mlat. vitula als Latinisierung von ahd. fidula bzw. einer entsprechenden germ. Form anzusehen. – fiedeln Vb. ‘auf der Fiedel spielen’, mhd. videlen. Fiedelbogen m., mhd. videlboge.