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beurteilen

nhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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6 in 6 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

beurteilen

beurteilen

Urteil n. ‘richterliche Entscheidung, Meinung, Ansicht, Einschätzung’. Die unterschiedlich gebildeten Substantive ahd. urteili n. (8. Jh.), urteilī f. (9. Jh.), urteila f. (9. Jh.), urteil m. n. (9. Jh.), urteilida f. (um 800), mhd. urteil(e), urtel, urteilde n. f. ‘richterliche Entscheidung, Urteil, Meinung, Ausspruch, Entscheidung’, asächs. urdēli n., mnd. ōrdēl n., mnl. o(o)rdeel, nl. oordeel n., aengl. ordāl m. n., engl. ordeal (‘Gottesurteil’) stehen als Abstrakta zu dem unter erteilen (s. Teil) behandelten Verb (zur unterschiedlichen Lautgestalt des Präfixes s. ur- und er-). Urteil wird von Anfang an in dem rechtssprachlichen Sinne ‘Zuteilung (des Rechts)’ gebraucht; die verallgemeinerte Bedeutung ‘Meinung, Ansicht’ entwickelt sich in der mystischen Literatur des Mittelalters. Neutrales Genus setzt sich im 18. Jh. durch. – urteilen Vb. ‘ein Urteil fällen, eine feste Meinung, Ansicht haben und aussprechen, einschätzen’, mhd. urteilen ‘ein Urteil sprechen, be-, verurteilen’, älteres gleichbed. erteilen verdrängend. aburteilen Vb. ‘rechtskräftig verurteilen’ (Anfang 17. Jh.), zuvor ‘eine Rechtssache, einen Prozeß durch (gerichtliches) Urteil entscheiden’ (Ende 15. Jh.), ‘beurteilen’ (Anfang 16. Jh.); vgl. mnd. afōrdēlen ‘gerichtlich aberkennen’; Aburteilung f. (2. Hälfte 18. Jh.). beurteilen Vb. ‘ein Urteil abgeben, bewerten, abschätzen, begutachten’ (Anfang 16. Jh.); vgl. mnd. beȫrdēlen, beōrdēlen ‘urteilen, Urteil finden über’; Beurteilung f. ‘Bewertung, Einschätzung, Begutachtung’ (1. Hälfte 17. Jh.). verurteilen Vb. ‘durch Gerichtsbeschluß eine Strafe über jmdn. verhängen, ablehnend beurteilen, ablehnen’, mhd. verurteilen ‘richterlich entscheiden, ein Urteil verkünden’; vgl. mnd. vorȫrdēlen ‘gerichtlich verurteilen, abfällig urteilen über’; Verurteilung f. (2. Hälfte 16. Jh.). Urteilskraft f. ‘Fähigkeit, sachlich zu urteilen’ (17. Jh., neben Urteilungskraft und Urteilenskraft). Urteilsvermögen n. (18. Jh.).
1947 Zeichen · 84 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    beurteilen

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer) · +1 Parallelbeleg

    Urteil n. ‘richterliche Entscheidung, Meinung, Ansicht, Einschätzung’. Die unterschiedlich gebildeten Substantive ahd. u…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    beurteilen

    Goethe-Wörterbuch

    beurteilen nur -th-; Bedeutungsumfang von subjektiver Ansicht, Meinung von etw, jdm bis zu sach- u fachgerechtem Urteil …

  3. modern
    Dialekt
    beurteilen

    Mecklenburgisches Wb.

    beurteilen urteilen, hd.: dor kann ick nich œwer beurteilen Wa Penzl ; beurteilen: dat kann ick nich beurteilen das Räts…

  4. Spezial
    beurteilen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    be|ur|tei|len vb.tr. 1 (ein Urteil abgeben) iudiché (-chëia) 2 dé jö n iudize (sön), dí la minunga (sön) 3 (abschätzen) …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit beurteilen

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Ableitung von beurteilen

be- + urteilen

beurteilen leitet sich vom Lemma urteilen ab mit Präfix be-.

Keine Komposita gefunden — beurteilen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.