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urig

nhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
6 in 6 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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9

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

urig

urig

ur- Präfix in nominalen Zusammensetzungen. Die nur in alter Zeit bezeugte Präposition ahd. ur (nur 8./9. Jh.), anord. ōr, got. us ‘aus, aus … heraus’ und das darauf beruhende gemeingerm. Präfix ahd. mhd. engl. schwed. ur-, asächs. ur-, or-, mnd. ōr-, aengl. or-, mnl. nl. oor-, anord. ōr-, ør-, mit grammatischem Wechsel got. us-, uz- ‘aus, hinaus, hinauf’ führen auf ie. *ū̌ds, eine Weiterbildung von ie. *ū̌d- (s. aus). Das in Verbalkomposita unbetonte Präfix wird zu er- (s. d.) geschwächt, während Nominalkomposita (als die vermutlich älteren Bildungen) unter Einwirkung der germ. Anfangsbetonung stehen, so daß das Präfix in der Tonstelle seine volle Form ur- bewahren kann. Infolgedessen stehen sich gegenüber Urlaub und erlauben, Urteil und erteilen (erst als junge Ableitung dazu urteilen). Die alte Bedeutung ‘aus, hinaus, hinauf’ zeigen got. uzanan ‘aushauchen’, ahd. urteil ‘Aus-, Zuteilung (des Rechts)’, got. urreisan ‘aufstehen’. Daraus hervorgegangenen privativen bzw. negierenden Sinn zeigt ahd. urtriuwi ‘treulos’ (8. Jh.), resthaft erhalten in Urfehde (s. Fehde); in verstärkender, steigernder Funktion steht das Präfix in uralt (ahd. 8. Jh.), urplötzlich (16. Jh.), urkomisch (19. Jh.). In Verwandtschaftsbezeichnungen bezieht es sich auf die nächstvorhergehende oder nächstfolgende Generation, z. B. Urahn (s. Ahn), Urenkel (s. 1Enkel), auch in der Verdopplung Ururgroßvater; daran anschließend urverwandt, Urgesellschaft (beide 19. Jh.). Schließlich kennzeichnet ur- das Erste, das weit Zurückliegende, das Unverfälschte, vgl. Urbild (17. Jh.), Urwald (19. Jh.), urtümlich (19. Jh.). – urig Adj. ‘urwüchsig, sonderbar, seltsam, komisch, originell’, wohl unmittelbar gebildet zum Präfix ur- (wie in urwüchsig, urtümlich, urkomisch), im 19. Jh. aus den Mundarten in die Literatursprache eindringend. Nicht verwandt ist schweiz. urchig, schwäb. ur(ch)ig ‘rein, lauter, echt’.
1893 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    urigadj. adv.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    urig , adj. adv. , komisch, originell, wort der familiären ausdrucksweise ( slang ), das in maa. lebendig, selten schrif…

  2. modern
    Dialekt
    urig

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    urig [ûrik Liebsd. bis Hi. Strüth . ] lauter, rein: Gold; urige r Schnaps, Waise n Weizen. Mir trinke n numme n urige n …

  3. Spezial
    urig

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    urig оригинал, чудак, чудаковатый, оригинальный, со странностями, необычный ein uriger Kerl mit seltsamen Ideen - чудак,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit urig

22 Bildungen · 4 Erstglied · 17 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von urig

ur- + ig

urig leitet sich vom Lemma ig ab mit Präfix ur-.

urig‑ als Erstglied (4 von 4)

urigel

DWB

uri·gel

urigel , m. , volksthümliche bezeichnung des fliesz-, hexen-, truden-, windeies ( s. diese ): man wirft ein zuweilen vorkommendes, abnorm kl…

urigeln

DWB

urig·eln

urigeln , urnigeln , v. , nebenformen zu hurnigeln; s. hornigeln 1; Staub-Tobler 1, 151 ff. ; 2, 1628, 2; Höfler 241 a ; ' unpers. bes. von …

uriginâl

LW

uriginâl, n. = urinâl, gläserner Urinbehälter.

urigināl?

KöblerMnd

urigināl? , N. nhd. Harnglas, gläserner Urinbehälter Hw.: s. urināl E.: s. urināl L.: Lü 456a (uriginâl)

urig als Zweitglied (17 von 17)

traurig

BWB

-traurig Band 4, Spalte 4,214

abenteurig

DWB

abent·eurig

abenteurig , gleichviel mit abenteuerlich, nur in schriften des 16. jh., jetzt ungebräuchlich: gar seltzan und abenteürig. Frank weltb. 152 …

asturig

DRW

ast·urig

asturig nd. asturig, astorich I mit Gewalt genommen wat in der van Soist vryengraschap van asturigem gude ys 1350 Seibertz,UB. II 395 Faksim…

Balsteurig

Adelung

bal·steurig

* Balsteurig , adj. et adv. welches nur in Niedersachsen üblich ist, wo es widerspänstig und hartnäckig bedeutet, von dem veralteten bal, bö…

feurig

DWB

feurig , ardenter: sîne ougen vûrec branten. pass. K. 224, 45 ; feurig lieben, feurig fühlen; feurig, mit ungestüm, sprach Abdiel. Messias 1…

großspurig

Pfeifer_etym

gross·spurig

Spur f. ‘(Fuß)abdruck, hinterlassenes Zeichen, Fährte’, ahd. spor n. ‘Fußspur’ (8. Jh.), mhd. spor, spur, spür f. n. ‘Fährte, Spur’, mnd. sp…

heurig

DWB

heu·rig

heurig , heuerig , adj. hornus, schon ahd. hiurig, aus hiuru heuer, mhd. hiurec aus hiure weiter gebildet, in dem von heuer entwickelten str…

Pieptrurig

Wander

piep·trurig

Pieptrurig Hei kömmt ut Pieptrurig. – Frischbier 2 , 2939. Nämlich aus dem Dorfe Draupchen bei Insterburg, das obige Bezeichnung als Spottna…

schmalspurig

DWB

schmal·spurig

schmalspurig , adj. von eisenbahnen mit schmälerem geleise als die gewöhnlichen: anlage normal- oder schmalspuriger zweigbahnen .. nach dem …

steurig

DWB

ste·urig

steurig , adj. , ' steuerpflichtig ': die lte, die in den vorgeschriben dörfern strig sint in ein stre, hant gegeben habsburg. urbar. 1, …

tieftraurig

RDWB1

tief·traurig

tieftraurig (Lakune) очень печальный, глубоко опечаленный

traurig

DWB

trau·rig

traurig , adj. , ahd. nur bei Notker, neben synonymem unfro; Otfrid bevorzugt die familie ser, serlich, serag, Tatian gitruobit, dazu vgl. a…

träurig

BWB

träurig Band 4, Spalte 4,214

Ableitungen von urig (1 von 1)

Beurig

Meyers

Beurig , Dorf im preuß. Regbez. Trier, Kreis Saarburg, an der Saar und der Staatsbahnlinie Saarbrücken-Konz, Saarburg gegenüber, hat eine ka…