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dutzen

mhd. bis Dial. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
15 in 13 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Rheinisches Wb.

dutzen

Bd. 1, Sp. 1602
dutzen schw.: 1. meist -u-, im Rip auch wohl -o- [-y- Wesel; -ū- Altk-Bachenbg, Wippf-Thier; -e- Wittl-Monzel, May-Ochtendung; duksə uWupp] Allg. a. ein Glied, bes. den Kopf oder einen, sich d., stossen, bes. durch Widerrennen, mehr scherzend gebraucht Allg. Ich hammer de Kopp gedutzt Rip; he hat en ömmer för de Wangk gedutzt Elbf; se dotzde met de Kopp wereən zusammen Mörs; ech hammech (an den Kopp) gedutz; se han sech gedutz Rip, Allg.; loss mer es d.! die Köpfe aneinander stossen, Kindervergnügen Allg. (Dutzches Altk-NErb), dabei sagen die Kinder: Hammele, H., dutz! Simm, Birkf; Hippe (Ziege) dutz! Mettm-Cronenbg; Mamma duz! Saarl-Berus. Um den Schafbock zum Stossen zu reizen, wird ihm zugerufen: Hermel ducks! uWupp. — De es vom Lämmes gedutzt närrisch Ahrw. — b. -o- durch aneinanderschlagen zerbrechen; zerdotzt zerschlagen Siegld; -ø- entzwei werfen Barm. — c. -y- den Hut udgl. d., eintreiben (auch endütze) Wesel; Beulen verursachen Geld-Aengenelch (-ø-).d. -y- küssen Eup-Raeren, Monsch-Kalterherbg; -u- Kobl-Kettig. — e. -- mit dem Dotz, dem stumpfen Ende des Ostereies kippen (s. d.) Sol-Burschd; -o- allg. kippen Kobl, Westerw; -u- Birkf-Herrst. — 2. etwas durch Werfen treffen Boppard, Kobl, May, uAhr, Neuw, Altk, Siegld. E hat mech met em Stein gedötz Sinzig; no er Flasch detze naeh einer aufgestellten leeren Fl. werfen Kobl; eich hon em ent gedotzt Siegld; meist mit besonderem Falle. a. -e- mit Schneeballen werfen Boppard, Kobl, Neuw. — b. -o- mit dem Ball auf dem Boden spielen, ihn zu Boden schlagen u. ihn mit der Hand wieder auffangen May. — c. -o- Kegel d., K. schieben Grevbr-Wevelinghv. — d. -e- Obst, bes. Nüsse, Äpfel d., mit einem Knüttel herunterwerfen; auch Nachernte halten (erlaubt) u. Obst stehlen Koch, Kobl [Kobl-Winning -ȳ-], May, Neuw, Sinzig (-ø-). — e. -o- Vogeleier ausnehmen, ein Vogelnest ausheben Siegld, Hellert (-ø-), Eusk-Zülp, Grevbr. Veigel d.; Nester (us)d.f. -e- Flaschen, en Vierdelchen d., trinken Kobl. De hät wider en Portion (Pardie) gedetzt. — g. -ø- Gegenbeweis bringen, trumpfen Altk-Hellert. — h. -e- einen d., verprügeln, klein kriegen Neuw-Datzeroth. — i. -- einen d., nicht mehr wählen, absetzen; he werd gedötz; der König (im Spiel) werd g. Eusk-Zülp. — 3. im Klickersp. a. -- Düss, Kref; -ǫ- Neuss, Grevbr: klickern, d. h. mit dem Dutz 3 b ε spielen, allg. Bezeichnung. Bei Götze dont mer d., bei Busche dont mer fusche, bei Basel sind mer kasel (bet) Vers beim Klickersp. Kref-Lank. — b. -u- Bergh-Elsd, Bo-Brenig NHoltorf, Dür-Hasselsw, Erk-Gevenich Körrenz, MGladb-Odenk, Düss-Erkr, Gummb-Wasserfuhr; -y- Bergh-Bedbg, Jül-Tetz, Sol; -ø- MülhRh, Aach: beim Klickern betrügerisch mit der Hand vorschnellen. — c. -u- Goar, Simm; -e- Boppard, Kobl, May, Neuw; -o- Siegld; -- Bo-Rüngsd. Sol-Hitd, MGladb; den Kl. d., treffen. — d. dutsχəs nachwerfen spielen mit Klickern Siegen. — 4. gedutzte voll bis oben angefüllt Zell-Enkirch. — 5. intrans. mit ‘sein’. a. -u- hervorstossen, plötzlich kommen, z. B. der Deg dutzt heraus quillt heraus; der Eiter dotzt (heraus) sickert heraus Prüm-Steffeln; er kimmt gedutzt plötzlich, wenn keiner an ihn denkt Simm. — b.α. -o-, –ǫ-, –- gehen, von kleinen Menschen gesagt oder gehen nach der ungeschickten Art der Kleinen; do küt e herangedotz Rip. — β. (ebenso) ins Blaue hinein gehen; unbedachtsam drauf losstolpern; gemütlich, nicht allzu eilig drauf losgehen, schlendern Rip von Sinzig bis Düss, Gummb. — γ. -o-, –ǫ- trippeln, auf- u. niederwippen; schnell gehen, rasch fahren Saarbr, Ottw, Saarl, Merz, Trier-Mettnich Braunshsn. — c. -ø- fallen; e es dohin gedötz Sinzig. — d. -o- mit ‘haben’, Gaben fürs Martinsfeuer sammeln Sinzig, Neuw-Erpel. Nach dem Martinslied: Dotz, d. Dollendorf, get us en ale Märteskorf usf.; dotz, d. Dillejedotz, ber neist get, der eas neist notz usf. May-Trimbs; dötsch, d. Dönendörf, get os jet on de Märteskorf usf. Aden-Siebenb; dotz, d. dann, get mer en al Mann usf. Kreuzn-Roxh; dotz, d. Diweledotz, den neist gift, den es neist notz (Hüttenfest) Daun-NWinkel. — Abl.: die Dotzerei, dat Gedotz, sech zerd.
4162 Zeichen · 115 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    dutzenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    dutzen stn. daʒ ich iu duzen biete Parz. 749. 29.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dûtzenswv.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    dûtzen , dûxen , swv. , duzen.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dutzen

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Dutzen , verb. reg. act. du nennen, du zu jemanden sagen, im gemeinen Leben und in der niedrigen Sprechart. Jemanden dut…

  4. modern
    Dialekt
    dutzen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    dutze n [tytsə Bisch. ] unkeusche Berührungen vornehmen (von Kindern untereinander).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dutzen

25 Bildungen · 22 Erstglied · 0 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von dutzen 2 Komponenten

dut+zen

dutzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

dutzen‑ als Erstglied (22 von 22)

Dutzendware

SHW

Dutzend-ware Band 1, Spalte 1927-1928

Dutzendarzt

Campe

dutzend·arzt

○ Х Der Dutzendarzt , des — es, Mz. die — ärzte, ein schlechter Arzt, der seine Kunst handwerksmäßig und nur als Mittel des Gelderwerbs betr…

Dutzendbild

GWB

dutzend·bild

Dutzendbild Pl: serienweise, unoriginell, oberflächl gemalte Bilder Das Bild .. nach Art der D-er fabrikmäßig .. gemahlt T2,107,3 v 29.8.97 …

Dutzendbillett

GWB

dutzend·billett

Dutzendbillett ‘Dutzend-Billet’ Pl: bei Mehrabnahme verbilligte Theaterkarten B13,73,10 Kirms 24.2.98 Rose Unterberger R. U.

DUTZENDFACH

DWB2

dutzend·fach

DUTZENDFACH adj. abl. von dutzend n. ohne komparation. a vielfach vorhanden: 1848 das buch: .. dort in der reihe steh’ ich dutzendfach berei…

DUTZENDFÄLTIG

DWB2

dutzend·faeltig

DUTZENDFÄLTIG adj. abl. von dutzend n. ohne komparation. a vielfach vorhanden: 1880 unter der last unseres dutzendfältigen gepäcks Nordau Kr…

dutzendmal

DWB

dutzend·mal

dutzendmal , adv. zwölfmal. schmause er mit! wenn er nun in seinem leben ein dutzendmal kindtaufen geben müssen, so wär es ihm immer noch hö…

Dutzendmaler

GWB

dutzend·maler

Dutzendmaler ‘Dutzend-Mahler’ nur Pl: serienweise, unoriginell, in einer best (oberflächl) Manier arbeitende Maler, Kopisten bei den Alten .…

Dutzendmensch

Pfeifer_etym

dutzend·mensch

Dutzend n. ‘zwölf Stück einer Art’. Mhd. totzen n. wird im 14. Jh. aus afrz. dozaine f. (frz. douzaine f.) entlehnt, das von afrz. doze (frz…

Dutzendrose

PfWB

dutzen·drose

Dutzend-rose f. : ' chinesische Nelke (Dianthus chin.) ', Dotzeros [els.-pfälz. Grenzgebiet bei Weißenburg], Dutzendröslich (Dim. Pl.) [ LA-…

dutzendswis

ElsWB

dutzend·s·wis

dutze n dswis [tòtsətswís Su. ; tùtsətswís K. Z. ] dutzendweise, zu Dutzenden.

Dutzendware

Pfeifer_etym

dutzend·ware

Dutzend n. ‘zwölf Stück einer Art’. Mhd. totzen n. wird im 14. Jh. aus afrz. dozaine f. (frz. douzaine f.) entlehnt, das von afrz. doze (frz…

dutzendweis

DWB

dutzend·weis

dutzendweis dutzendweise, adv. zu dutzenden, dutztweise Stieler 354 , dän. dusinviis. man kauft und verkauft dutzendweis. ich kann itzt ande…

Dutzendweise

Adelung

dutzend·weise

Dutzendweise , adv. nach Dutzenden. Gewisse Waaren werden nur dutzendweise verkauft.

dutzenlīche

KöblerMhd

dutzenlīche , Adv. Vw.: s. duzenlīche

Ableitungen von dutzen (3 von 3)

Bedutzen

Campe

† Bedutzen , v. trs. in große Verlegenheit setzen, bestürzt, verwirrt machen. »Er kehrt betutzt ( bedutzt) nach Frankreich zurück.« Göthe. S…

verdutzen

DWB

verdutzen , verb. betäuben, verwirren. in der ältern hochdeutschen sprache nicht nachgewiesen, aber mnd. vordutten ( Schiller-Lübben 4, 347 …

zerdutzen

RhWB

zer-dutzen: einen (sich) z., mit Schneeballen werfen May (-ø-).