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Dachs

nhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
19 in 18 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Dachs

Bd. 4, Sp. 408
Dachs (Meles Storr.), Raubtiergattung aus der Familie der Marder, mit der einzigen Art M. Taxus.Pall. (gemeiner Dachs, Grimbart, Gräwink, s. Tafel »Raubtiere II«, Fig. 3). Dies Tier ist 75 cm lang, mit 18 cm langem Schwanz, kaum 30 cm hoch und bis 20 kg schwer, mit gedrungenem Leib, dickem Hals, langem Kopf, stark zugespitzter Schnauze, kleinen Augen und Ohren, starken Krallen an den Vorderfüßen und einer am After liegenden Drüsentasche. Der Pelz ist lang- und steifhaarig, am Rücken weißgrau und schwarz gemischt, an den Seiten rötlich, an den Füßen und der Unterseite schwarzbraun; der Kopf ist weiß mit zwei matten, schwarzen Streifen. Das Weibchen (Fehe) ist kleiner und heller gefärbt. Der D. findet sich in Europa bis zum 60. Breitengrad, in Mittel- und Nordasien bis zur Lena. An einsamen Orten auf der Sonnenseite bewaldeter Hügel in Vorhölzern, selbst an unbewaldeten Gehängen legt er einen unterirdischen Bau an mit 4–8 sehr langen Röhren, von denen nur eine oder zwei von ihm befahren werden, die übrigen teils Flucht-, teils Luftröhren sind. 1,25–1,5 m unter der Erdoberfläche liegt der »Kessel«, zu dem mehrere Röhren führen, und der dem Tier und seinen Jungen zur Ruhestätte dient (s. Tafel »Tierwohnungen I«, Fig. 7). Der Dachsbau zeichnet sich durch große Sauberkeit aus. Bisweilen bewohnt der D. einen und denselben Bau mit dem Fuchs. Daß dieser ihn durch Absetzen seiner Losung vertreibe, ist eine Jägerfabel. Der D. ist mißtrauisch, einsiedlerisch, mürrisch, zur Nachtzeit sucht er Wurzeln, Obst, Beeren, Trüffeln, Rüben, Schnecken, Engerlinge, Regenwürmer; doch frißt er auch Vogeleier und junge Vögel, junge Hafen, Maulwürfe, Mäuse, Ottern und andre Reptilien, scharrt Hummel- und Wespennester aus und vernichtet in Weinbergen Trauben. Höchst selten raubt er junge Enten und Gänse, im Notfall nimmt er Aas. Im ganzen frißt er nicht viel und trägt auch nicht viel in den Bau. Am Tage sonnk er sich vor diesem und macht wohl auch kleine Ausflüge; sein Gang ist sehr langsam und schwerfällig (s. Tafel »Fährten und Spuren«, Fig. 5). Bei eintretender Kälte begibt er sich in seinen Bau und liegt hier zusammengerollt mit dem Kopf zwischen den Vorderbeinen. Der Winterschlaf wird häufig unterbochen, und im Januar oder Februar verläßt er schon wieder zeitweise den Bau. Die Paarungszeit fällt in den Oktober, dann lebt der D. gesellig mit seinem Weibchen; im Februar wirft die Dächsin 3–5 blinde Junge, die bis zum Herbst denselben Bau mit ihr bewohnen und im zweiten Jahr ausgewachsen sind. Der D. erreicht ein Alter von 10–12 Jahren. Sein Fleisch ist genießbar, das der jungen Tiere wird als wohlschmeckend gerühmt; in Frankreich und der Schweiz gelten die Keulen als Delikatesse, das Fleisch ist aber bisweilen trichinenhaltig. Ehedem wurden Dachsfett und Dachsblut arzneilich benutzt. Das Fett ist gelblichweiß, riecht wie Gänsefett, ist sehr flüssig und kann mit Schweineschmalz gemischt gegessen werden. Vgl. Dachsfelle. – Die Jagdmethoden sind der Ansitz in mondhellen Nächten auf dem Bau sowie das Hetzen durch Hunde, die den D. nachts, wenn er den Bau verlassen hat, aufsuchen und greifen oder zu Bau treiben, wobei er sich in Netzen (Dachshauben) oder Säcken, die vor die Röhren gelegt werden, fängt. Außerdem wird er beim Verlassen des Baues in Tellereisen vor der Hauptröhre gefangen. Die beliebteste Jagd ist jedoch das Dachsgraben. Man verlegt sämtliche Röhren und läßt in die Hauptröhre scharfe Dachshunde ein, die man durch Zuruf und Klopfen auf den Bau ermuntert. Die Hunde treiben den D. im Bau hin und her, bis er sich fest vor ihnen stellt. Legt man sich mit dem Ohr auf den Boden, so hört man bald, daß die Hunde unausgesetzt auf derselben Stelle Laut geben, und nun wird mit dem Graben begonnen. Mit Rodehacke und Spaten wird ein kleiner, rechtwinkelig über dem mutmaßlichen Verlauf der Röhre angelegter Schacht (Einschlag) genau über der Stelle, an der die Hunde laut sind, so tief eingetrieben, bis man auf die Röhre gelangt, aus der man den D. mit einer Dachszange herausziehen kann. Die Schußzeit des Dachses ist in Preußen auf Oktober und November beschränkt. Sorgfältig erzogene junge Dachse werden sehr zahm und anhänglich.
4186 Zeichen · 51 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dachs

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Dachs , des -es, plur. die -e. 1) Ein wildes vierfüßiges Thier mit einem starken Leibe, zotigen grauen, weißen und s…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Dachs

    Goethe-Wörterbuch

    Dachs [ Skelett ] eines .. wilden D-es Tgb 16.2.25 uö auch symbolhaft für die schuldlos leidende Kreatur 34 1 ,22,23 Roc…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Dachs

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Dachs (Meles) , ein Säugethier aus der Ordnung der Raubthiere, Unterordnung reißende Thiere. Die einzige Art ist der gem…

  4. modern
    Dialekt
    Dachs

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    Dachs Band 3, Spalte 3,942f.

  5. Sprichwörter
    Dachs

    Wander (Sprichwörter)

    Dachs 1. Der Dachs geht nicht aus seinem Bau, es treib' ihn denn der Hunger. 2. Ein Dachs, der von Honig lebt, weiss ihn…

  6. Spezial
    Dachs

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Dachs (Meles meles) m. (-es,-e) ‹zool› tas (tasc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dachs

243 Bildungen · 227 Erstglied · 13 Zweitglied · 3 Ableitungen

dachs‑ als Erstglied (30 von 227)

Dachsaugen

SHW

Dachs-augen Band 1, Spalte 1291-1292

Dachsbalg

SHW

Dachs-balg Band 1, Spalte 1291-1292

Dachsbau

SHW

Dachs-bau Band 1, Spalte 1291-1292

Dachsbein

SHW

Dachs-bein Band 1, Spalte 1291-1292

dachsbeinig

SHW

dachs-beinig Band 1, Spalte 1291-1292

Dachsberg

SHW

Dachs-berg Band 1, Spalte 1291-1292

Dachsfell

SHW

Dachs-fell Band 1, Spalte 1293-1294

Dachsfett

SHW

Dachs-fett Band 1, Spalte 1293-1294

Dachsfotze

SHW

Dachs-fotze Band 1, Spalte 1293-1294

Dachsgabel

SHW

Dachs-gabel Band 1, Spalte 1293-1294

Dachshaare

SHW

Dachs-haare Band 1, Spalte 1293-1294

Dachshaut

SHW

Dachs-haut Band 1, Spalte 1293-1294

Dachshuhn

SHW

Dachs-huhn Band 1, Spalte 1293-1294

Dachshund

SHW

Dachs-hund Band 1, Spalte 1293-1294

Dachshöhle

SHW

Dachs-höhle Band 1, Spalte 1293-1294

Dachsjagd

SHW

Dachs-jagd Band 1, Spalte 1293-1294

Dachskopf

SHW

Dachs-kopf Band 1, Spalte 1293-1294

Dachsloch

SHW

Dachs-loch Band 1, Spalte 1293-1294

Dachspelz

SHW

Dachs-pelz Band 1, Spalte 1293-1294

dachsattel

DWB

dach·sattel

dachsattel , m. bildet sich bei einem satteldach. die kranzrede auf dem dachsattel hatte Fibel schon mehrmals an sich selbst gehalten J. Pau…

dachs als Zweitglied (13 von 13)

Frechdachs

RDWB1

Frechdachs m нахалёныш, озорник, проказник, пройдоха, проныра, хитрец

Frechdachs

Pfeifer_etym

frech·dachs

Dachs m. Das zu den Mardern gehörende Säugetier mit spitzem Kopf und starken Grabkrallen heißt ahd. thahs (11. Jh.), mhd. dahs, mnl. nl. das…

Frëchdachs

Idiotikon

Frëchdachs Band 12, Spalte 347 Frëchdachs 12,347

Hundsdachs

Adelung

hunds·dachs

Der Hundsdachs , des -es, plur. die -dächse, der gemeine oder gewöhnliche Dachs, wegen seiner Ähnlichkeit mit einem Hunde an der Schnautze u…

Schweinsdachs

Adelung

schweins·dachs

Der Schweinsdachs , des -es, plur. die -dachse, eine Art Dachse mit einem größern Leibe, längern Kopfe und längerer Nase als die Hundsdachse…

Schwī(n)dachs

Idiotikon

Schwī(n)dachs Band 12, Spalte 347 Schwī(n)dachs 12,347

slâp (myddachs-)

MNWB

° ~slâp (myddachs-), m. , Mittagsschlaf (Kölner Bibel 2. Reg. 4, 5). —

Sū(w)dachs

Idiotikon

Sū(w)dachs Band 12, Spalte 347 Sū(w)dachs -ǖ- 12,347

Ableitungen von dachs (3 von 3)

DACHSE

DWB2

DACHSE f. vereinzelt als moviertes fem. zu dachs neben dächsin: 1710 daß die dachße um diese zeit, da sie am magersten ist, ihre jungen bekö…

erdachse

DWB

erdachse , f. terrae axis.

verdachsen

PfWB

ver-dachsen schw. : ' tüchtig verprügeln ', veʳdachse [ BZ-Wind ]. Syn. s. verhauen 1. — Zu dachsen II 1. — Südhess. II 458 .