einstellen ,
nnl. instellen,
collocare, 11) thiere einstellen,
vgl. einstallen,
wie sich stall
mit stellen
berührt, vorzugsweise pferde: fuhr die gesellschaft auf Bennfelden, da sie dieselbig nacht einstellten. Fischart
gl. sch. 1013; er stellte spät bei nacht ein und ritt morgens wieder früh weg. Millers
Siegwart 3, 642; jeder fremde wird ausgefragt, wo er einstelle? Schiller 159
a; Wilhelm stellte sein pferd in einem gasthofe ein. Göthe 20, 6; es war schon spät, als ich in Sesenheim mein pferd einstellte. 26, 10. vieh einstellen
zu mast und fütterung: ich stell mir ein saugschweinchen ein. J. P.
uns. loge 3, 149; fische einstellen,
einsetzen, in den teich, ins wasser. weimar. jb. 4, 430. 22)
weidmännisch, das wild einstellen,
es mit garn und netz umstellen. 33) leute einstellen,
anstellen: derhalben sind der rath zu Aldenburg, auch e. k. gn. schuldig zu wehren falschen predigern, oder je dazu helfen oder leiden, das ein rechter prediger daselbst eingestellt werde. Luther 2, 107
a.
br. 2, 192; wie
s. Paulus für seine kirchen sorget und spricht 2 Cor. 11, ich habe euch zur rechten braut eingestellet und Christo uberantwortet. 6, 357
a; bei i. kais. maj. anzuhalten, dasz die fräulein wieder gen Liegnitz vom markgraf eingestellt würden. Schweinichen 1, 289; dafern die commissarien
f. gn. geisler (
geiseln) aufs schlosz einstelleten ... und wurden darauf die vorgenannten drei personen aufs schlosz eingestellet. 2, 120. 44) sachen einstellen,
an gehörigen ort stellen: wie jene mönch zu Frankfurt kein lutherisch bücher in ihr kloster wolten einstellen vor ängsten, sie würden ketzerisch.
Garg. 6; bücher einstellen,
in die reihen und fächer; für Lebauts wissenhungrige seele wars gleichviel, ob sie in ein siegel, oder in ein gemmen- oder ein pistolencabinet eingestellt wurde. J. P.
Hesp. 1, 140. geld einstellen,
zustellen, einhändigen: ward den angenommenen rittmeistern und hauptleuten durch mich einem jeden sein wartgeld auf einen monat eingestellet. Schweinichen 1, 184; wann das gestirne fällt, und jetzt der müde tag der nacht ihr recht einstellt (
zurückgibt). Opitz 1, 247 (260); wer schlimm ist darf sich borgens unterwinden, stellt aber nichts aus armut wieder ein.
ps. 72,
stellt nichts zurück. 55)
da jedes stellen
ein hinstellen, zur ruhe stellen, stehn oder liegen lassen ist, entfaltet sich leicht der begrif des aufgebens, aufhebens, abschaffens, sein lassens, unterwegen lassens, vgl. abstellen: so bäte ich noch eins, i.
f. gn. wollten es einstellen (
damit aufhören). Schweinichen 1, 309; o Corinth, schaue wol zu was du thust, meide des gelüstens lust, stelle deine götter ein, die zu wenig göttlich sein. Opitz 3, 134; ihr geizigen stellt hofnung ein. 1, 223 (233); sie stell ihr herbes weinen und langes klagen ein. Gryphius 1, 117; ei, ei! hat dan der tod den Rappoltstein gefället, so werden billich nun die sachen eingestället, die sonst erfreulich sein. Rompler 101; du folgest mir hernach, drum ställ das weinen ein! 121; nicht das ich mein schreiben an dich, da es dir angenehm, einstellen solte. Butschky
kanzl. 67; seine fehler vermeiden und einstellen. 657; da sie gegeneinander das entstandene mistrauen verwunderten, sich deswegen betrübten und dergleichen hinfüro einzustellen baten.
pol. stockf. 282; welcher (
feierliche) zug aber nach verlierung ihrer freiheit gänzlich ist eingestellet und abgeschaffet worden. Ettners
unw. doct. 621; befahl auch diese verwegenheit einzustellen, oder er wolle uns etwas anders weisen.
Felsenb. 1, 148; wie thöricht ist dein hochmuth in geberden! o jüngling, jüngling, stell ihn ein. Hagedorn 2, 64; ach engel, spricht die frau, stell deine klagen ein. Gellert 1, 92; so ist bei nacht und tage ihr erst und letztes wort die jämmerlichste klage. o Phillis, stelle doch die leeren seufzer ein, der schmerz musz nicht beweint, dir musz geholfen sein. Rost
schäfererz. 17; wollt ihr also eure reise einstellen und bei mir bleiben? Tieck
Sternb. 1, 60; der dombau in Berlin ist eingestellt, die arbeiten an der Rheinbrücke in Kehl sind nicht eingestellt worden.
man sagt misbräuche, zahlung, untersuchung, forschung einstellen.
auch intransitiv: der wind stellt ein,
legt sich, hört auf. 66) sich einstellen
entspricht dem sich einfinden: Toucquedillon, sobald er zu Clermaburg wider ankommen, stellt er sich bei dem könig Picrochol ein.
Garg. 263
a; gott wöll behüten alle junge gesellen! kommen wir einmal zusammen im fall, will mich dankbarlich gegen ihnen einstellen. Hofm.
gesellsch. lieder s. 204; dasz sich i.
f. gn. aufmachen wollten und bei tag und nacht gen Liegnitz aufs haus einstellen, auch von dannen nicht verrücken. Schweinichen 1, 83; so sollten wir i.
f. gn. entschuldigen, dasz sich i.
f. gn. nicht einstellten. 1, 289; herzog Heinrich sollte sich in j. k. maj. gehorsam geben, und wohin i.
f. gn. gewiesen sich einstellen. 2, 130; der ochse saget zu, dasz er sich einstellen wolle.
Lokmans fab. 5; darf ich mir noch ein glück zum letzten ziel erlesen; so stell im scheiden sich kein schrecken ein. Hagedorn 1, 29.
man sagt, der winter, die kälte hat sich früh eingestellt,
d. h. ist zur stelle, praesto est; krankheiten, sorgen, grillen stellen sich ein,
regen sich; das gliederreiszen stellte sich wieder ein.