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Besinnen

mhd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
23 in 22 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Besinnen

Bd. 1, Sp. 912
Besinnen, verb. reg. recipr. Imperf. ich besann mich; Partic. besonnen. 1) Sich erinnern. Ich besinne mich nicht, daß ich es gesehen hätte. Ich besinne mich, es dir versprochen zu haben. Ingleichen mit dem Vorworte auf. Ich kann mich nicht darauf besinnen. Ich werde mich wohl noch darauf besinnen. Besinnst du dich denn nicht auf unsre Mariane? Günth. Im Oberdeutschen wird dieses Wort sehr häufig mit der zweyten Endung der Sache gebraucht. Sich seiner Jugend besinnen. Besinne dich der vorigen Jahre. Als Vater Zevs Sich glücklich einer List besann, Wiel. Allein im Hochdeutschen ist dafür erinnern oder entsinnen doch immer üblicher. 2) Mühe anwenden, sich einer Sache zu erinnern, sich bemühen, einen dunkeln Gedanken von etwas Vergangenen klar zu machen. Ich besinne mich hin und her. Ich habe mich schon lange darauf besonnen. 3) Überlegen, im gemeinen Leben und absolute. Ich will mich besinnen. Du besinnst dich immer gar zu lange. Im Oberdeutschen sagt man sinnst dich immer gar zu lange. Im Oberdeutschen sagt man auch mit der vierten Endung der Sache. Ich habe es mir nicht recht besonnen. Besinne es dir wohl. 4) Sich nach vorhergegangener Überlegung entschließen, in einigen Fällen. Haben sie sich besonnen? entschlossen. Sich eines bessern besinnen, einen bessern Entschluß fassen. Vielleicht besinnt sie sich anders. Er wird sich wohl noch eines andern (d. i. bessern) besinnen. 5) Zu seinen Sinnen, d. i. in den Zustand deutlicher Begriffe, wieder zurück kehren. Besinnen sie sich doch, sagt man zu einem, der in einer heftigen Leidenschaft, im Schlafe, in einem starken Rausche u. s. f. ist. Und als er sich besinnte, (besann,) Apostlg. 12, 12, als er zu sich selber kam. Er kann sich nicht besinnen, nicht wieder zu sich selbst kommen. Daher die Besinnung, besonders in der letzten Bedeutung, welche von Besonnenheit noch verschieden ist; die Besinnungskraft, das Vermögen sich zu besinnen, oder dunkele Vorstellungen klar und deutlich zu machen, welches dem neuern Besonnenheit billig vorzuziehen ist. S. dasselbe. Anm. Dieses Wort ist von Sinn und sinnen, welches ehedem alle Wirkungen der Seele ausdruckte. Im Hochdeutschen ungewöhnliche Bedeutungen von besinnen sind, (a) über etwas nachdenken. Indem aber Petrus sich besinnt über dem Gesichte, Apostelg. 10, 19. (b) Erwägen, im Oberdeutschen. Sich das Unglück besinnen. (c) Ersinnen. So fer ich noch ains khan besynnen, Theuerd. Kap. 70. (d) Das Mittelwort besonnen, oder besinnt, ist im Oberdeutschen auch für behutsam, verständig üblich; S. Besonnenheit und Unbesonnen. Besinnen gehet in einigen Oberdeutschen Gegenden auch regulär, welches auch Luther in den oben angeführten Stellen nachgeahmet hat. Die Niedersachsen gebrauchen für besinnen, besonders in der ersten Bedeutung, versinnen, welches nicht so veraltet ist, als Frisch behauptet. Übrigens hatte man hiervon ehedem auch das Factitivum besinnigen, zum Besinnen, Verstehen, Erkennen bringen, wovon Frisch ein Beyspiel aus Menkens Script. Saxon. anführet.
3009 Zeichen · 66 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    besinnenstv. I, 3., sw.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    be-sinnen stv. I, 3. u. sw. BMZ tr. worüber nachdenken, etw. ausdenken Bon. Ms. Teichn. Jer. ich hân solhen trôst besunn…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    besinnenst. V., sw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    besinnen , st. V., sw. V. nhd. besinnen, überlegen (V.), bedenken, erwägen, erkennen, verstehen, beabsichtigen, erdenken…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Besinnen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Besinnen , verb. reg. recipr. Imperf. ich besann mich; Partic. besonnen. 1) Sich erinnern. Ich besinne mich nicht, daß i…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    besinnen

    Goethe-Wörterbuch

    besinnen refl; mehrf subst, überwiegend in 1 a 1 überlegen, sinnen a sich bedenken, Für und Wider erwägen, häufig mit de…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Besinnen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Besinnen , sich , s. Erinnerung .

  6. modern
    Dialekt
    besinnen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    b e sinne n [psenə Co. Winzenh. ] refl. wie hochd. Hes t dich rëcht b e sunne n ? Winzenh.

  7. Sprichwörter
    Besinnen

    Wander (Sprichwörter)

    Besinnen 1. Besinne dich erst, was deine Schultern tragen können! 2. Besinnen bringt ersinnen. – Körte, 505. 3. Besinnen…

  8. Spezial
    besinnen

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    besinnen, sich sich auf etw. ~ - вспоминать, припоминать In den letzten Jahren besannen sich die Einheimischen auf die e…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit besinnen

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von besinnen

be- + sinnen

besinnen leitet sich vom Lemma sinnen ab mit Präfix be-.

Zerlegung von besinnen 2 Komponenten

besin+nen

besinnen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

besinnen‑ als Erstglied (1 von 1)

besinnen [sich ~]

LDWB2

besinnen·sich

be|sin|nen [sich ~] vb.refl. 1 (nachdenken, überlegen) ponsé do, ponsé sura 2 (sich erinnern) se recordé (de) 3 (zu sich kommen) gní pro se …

Ableitungen von besinnen (1 von 1)

unbesinnen

DWB

unbesinnen , n. , gegentheil von besinnen consideratio, nicht in allgemeiner bedeutung temerity ( Lucas 2, 20 53), sondern als synonym mit u…