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Antrag

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
13 in 13 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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17

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Antrag

Antrag

tragen Vb. ‘eine Last halten und fortbewegen, mit etw. bekleidet sein, Früchte, Ertrag hervorbringen’, ahd. tragan (8. Jh.), mhd. tragen, asächs. dragan, mnd. drāgen, mnl. drāghen, nl. dragen, got. dragan ‘tragen’, semantisch abweichend aengl. dragan ‘ziehen, schleppen, in die Länge ziehen, gehen’, engl. to draw ‘ziehen’, anord. draga ‘ziehen, locken, fahren, Atem holen’, schwed. dra(ga) ‘ziehen’ (germ. *dragan). Außergerm. Anknüpfungen sind nicht gesichert. Aus dem Germ. zu erschließendem ie. *dherāgh-, *dhrā̌gh- ‘ziehen, am Boden schleifen’ stehen nahe ie. *trāgh- ‘ziehen, sich am Boden schleppen, sich bewegen, laufen’, wozu lat. trahere (tractum) ‘ziehen, schleppen’, sowie ie. *dereg-, wozu trecken (s. d.), und ie. *dhreg̑- ‘ziehen, dahinziehen, gleiten, streifen’, wozu aind. dhrájati ‘gleitet dahin, bewegt sich, fliegt’ und (zweifelhaft) trinken (s. d.); Anschluß dieser Varianten an Wurzeln wie ie. *der(ə)- ‘schinden, (ab)spalten’ (s. trennen, zerren) oder ie. *dher(ə)- ‘halten, festhalten, stützen’ ist möglich. Ausgangsbedeutung für tragen scheint ‘am Boden dahingleiten, schleppen, ziehen’ (von Lasten) zu sein, aus der sich ‘tragen’ (durch Lasttiere, Menschen) entwickelt. – Trage f. ‘Gestell zum Tragen von Kranken, Lasten, Tragkorb’ (um 1400). Träger m. ‘wer Lasten trägt’, ahd. tragāri (8. Jh.), mhd. trager, treger, seit dem 14. Jh. mit Umlaut. tragbar Adj. ‘erträglich’, mhd. tragebære, ‘zu tragen, transportierbar, (von Kleidern) gut, bequem zu tragen, kleidsam, finanziell erschwinglich’ (18. Jh.), älter ‘trächtig, fruchtbar, gut tragend’ (17. bis 19. Jh.); untragbar Adj. ‘wirtschaftlich, finanziell nicht zumutbar, unerträglich’ (18. Jh.), älter ‘nicht tragend, unfruchtbar’ (16. bis 19. Jh.). abtragen Vb. ‘etw. wegschaffen, beseitigen, einebnen, niederreißen, (Kleidungsstücke) durch Tragen abnutzen, nach und nach bezahlen’, mhd. abetragen; davon rückgebildet Abtrag m. ‘Beeinträchtigung, Minderung, Abzahlung, Wiedergutmachung’, mhd. abetrac ‘Wegnahme, Betrug, Buße, Entschädigung’; abträglich Adj. ‘schädlich, nachteilig’ (Anfang 16. Jh.), mhd. (vereinzelt) abetragelich ‘entschädigend’. antragen Vb. ‘anbieten, vorschlagen’, ahd. anatragan (9. Jh.), mhd. anetragen ‘herantragen, an sich tragen, führen, anstellen, anstiften’; Antrag m. ‘Gesuch, schriftlich vorgebrachte Bitte, förmlicher Vorschlag, Heiratsantrag’, mhd. antrac ‘Anschlag’, rückgebildet aus dem Verb antragen im Sinne von ‘anstiften’; beantragen Vb. ‘einen Antrag stellen, um etw. ersuchen, vorschlagen’ (19. Jh.). auftragen Vb. ‘Speisen auf den Tisch tragen, servieren, aufstreichen, übertreiben, jmdn. verpflichten, etw. zu tun, Kleidungsstücke bis zur Abnutzung tragen, aufbauschen’, mhd. ūftragen ‘in die Höhe streben, reichen’, reflexiv ‘sich erheben, darlegen, opfern’; Auftrag m. ‘(An)weisung, Aufgabe, Verpflichtung’ (17. Jh.), Rückbildung aus dem Verb; davon abgeleitet beauftragen Vb. ‘jmdm. einen Auftrag erteilen’ und Beauftragter m. ‘wer einen Auftrag auszuführen hat’ (beide Ende 18. Jh.). betragen Vb. ‘eine bestimmte Summe, Höhe, ein bestimmtes Maß erreichen, ausmachen’ (17. Jh.), reflexiv ‘sich benehmen, sich aufführen, sich verhalten’ (18. Jh.), mhd. betragen ‘tragen, bringen, ertragen, aussöhnen, beilegen’, reflexiv ‘sich nähren, sich behelfen, sich begnügen, sich befassen, sich abgeben mit’; Betrag m. ‘bestimmte Menge, Geldsumme’ (18. Jh.); vgl. mhd. betrac ‘Vertrag, Vergleich, Erwägung, Sorge’. eintragen Vb. ‘an einen Ort tragen, an einer bestimmten Stelle zusammentragen’, sodann ‘Ertrag, Gewinn bringen, abwerfen’ (16. Jh.), ‘ein-, hineinschreiben, vermerken’ (17. Jh.), ahd. intragan ‘hineintragen’ (9. Jh.), mhd. īntragen, auch ‘einbringen, nutzen’; zu eintragen im Sinne von ‘hineinschreiben’ ist rückgebildet Eintrag m. ‘schriftlicher Vermerk, an bestimmter Stelle eingetragene Bemerkung, (Akten)notiz’ (17. Jh.); vgl. mhd. īntrac ‘Schaden, Nachteil, Einwand, Einrede’, dazu die Wendung einer Sache Eintrag tun ‘sie beeinträchtigen, ihr abträglich sein, sie schädigen’, mhd. īntrac tuon. ertragen Vb. ‘Unangenehmes hinnehmen, ohne sich aufzulehnen, erdulden’, mhd. ertragen ‘vertragen, ertragen’, im 16. Jh. in der heute veralteten Bedeutung ‘einbringen, Nutzen abwerfen’; dazu rückgebildet Ertrag m. ‘bestimmte Menge erzeugter Güter (besonders in der Landwirtschaft), Ausbeute, finanzieller Gewinn’ (16. Jh.); erträglich Adj. ‘so beschaffen, daß es sich ertragen läßt’, unerträglich Adj. (beide 16. Jh.). vertragen Vb. ‘(körperlich, psychisch) ohne Schaden aushalten’, reflexiv ‘gut zusammenpassen, miteinander auskommen’, ahd. firtragan (8. Jh.), mhd. vertragen ‘wegtragen, verleiten, ertragen, erdulden, sich gefallen lassen, verschonen, aussöhnen, einen Vertrag schließen’; verträglich Adj. ‘umgänglich, friedlich, bekömmlich’, mhd. vertregelich, vertragelich, eigentlich ‘erträglich’, vgl. ahd. unfirtragantlīh ‘unerträglich’ (11. Jh.), mhd. und frühnhd. vereinzelt noch vertragenlich. Vertrag m. ‘rechtsgültige Vereinbarung, Abmachung zwischen zwei oder mehreren Partnern, Kontrakt’, mhd. vertrac ‘Vereinbarung, Verträglichkeit, Dauer, Gewinn’; vertraglich Adj. ‘durch Vertrag festgelegt, gemäß dem Vertrag’ (Ende 19. Jh.), zuerst Adverb. vortragen Vb. ‘nach vorn tragen, (zum Essen) vorsetzen’, ahd. furitragan, mhd. vür-, vortragen, mnd. vordragen, -dregen, ‘in Worten vorbringen, darlegen’ (14. Jh.). Vortrag m. ‘mündliche Darlegung, Rede’ (um 1500). zutragen Vb. ‘etw. zu jmdm. hinbringen, (heimlich) hinterbringen, mitteilen’, reflexiv ‘sich ereignen, geschehen’ (15. Jh.), ahd. zuotragan ‘herbeibringen’ (um 1000); Zuträger m. ‘wer anderen (heimlich) Nachrichten zuträgt’ (15. Jh.); zuträglich Adj. ‘die Gesundheit fördernd, bekömmlich, förderlich, nützlich’ (16. Jh.), zum Verb zutragen in der veralteten Bedeutung ‘nützen’ bzw. zum heute unüblichen Substantiv Zutrag ‘Nutzen’.
5829 Zeichen · 177 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Antrag

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Antrag , des -es, plur. die -träge, die Handlung des Antragens in der figürlichen Bedeutung, und dasjenige was anget…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Antrag

    Goethe-Wörterbuch

    Antrag öfter ‘A. tun’, auch ‘A. machen’, ‘ein A. geschieht, beschieht, ergeht’; ‘in A. bringen’ B41,241,3 A(MPaulown 82)…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Antrag

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Antrag , im Rechtsleben und im öffentlichen Leben überhaupt die an eine Behörde oder sonstige öffentliche Stelle gericht…

  4. modern
    Dialekt
    Antrag

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Antrag Band 4, Spalte 4,71

  5. Spezial
    Antrag

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    An|trag m. (-[e]s, Anträge) 1 (Gesuch, Forderung) domanda (-des) f. 2 (Vorschlag) proposta (-tes) f. 3 (im Parlament) mo…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit antrag

26 Bildungen · 19 Erstglied · 4 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von antrag 2 Komponenten

ant+rag

antrag setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

antrag‑ als Erstglied (19 von 19)

Antrag I

Idiotikon

Antrag I Band 14, Spalte 417 Antrag I 14,417

Antrag II

Idiotikon

Antrag II Band 14, Spalte 429 Antrag II 14,429

Antragbrett

PfWB

antrag·brett

Antrag-brett n. : ' Mörtelstreichbrett größeren Formates ', bes. für Gipser [ Krebs 21]; auch Drachbrett ( Tragbrett ), Uftrachbrett ( Auftr…

antragen

DWB

ant·ragen

antragen , n. propositio: derhalben wolt euer heiligkeit ire veterliche ohren, so an Christus stat dis mein antragen hören, mir irem armen s…

antragen

FWB

1. ›etw. tragen, mit sich führen; etw. wohin bringen‹; speziell: ›(bei Tisch) auftragen‹; 2. ›etw. am Leibe tragen (meist von Kleidern, auch…

antrager

Lexer

an-trager stm. kuppler Np. 21. 28 ; dapifer Dfg. 166 a ;

antrager

FWB

1. ›Erntearbeiter, der das geschnittene Getreide zum Binden hinträgt‹; spezialisiert zu antragen 1.; 2. ›Anstifter, Urheber von etw. (negati…

Antragsdelikt

DERW

antrag·s·delikt

Antragsdelikt, N., »Delikt das auf Antrag eines Verletzten verfolgt wird«, 19. Jh.?, s. Antrag, Delikt, vgl. Hälschner 1887, Ull- mann 1893

antragung

DWB

antrag·ung

antragung , f. propositio: durch antragung dergleichen zeitlichen glückseligkeit. Plesse 3, 341.

antrag als Zweitglied (4 von 4)

heirathsantrag

DWB

heirath·s·antrag

heirathsantrag , m. antrag auf verehelichung: einen heirathsantrag stellen, machen; mit heirathsanträgen geplagt. Klinger 1, 443 .

Rechnungsantrag

DRW

rechnung·s·antrag

Rechnungsantrag, m. schriftliche Beantragung einer Rechnungslegung alsdan bishar sich zu ziten alt värlägen rechnungsantrag harfür komen, so…

Ableitungen von antrag (3 von 3)

beantragen

DWB

beantragen , proponere, einen antrag auf etwas stellen.

Beantragung

LDWB2

Be|an|tra|gung f. (-,-en) 1 domanda (-des) f. 2 proposta (-tes) f.

urantrag

DWB

-antrag ( antrag des einzelnen abgeordneten im gs. zu anträgen der gesamtpartei; vgl. urabstimmung , -wahl) aus der geschäftsspr. des parlam…

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APA
Cotta, M. (2026). „antrag". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/antrag/pfeifer_etym?formid=PF_Antrag
MLA
Cotta, Marcel. „antrag". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/antrag/pfeifer_etym?formid=PF_Antrag. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „antrag". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/antrag/pfeifer_etym?formid=PF_Antrag.
BibTeX
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