Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
ast stM.
2 übertr. des pflanzlichen Bildes auf andere Verhältnisse
1 ‘Ast, Zweig’ die brachen ab dem boume die este AvaLJ 109,1; do hete div dvrre gerte Aarones este lazzen unde bloͮte unde hete nuzze gewnnen Spec 97,13; die bernt uns mit dem stocke schate, / niht mit dem grüenen meienblate, / mit zwîgen noch mit esten Tr 4675; Pelzb 122,14 u.ö.; und [die Götter] gaben ir zustund / wurz, este, ris, loub unde bast Mügeln 254,8. – auch bei nicht verholzten Pflanzenteilen (Reben, Seitentrieben u.ä.): der weinreb hât die art, daz er ain seit an dem ast an ainem knoden daz weinplat auzscheuzt und ander seit die weinper BdN 351,12; seiner [des Dills] este plüemel ebd. 382,3 u.ö. – phras. (?): den dürren ~ kiesen : vroude und wunne ir zubrast. / sich do kos si den durren ast / als di turteltube tut zu vorn, / wen si irn gegaten hat verlorn Brun 5296; ir triwe kôs den dürren ast Parz 57,14; vgl. dürrer ~ als Bild für Kummer und Leid auch WhvÖst 3091; KvWHerzm 253; hierher?: daz ich [...] aller fröiden gast / iemer bin. mîn ungesunt / gelîchet eime, der ein ast / muoste bûwen zaller stunt SM:Gl 3: 9,15 2 übertr. des pflanzlichen Bildes auf andere Verhältnisse: die zwuo âdern estent sich über all den leib und [...] sendent ir este zuo dem hirn BdN 36,18. 24,28. 36,31; des kuniclîchen stammes ein blûnder ast Kreuzf 5570; WhvÖst 12358; er inpfete daz êrste rîs / in tiutischer zungen: / dâ von sît este ersprungen, / von den die bluomen kâmen Tr 4740; und hât gezinnelt [gezackte] hörner mit esten sam ain hirz BdN 160,14; die du siest gaen irreclich: / sistu dann das sij versteinet sint / und gestercket in dem irren aste [Ab-, Seitenweg] Pilgerf 503. – Querbalken des Kreuzes: vnd namen die zwene este des heiligen crûces Konr 11,33. 11,4; genagelet vil vaste / zuo des kriuzes aste RvEBarl 2904; Wernh 1224; Mügeln 17,17
MWB 1 381,9; Bearbeiterin: Baumgarte