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Fehde

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
14 in 11 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Fehde f.

Fehde f.

Fehde f. ‘Zwist, (kriegerische) Auseinandersetzung, Feindseligkeit’, ahd. gifēhida ‘Feindseligkeit’ (9./10. Jh.), mhd. vēhede, vēde ‘Feindseligkeit, Haß, Streit’, mnd. mnl. vēde, aengl. fǣhþ ‘Feindschaft, Gewalt, Rache’ sind Abstraktbildungen zu einem Adjektiv, das in ahd. gifēh ‘feindlich, geächtet’ (10. Jh.), mhd. gevēch ‘feindlich, feindselig’, mnl. ghevee, aengl. fāh ‘feindlich’, (ge)fāh ‘geächtet’ erhalten ist. Verwandt sind ferner mhd. fēhe ‘Feindseligkeit, Haß, Streit’, ahd. fēhen (11. Jh.), mhd. vēhen ‘beneiden, feindlich behandeln’, asächs. āfēhian ‘verurteilen’, engl. foe ‘Feind’. Sie führen mit aind. píśunaḥ ‘verleumderisch, böse’, lit. peĩkti ‘tadeln, schmähen’, peĩkštis ‘zanken, hadern, streiten’, pìktas ‘böse, zänkisch, zornig’, lat. piget ‘es ist verdrießlich’ auf die Wurzelvarianten ie. *peig-, *peik̑-, *peik- ‘feindselig gesinnt’ (s. auch feige). Aus germanischem Rechtsbrauch stammend, ist die Fehde als Mittel der Selbsthilfe (auch als Rache für Totschlag) zwischen Sippen bzw. Familien rechtlich zulässig. Im Mittelalter wird der Ausdruck (vgl. besonders mnd. vēde) auch auf die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Fürsten, Adel und Städten zur Austragung von Rechtsstreitigkeiten bezogen. Nach überhandnehmendem Mißbrauch werden Fehden im Ewigen Landfrieden (1495) endgültig verboten. Das zum Archaismus gewordene Wort wird im 18. Jh. neu belebt und hat die oben genannte abgeschwächte, allgemeinere Bedeutung. – Fehdebrief m. ‘schriftliche Ankündigung einer Fehde an die gegnerische Partei’, spätmhd. vēhedebrief. Fehdehandschuh m. ‘als Zeichen der Herausforderung hingeworfener Handschuh’. Die symbolische Geste ist bereits in der Ritterzeit üblich, das Kompositum jedoch wohl erst im 18. Jh. nach dem Vorbild von frz. jeter le gant ‘den Handschuh (hin)werfen’ gebildet. Urfehde f. ‘feierlich geleistetes Friedensversprechen, erklärter Verzicht auf Rache’. Mhd. urvēde ist wie gleichbed. mhd. urvēhe Abstraktbildung zu einem Adjektiv (mit negierendem ur-, aus *uz ‘aus’) spätmhd. urvēch, frühnhd. urfech ‘frei von Feindseligkeit’, eigentlich ‘der, dessen Feindseligkeit aus ist’. befehden Vb. ‘bekämpfen, anfeinden’ (15. Jh.), vgl. spätmhd. vēheden.
2192 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Fêhde

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    2. * Die Fêhde , plur. inus. ein im Hochdeutschen noch mehr veraltetes Wort, welches noch in einigen Gegenden Oberdeutsc…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Fehde

    Goethe-Wörterbuch

    Fehde V- nur in Götz 1 ; öfter ‘Fehd’ (in Götz u RomJul) 1 im mittelalterl Feudalstaat Zustand der Feindschaft zw zwei P…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fehde

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Fehde ( feida , mittelalterl. lat.), der in dem Faustrecht begründete Kampf einzelner gegen einander, um Rache zu nehmen…

  4. Sprichwörter
    Fehde

    Wander (Sprichwörter)

    Fehde Alte Fehde ist bald erneut. Holl. : Oude veete wordt ligtelijk vernieuwd. ( Harrebomée, II, 365. )

  5. Spezial
    Fehde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Feh|de f. (-,-n) 1 (Feindschaft) descordia (-ies) f. 2 (Feindseligkeit) ostilité (-s) f. 3 inimizizia (-ies) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fehde

20 Bildungen · 14 Erstglied · 5 Zweitglied · 1 Ableitungen

fehde‑ als Erstglied (14 von 14)

Fehdegeist

GWB

fehde·geist

Fehdegeist den aufgereizten ritterlichen F. .. der bei den Deutschen [ im MA ] .. zur Sitte geworden 28,124,26 DuW 12 Rose Unterberger R. U.

Fehdeglied

GWB

fehde·glied

Fehdeglied wohl für die Mitstreiter der notorisch Fehde führenden Ritter [ Bischof zum Kaiser: ] Hätten wir einmal diesen .. Sickingen .. Se…

Fehdegut

Campe

fehde·gut

Das Fehdegut , des — es, Mz. die — güter , im Mittelalter, ein Gut, Stück Landes, welches einer, der sich zur Heeresfolge bei einem Andern v…

Fehdelos

Campe

fehde·los

Fehdelos , adj . u. adv . ohne Fehde, friedlich. Ja, singen will ich von der Seligkeit Des fehdelosen Alters. Ramler.

fehdelustig

DWB2

fehde·lustig

fehdelustig adj. (zu DWB2 1 , 2 ): 1845 Klemm cultur-gesch. (1843)4,238. ⟨1916⟩ Brod Brahe (1917)336.

fehdemann

DWB2

fehde·mann

fehdemann m. (zu DWB2 1 ): ⟨1291⟩ Seifried Helbling 1,351 S.

fehdepflichtig

DWB2

fehde·pflichtig

fehdepflichtig adj. (zu DWB2 1 ): 1474 akten verfassung Köln 2,513 S. 1553 Elisabeth v. Braunschweig‐L. fürstenbrw. 197 M.

Fehderecht

Campe

fehde·recht

Das Fehderecht , des — es , d. Mz . ungew. das Recht, welches mit einem Fehdegute verbunden war (Jus feudale ).

fehdeschwanger

DWB

fehde·schwanger

fehdeschwanger : sogleich durchdringt die luft ein lautes pereat, der fehdeschwangre ton brüllt durch die stille stadt. Zachariä renomm. 5, …

fehdezeichen

DWB

fehde·zeichen

fehdezeichen , n. signum ad certamen provocans: Albrecht nahm das fehdezeichen ruhig und bestieg sein ros. Stolberg 1, 58 .

fehdezeit

DWB

fehde·zeit

fehdezeit , f. tempus certaminum: eine burgruine aus der alten fehdezeit.

fehde als Zweitglied (5 von 5)

Bubenfehde

Wander

buben·fehde

Bubenfehde Eine Bubenfehde, worauf kein guter Grund steht. – Graf, 42, 139. »Eine Bubenfede, da kein grund uff stet.« ( Bodmann, 279. )

Fürstenfehde

Wander

fuersten·fehde

Fürstenfehde Fürstenfehde hat Sinn. – Graf, 529, 341; Bodmann, Rheingauische Alterthümer (Mainz 1819), 279. Um zu sagen, dass die Kämpfe der…

Todfehde

Campe

tod·fehde

Die Todfehde , Mz. — n , eine tödtliche Fehde. Ehemahls für Todfeindschaft. Haltaus.

Todgefehde

DRW

Todgefehde, Todgefechte, f. formenreich wie Todfehde vgl. Gefehde swer jeman von L. ansprichet umb totgevehte, des sol er in ze rede stozzen…

urfehde

DWB

urfehde , f. , aus fehde ( s. d. th. 3, 1417; Jac. Grimms herleitung aus fêh ' bunt ' ist nicht haltbar; s. Kluge-Götze 150 b ; zum gebrauch…

Ableitungen von fehde (1 von 1)

urfehde

DWB

urfehde , f. , aus fehde ( s. d. th. 3, 1417; Jac. Grimms herleitung aus fêh ' bunt ' ist nicht haltbar; s. Kluge-Götze 150 b ; zum gebrauch…