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beule

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

beule f.

Bd. 1, Sp. 1745
beule, f. tuber, tumor, inflatio, geschwulst, ein durch alle deutsche zungen laufendes wort. Ulfilas bietet dar ufbauljan τυφοῦν sufflare 2 Tim. 2, 4, welches bauljan auf biulan zurückweist, wie daupjan auf diupan, baugjan auf biugan, kausjan auf kiusan, lausjan auf liusan. biulan aber wäre flare, blasen, und das goth. subst. bauljô, welchem ahd. paulâ papula gl. ker. 226 zunächst stünde, so wie altn. beyla gibbus, da höcker wie blase die vorstellung geschwulst enthalten. neben jenem paulâ besteht aber ahd. pûlâ, piulâ, piullâ = piulia (Graff 3, 96. 97) und mhd. biule, nhd. beule; vielleicht darf aus ahd. pûlislac (Graff 6, 773) auch ein pûl geleitet werden, wie nnl. buil f. gilt. ags. bŷle carbunculus, ulcus, engl. bile und boil, fries. beil pl. beilar, also m. schw. bula tumor,n. bule und byld (für bylle), merkwürdig aber haftet das schw. part. bulen tumidus,n. bullen und davon gebildet schw. bulna, n. bulne, die man auf das verwandte altn. bolginn und bolgna (wovon gleich nachher) zurückbringt, die aber das organische part. von biulan gewähren können. von uns entnommen scheint endlich das böhm. baule und verkleinert bulka tuber, da allen übrigen Slaven das wort abgeht. Aus LJ kann LG und LL werden. steigt man höher, so reihen sich an biulan baul, bauljan sowol bilgan balg tumere, balgs follis, der schwellende, geschwollne, altn. bylgja, schw. bölja, n. bölge, mhd. bulge, die schwellende welle, als auch altn. bulla ebullire, nhd. bullern hervorquellen, vielleicht ball pila, der schwellende, ahd. polla, bulla folliculus. mit zutretendem linguallaut belzan gemmas protrudere (sp. 1456), auspolzen exsilire (sp. 925), ahd. ûʒarpulzan ebullire, bolz der vorspringende, vordringende. im latein aber gleichen beides das lautverschobne follis und ohne verschiebung bulla, bullire, bulga, uter und uterus. finn. pulla, wasserblase, pullistan inflo, tumefacio. beule ist folglich aus biulan und bauljan, [] wie blase aus blasen, φύσημα und pustula aus φυσᾶν, tuber und tuba aus τυφοῦν, tumor aus tumere. Unter beule verstehen wir 11) die auf trocknen schlag und stosz oder fall erfolgende geschwulst, im gegensatz zur einschneidenden, blut flieszen machenden wunde: si ingenuus servum ictu percusserit, ut sanguis non exeat, quod nos dicimus pulislegi. lex. Rip. 19, 1; si quis alium per iram percusserit, quod Alamanni pulislac dicunt. lex Alam. 59, 1. mhd. den wart dâ gâlûnt ir brât mit treten und mit kiulen, ir vel truoc swarze biulen. Parz. 75, 8; ûʒ dem palas sluoc er sie, dar under maniger enphie biule unde wunden. krone 18878; dâ wart von swæren stüelen biulen harte vil geslagen. Nib. 1868, 4; nu var mit mir gein Riuwental, dâ singet wol diu iule, dâ ist diu rede ein wint, der slac ein biule. MSH. 3, 261b. nhd. ich hab einen man erschlagen mir zur wunden und einen jüngling mir zur beulen. 1 Mos. 4, 23; wund umb wunde, beule umb beule. 2 Mos. 21, 25; der kopf ist mir geschwollen oder voll beweln, so übel bin ich geschlagen. Alberus; was thuot die am, deren ein kind verdingt ist? sie seuget das kind, sie entschläfet es, und wenn es ein bül felt (eine beule fällt), oder das im das maul blaw wirt, so uberredet sie es, es hab gesprungen. Keisersb. s. d. m. 32b; itzt wirst du selbst voll schläg und beulen sein. Gryphius 1, 509; die wunden, seht mich an, die beulen, diese striemen sind lippen, darmit ich kan Jesus beistand rühmen. das.; die einem so guten spiritus auflegte, wenn man sich eine beule gestoszen hatte. Göthe 14, 257; er konnte keine wunde, kein blut, ja keine beule wahrnehmen. 19, 220; nach dem schlag lief eine grosze beule auf; er hat sich eine beule in den kopf gefallen, gestoszen. 22) eine von innen her, aus bösartiger stockung der säfte entstehende geschwulst, ahd. piullâ papula, pustula. Graff 3, 96. 97; das ist das gesetz uber allerlei mal des aussatzs und grinds, uber die beulen, gnetz und eiter weisz. 3 Mos. 14, 56; meines leibs und gaists beul aiter und gestank. Weckherlin 151; in diesem sinn heiszt es eiterbeule, pestbeule, und in flüchen pflegte man solche beulen anzuwünschen: got geb dir den ritten, oder die beulen, oder die hünsch! Keisersb. s. d. m. 38b; schweigt, das euch drus und peulen ange! fastn. sp. 539, 40; das müsz dich die beul und pestilenz ankommen! Frey garteng. cap. 65; das geb dir und deim haufen gott die drüs, beul und pestilenz! cap. 105; was gilts, er werd mich wider holen, dir legen sanct Veltins beulen an! Ayrer 301b; andere belege stehen sp. 340 unter angehen, sp. 1671 unter bestehen. Hohberg gebraucht beule männlich und von pferden: wann ein pferd unter der kehl oder drosz einen beulen gewinnet. 2, 203b. 33) früher bezeichnete beule auch das anschwellen des leibs in der schwangerschaft: das ir ein peul auflief als ein salzscheib. fastn. sp. 345, 20; bildträgerin, das sind frauen, die binden alte wammes oder belz oder küssen über den leib unter die kleider, um das man wähnen soll, sie gehen mit kindern, und haben in zwanzig jahren oder mehr nie keins gehabt, dasselbige heiszt 'mit der beuten gangen.' expertus in truphis cap. 18. 44) gleich dem altn. beyla drückte beule oder beul m. gibbus, die geschwulst des rückens aus: mit einem groszen beul oder hofer auf dem rücken. buch der liebe 12b. den anatomen heiszt eine art hervorragung oder fortsatz der knochen beule oder höcker. 55) in der baukunst ist beule eine vorragende verzierung am gesims. 66) becher, kannen, kessel bekommen beulen, wenn ihre glatte oberfläche durch fall oder stosz schadhaft wird. von einem verstoszenen, beschädigten hut läszt sich dasselbe sagen.
5597 Zeichen · 119 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Beule

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Beule , plur. die -n, Diminutivum das Beulchen, eine fehlerhafte halb runde Erhöhung an den thierischen Körpern, wel…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Beule

    Goethe-Wörterbuch

    Beule 1 (durch Beschädigung entstandene) Vorwölbung bzw. Eindellung auf einer sonst glatten Oberfläche eine goldene Vase…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Beule

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Beule , eine über die Oberfläche des Körpers hervorragende Geschwulst unter der Haut, deren Entstehung eine sehr verschi…

  4. modern
    Dialekt
    Beule

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Beule Band 2, Spalte 2,412f.

  5. Sprichwörter
    Beule

    Wander (Sprichwörter)

    Beule 1. Besser eine Beule am Kopf, als einen Makel am Herzen. – Eiselein, 75. 2. Beule um Beule! – 2 Mos. 21, 24; Schul…

  6. Spezial
    Beule

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Beu|le f. (-,-n) 1 bota (botes) f. 2 ‹med› (Auswuchs) püc (püc) m. 3 (Schwellung) inflada (-des) f. , infladöm (-s) m. 4…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit beule

70 Bildungen · 16 Erstglied · 54 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von beule

be- + ule

beule leitet sich vom Lemma ule ab mit Präfix be-.

beule‑ als Erstglied (16 von 16)

Beulenbock

RhWBN

beulen·bock

Beulen-bock Gummb-Homburgisch m.: den B. schlon Purzelbaum schlagen; fallieren.

beulend

FWB

1. s. beule 1.; 2. s. beule 3.

Beulenklopfer

Campe

beulen·klopfer

Der Beulenklopfer , des — s, d. Mz. w. d. Ez. bei den Zinngießern, ein rundes Stück Zinn an einem eisernen Stiele, welches man gegen die Beu…

Beulenkopf

RhWB

beulen·kopf

Beulen-kopf by·l.əkǫp Aach-Walh m.: 1. ein Kopf mit Geschwülsten. — 2. Schimpfw.

Beulenmelone

Campe

beulen·melone

○ Die Beulenmelone , Mz. die — n, eine Art Melonen, von unförmlich runder und plattgedrückter Gestalt, und mit Warzen und Beulen besetzt; au…

BEULENPEST

DWB2

beulen·pest

DWB2 BEULENPEST f . DWB2 zuss. mit DWB2 beule f. DWB2 häufigste erscheinungsform der pest, die mit starken schwellungen an hals, achselhöhle…

beule als Zweitglied (30 von 54)

Frostbeule

RDWB1

Frostbeule f отмороженное место übertr. , scherzh. мерзляк разг., мерзлячка разг.

Bibeule

RhWB

bibe·ule

Bib-eule bibę·i.l, Pl. -lən Wittl-Monzel f.: 1. Schreckgespenst. De B.ən kommen dich holen! wenn Kinder nicht schlafen gehn wollen. — Auswei…

dasselbeule

DWB

dassel·beule

dasselbeule , f. oestrus bovis, beule die entsteht, wenn die viehbremse eier in die haut legt. s. DWB dase .

druckbeule

DWB

druck·beule

druckbeule , f. die durch einen druck entstanden ist, wie stoszbeule von einem stosz.

drüsenbeule

DWB

druesen·beule

drüsenbeule , f. verhärtete drüsengeschwulst wie drüsenknote. bei der eiterung lymphatischer drüsen heiszt sie bubo, leistenbeule, weichenbe…

eiterbeule

DWB

eiter·beule

eiterbeule , f. tumor purulentus: von den fuszsolen bis aufs heubt ist nichts gesundes an im, sondern wunden und striemen und eiterbeulen. E…

Fiekbeule

Campe

fiek·beule

† Х Die Fiekbeule , Mz. die — n , eine Beule, welche der Fiek (s. d. 2) verursacht.

frostbeule

DWB

frost·beule

frostbeule , f. pernio: auch setzte sich an seinem herzen eine kleine frostbeule durch den gedanken an, dasz der lord auch seinen Victor zu …

gewissensbeule

DWB

gewissen·s·beule

gewissensbeule , f. , zu den ältesten zusammensetzungen gehörend : wie singt einer auf den andern, wie gehen ihnen die heimlichen herzgeschw…

gichtbeule

DWB

gicht·beule

gichtbeule , f. , gichtknoten, gichtknotenartige beule: man heilte durch eingeschlossene arzneimittel hartnäckige übel augenblicklich ... al…

giftbeule

DWB

gift·beule

giftbeule , f. : dasz man gar eben sehen kunte, wo die gifftbeulen aufflieffen J. D. Ernst bilderhausz (1691) 722 ; wie eine giftbeule, die …

greubeule

DWB

greube·ule

greubeule , f. , ostfries. dasselbeule Martiny wb. d. milchwirtschaft 47 ; zu greien, s. d.

grindbeule

DWB

grind·beule

grindbeule , f. : gr., grinddrüse bolla, gomma di rogna Kramer teutsch-ital. 1, 566 a . —

halsbeule

DWB

hals·beule

halsbeule , f. beule am halse: halsbeulen, mandeldrüsen adenes Stieler 110 .

Hitz(e)beule

PfWB

hitze·beule

Hitz(e)-beule f. : = PfWB Hitzepocke , -beile (Pl.) [ LU-Altr ]. SHW Südhess. III 615 ; RhWB Rhein. III 703 . —

honigbeule

DWB

honig·beule

honigbeule , was honiggeschwulst ( s. unten ): von den honigkpeulen. Zechendorfer gebrechen der rosz (1571) 2, 21 .

Hornbeule

RhWB

horn·beule

Horn-beule -bę·i.l Trier , Bitb f.: Schwiele in der Hand, am Fusse.

kalkbeule

DWB

kalk·beule

kalkbeule , f. gichtknoten, kalkartige materie enthaltend; 'kalchbeule, beinhafte knorren der podagramischen '. Frisch.