Beschränkung auch -ck-; 125 Belege, s Vorbem zu ‘beschränken’ 1
räuml a
Begrenzung: für die bei der Refraktion zur Hervorbringung der Farben erforderliche Begrenzung des Lichtstrahls bzw des prismat Bildes (s begrenzen 1 a) gelangt er [
Descartes] zu der Haupteinsicht, daß eine B. nöthig sei, um die prismatischen Farben hervorzubringen .. Nun sucht er auch im Regenbogen jene nöthige B. und glaubt sie in der Gränze der Kugel, in dem dahinter ruhenden Dunkel anzutreffen GWBN3,280,8u14 FlH V GWBN5
2,54,14 ÜbFarbenerschRefraktion GWBN2,72,18u21 FlP 120
uö Begrenzung einer Malfläche durch architekton Glieder Raphael .. die herrlichen Bilder der Messe von Bolsena .. des Parnasses, wären ohne die wunderliche B. des Raumes nicht so unschätzbar geistreich zu denken .. wie in dem Organismus der Natur so thut sich auch in der Kunst innerhalb der genausten Schranke die Vollkommenheit der Lebensäußerung kund GWB32,175,24 ItR
uö für die begrenzte Ausdehnung eines Organs da es [
das Gehirn] sich nicht nach der Hirnschale, sondern diese nach jenem zu richten hat, und zwar dergestalt, daß die innere Diploe der Hirnschale vom Gehirn festgehalten und an ihre organische B. gefesselt wird GWB35,203,14 TuJ b
Einschränkung, insbes eines Ausblicks; mehrf konkretisiert in der Ferne eintretende Berge machten die Aussicht noch hoffnungsvoller, indem sie nur wie eine sanfte B. hereintraten GWB22,35,4 Lj IV 4 Suchen Sie ja indeß die schönsten Plätzchen aus. Höhen, Gründe, Felsen, Bäume, Aussichten und B-en, alles müssen Sie in Betracht ziehen GWBB16,277,7 SZiegesar 31.8.03
uö c
räuml Enge Wir setzen den Beobachter in’s Freie, ehe wir ihn in die B. der dunklen Kammer führen GWBN1,164,1 FlD 393
uö 2
in übertr Bed a
iSv Begrenztheit, Begrenzung α
für die Begrenztheit des menschl Individuums, seiner geistigen u schöpferischen Fähigkeiten, die Abhängigkeit von einer körperl-geistigen Disposition ich fühlte, daß ich Zeitlebens getrachtet hatte, mich zum Hypsistarier zu qualificiren; das ist aber keine kleine Bemühung: denn wie kommt man in der B. seiner Individualität wohl dahin, das Vortrefflichste gewahr zu werden? GWBB48,156,15 Boisserée 22.3.31 Wurden wir vorher bei dem Beschauen einzelner Farben gewissermaßen pathologisch afficirt .. so führt uns das Bedürfniß nach Totalität, welches unserm Organ eingeboren ist, aus dieser B. heraus GWBN1,324,4 FlD 812 ist .. die Geschichte der Kunst für den jungen Künstler von der größten Bedeutung, nur müßte er nicht in ihr etwa nur .. Vorbilder, sondern sich selbst auf seinem Standpunct, in seiner B. gleichnißweise gewahr werden GWB46,11,7 WinckelmVorr GWBN6,290,11 PhysiolPfl GWB46,53,6 Winckelm GWBN11,132,13 MuR(579)
in umfassender Bed: die Bedingtheit des Menschen durch äußere Faktoren mit einbeziehend (vgl 2 b α) wie Menschen nur dann klug und glücklich genannt werden können, wenn sie in der B. ihrer Natur und Umstände mit der möglichsten Freiheit leben GWB47,65,9 Theorie bildKünste GWB24,124,6u10 Wj I 7 [
Zit s v beschränken Sp 466,59ff] β
mBez auf die begrenzte Gestaltungsfähigkeit eines Organs od Organismus [
üb die Wurzel] was habe ich mit einer Gestaltung zu thun, die sich in Fäden, Strängen, Bollen und Knollen und, bei solcher B., sich nur in unerfreulichem Wechsel allenfalls darzustellen vermag, wo unendliche Varietäten zur Erscheinung kommen, niemals aber eine Steigerung GWBN6,332,17 UnbillForderg GWBB29,25,22 CFBurdach [25.1.18] γ
als numerische Beschränkung GWBN11,293,17 Tonlehre b
Einschränkung (nomen actionis u acti) α
Einschränkung der individuellen Freizügigkeit, des Handlungsspielraums, der Willensfreiheit durch bedingende Faktoren, gesellschaftl-sittl Normen, ökonomische Zwänge, Gebote u dgl; Reglementierung, Restriktion B., Pflicht [ΑΝΑΓΚΗ
Hss u Erstdr MorphH; Αναγκη, Nöthigung
Druck KuA u Ausg.l.H.] JbGG2,243 Urworte,Orphisch Strophentitel Var
1) Lessing, der mancherlei B. unwillig fühlte, läßt eine seiner Personen sagen [
Nathan I 3]: niemand muß müssen. Ein geistreicher frohgesinnter Mann sagte: wer will, der muß. Ein Dritter, freilich ein Gebildeter, fügte hinzu: wer einsieht, der will auch
2) GWB42
2,182,20 MuR(542) Weil .. unser inneres sittliches Wesen in äußeren Bedingungen verkörpert ist, es sei nun, daß wir einer Familie, einem Stande .. oder einem Staate angehören .. da das Gemeinwesen, als dessen Glied er [
Lavater] geboren war, in der genauesten und bestimmtesten B. einer löblichen hergebrachten Freiheit genoß GWB28,261,13 DuW 14 Warum denn auch eine Reitbahn so wohlthätig auf den Verständigen wirkt, ist daß man hier, vielleicht einzig in der Welt, die zweckmäßige B. der That, die Verbannung aller Willkür, ja des Zufalls mit Augen schaut und mit dem Geiste begreift GWB35,96,24 TuJ GWB13
1,322,18 Götz
3 V Gespr(He3
1,188) Lobe [Jul 1820] GWBB45,183,28 WHumboldt 1.3.29 K
uö als Machtbeschränkung GWB28,125,18 DuW 12
‘jdn in B. halten’: unter päd Aspekten Die .. gute Gesellschaft hält sie [
die Söhne der engl Familie Hope] gleichmäßig in heiterer B., so daß alles Rohe, Unschickliche nach und nach beseitigt wird GWBB43,242,4 Carlyle 15.1.28 β
Beschränkung durch formalästhetische Regeln (dafür exemplarisch die Sonettform), durch theoret Festlegungen; in der Architektur: durch Bedingungen des Materials uä Als Musterbild dramatischer B. in Ansehung der Handlung, der Zeit und des Ortes, wie solche früher die Alten, späterhin besonders die Franzosen beliebt, kann diese Darstellung [
G-s Übs des Voltaireschen Dramas] wohl gelten GWB16,239,5 Maskenz 1818 Progr [
vgl beschränken Sp 467,31ff] [
anläßl der Neubelebung der ital Sonettform durch die Romantiker] Sich in erneutem Kunstgebrauch zu üben, | Ist heil’ge Pflicht, die wir dir auferlegen: | .. Denn eben die B. läßt sich lieben, | Wenn sich die Geister gar gewaltig regen GWB2,255 Das Sonett 5 jede Veränderung des Materials und des Mechanismus, giebt dem Kunstwercke eine andere Bestimmung und Beschränckung GWBB9,7,23 Heyne 24.7.88 GWB47,199,10 Samml 8
uö γ
naturgesetzl Beschränkung, Bestimmung, Determination; auch ‘B. auf etw’ wie man Charaktere hervorbringen könne, ohne aus dem Kreise der Schönheit zu gehen, wie man B. und Determination aufs besondere, ohne der Freyheit zu schaden könne erscheinen lassen N(GOETHE14/15,145) Schönheit organNaturen [1794] GWBN13,230,18 Morph Plp [
Zit s v beschränken Sp 467,45ff] GWBN13,194 Morph Plp Var [> bestimmung GWBN13,194,33] δ
Selbstbeschränkung; nuanciert als Selbstgenügsamkeit, Selbstbescheidung, inhaltl od themat Konzentration, spezialisiertes Können, Selbstdisziplinierung, Mäßigung, prägnant als universelle Voraussetzung menschl Vervollkommnung, im Problemzshg Gesetz u Freiheit endlich siehet er [
der Mensch] in seine Hände die ihm auch Gott gefüllt hat mit Krafft und allerley Kunst .. und kehret zurück zu seinem Erbteil, säet, pflanzt und begießt, und geniest sein und der seinigen in herzlich würckender Beschränckung GWBB2,194,16 Jacobi 31.8.[74] wir kommen in Gefahr, uns in die Metaphysik zu verlieren, wenn wir uns nicht bescheiden, innerhalb des physischen Kreises unsere Bemühungen zu beschränken. Wie wir uns diese B. denken, suchen wir folgendermaßen auszudrücken GWBN5
1,430,22 Physikal Preisaufg Allem Leben, allem Thun, aller Kunst muß das Handwerk vorausgehen, welches nur in der B. erworben wird. Eines recht wissen und ausüben gibt höhere Bildung als Halbheit im Hundertfältigen GWB24,227,4 Wj I 12 Würde der junge Dichter freundlich drein sehen, wenn man ihm B-en zumuthete? Würde das Publicum zufrieden sein, wenn man sein augenblickliches Entzücken und Verwerfen zur Mäßigung heranriefe? GWB41
2,280,14 Neueste dtPoesie So ist’s mit aller Bildung auch beschaffen. | Vergebens werden ungebundne Geister | Nach der Vollendung reiner Höhe streben. | Wer Großes will muß sich zusammen raffen. | In der B. zeigt sich erst der Meister, | Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben GWB13
1,84,16 Was wir bringen = 4,129 Natur u Kunst 13
3) GWBB21,296,6 Reinhard 14.5.10
uö vereinzelt negativ nuanciert Die hohe Freiheit eines angebornen und durchgeübten Talents wird wohl billig den guten Deutschen vorgeführt, welche wähnen in der B. liege die Kraft. Welches im strengsten Sinne wohl wahr seyn mag, aber die rollende Zeit will andere Umsichten GWBB29,176,1 Uwarow 18.5.18 GWBN11,319,14 StudSpinoza GWB13
1,117 ProlBln 1821 Vs 39 c
iSv Eingeengtheit, Enge α
geistige Beschränktheit, Borniertheit, Einseitigkeit, Unzulänglichkeit; auch Pl deine dikhirnschaaligen Wissenschaftsgenossen in Zürich .. Unter dem republikanischen Druk und in der Atmosphäre durchschmauchter Wochenschriften .. würde ieder vernünftiger Mensch auf der Stelle toll. Nur die Einbildung, B. und Albernheit hält solche Menschen gesund und behaglich GWBB4,260,17 Lavater 24.7.80 Wer nicht überzeugt ist, daß er alle Manifestationen des menschlichen Wesens, Sinnlichkeit und Vernunft, Einbildungskraft und Verstand, zu einer entschiedenen Einheit ausbilden müsse .. der wird sich in einer unerfreulichen B. immerfort abquälen GWBN11,75,14 Rez: Stiedenroth es scheint wunderbar, ist aber den B-en des menschlichen Geistes ganz gemäß, daß man die Consequenz der Idee nicht in der Erscheinung verfolgen mag, sondern daß man sich an Ausnahmen ergötzt GWBB44,54,25 Nees 2.4.28 GWB7,184,7 DivNot [
Zit s v beschränken Sp 468,6ff] GWB23,138,28 Lj VIII 1
uö β
entwicklungsgebundene Beschränktheit Ich .. durfte glauben die Autoren zu verstehen, weil mir am buchstäblichen Sinne nichts abging .. Glückliche B. der Jugend! ja der Menschen überhaupt, daß sie sich in jedem Augenblicke ihres Daseins für vollendet halten können GWB27,40,2 DuW 6 γ
beschränkte Lebensverhältnisse, Zustände; in der Frühzeit (vereinzelt später) im Lob des einfachen, paradiesischen Lebens, in DuW mehrf in Kritik bürgerl-philiströser Zustände Wenn wir einen Platz in der Welt finden, da, mit unsern Besitzthümern zu ruhen; ein Feld, uns zu nähren; ein Haus, uns zu decken; haben wir da nicht Vaterland? .. haben das nicht .. tausende .. und leben sie nicht in dieser B. glücklich? AAJw3,99,9 FGA Sonnenfels Ärgerlicher Gegensatz der schweitzerischen bürgerlichen B. mit dem gehofften Naturleben GWB29,227 DuW 19 Schema GWB19,204,23 BrSchweiz I GWBNatT 462 GWB29,133,24 DuW 19
uö → GWB
Selbst- vgl zu 1 a GWB
Begrenzung GWB
Beschränktheit GWB
Grenze GWB
Kante Rand Saum Schranke zu 1 b GWB
Einschränkung zu 1 c GWB
Enge zu 2 a GWB
Begrenzung zu 2 a α GWB
Bedingtheit GWB
Begrenztheit GWB
Beschränktheit GWB
Bestimmung zu 2 b GWB
Einschränkung GWB
Gesetz Norm zu 2 b α GWB
Ἀνάγκη GWB
Bedingnis GWB
Bedingung GWB
Beschränktheit GWB
Eingeschränktheit Nötigung Pflicht zu 2 b β und γ GWB
Bestimmung zu 2 b γ GWB
Determination zu 2 b δ GWB
Entsagung GWB
Konzentration GWB
Mäßigung zu 2 c GWB
Beengung GWB
Enge zu 2 c α GWB
Albernheit GWB
Beschränktheit GWB
Borniertheit GWB
Eingeschränktheit GWB
Einseitigkeit zu 2 c β Naivität zu 2 c γ GWB
Einfachheit GWB
Genügsamkeit 1) Die Formulierung findet sich ausschließl in einer Hs aus dem Nachl Maria Paulownas; sie soll offenbar der Verdeutlichung dienen. 2) vgl Zelters Br v 4.1.26 u G-s Antwort v 21., die die zweite u dritte Sentenz als Zelters u G-s Meinung ausweisen 3) G selbst hat das etwa 1800 entstandene Sonett nicht in seine Ged-Sammlung aufgenommen. Die strenge Form symbolisiert zugleich den Inhalt (vgl HA19,
609f sowie 2 b β des Artikels).Gertrude Harlass G. Ha.