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blasz

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

blasz

Bd. 2, Sp. 72
blasz, pallidus, ein wort, das manche bedenken macht. zuvorderst musz auffallen, dasz der ahd. und allen schwestersprachen der entsprechende ausdruck abgeht, es gibt kein ahd. plaʒ, ags. blät, nl. nd. blat; noch mehr, das volk in der Schweiz, in Schwaben weisz nichts davon, Dasyp. und Maaler haben es nicht, auch Henisch führt es nicht auf, zuerst nennt es Schottelius s. 1288 und dann Stieler 185, Frisch 1, 105b. auch Luther bedient sich seiner nicht, gleichwol musz es schon zu seiner zeit da gewesen sein, da in folgenden, nicht von ihm selbst verdeutschten büchern zwar nicht das adj., doch ein daraus gebildetes verbum vorkommt: so darfst du nicht erschrecken noch erblassen. Jud. 6, 4; erschrack er und erblasset im angesicht. 3 Macc. 5, 30; erblasset die königin und sank in eine ohnmacht. st. in Esther 3, 10. dies erblassen trägt Henisch 910 aus Jud. 6, 4 ein, ohne das adj. zu setzen. es ist also möglich beide in schriftstellern des 16 jh. noch aufzufinden, im 17 scheinen sie, wie die folgenden belege darthun, schon allgemein verbreitet. [] Mangelt ahd. plaʒ, so bestand aber ahd. pleiʒ lividus, wie sich aus pleiʒâ livor (Graff 3, 260) folgert, und überein damit ags. blât, was in den anm. zu Andr. s. 124. 125 gezeigt wurde; da nun übergänge des A in EI vorkommen (anti einti, angil eingil, fali feili, gramm. 13, 107), so wäre auch plaʒ in pleiʒ rechtfertig. lividus ist fahl, also bleich, und livor geradezu der blasse neid. Hieran reiht sich eine deutliche urverwandtschaft: das sl. bljed'' pallidus, böhm. bledy, serb. blijed, poln. blady entspricht lautverschoben dem ags. blât, ahd. pleiʒ, ja das schwanken zwischen je, e und a dem zwischen ei und a in unsern wörtern, blasz fände sich vollkommen im poln. blady wieder. Zuletzt aber erhebt sich noch ein anstosz. mhd. wurde weder bleiʒ noch blaʒ aufgewiesen, bis Pfeiffer neulich im Jeroschin s. 132. 133 dafür blas entdeckte, und die form ist wiederholentlich durch reime sicher. im passional begegnet der ausdruck gar nicht. dies blas für blaʒ widerstrebt dem ʒ in pleiʒ wie dem d in blady; dennoch schiene es auch durch Nith. 17, 3 bestärkt, wo die bedeutungen bleich oder kahl einen abgezognen sinn gestatten. sinnlich genommen wäre das kahle, weiszfleckige auch bleich. nur stehn die poln. adj. łysy und blady wie blas und blasz von einander ab, es bleibt also im verhalt aller dieser formen noch einiges unaufgeklärt. Auszer den schon angeführten bibelstellen: klagt ihr blassen eltern nicht. Fleming 345; ins erblaszte licht gebracht. Gryphius 2, 11; der längst erblaszten völker hauf. das., wem viel man (s. l.) soll, für diesem wird man blasz. Logau 1, 9, 72; wir sagen blasz wie der tod, todtenblasz, böhm. bledý gako smrt, lat. pallida mors; welche ihm doch so stark zuwider wäre als der blasse tod. Felsenb. 3, 151; ein gräszliches kriegsheer des blassen todes. Arnim kronenw. 1, 162; leichenblasz; das blasse reich der schatten. Uz 1, 102; mit der blassen gewinnsucht. Zachariä 2, 20; noch etwas blasz von wangen. Wieland Oberon 5, 19; jetzo da er lächelnd die stille blasse erde anblickt. J. Paul Hesp. 4, 127; wie eine sonne geht das herz durch die blassen gedanken und löschet auf der bahn ein sternbild nach dem andern aus. Tit. 2, 189; blasse furcht, blasser neid.
3273 Zeichen · 74 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    blasz

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    blasz , pallidus, ein wort, das manche bedenken macht. zuvorderst musz auffallen, dasz der ahd. und allen schwestersprac…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit blasz

31 Bildungen · 6 Erstglied · 25 Zweitglied · 0 Ableitungen

blasz‑ als Erstglied (6 von 6)

Blaszapfen

RhWB

blas·zapfen

Blas-zapfen -tapən Remschd m.: Z., durch dessen Lösen das Wasser auf das Blowerrad (der Schleifmühle) fällt.

blaszbleich

DWB

blasz·bleich

blaszbleich , pallidissimus, perpallidus: blaszbleiche damen. Gökingk 3, 20 .

blaszblühend

DWB

blasz·bluehend

blaszblühend : als nach einer kurzen pause der erholung ihr verlobter diese blaszblühende rose rettete. Thümmel reise 3, 482 .

blaszen

DWB

blas·zen

blaszen , balare, mit langem a, ahd. plâʒan ( Graff 3, 259 ), ags. blætan, engl. bleat, mnl. bleten (: gheten). Rein. 2090, nnl. bleeten und…

blaszroth

DWB

blasz·roth

blaszroth , ex rubro pallens: Liane, der verschämte, blaszrothe engel. J. Paul Tit. 2, 35 .

blasz als Zweitglied (25 von 25)

kreuzablasz

DWB

kreuz·ablasz

kreuzablasz , m. ablasz der am charfreitag zu erwerben war durch betendes kriechen zum kreuze. Fischart bien. 1588 195 b (3, 4) .

leichenblasz

DWB

leichen·blasz

leichenblasz , adj. blasz wie eine leiche: leichenblasse lippen. Gökingk 1, 91 ; ( er war ) mit seinen verwirrten haaren von dem tanzen und …

lilienblasz

DWB

lilien·blasz

lilienblasz , adj. : ( sie ) wirft mit lilienblassen wangen, und haaren, die zerstreut um ihre schultern hangen, sich vor dem sultan auf die…

marmorblasz

DWB

marmor·blasz

marmorblasz , adj. blasz wie marmor: und leise, leise sich bewegt die marmorblasse maid. H. Heine 15, 39 .

mönchsablasz

DWB

moench·s·ablasz

mönchsablasz , m. : keine ruh, einschläfrung nur mit angsttraum, schaft dir mönchsablasz um verdienst des andern. Voss 3, 236 .

schandablasz

DWB

schand·ablasz

schandablasz , m. : das selbe ( das blut Christi ) schmehestu und trittestu mit füszen, du verzweivelter, ommechtiger teufelskopff, mit dein…

schneeblasz

DWB

schnee·blasz

schneeblasz , adj. blasz wie schnee: Ferdinand (schneeblasz und zitternd). Schiller 3, 386 ( kab. 1, 7); als drei kleine, armlange geputzte …

schreckenblasz

DWB

schrecken·blasz

schreckenblasz , adj. : als der knecht, schreckenblasz, wenige momente bevor der schuppen hinter ihm zusammenstürzte, daraus hervortrat. H. …

silberblasz

DWB

silber·blasz

silberblasz , adj. blasz, bleich wie silber, vom monde: wie der silberblasze mond. E. C. Homburg bei Campe; schau die keusche Delie, weist d…

solenablasz

DWB

solen·ablasz

solenablasz , m. vorrichtung für den abflusz der sole im salzbergbau. Scheuchenstuel 227 .

sorgenblasz

DWB

sorgen·blasz

sorgenblasz , adj. : mach' nicht sorgenblasz das antlitz, reuenasz das auge. Rückert 11 (1882) , 328 .

sündenablasz

DWB

suenden·ablasz

sündenablasz , m. , zu sünde I E 1: von einem protestantischen prediger läszt sich ... nicht behaupten, dasz er in dem punkte des sündenabla…

todblasz

DWB

tod·blasz

todblasz , adj. was todbleich Baggesen bei Campe, todtblasz Klopstock 8, 19 . Wieland 18, 65 . vgl. DWB todesblasz , DWB todtenblasz .

todesblasz

DWB

tod·es·blasz

todesblasz , adj. , vgl. DWB todblasz , DWB todtenblasz : der bauer wurde todesblasz, als er dies hörte. Hebel schatzkästl. 66 .

todtenblasz

DWB

todt·en·blasz

todtenblasz , adj. , vgl. tod-, todes-, leichenblasz: todtenblasz blieben sie einander in den armen liegen. Thümmel reise 5 (1794) , 72; da …

viererablasz

DWB

vierer·ablasz

viererablasz , m. : der viererablasz per groschen soll wägen 4 pf. 16 loth quelle bei Unger-Khull steir. wortschatz 233 b ; ohne erklärung.

wasserablasz

DWB

wasser·ablasz

wasserablasz , m. das ablassen des wassers Campe ; vorrichtung hierfür, abzugsgraben ' obturamentum stagni, emissarium ' Stieler 1074 ; beso…

wutblasz

DWB

wut·blasz

-blasz , adj. : ein ... wutblasses weibsbild H. Heine s. w. 5, 99 Elster; —

zornblasz

DWB

zorn·blasz

zornblasz , zornesblau , zornbleich , zornesbleich, adj., das letzte schon in der älteren genesis: umbe waz zurnest du Kain? du bist worden …