dō¹n V. [allg.] 1.1. eine Handlung ausführen, etwas erledigen, verrichten, sich mit etw. beschäftigen. De Arbet is gedohn (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@SümmernSü). Dat Spöll is dn das Spiel ist zu Ende (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Bo). Schall eck et donen? soll ich es wagen (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@OppendorfOd || mehrf.). Ick hewwe dat Mine dahn, leiwe Gott, nu will ick di walten laten (Kr. MindenMin Kr. Minden@WindheimWh). Kinna deot Kinnawerke von Kindern (und dummen Personen) kann man nicht viel verlangen (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo || mehrf.). Dat döht he nich för dauwe Nüett das macht er nicht umsonst (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@OchtrupOc || mehrf.). Dat döht he nich för de Ehre Gods dass. (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). — Ra.: Ick mott wat dōun ich muß arbeiten (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Hei deut Piäd un Gewolt er arbeitet intensiv (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@KierspeKi). Wat he een von de Augen afliärsen konn, deih he er ist sehr gefällig (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@VenneVe || verbr.). Dai wäit wuahl, bat hai dait, wenn hai ne Lius an de Remmkeje (Bremskette) niemmet er überlegt, bevor er handelt; er ist übervorsichtig (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). De dött ook nich tevöll er/sie ist faul (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@HaarhausenHr). Dei däut gärne wat, blouß sundags un in de Wiäke nit (iron.) dass. (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Wenn dai nit op de Toiwen (Zehen) trien wäd, dann dait hai in twoi Dagen mähr ä in oinem dass. (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). Et es krank as en Hauhn, kann wat i’etten, üöwwer nix daun sie simuliert nur (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HattingenHt || mehrf.). Hoei doöt dat met Gnuan un Muan (Knurren und Murren) er erledigt es nur widerwillig (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). He döht ’t vandage weer vör äben völle er verrichtet seine Arbeit wieder gleichgültig (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Gruowe Arbäit lot dä Piärre daun, un vüer lichter niäm die in Acht iron. Ratschlag an einen Faulen (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Dat doh wi Sunndag unner’t Hochamt das ist eine unnötige Arbeit (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@OchtrupOc). Giäf däm Lähjung’n ’n Daler un dauh et selwes Erwiderung an jmdn., der an allem etwas auszusetzen hat (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Daor is niks an te doon das läßt sich nicht ändern (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe || mehrf.). Se konn der nich an dōuen sie konnte nichts dafür (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh || mehrf.). Et den Luüe, de Fruwwe deon Geschlechtsverkehr mit einem Mädchen, einer Frau haben (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Maak dey nix te daune! du bekommst deinen Willen nicht (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). — Wortspiel: Sett dä „Kanne“ mä dale un dau et met dä Hänne Erwiderung, wenn jmd. sagt: Das kann ich nicht (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). — Sprichw.: En Piärd, dat guot trecket, mott immer mähr daun (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). Watt du vandage döst, brukes du moan nich te dauen (Kr. MindenMin Kr. Minden@MeißenMe || mehrf.). Wat mä nich giärne dait, maut mä sien Liäwendage am mäisten daun (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Slächt is de Knecht, de nix dött ungeseggt (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi). Wecke döt, wat heï will, deï häf graut Rächt (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LeedenLd || mehrf.). Well dött, wat hee kann, is wäät, dat hee liäft (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@WettringenWt || verbr.). Wer doöt, wadde kann, de kann nich däon, wadde nich kann man soll einen fleißigen Menschen nicht über Gebühr belasten (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). Wan einer dauhn deit, wat hä deit, dann kann hä nich mä dauhn, ass hä deit (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@RöllinghausenRö || mehrf.). Nümmes deit mähr, as he kann (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HattingenHt || mehrf.). Wai et maiste daiht, dai hiät et maiste nit (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@LangschedeLa || mehrf.). Langsam denken un hille (eilig) deon ess bätter oss ümmegekehrt (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). Luie, dai kaine Tejt hett, daut am wennigsten (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). Alle Dinge mit Moten sall me däun un lōten (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@GesekeGe). Doist diu wat, kürt de Luie; doist diu nicks, kürt seu auk (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs || mehrf.). Fïel geden un guet geden well selten tehaope gen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Ku || mehrf.). Dä Äine siätt (sagt) et, dä annere dait et (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). Dauh diu dät Dejne, Guatt daiht dät Sejne (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). Wai schlecht denket, dai schlecht dait (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm || mehrf.). En Gitzhals un ’n Schwien doht erst Guets, wann se daut sind (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). — Wetterregel: April doüt, wat ’e wil das Wetter im April ist sehr wechselhaft (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@DorstenDo || mehrf.); auf einen Menschen bezogen: er hat ein unbeständiges Wesen (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). — 1.2.1. sich geben, sich verhalten. — Ra.: Hoi doöt, os wenn ’e kainen Dagg to ferlïeben hedde er ist geizig (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — Sprichw.: Aule Lüe un kleene Kinner, de doot, äs se klook sind (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Diers doht, äs se wies bünt (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr || mehrf.). — 1.2.2. (eine best. Rolle) spielen. Ek dau Peärd (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor SCHLEEF). Vij daut Räuber un Schandarm (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@HalverHa). — 1.3.1. (Böses) antun, zufügen, zuteil werden lassen. Wei hiät di wat dohn? wer hat dich geschlagen (Kr. SoestSos Kr. Soest@ThöningsenTö || mehrf.). Däi well mi wat deoen (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). Dau mi nix, dann dau iäck di ouk nix (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@WattenscheidWa). — Ra.: Wi doht us nix (nich viell) wir sind (etwa) gleich alt (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@OchtrupOc). — Sprichw.: Wenn en Jungen un en Ruien buineun sind un daut sick nicks, dann däoget se beide nicks (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). — Sagw.: Wiär mi dat Haun, saggte de Schnal (Schnecke), dei Rüe däut mi niks (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). — 1.3.2. schaden. Dat doüd ’n nich das schadet ihm nicht (Kr. BeckumBek Vh). — Sagw.: Döut niks, saggte de Buer, at iäme de Sue de Metwurst affrat, iek kriege se wier (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). — 1.4. mit sich bringen, zur Folge haben, bewirken. Dat dait dai Riäge (Regen) (Kr. IserlohnIsl Is). Wat de Lāiwe nich dot! (Kr. SteinfurtStf Rh). — Sprichw.: Arbet liuter (allein) doit et nit, süs wör de Iäsel ruiker är de Müller (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@RüthenRü). De Grötte däut et nit alläin, süss hualere de Kauh dian Hasen in (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). — Sagw.: Dat deiht de Verwandschopp, sagg de Schnieder, do harr hä de Hipp düör’n Tun küßt (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@DattelnDa). Bat de Gewuhnhait nit alle dait, saggte de Schnejder, do stahl hai en Stücke van sejner äigenen Büxe (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || mehrf.). — 1.5. irgendwohin bringen, legen, setzen. Dau Kuälen im Uäbem (Kr. IserlohnIsl Is). ’t Schlott up de Döre dohn abschließen (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Du mauß die Hauhnerküertel in dä Holschen dauhn scherzhafter Rat an ein Kind, das gerne größer sein möchte (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Doh män dat Dok üm’n Kopp (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — Ra.: Wuot ächter daun betonen (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@UlfkotteAd). Olles unner sick deon Kot, Urin ins Bett, in die Kleidung entleeren (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Hä lät sick nicks in’nen Tuten daun er ist sehr vorsichtig (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@RöllinghausenRö). He döt sick sölwst ’en Strick ümm’en egenen Hals er schadet, behindert sich selbst (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@DreierwaldeDr). Hei es te dumm, met’m Iesel te danzen, wann me iäme diäm Stiärt in de Hand däut er ist dumm und ungeschickt (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || mehrf.). Se het ne al int Sark don sie haben ihn eingesargt (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@WesthofenWh). Diem het se en Diekel op de Nase don dass. (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm || mehrf.). Se hett ne op en Sock dohen sie haben ihn weggeschickt, entlassen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@OesterauOa). Hä jet di wat an’ne Hand don er hat dir etwas Unwahres erzählt (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@RöllinghausenRö || mehrf.). Den hebt se drümm dn den haben sie betrogen (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@RiesenbeckRb || mehrf.). Dat hedde in’n vokeiad’n Pott däon er tat eine Äußerung am falschen Ort und hatte daraus Nachteile (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). De wuelln se mi an’n Band dohn sie wollen mir eine Frau aufschwatzen (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@LegdenLe). Diän söll’n se an en Läoptuiel (bes. Art Zügel) dauhn er ist übermütig und zu dummen Streichen aufgelegt (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). Se daur ’ne int Kabüffken man steckt ihn ins Gefängnis (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@EstinghausenEs). — Sprichw.: Wenn di ’n Rieke anlachet, dann hiätte di im Sack ödder he well di noch rin daun (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@GevelsbergGb). Wann deäm Isel de Stall te klein wäet, dann doet me deän Stall in deän Isel Übermut muß gedämpft werden (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@WestereidenWe || mehrf.). Wann dä Rüer kömmt, dauht dä Ieggel ’n Stert tüschen dä Baine (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@LimburgLb). Me maut de Kauh bi’n Ossen daun, wann se össig es (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd). Moate es in allen Dingen guet, oawer Miälke kann me nitt te viell op de Güötte daun (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || mehrf.). — 1.6. seinen Zweck erfüllen, funktionieren, sich als ausreichend erweisen. Et kannt wall dohn es genügt schon (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@GescherGe). Dat doüd ’et noch en Titlang das hält noch eine Weile (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@SchwelmSw). Sä dei’t nit mä lange sie ist sterbenskrank (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@NiederadenNi || mehrf.). Dä Bein’n wit’t nich mä dohn er/sie ist lahm (Kr. BielefeldBie Kr. Bielefeld@DeppendorfDd). — 1.7. (+ sik) geschehen, passieren. Et döö seck es ereignete sich (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLATENAUWB). — 1.8. idW.: (mit etw., jmdm.) zu tun haben. Du kaast better met ne Unwiesen te dohn hebben äs met ne Wiesen (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WessumWe). — Ra.: He häff ’t met de Augen te dohn er hat ein Gerstenkorn (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr || mehrf.). Dei met diam te dauen hiat, hiat nen Fisch am Stiatte packet er ist ein schlechter Mensch, ihm ist nicht beizukommen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Heï hïet mit ’em Mǟken te doune er hat Geschlechtsverkehr mit einem Mädchen (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@BenkhausenBh). — Sprichw.: Wei sïek met Blagen afgïet, dei hiat ok met ne te daune (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@OesterauOa). — Sagw.: Guet, dat ick do nix mit to doun häwwe, siä de Junge, ose sick en paar Kräggen baiten (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi || mehrf.). — 2.1. geben, reichen. Well häff u dat doahne? (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). Deog moi dat Mäß (Messer) (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@NeuenheerseNh). — Ra.: Se doht sick de Dör in de Hand ein Besucher kommt nach dem anderen (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). — 2.2. leihen. Dat Geld daun (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@BargeBg). Heu will mui keun Geld de’un (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@HeidenoldendorfHd). — 3. Vorwegnahme oder Wiederaufnahme einer Verbalaussage. — Ra.: Hä kann Driete picken, as dä Glucke daiht sagt man verärgert, wenn jmd. durch eigene Schuld einen Schaden hat und man ihm gerne geholfen hätte (die krfr. Stadt WittenWit die krfr. Stadt Witten@WittenWi). Verdriätt ugg, ase ’t Katten un Ruiens gehört te daune! Aufforderung an unartige Kinder (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@SerkenrodeSr). Wann de Häärguaott datt Niemen nich läöt, dann doh ick et auk nich Aussage eines Bauern, der zum zweiten oder dritten Male heiratet (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). Ick häff mett di noch kinne Schwiene haott, un ick doh datt auk muaon nich du bist mir nicht gut genug für eine Freundschaft (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). — Sprichw.: Föhlen is vies; well ’t nich döht, is nich wies in bezug auf das Brautwerben gesagt (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Luawen un hollen, dät dehn dai Ollen (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). Wann ’t Arbäien sou licht wöar, därr et de Bromester (Bürgermeister) selwer (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). — Sagw.: Jieder in usen Huse dött wat, siä de Junge. Kr. MindenMin Va’er slait mine Mo’er, mine Mo’er slait mi, un ick sloa use Fiärken (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi || mehrf.). — 4. In festen Fügungen. — 4.1. Mit
Adj. bzw.
Adv.: Hai dāit sick dicke er prahlt (Kr. IserlohnIsl Is). — Daut deon auslöschen,
z.B. im Buch angeschriebene Schuld (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — Hai dāit sick dünne er verschwindet (Kr. IserlohnIsl Dh). — He dot düffe er bildet sich ein, etwas Tüchtiges zu leisten, dabei ist er ein Trottel (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@Gescher Bauerschaft, nach Stadtlohn zuGb). — Full dōun füllen (Kr. BeckumBek Vh). De hiät sick wīer ’t Wams full dn er hat sich wieder vollgefressen (Kr. IserlohnIsl El). — Krassen un Buoargen däut blous ne Tiedlang guet (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Owameot doöt selt’n geot (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). — Kinnermund döht Waohrheit kund (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@OchtrupOc). — He sall sick nich to kurt dōun er soll sich nicht einschränken (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). — Läid daun leidtun, bereuen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@LünenLü). — Ik doh kien daud Schaop wat teleed ich bin völlig harmlos (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@OchtrupOc || mehrf.). — Dei Dau deit dïem August sä’u nä’ud as jedermann seïn däglik Brä’ut (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@HilbeckHi). — Diarümme daut se in Köln kein Finster uappen das ist nur eine Kleinigkeit, das interessiert niemanden (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@OesterauOa || mehrf.). Miäken, dau de Ougen uoapen; Friggen es kein Heudröegen, saggte de Beßtemour (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). — Et deut mi sehr ich habe Schmerzen (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@SchaleSc || mehrf.). — De Platte deut mi weih ich habe Kopfschmerzen (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@HerzebrockHb). Dän deit de Kopp nich mehr weih er ist tot (Kr. MindenMin Kr. Minden@BuchholzBh || verbr.). Den doht de Haore nich mähr weh er trägt eine Perücke (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@AhlenAl). Schliäge daut wäih, öwwer sä biättert Blagen un Väih (die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-Eickel@GelsenkirchenGk || mehrf.). Bat de Ougen nit seihet, däut diäm Hiärten nit weih (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || mehrf.). Smit deï Wannewurp (Maulwurf) up den Schneï, dann döt deï Winter nich märr weï (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LeedenLd). — Guett gaohn! — Doht ju dr’met hen! Abschiedsgruß und Erwiderung (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh). — 4.2. Mit Substantiven: Ēn’n Antas dōn bei einer Arbeit helfen (Kr. SteinfurtStf Rh). ’n Dosk deon a) ein best. Maß dreschen; b) plaudern, schwatzen (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Hiärwest dauhn ernten (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@ElpeEp). Ek wöh’ ’n Düüwel dauhn ich werde nicht tun, was von mir verlangt wird (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). Wi dōt in Kumpenī wir machen das Geschäft zusammen (Kr. SteinfurtStf Rh). Do en Komplement van mej bestelle schöne Grüße von mir (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@WerthWe || verbr. WMünsterl). Er hat die Misse dn Messe gelesen (Kr. MünsterMün Kr. Münster@TelgteTe). Schaden dauen schädigen (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@WarsteinWa). Oinen Sellskop deon jmdm. Gesellschaft leisten (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Ansproake dohn die Eltern der Braut, einen Kranken besuchen (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@AhlenAl). He dai Insprk er erhob Einspruch, er widersprach (Kr. BeckumBek Vh). Er hat ’n Imbestat dn auf einen Bauernhof geheiratet (Kr. IserlohnIsl El). Wann m’ de Kinner ’n Willen deiht, dann hült se nich (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@RecklinghausenRh || mehrf.). — 4.3. Mit Verben: To wïeden deon kundtun (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — 4.4. Mit kindersprachlichen Ausdrücken: Ā dōun streicheln (Kr. BeckumBek Vh). — 5. Als Hilfsverb in Verbindung mit einem Infinitiv. Hai dai meï fangen er fing mich (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@St. VitSv). Sie daut dat Beer brauen sie brauen gerade Bier (die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-Eickel@GelsenkirchenGk). Dǫ woll se sick bedanken daun da wollte sie sich bedanken (Kr. IserlohnIsl Is). — Ra.: Et es, as wann mä vüer ’ne Wand küern döh auf ihn redet man vergeblich ein (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). — Sprichw.: En Wejf, bat nit schennet, un en Ruien, dai nit blieken dait, sind nit mehr wert ase en terrietten Klaid (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). Wä sük üewer annermanns Unglück daiht fraien, dem sien äigenet Unglück es am Blaihen (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Wann de Wüiwer deot wasken un backen, hät seu den Duiwel in’n Nacken (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). Mündken häff gurt iärten, wenn Händken gurt döt wiärken (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@DreierwaldeDr). Schwigen un denken deut nümmes kränken (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Off euken eoder dannen Sark, iuthaulen deot düi beude nach dem Tode ist alles gleich (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). — Sagw.: Dai daiht teviel Seitholt raspeln, saggte et Miäken, do lait et en Frigger stohn (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). Et Noirigste et Äiste, saggte de Biuer, do deh hai sejne Frau verdiäsken un lait Piärd un Wagen im Grawen leggen (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). — Mit vorangestelltem Infinitiv (besondere Hervorhebung der Verbaussage): Wetten doht bloß Juden, wenn se kien Geld hebbt (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Stǟlen mutt ’m nich dōn (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@GescherGe). — Ra.: Probäiern daut de Ruiens sagt man, wenn jmd. erst einen Gegenstand ausprobieren will, bevor er ihn kauft (Kr. ArnsbergArn Hg). Hä hät käinen Rüern nöidig, dat Bölken daiht sien Wief er hat zu Hause nichts zu sagen (die krfr. Stadt WittenWit die krfr. Stadt Witten@WittenWi || mehrf.). — Wortspiel: „Wannen“ (das Korn reinigen) deiht dä Buer, wann dat Diärschen vörbie es Erwiderung an jmdn., der viele Aussagen mit „wenn“ einschränkt (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HerdeckeHd || mehrf.). ⟨Inf.: ›dō¹(e)n‹ [allg.]. — Prä
s.: 1. Sg.: ›dō¹(e)‹ [verbr.]; 2. Sg.: ›do¹s(t)‹ [verbr.], ›deist‹ [Kr. LübbeckeLüb Min]; 3. Sg.: ›do¹t‹ [verbr.], döt [Kr. SteinfurtStf Kr. TecklenburgTek Kr. HerfordHfd Kr. BrilonBri Wal, sonst verstr.], ›dō¹t‹ [verstr.]. — Pl.: ›dō¹(e)t‹ [verbr.]. — Imp. Sg.: ›dō¹‹. — Prät. (die lautlichen Verhältnisse im Prät. erweisen sich als sehr kompliziert und können hier, vor allem wegen der nur wenigen lautschriftlichen Belege, lediglich angedeutet werden): 1. Sg.: ›dǟ(e)‹ [verbr.], ›da(e)‹ [Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Mark Olp, sonst verstr.], ›dae(e)‹ [verstr.], ›do¹(e)‹ [(nördl.) OWestf], ›deª(de)‹ [(südl.) OWestf], ›döª‹ [verstr.], dāt [verstr.], daug (= ›ō²‹) [Wbg]; Pl.: ›dǟ(e)n‹ [verbr.], ›da(e)n‹ [Mark, sonst verstr.], ›dae(e)n‹ [verstr.], dāden [verstr.]. —
Part. Prät.: (ge-)›dan‹ [verbr.]. — -ch bei vokalisch auslautenden Formen [bes. HPaderb]⟩