AUSBLEIBEN vb. mhd. ûzbelîben, ûze belîben,
mnd. ût- blîven,
mnl. ûteblîven,
nl. uitblijven.
fort-, wegbleiben, nicht kommen, einen termin versäumen, häufig bildl. u. übertragen auf (erwartete) geschehnisse ‘
nicht eintreten, nicht eintreffen, nicht stattfinden’
; geläufig etwas bleibt nicht aus
etwas trifft mit großer wahrscheinlichkeit ein, geschieht sicher, läßt nicht auf sich warten: ⟨u1200/10⟩
(noch adverbial?) do er ûze beleip ein halbez jâr, / sîns komens warte si vür wâr: / daz was ir lîpgedinge Wolfram
Parzival 7103,15 L./H. ⟨u1280⟩ die brieve die er
(Etzel) sande / al umbe in sînem lande, / dâ stuont ouch slehtes an geschriben / (des bin ich nicht ûz beliben), / waz er geben wolde / allen den ze solde, / die die hervart wolden varn
Dietrichs flucht 7898 M. ⟨1320⟩ do deselue scholte vur sich behoerlichen erscheenen is und de andere part nicht gekomen dan utgebleuen noch ymande er wegen gesant hebben
weist. 3,32 G. ⟨E14.jh.⟩ wanne sich der mensche ubet mit guten dingen, / mit beten, lesen und mit singen / .. so mussen die gedancken uss bliben / di den menschen machen vorworn / unnd in schencken in der unkuscheid born Rothe
keuschheit 2996 DTM. ⟨u1400⟩ so pringt die valsch dieflisch schar / fremd schuld und aigen sünde dar. / das haben si als an geschriben; / nichtz vergessen noch außbeliben / wirt da sicherlich mit namen Kaufringer
16,704 LV. ⟨1488⟩ item, ein scheffen der âne orlaub uszbliebe, ist dem apt verfallen in 9 ℔ heller
weist. 6,495 G. 1544 traurigkeyt, koͤmmernuß und anfechtung wird nicht auß bleyben Luther
w. 52,302 W. 1551 daß, wer zu spat komb auff die strassen, / außbleibe
(‘draußen bleibe’), vnd werd nicht eingelassen, / ob er schon thuͦt so manchen buff, / so thuͦ jm doch die thür nicht vff Scheit
Grobianus 119 HND. 1561 es soll ain jegklicher an gemelter fron gehorsamlich erscheinen und nit ußbleiben
württ. ländl. rechtsqu. 2,86 W. 1648 von disem hohen fest da bleibet keiner auß Weckherlin
2,346 LV. ⟨1657⟩ aber es bleibt doch endlich nicht auß. wann gott langsam kom̄t, so kom̄t er doch gewiß Schupp
lehrreiche schr. (1684)8. ⟨1659⟩ daß Hiob habe ein grosses seitenstechen gehabt, daß ihm offt gewesen, als ob ihm der odem außbleiben wolle
ebd. 186. 1740 man siehet nicht selten, daß feld-früchte, gartengewächse und obst-bäume bey ausbleibenden regen .. gantz und gar verdorren Rohr
phyto-theol. 219. 1742 nachdem beklagter theil abermal ungehorsam ausbleibt, so bittet klagender anwaldt um insinuation der aacht Bürckhle
process 2,615. 1822 der diener, der sonst jeden morgen heraufkam mit dem frühstück, blieb aus E. T. A. Hoffmann
13,198 G. 1859 ich habe mir für schlechtes wetter, das nicht ausbleiben wird, allerlei kleine arbeiten mitgenommen Pfeiffer
brw. 60 K. 1886 bei der ungemein vielseitigen praktischen anwendung, welche in der neuzeit das elektrische licht gefunden hat, konnte es nicht ausbleiben, daß sich dasselbe auch eingang in den photographischen ateliers verschaffte
b. d. erfindungen 4,590 R. 1888 heut sind die nachmittagzeitungen ausgeblieben Freytag
br. an gattin 257 S.-F./W. ⟨1937⟩ der kleine Georg war an meningitis gestorben. innerhalb weniger stunden war er gesund, krank und tot. es blieb nicht aus, daß auch hier böse menschen allerlei munkelten G. Hauptmann
ausgew. prosa 3,215 M. 1996 nach dem auslaufen des besonderen kündigungsschutzes für ostdeutsche mieter .. ist .. die befürchtete kündigungswelle bislang ausgeblieben
berl. ztg. (17.1.)23a. 2002 zu teuer – im Spreewald bleiben die touristen aus
(überschrift), ebd. (24.7.)20f.
SchröderGrimm