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buobe

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MWB
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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

buobe swM.

Bd. MWB 1 1101, Sp. 23
buobe swM. 1 ‘Knecht, Diener (für niedere Tätigkeiten)’ (Knappe, Trossknecht, Hofdiener, Kriegsknecht, Tagelöhner, Marterknecht), z. T. mit verächtlichem Nebensinn und in 3 übergehend
2 unter Zeugnisunfähigen (neben Kindern, Frauen, Wahnsinnigen, Meineidigen etc.) genannt, unklar, ob wegen Nicht-Volljährigkeit, Unfreiheit oder schlechtem Leumund
3 ‘zuchtloser, ehrloser Mensch’
3.1 allgemein
3.2 ‘Übeltäter, Bösewicht’
3.3 ‘Fahrender, Spielmann’
3.4 ‘jmd., der an einem Glücksspiel teilnimmt, Spieler’
3.5 als Schimpfwort
4 in Vergleichen zum Ausdruck eines elenden, erbärmlichen Zustandes, Anblicks
5 Schachfigur, Name des achten Bauern bei Heinrich von Beringen
   1 ‘Knecht, Diener (für niedere Tätigkeiten)’ (Knappe, Trossknecht, Hofdiener, Kriegsknecht, Tagelöhner, Marterknecht), z. T. mit verächtlichem Nebensinn und in 3 übergehend: der köche, küchenknechte, / buoben und garzûne / und swaz dâ pedûne / in beiden hoven mochte sîn, / des küniges und der künigîn HvFreibTr 4355; schiltkneht unde buoben Ottok 11435; die hofschelk daz gar hart muot: / puoben und schintvessel / [...] triben in vor dem tisch entwer MüOsw 3320; pei dem tier [ mertracken ] verstên ich die pœsen puoben und die verræter und die ungetrewen schintvezzel BdN 235,9; den graben sach man si fullen ─ / des hulfen in die buoben ─ / daz man über die gruoben / ân geruste gie Ottok 10922; dô wart der ellenthaft [König Ottokar] [...] den buoben ze teil. / die machten in blôz unde bar, / wand si zugen im ab gar / harnasch unde kleider ebd. 16710; WhvÖst 18084; mit ganzer volleiste / hânt buoben burgerlîchen schîn / burger die went ritter sîn, / ritter die hânt herren namen Reinfr 26907; item das ain yeder pueb ist pflichtig ze gien vor den oxen vnd wägen in der stat ze Trint vnd sol die hant haben auf der teixel, das er chain person oder tier oder anderen dingen laid thue oder schaden StatTrient 155; darzuͦ wellent si, daz chein werchman noch puͦb auf die mietstat [Platz, wo die Tagelöhner gedungen werden] ge, wan der sein tagwerch gewurchen muͤge StRMünch 186,28; die schürpher vnd die buobin Martina 56,91. 73,1. 171,42    2 unter Zeugnisunfähigen (neben Kindern, Frauen, Wahnsinnigen, Meineidigen etc.) genannt, unklar, ob wegen Nicht-Volljährigkeit, Unfreiheit oder schlechtem Leumund: wir sullen iuch wîsen wer niht geziuge mac gesîn: diu kint diu niht ze iren jâren komen sint, unde wîp, [...] unde buoben und die sô tump sint [...], und die unsinnic sint unde blinden und tôren SpdtL 90,7; SchwSp(W) 14,3; ez mag auch kain buͤbe niemens geziuk sin umbe kain gulte oder des iemen schaden muge gehaben, ane daz iemen an den lip gat oder umbe ein e, da sint si wol geziuk umbe StRAugsb 128,23; man sol wizzen, wer zwech [l. zewch ] gesein mag oder nicht, daz sint chint, die zuͦ irn tagen nicht choͤmen sint ze vierzehen iarn, und weib [...]. puͦben [ ‘Burschen unter 18 Jahren’ (? so Glossar z. St.)] muͤgen auch nicht zewch gesein StRMünch 333,23    3 ‘zuchtloser, ehrloser Mensch’    3.1 allgemein: manic ahpêr herre hât buoben muot Renner 6907; luoder, muotwille und spil / machent frîer buoben vil ebd. 6316; fraw Mynn, ir seyt ain krankes weib: / ir tragt fail ewrn leib / als ain gemaines freuwelein / (wie mocht ir leichter gesein?) / dann munichem [l. den munichen ] und pfaffen, / lottern, pueben und affer [l. affen ] HvNstAp 218    3.2 ‘Übeltäter, Bösewicht’ wir setzen ouch, ob ein biderbe man [...] einen buͦben duͦrch rechte verschulte sache slahe, oder stoze, oder werfe, daz die bezzerunge dar umme an uns unde an deme rate ste WüP 7i,12 (= UrkCorp 2302,19 ); ob keiner boser lichter man oder ein buͦbe spreche die wort, die an gotes oder an der heiligen ere ge WüP 7i,17; swaz arme liute haben behalten / in welden, in velsen, in talen, in gruoben, / daz siht man leider freidige buoben / sô gar ûz strîchen und durch varn / daz wênic ieman sich kan bewarn Renner 6898; pueben [...]dw da treibent missetat, / poͤzz gepaͤr und poͤzew wort Teichn 439,19    3.3 ‘Fahrender, Spielmann’ die in [ spillaͤuten, die mit vnzuͤchtigen worten vnd werchen, mit schelten vnd mit poͤsem gesang den laͤuten dienent ] staͤtikleich geben vnd grozzew gab, die tuͦnt totsuͤnd, von dez wegen daz si die puͦben [ histriones ] vnd die suͤnder auf haltent RechtssA G11,17; weitere Belege s. RechtssWB, S. 186.    3.4 ‘jmd., der an einem Glücksspiel teilnimmt, Spieler’ so verbuͤtt man allen buͤben allerleie wuͤrfelspil in allen winhofen WüP 96,10; der eine buob verspilet sîn gelt / vil nâch, daz im ein klein beleip HvBer 9143. 9371 u.ö. (vgl. unten unter 5)    3.5 als Schimpfwort: swaz auch der geschiht fuͤrkumet, daz man also spricht, er ist ein buͤbe, oder sie ist ein huͤre [...], daz sol geintzlich und gar am rate sten WüP 45,2    4 in Vergleichen zum Ausdruck eines elenden, erbärmlichen Zustandes, Anblicks: ich engefar nymer nacket fur keinen guten man als ein buͦbe, so mochten sie wol wenen das ich verurteilt were als ein diep Lanc 107,24; sus lac er [der getötete böse Kaiser Julianus] offenlich geschant. / [...] vil kleiner herschefte pflac / gelich wol einem buben Pass III 161,41; als einen leiden buben / liezen sie do loufen in. / sus gienc er her unde hin / zuslagen und beroubet MarLegPass 24,296; von einem wîbe wart er [Sisera, vgl. Idc 4,21 und 5,26] betoubt: / [...] der lac als ein buobe dâ tôt Renner 6893    5 Schachfigur, Name des achten Bauern bei Heinrich von Beringen: der snitzer hab in sinnen wol, / wie man einn buoben snîden sol. / er mach in etlich mâze blôz, / sîn har vil reide unde ouch grôz. / daz er ein buobe sî bekant, / mach er im in die grehten hant / drî würfel, daz gehœrt in an HvBer 8553; diu bühse, die der buobe treit, / bediut uns mit bezeichenheit / boten, die die brieve tragent ebd. 9386 u.ö.

MWB 1 1101,23; Bearbeiter: Tao

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BUOBEswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    BUOBE swm. bube, junge, zuchtloser mensch. auffallend, daß dieses späterhin im südlichen Deutschlande so häufige wort, f…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit buobe

46 Bildungen · 26 Erstglied · 19 Zweitglied · 1 Ableitungen

buobe‑ als Erstglied (26 von 26)

buobengâbe

MWB

buobengâbe stF. ‘Gabe für Spielleute, Fahrende’ aber anders poz guͦt daz vnrecht gewunnen ist, [...] alß daz guͦt da mit verchawft oder gech…

buobengābe

KöblerMhd

buobengābe , st. F. nhd. Gabe für Spielleute, Gabe für Fahrende Q.: RechtssB (14. Jh.) E.: s. buobe, gābe W.: nhd. DW- L.: MWB 1103 (buobeng…

buobenhütte

KöblerMhd

buoben·hütte

buobenhütte , sw. F. nhd. „Bubenhütte“, Zelt für die Trossbuben Q.: Chr (14./15. Jh.) E.: s. buobe, hütte W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1, 385 (b…

buobenîe

Lexer

buobe·nie

buobenîe stf. BMZ wesen eines buoben Renn. Myst. j.Tit. 237 ; vgl. buoberîe.

buobenlëben

Lexer

buoben·leben

buoben-lëben stn. buobenleben und gumpelwîs, swer des iezuo vil kan, der ist ein rehter hoveman Teichn. 273.

buobenlëben

MWB

buobenlëben stN. ‘zuchtloses Leben, Lotterleben’ do buͦbenleben er gewan SHort 4128; dacz [ = da ze ] hoff hat wenich ieman gewin / an der […

buobenplaz

Lexer

buoben·plaz

buoben-plaz stm. bubentanz. eʒ sol dhein leiggeb niht gestatten dheins bubenplatz in seinem hause Np. 65.

buobenspil

Lexer

buoben·spil

buoben-spil stn. eʒ trîbet iezuo niem sô vil bœser wort und buobenspil, als etelîch ritter unde phaffen Teichn. 253.

buobenvisch

KöblerMhd

buoben·visch

buobenvisch , st. M. nhd. Bubenfisch? Q.: LexerHW (1392) E.: s. buobe, visch W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 112 (buobenvisch)

buobenwerc

KöblerMhd

buoben·werc

buobenwerc , st. N. nhd. „Bubenwerk“ Q.: Narr (1494) E.: s. buobe, werc W.: nhd. Bubenwerk, N., Bubenwerk, DW 2, 465, DW2 5, 927 L.: MHDBDB …

buobenwîse

MWB

buobenwîse stF. ‘Art der buoben (s. dort unter 3), Zuchtlosigkeit’ ein dorf ist Pubendorff genant; / da von sind dw man geschant / dw da tre…

buobenwīse

KöblerMhd

buobenwīse , st. F. nhd. „Bubenweise“, Zuchtlosigkeit Q.: Teichn (1350-1365) E.: s. buobe, wīse (5) W.: nhd. (ält.) Bubenweise, F., „Bubenwe…

buobenîe

MWB

buobenîe stF. s.a. buoberîe . ‘Zuchtlosigkeit’ wan alle bvͤbenie vnd ietel wort vnd darvon man ze lather braht wirt, daz weren wir an allen …

buobenīe

KöblerMhd

buobenīe , st. F. nhd. „Bubenei“, Buberei, Bubenart, Zuchtlosigkeit, Trossknechte ÜG.: lat. lenocinium Gl Q.: Suol, RqvI (FB buobenīe), Gl, …

buoberîe

Lexer

buobe·rie

buoberîe stf. wesen eines buoben, büberei Renn. 1181. Kell. erz. 243,9. Beh. 2,3. 6,11. Netz 5661. 10831. 12633. Chr. 3. 368,17. Fasn. 45,19…

buoberîe

MWB

buoberîe stF. s.a. buobenîe . ‘Zuchtlosigkeit, Schandtat’ triuwe, zuht und wârheit, / [...] sint vertriben / ze hofe und an ir stat sint bel…

buoberīe

KöblerMhd

buoberīe , st. F. nhd. Buberei, Zuchtlosigkeit, Schandtat ÜG.: lat. pelicatus Voc, scurrilitas Voc Hw.: vgl. mnl. boeverie, mnd. bȫværīe* Q.…

buobe als Zweitglied (19 von 19)

badærebuobe

KöblerMhd

badære·buobe

badærebuobe , sw. M. nhd. Baderbube Q.: Beh (1462-1465) E.: s. badære, buobe W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1, 112 (baderbuobe)

erzebuobe

Lexer

erze·buobe

erze-buobe , erz-buobe swm. archiscurra Voc. 1482. Beh. 388,31.

hofbuobe

BMZ

hof·buobe

hofbuobe swm. den hofbuoben verboten wart ir ungevuoc Osw. 3320.

hovebuobe

Lexer

hove·buobe

hove-buobe swm. BMZ buobe am hofe, höfling Osw. hofbub Chr. 3. 165,2. 166,5.

loterbuobe

Lexer

loter·buobe

loter-buobe swm. BMZ s. v. a. loter Apoll. 218. Zimr. chr. 3. 7,9. Dfg. 522 a .

lērebuobe

KöblerMhd

lēr·e·buobe

lērebuobe , sw. M. nhd. Lehrbube, Lehrling Q.: DRW (1448) E.: s. lēre, buobe W.: nhd. Lehrbube, M., Lehrbube, Lehrling, DW 12, 553 L.: DRW

menbuobe

Lexer

men·buobe

men-buobe swm. das zugvieh leitender buobe Mone z. 1,191. vgl. menknëht.

rosbuobe

Lexer

ros·buobe

ros-buobe swm. equicius, equocius Dfg. 206 b , n. gl. 154 a . Fasn. 117,29. Arnst. st. 51,47. vgl. rosknabe.

schiltbuobe

Lexer

schilt·buobe

schilt-buobe swm. scutifer Dfg. 522 b . Netz 13342 var., vgl. schiltknappe, vgl. schiltknëht.

vrīheitbuobe

KöblerMhd

vrīheit·buobe

vrīheitbuobe , sw. M. nhd. „Freiheitsbube“, Landstreicher? Q.: Chr (1488) E.: s. vrīheit (2), buobe W.: nhd. DW- L.: LexerHW 3, 517 (vrîheit…

wīnbuobe

KöblerMhd

wīn·buobe

wīnbuobe , sw. M. nhd. „Weinbube“ Q.: Chr (15. Jh.) E.: s. wīn, buobe W.: nhd. (ält.) Weinbube, M., Weinbube, DW 28, 875 L.: LexerHW 3, 899 …

Ableitungen von buobe (1 von 1)

verbuobe

BMZ

verbuobe swv. verthue als ein buobe. Gr. w. 2,242.