BEFREUNDEN vb. mhd. part. prät. bevriundet,
mnd. bevründen,
überwiegend refl.; vgl. freunden (2DWB 9,1030) u. anfreunden
(2DWB 2,906). häufig als part.adj. 1
in ein verwandtschaftsverhältnis treten. a
sich verschwägern (durch hochzeit), seltener ‘
heiraten’ u1460 also befrundte sich konig Sigemund mit den groszen graven Cammermeister
chr. 53 R. 1531 ir schwager soll sy zum weib nëmmen und befründen
(deut. 25,5), bibel (Zür.)97b. 1558 zu Leiptzig war ein sehr reicher mann, den ich wol zunennen wußt, aber ich thuͦ es nit, dann er ist mir auff der lingken seyten befreündt unnd mein landtsmann Lindener
katzipori 154 LV. ⟨v1656⟩ 3. gradus, die verwandtschafft, daß sie nicht zu nahe befreundet seyen Creidius
nuptialia 2(1670)149. 1696 wenn sich die kerlen mit den vornehmsten familien beschwägern und befreunden, so muß wohl schande halben was getan werden Weise
lateiner 302 DLE. 1700 die familie wäre ihr gantz wol bekant, und etwas weitläufftig mit ihr befreundet Hosmann
denck-mahl 1,46. 1718 in diesem fall ist ein könig befugt, sein reich .. unter seine kinder zu theilen, und wenn rechtmäßige kinder ermangeln, kan er es auch auf seine natürlich erzeugten kinder transferiren .., ja auch auf die, mit denen er nicht einmahl befreundet ist Rohr
staats-klugheit 204. 1756 daß ein gewisser mir wohlbekannter Engeländer das glück haben soll, des nechsten mit dem rodericischen hause sich durch eine wohlgetroffene mariage mit der schönen Roderica zu befreunden
leipz. avanturieur 2,69. —
mdal. noch: 1965 hei will seck mit nabers dochter befrünnen
ns. wb. 1,822. b
übertr. ‘etwas in einen zusammenhang stellen binden, vermengen’, ‘
sich mit etwas verbinden’: ⟨1582⟩ dann das wahre sylber hanget dem quecksylber mehr an, vnd befreundet sich auch demselben mehr Epimetheus
Pandora (1588)80. 1599 dann alle dise tugenten seynd einander dermassen nahe befreundt, dz die eine on der andern nit kan besessen werden Albertinus
spiegel 543. 1654 und daß eben der angezogne Seneca bekenne, daß der schlaff mit dem tode befreundet, und der schlaf mit dem tode auf brüderschafft getruncken habe Abele
gerichtshändel 595. 1768 ein funke nur von einer höhern sonne, / unsterblich unser geist, unsterblichen befreundt Wieland
I 7,202 ak. 1788 beide
(Civilis u. Wilhelm v. Oranien) vertrauen ihr wankendes glück einem befreundeten elemente
(dem meer) Schiller
7,23 G. 1800 alle gemüter, die sie lieben, befreundet und bindet poesie mit unauflöslichen banden
F. Schlegel
I 2,284 B. 2
in ein freundschaftliches verhältnis treten. a
(sich) jmdn. zu einem freund machen miteinander freundschaft schließen: ⟨u1295⟩
(hierher ) ir ein sprach na, der ander nar, / darnach er baz was bevrunt Heinrich v. Hesler
evangelium Nicodemi 2175 LV. 1534 man kann sich zuweyt nicht befreünden. .. nun ist in allē stendē keyn freüntschaft die weitter geet, den̄ schwagerschaft Agricola
sprichw. e 8a faks. 1636 was haltet vnd achtet jhr von diesem heiligen vnnd herrlichen gemüth, welches gott auff das allergenawste durch die gottseligkeit ist zugethan vnd befreundet? Meyfart
erinn. 156. ⟨v1683⟩ dem hertzoge Bojorich ließ Papirius Carbo ins Norich zuentbitten: er solte die Noricher als befreundete nachbarn der Römer unbelästigt lassen Lohenstein
Arminius (1689)1,900b. 1710 ein blick befreundet dich und schenckt dir tausend hertzen Mencke
verm. ged. 14. 1798 seid mir gegrüßt, befreundte schaaren! / die mir zur see begleiter waren Schiller
1,385 nat. 1801 Friedrich gehört gar nicht zu denen, mit welchen man sich bald befreundet Schleiermacher
leben in br. (1860)1,286. 1899 die wundersame geschichte von den zwei pfarrern .., die sich innig befreundeten, obwohl der eine den evangelischen glauben bekannte und der andere den katholischen Kussmaul
jugenderinn. 90. ⟨1914⟩ man ist natürlich mit offizieren und staatsbeamten in höheren stellungen verwandt, sogar nahe verwandt, und befreundet, sogar eng befreundet Liebknecht
ges. reden (1958)7,3. 2006 der ipoc-fonds wird laut eigenen aussagen vollständig von einem dänischen anwalt kontrolliert, der mit dem russischen minister befreundet ist
n. zürch. ztg. (4.9.)9a. b
übertr. ‘ein positives verhältnis zu etwas entwickeln; sich nahe kommen, vertraut werden oder machen, sich verbinden, sich zuwenden, versöhnen sich mit etwas vertraut machen, sich an etwas gewöhnen’: 1669 gleich wie die menschen in anderen äusserlichen dingen oftmals der eitelkeit befreundet, aber doch nicht für eitel wollen angesehen seyn Schottel
ethica 350. ⟨v1678⟩ ein ungeschliffenes, wildes gemüte befreundet sich mit keiner geschicklichkeit Butschky
rosen-thal (1679)358. 1732 ein paar, das es so redlich meint, / und das der tugend selbst befreundt, / kan anders nicht, es muß gedeyen Henrici
ged. (1727) 3,376. 1781 so habe ich keinen fremden ton zum f (zum ton der aria), sondern einen befreundteten dazu, aber nicht den nächsten, d minor, sondern den weitern, a minor, gewählt Mozart
br. 2,122 Sch. 1787 denn das land
(Laos) wurde bald von ihm
(China) abgerissen und befreundete sich mit den sitten der Siamesen Herder
14,17 S. ⟨1838⟩ wir lenkten unsere wanderung auf befreundeten pfaden nach den wüsteneien des Thury ein Nestroy
2,558 B./R. ⟨1883⟩ ich kann mich mit einer lebensweise nicht befreunden, die den tag mit speck und ei beginnt Fontane
Petöfy 58 C. ⟨1894⟩ Nitzsch, der .. wie niemand sonst befähigt schien die lutherischen lande des ostens mit den grundgedanken der calvinischen kirchenverfassung zu befreunden Treitschke
dt. gesch. 5(1899)365. 1968 ich hätte mich sogar mit meiner angst befreunden können. aber mein vater schwieg Lenz
deutschstunde 266. 1972
(hierher?) befreundete zahlen (verwandte zahlen, numeri amicabiles) heißen zwei natürliche zahlen a, b, deren teilsummen σ1 .. die gleichung σ1(a) = σ1(b) = a + b erfüllen Naas/Sch.
math. wb. 31,159b. 2005 zu einer geschichtsauffassung, die sich mit der gedankenwelt der aufklärung nicht befreunden kann Schochow
berl. staatsbibl. 262.Solf