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Biber

mhd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
25 in 21 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Biber

Bd. 2, Sp. 816
Biber (Castor L.), Nagetiergattung aus der Familie der B. (Castoridae), mit nur einer Art, dem gemeinen B. (Castor Fiber L., s. Tafel »Nagetiere II«, Fig. 5). Dieser ist 75–95 cm lang, mit 30 cm langem Schwanz. Sein Leib ist plump und stark, der Rücken gewölbt, der Hals kurz und dick, der Kopf kurz und stumpfschnauzig, mit kurzen Ohren; die kurzen Beine haben fünfzehige Füße, und an den Hinterfüßen sind die Zehen durch Schwimmhäute verbunden. Der Schwanz ist abgeplattet, an den Rändern fast schneidig, beschuppt, grau. Der Pelz ist auf der Oberseite dunkel braungrau, auf der Unterseite heller. Der B. bewohnt die Länder zwischen 33 und 68° nördl. Br., vielfach aber nur sehr vereinzelt. In Deutschland findet er sich noch an der Elbe und ihren Zuflüssen zwischen Wartenburg und Magdeburg (1894 noch 160 Tiere). Am Dnjepr, an der Wolga und Petschora und in Polen an der Weichsel soll er auch vorkommen; zahlreich findet er sich in Mittel- und Nordsibirien, in den Flüssen, die in den Kaspisee münden, in den Nebenflüssen des Kuban, in Mesopotamien, Labrador, Neufundland, Kanada, auch in Maine und Massachusetts. Der B. lebt bei uns an Flüssen und Bächen meist paarweise, in sehr stillen Gegenden auch in Familien. Er bewohnt einfache Röhrenbauten an hohen, vor Überschwemmungen möglichst sichern, versteckten Uferstellen. Die Röhre geht vom Wasser einige Meter landeinwärts und endet dicht unter der Rasendecke in dem Kessel. Bricht die Rasendecke, so errichtet er einen Knüppel- und Reisighaufen von 2–3 m Höhe, der im Herbst durch Schilf und Schlamm gedichtet wird. Ähnliche Notbaue errichtet er, wenn er durch Hochwasser aus seinem Bau vertrieben wird. Außerdem baut er Dämme aus Knüppeln, Reisig, Rasen, Schlamm, um das Wasser aufzustauen, um Gelegenheit zum Schwimmen und Tauchen zu erhalten und um sich Nachstellungen zu entziehen. Die Zugangsröhren zu den Bauen münden stets unter Wasser. Meist ist der B. des Nachts tätig, er fällt mit seinen meißelförmigen, weit aus dem Kiefer hervorstehenden Nagezähnen sehr starke Stämme, indem er sie ringsum benagt (s. Abbildung auf der Tafel), bis sie stürzen, entfernt dann die Äste und zerschneidet die Stämme in Pfähle. Die Rinde dient ihm zur Nahrung. Für den Winter schleppt er einen Vorrat an Knüppeln in seine Bauten und verläßt diese dann oft 8–14 Tage lang nicht. Außerdem frißt er Blätter, weiche Schößlinge und bisweilen Gras, in der Gefangenschaft Brot, Möhren, Äpfel etc. Er bewegt sich sehr plump, seine Arbeiten führt er mit den Vorderfüßen und der Schnauze, aber nicht mit dem Schwanz aus. Dem Menschen gegenüber zeigt er sich meist zurückhaltend, jung eingefangene B. können sehr zahm werden. Zu Nymphenburg in Bayern hielten gefangene B. 50 Jahre aus. Das Weibchen wirft nach sechswöchiger Tragezeit im trocknen Bau 2–3 Junge. In Anhalt genießt der B. Schonzeit von Mitte März bis Mitte Juni, in den herzoglich anhaltischen Privatforsten und in den preußischen Staatsforsten wird er das ganze Jahr geschont. Man jagt die B. des Pelzes und der Geilsäcke (s. Bibergeil) halber. Das Fleisch ist wohlschmeckend, und der Schwanz gilt als Leckerbissen. In der katholischen Kirche darf das Fleisch während der Fasten gegessen werden. Einst war der B. in Europa weit verbreitet. Die alten Germanen opferten ihn auf den Altären. Im bayrischen Alpenvorland verschwand der B. in den 70er Jahren des 19. Jahrh. und gegen Ende der 1870er Jahre im Gebiete der Möhne in Westfalen und in Böhmen. Die Eingebornen Nordamerikas schreiben dem B. eine unsterbliche Seele wie dem Menschen zu. Vgl. Friedrich, Der B. an der mittlern Elbe (Dessau 1894); Morgan, The American beaver and his works (Philad. 1868).
3669 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BIBERstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    BIBER stm. biber ( ahd. bibar Graff 3,22 ). sumerl. 3,45. 8,26. 38,2. der biber muoʒ vil hôhe gebn sîne geilen vür sîn l…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Biber

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Biber , des -s, plur. ut nom. sing. ein langes kurzfüßiges Wasserthier, welches aber auch auf dem festen Lande leben…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Biber

    Goethe-Wörterbuch

    Biber auch -ie- 1 nur in der wiss Betrachtung: als Gegenstand physiognom, morph u vergleichender osteol Untersuchungen; …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Biber

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Biber oder Bieber. kurhess. Marktflecken in der Provinz Hanau, 1200 E.; Bergbau auf Eisen und Kobalt, Eisenhütte und Ble…

  5. modern
    Dialekt
    Biber

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Biber Band 2, Spalte 2,729

  6. Sprichwörter
    Biber

    Wander (Sprichwörter)

    Biber 1. Biber und Otter haben keine Hege. – Körte, 1081; Eiselein, 76. 2. Fangste Bêwerken? sä' de Voss tau'n Wulf, as …

  7. Latein
    biber

    Mittellateinisches Wb.

    biber v. bever . Prinz

  8. Spezial
    Biber

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Bi|ber (Castor sp.) m. (-s,-) 1 ‹zool› castur (-s) m. 2 (Pelz) pelicia de castur f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit biber

125 Bildungen · 124 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von biber

bibern + -er

biber leitet sich vom Lemma bibern ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

biber‑ als Erstglied (30 von 124)

Biber I

Idiotikon

Biber I Band 4, Spalte 922 Biber I 4,922

Biber II

Idiotikon

Biber II Band 4, Spalte 922 Biber II 4,922

Biber(er)

BWB

Biber(er) Band 2, Spalte 2,729f.

Biberhemd

SHW

Biber-hemd Band 1, Spalte 821-822

Biberhose

SHW

Biber-hose Band 1, Spalte 821-822

Biberkleid

SHW

Biber-kleid Band 1, Spalte 821-822

Biberrock

SHW

Biber-rock Band 1, Spalte 821-822

Biberwog

SHW

Biber-wog Band 1, Spalte 823-824

Biberwurz

SHW

Biber-wurz Band 1, Spalte 823-824

Biberänte

Adelung

Die Biberänte , plur. die -n, ein Nahme einer Art Taucher, welche auch Bibervogel, Bibertaucher und Sägetaucher genannt wird; Mergus Castor,…

biberans

MWB

bibe·rans

biberans M. Bergmannssprache, Bed. ungeklärt (ein Metall? Grimm, Dt. Gr. 2,328): iz sin nu wol sechs jar, / iz geschach an den stunden / do …

biberban

MWB

biber·ban

biberban stM. ‘Recht des Biberfangs’ piberpan DRW 2,315 (SteirLArch.; a. 1346 u. 1347) MWB 1 779,11; Bearbeiter: Hoffmann

biberbau

DWB

biber·bau

biberbau , m. casa, cubile fibri, oben sp. 1161, altn. biorbû, dän. bäverbo, poln. bobrownia. man nennt auch diesen bau die burg des bibers,…

Biberbaum

Adelung

biber·baum

Der Biberbaum , des -es, plur. die -bäume, ein ausländischer Baum, dessen Blätter den Lorbeerblättern gleichen, und dessen schöne weiße Blum…

biberburg

DWB

biber·burg

biberburg , f. biberbau: der biber hat eine burg, wo er sich von holz eine wohnung macht. Döbel 1, 36 b .

Biberchlē

Idiotikon

Biberchlē Band 3, Spalte 608 Biberchlē 3,608

Biberchrūt

Idiotikon

Biberchrūt Band 3, Spalte 903 Biberchrūt 3,903

Biberchrǟpfli

Idiotikon

Biberchrǟpfli Band 3, Spalte 844 Biberchrǟpfli 3,844

Bibere ad numerum

Herder

Bibere ad numerum , lat., nach der Zahl trinken, eine Sitte der Alten, zu Ehren einer Gottheit eine gewisse Zahl Becher zu trinken. — Aehnli…

biberen

ElsWB

bibe·ren

bibere n [píwərə Rchw. ] gern und viel trinken: De hätts t sotte n së hn , was m i r gebiwert han! JB. IX 116. — vgl. Schweiz. 4, 922 bibele…

biberente

DWB

biber·ente

biberente , f. mergus castor, ein vogel der, gleich dem biber, ins wasser untertauchen kann.

Ableitungen von biber (1 von 1)

Bibere

Wander

Bibere 1. Qui bibit ex neigas de frischibus incibit ille. – Simrock, 7499. 2. Wo regiert das bibere, da verlewert sich das credere. – Lehman…