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Dutz

nhd. bis sprichw. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Dutz

Bd. 1, Sp. 1598
Dutz -u-, –o-, –y-, –ø-; dot (s. folg.) m.: 1.a. duts, Pl. -tsə bes. in der Kinderspr. u. zu Kindern; -o- in gewöhnlicher Rede: plötzlicher Stoss, bes. an den Kopf Rip, Berg, Bernk-Crummenau, Saarbr [døts Klev; dus Rees]. E flog zesamme op ene D. auf Knall u. Fall in Ohnmacht Altk-Bachenbg. D. weder D.! wie du mir, so ich dir Rip. — b. -u-, gern dytsχə Kuss, in der Kinderspr. Monsch, Eup. — c. døtjə Mittagsschläfchen, Nickerchen; en D. duhn (holde) Emmerich. — 2. das durch den Stoss Entstandene, u. zwar dots, Pl. -ø-; seltener -ǫ-, Pl. -- Rip allg., Neuw, Altk, Siegld, SNfrk (auch Goar, Kobl, May, Koch-Lutzerath, Bernk-Malborn, Bitb-Rittersd (-o- u. -ǫ-), Trier-Schilling Neuhütten, Saarbg-Wehing, Saarl-Sprengen, Pl. dets) [-u- Wippf, Waldbr, Gummb, uWupp, Elbf; auch Rip hier u. da, z. B. Ahrw-Brohl, Eusk, Köln-Frechen, Dür-Ellen, Sieg-Scheiderhöhe Buschhütten; SNfrk in Neuss-Gohr, MGladb-Kleinenbr; -y- Bergh-Hüchelhv, Dür-NZier, Jül-Tetz Stetternich, Neuss-Eckum]; dutsə (Sg. u. Pl.) Goar, Simm, Birkf, Zell, Wittl-Cröv, Saarbr-Feching; -o- Zell, Koch, Kobl, May, Aden, Boppard; im Klevld verschiedene Formen dot, Pl. -ø- Rees, Duisb; døts (Sg. u. Pl.) Mörs, Emmerich (auch døt), Wesel, Klev; dus Rees. a. Beule am Kopfe; dat hät äver en D. gen; sech en D. falle (stusse) Rip, Allg. — b. Beule an Blechgeschirren, Hüten Allg.; im Klevld der Eindruck in der Innenseite, während die in der Aussenseite hervortretende Erhöhung Dölt heisst. — c. schwulstartige, von selbst entstandene Erhebung am Kopfe, auch wohl sonst am Körper; Balggeschwulst Rip u. Rhfrk, Mosfrk (s. o.). En D. wie en Perdsnoss Altk-Flammersf. E schlöft sich en D. för den Arsch Waldbr-Wildbg. — Kleine, stopfenartige Masse eines Geschwüres, gern en Detzche Rhfrk, Mosfrk (s. o.). — d. Ansatz am Brote, wenn etwas Teig durch irgendeinen Umstand aus der dem Br. gegebenen Form erausdutzt Rhfrk, Mosfrk (s. o.), auch Rip möglich; ebenso Auswuchs an Kartoffeln. — 3. Gegenstände von runder Form. a. Teile des menschl. Körpers, stets verächtl. so genannt. α. Pl. døts, –- Hoden uWupp, Eusk; -tsə Sol, Elbf, Düss. — β. -o-, –ǫ- das Gesäss uWupp, MülhRh, Wippf, Schleid-Dreiborn (-ø-). He fel op den D.; mach nit, dat ech der et Dötzche haue! — γ. Pl. døts, –- grosse Augen NBerg (-tsə), Grevbr-Wickr, Kemp-Lobberich, Mörs-Rheinbg, Dür-Ellen. De kann de Dötz net ophale. — δ. -o- Koch, May, Kobl, Goar-NFell, Sieg-Honnef (-ǫ-), Bergh-Blatzh; -u- Sieg-Bergh ; -y- Gummb; -- SNfrk hier u. da (-- MGladb, Grevbr): Kopf. S. auch Däz. — ε. -o- Nase Köln, Neuw-Leutersd. — ζ. døts Pl. weibliche Brüste Bergh-Hüchelhv. — η. dytsə f. Stirne Wippf-Wipperf. — b. andere Dinge. α. -o- dicke Kartoffel, en D. wie en Geilszih Westerw; Dötzkes kleine Kartoffeln, kleine Früchte überhaupt MGladb-Rheind, Düss-Unterb; auch sonst mögl.; Dotzen verwachsene Äpfel Koch-Laub. — β. -o- das dicke Ende des Eies uWupp, Sol, Bergh-Brüggen. Wann me Eier wannt, geven et leddige Dötz Bergh-Brüggen. — γ. dutsən knorriger Auswuchs an Bäumen Koch-Lutzerath; Zapfen Birkf-Idar; dots Aststumpf Linz; Ast im Holz Ahrw-Remag. — δ. dot Duisb, Meiderich; dts Neuss; -ǫ- Neuss-Dormag, Aach-Stolbg: Kreisel. He löpp as en Dott Duisb. — ε. -ǫ-, Pl. -- Klicker Mettm, Düss, Neuss, Grevbr, MGladb, Erk, NJül, NBergh, Mörs-Hombg, u. zwar in Mettm, Düss allg. Gattungsn., während sonst eine dickere Art als der gewöhnl. Kl. gemeint ist, der Stener (MGladb), Fränkel (Bergh) heisst; dyts grosser taubeneidicker Spielstein, beim Fangsteinsp. mit Knöcheln gebraucht Monsch-Rollesbr. — Glaskugel im Halse der Seltersflasche; Sekt mem D. för fönf Fenning scherzh. Selterswasser Düss. — ζ. -ǫ- der am Hinterkopf gedrehte, dicke, ungeflochtene Haarknoten Rheinb-Meckenh, Schleid Blumenth. — η. dot Dotter Mörs-Neuk. — θ. døtsə verächtl. Kinderschuhe May-Collig. — ι. dǫts schlechter Hut, auch vom Damenhut Klev. — κ. -o- grosser Haufen Kobl, Siegld, Köln-Frechen. De hat en D.ə Geld viel G. Kobl; kene D. rein gar nichts Neuss, Düss-Benr Unterb. — λ. detsχə kleiner Schnaps Kobl-Weissenthurm Bend. — 4. abstr. a. -o- Angst, Enge; enen an (in) den D. dreiwe; an den D. geroden Bitb-Dudeld. — b. de Dütze met enem driwen einen zum Narren halten Waldbr. — c. diejenigen Mädchen, die beim Mailehen keinen Käufer erhalten, kommen en den Dotz, den der sog. Dotzhalfen oder -vader ansteigert Köln-Brück Poll Vingst Deutz. — 5. persönl. a. dots, –ǫ-, –u- kleiner, dicker Mensch, bes. Kinder, die im Wachstum zurückgeblieben sind Allg. En klene D.; en klen Dötzche; sonen D. van Jong; mer söll net sagen, dat de klene D. esu stark wör Rip, Allg. — Auch zur Bezeichnuug von Unarten; en verdrechter D. dickfälliger Mensch Koch-Laub; du geckige D. für ein Mädchen; schrattelege D. mageres Tier ebd.; eifeiligen D. einfältiger Mensch Sol; stiven D. steifer Mensch Jül; Baueredötz Bauernflegel Aden, Geld. — Auch für Mädchen, eine kleine Frau Kobl-Lay; kleines, zierliches Mädchen Bitb-Ehlenz; eigensinniges Mädchen May, Kobl; Weib, das im Dorfe herumläuft Trier-Züsch; die Dotz beschränkter Mensch Saarbr-Sulzb. — Fingierter FN. Wer was das? Antw.: Der Dötzkes Neres Düss; de D. N. von der Langebocksstrot MGladb-Odenk. Wohin gehst du? Antw.: Nom D. N. in ne Kisskull Düss. — b. der kleine Finger, im F.märchen; Daumeling hot Ochse kaft, Fingerling hot se hem gefahr, grosser Mann hot se tot geschlahn, Nickelfried hot Worscht gemach, de klene D. hot se all gess Hunsr, Trier-Mehring. — c. der (das) Letztgeborene, Nesthäkchen Hunsr, Mos, Siegld, Eusk-Zülp, Bergh-Hüchelhv, Erk. α. bei Tieren, das letzte eines Wurfes, z. B. bei Schweinen, bei Vögeln ; s. auch Kacke-, Kahl-, Quackd. — β. bei Menschen, das jüngste Kind einer Familie, nur spöttisch gebraucht. — γ. letzter im Klickersp. (on, nober, dritte, Dotz) Goar-OWesel. — d. f. α. Puppe Bitb, Wittl, Daun, Koch, May, Kobl. — β. Gebildbrot in Puppenform zu Weihnachten ebd. — Die Qualität des Vokals -u-, –o-, –ǫ-, –y-, –ø-, –- zeigt oft im selben Orte bes. Wechsel zwischen offenem u. geschlossenem o, ø; doch unterscheiden manche MA. dann die Bed., so Bergh-Hüchelhv dyts Beule durch Stoss, -o- selbst entstandenes Geschwulst; Koch-Laub -o- Beule; -u- Puppe.
6294 Zeichen · 201 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    dutzm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    dutz , m. 1 1. ein stosz. 2 2. eine beule Schmidt Westerw. idiot. 274 . ebenso dützel dötzel das. 260. dotz eine besonde…

  2. modern
    Dialekt
    dutz

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    dutz s. dutzen 1 b.

  3. Sprichwörter
    Dutz

    Wander (Sprichwörter)

    Dutz Wo de Dutz ös, da ös ôk de Mutz. ( Samland. ) – Frischbier, II, 592. Warnt vor dem Abschlusse der Brüderschaft zwis…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dutz

89 Bildungen · 84 Erstglied · 1 Zweitglied · 4 Ableitungen

dutz‑ als Erstglied (30 von 84)

Dutzel

SHW

Dutz-el Band 1, Spalte 1925-1926

Dutzhammel

SHW

Dutz-hammel Band 1, Spalte 1927-1928

Dutzkopf

SHW

Dutz-kopf Band 1, Spalte 1927-1928

Dutzarsch

RhWB

dutz·arsch

Dutz-arsch do- Sol-Leichl , Siegld-Mittelhees Salchend m.: 1. dicke männliche Person. — 2. zuletzt ausgekrochenes Küchlein Siegld-Salchend E…

Dutzaugen

RhWB

dutz·augen

Dutz-augen dǫ- MGladb-Mülfort , Koch-Leyenkaul Pl.: dicke, gequollene Augen.

Dutzbild

RhWB

dutz·bild

Dutz-bild dutsəbīlt Prüm-Dackschd Huschd n.: ein Kind op et D. holen auf dem Nacken huckepack tragen, so dass die Beine des K. über die Brus…

dutzbock

DWB

dutz·bock

dutzbock , m. ein ziegenbock der mit kopf und hörner gegen einen andern stöszt, wie sie im kampf mit einander pflegen. wir wollen einen dutz…

Dutzbruder

Adelung

dutz·bruder

Der Dutzbruder , des -s, plur. die -brüder, in den niedrigen Sprecharten, eine Person männlichen Geschlechtes, welche man aus Vertraulichkei…

dutzel

DWB

dutzel dützel, m. zuckerbeutel oder saugläppchen, saugbeutel für kinder, auch die mutterbrust Schmeller 1, 407 . Schmid Schwäb. wb. 146 . s.…

Dutzelgrete

RhWB

dutzel·grete

Dutzel-grete dutsəlgrikt Bitb-Rittersd ; dutsəgritχən Bitb-Mettend n.: vor 40—50 Jahren in der Gegend herumziehende Halbnärrin.

dutzelig

PfWB

dutzelig Adj. : ' von Pockennarben bedeckt ', dutzelich [ RO-Dielkch ]; vgl. pöttelig . — Zu Dutzel 1. — Rhein. I 1602 and. Bed.

Dutzelkopf

PfWB

dutzel·kopf

Dutzel-kopf m. : 'Kopf mit Auswüchsen', Dutzelkopp [ KL-Erfb ]. Südhess. I 1926 u. Rhein. I 1602 and. Bed.; Saarbr. 54 Dutzkeppche. —

Dutzelkreis

RhWB

dutzel·kreis

Dutzel-kreis dtsələkrēts MüEif m.: Kr., in den die Klicker eingesetzt werden, wonach mit dem Dutz 3 b ε geschoben wird.

dutzeln

DWB

dutz·eln

dutzeln düzeln, am sauglappen saugen, saugen überhaupt Schmeller 1, 407 . uneigentlich, der mann kann ungehindert mit der frau pfitzelen düt…

Dutzelstirn

PfWB

dutzel·stirn

Dutzel-stirn f. : 'Stirn mit einer Schwellung', -steʳn (-šdäʳn) [ KL-Erfb ].

dutzen

DWB

dut·zen

dutzen , stoszen, an einander stoszen, z. b. gläser Schmidt Westerw. idiot. 274 . Schmeller 1, 407 . zum scherz mit seinem kopf an den kopf …

dutzend

DWB

dutz·end

dutzend , n. zwölf stücke als einheit, zwölf an der zahl, numerus duodenarius. das mittellat. dozena dozina für duodecim ist aus dem romanis…

Dutzendware

SHW

Dutzend-ware Band 1, Spalte 1927-1928

Dutzendarzt

Campe

dutzend·arzt

○ Х Der Dutzendarzt , des — es, Mz. die — ärzte, ein schlechter Arzt, der seine Kunst handwerksmäßig und nur als Mittel des Gelderwerbs betr…

dutz als Zweitglied (1 von 1)

perdutz

DWB

perd·utz

perdutz , interj. , s. bardauz th. 1, 1126 und Gotter 3, 308 .

Ableitungen von dutz (4 von 4)

Bedutzen

Campe

† Bedutzen , v. trs. in große Verlegenheit setzen, bestürzt, verwirrt machen. »Er kehrt betutzt ( bedutzt) nach Frankreich zurück.« Göthe. S…

dutze

BMZ

dutze ( Gr. 1,372. 2,218 ) swv. ich nenne du, dutze. — aus duize syncopiert? Hätzl. 1,29,34 findet sich dauʒen, woraus sich ein früheres dûʒ…

verdutzen

DWB

verdutzen , verb. betäuben, verwirren. in der ältern hochdeutschen sprache nicht nachgewiesen, aber mnd. vordutten ( Schiller-Lübben 4, 347 …

zerdutzen

RhWB

zer-dutzen: einen (sich) z., mit Schneeballen werfen May (-ø-).

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „dutz". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/dutz/rhwb?formid=D05016
MLA
Cotta, Marcel. „dutz". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/dutz/rhwb?formid=D05016. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „dutz". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/dutz/rhwb?formid=D05016.
BibTeX
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