Eintrag · Althochdeutsches Wörterbuch
degn st. m.
st. m., jüngere Entlehung aus roman. degan, zu lat. decanus; vgl. Pauly-Wiss. 2496 und die alte Entlehnung tehhan(t).
tegan: acc. sg. Gl 2,250,60 (M, clm 18140). — degan: nom. sg. Gl 2,258,16 (M, clm 19440. 14689. Wien 2723. 2732); seit dem 10. Jh. belegt.
Dechant, Dekan, der Vorsteher einer kleineren Gruppe (urspr. von 10 Mann); für die verschiedenartigen weltlichen und geistlichen Funktionen vgl. Duc. 3,18b. 20c; Kraus, Christl. Altert. I,346; Buchb. III2,188 f.: a) milit. Unterführer (Georges, Handwb. s. v. optio: ‘etwa Feldwebel’): degan [Stephanus, qui in numero] optio [fuit, Greg., Dial. 4,35] Gl 2,258,16 (1 Hs. techant); b) Kirchenvogt, „der auf Vorschlag des Bischofs vom Kaiser ernannte kirchliche Beamte, der von Amts wegen die Kirche und die Geistlichen in ihren weltlichen Angelegenheiten vor dem Gericht und der weltlichen Behörde zu vertreten hatte“, vgl. Buchb. X2,668 s. v. Vogt 3: voget ł tegan [Julianum ...] defensorem [mittens, Greg., Dial. 1,4] Gl 2,250,60.
Zum Lat.: Schulte, Gregor S. 782,114 zu Gl 2,258,16. [Karg-Gasterstädt]