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abstechen

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
18 in 15 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

abstechen

abstechen

stechen Vb. ‘mit einer Spitze verletzen bzw. in etw. eindringen’, ahd. stehhan (um 800), mhd. stechen (auch ‘turnieren’), asächs. stekan, mnd. mnl. stēken, nl. steken, afries. steka (westgerm. *stekan) führen mit den unter stecken, Stachel, Stake (s. d.) genannten Formen sowie mit ahd. stehhōn ‘anstacheln, erstechen’ (8. Jh.), got. staks ‘Wundmal’ auf ie. *(s)teg-. Demgegenüber setzen die außergerm. Verben und Nomina aind. tḗjatē ‘ist, wird scharf, schärft’, tigmáḥ ‘scharf, spitzig, heiß, heftig’, griech. stízein (στίζειν) ‘stechen, punkten, tätowieren, brandmarken’, stígma (στίγμα) ‘Stich, Brandmal, Malzeichen, Kennzeichen’, lat. īnstīgāre ‘anstacheln, anspornen, aufreizen’ ie. *(s)teig-, *(s)tig- voraus. Mit Sicherheit liegt eine ie. Ausgangsform mit i-Vokal bzw. i-Diphthong auch in aengl. stician ‘stechen, durchstoßen’, engl. to stick ‘stechen, stoßen, stecken’, einem Teil der unter Stecken (s. d.) genannten Formen sowie in ablautendem anord. steikja ‘braten’, eigentlich ‘an den Bratspieß stecken’, vor. Bei einer Reihe verwandter Wörter aber (s. Stich, Stichel, sticken, ersticken) bleibt offen, ob das i der Wurzelsilbe aus dem Ie. ererbt oder (außerhalb des Got.) durch ein ursprüngliches i bzw. j der Folgesilbe aus e entstanden ist. Ie. *(s)teig-, *(s)tig- und die Variante *(s)teg- ‘stechen, spitz, Stange, Pfahl, Stock’ sind Gutturalerweiterungen der Wurzel ie. *(s)tei- ‘spitzig’, die unerweitert in lat. stilus, stimulus (s. Stil, stimulieren) enthalten ist. – ausstechen Vb. ‘durch Stechen herausnehmen oder entfernen’, asächs. ūtstekan, spätmhd. ūʒstechen; auch ‘beim Turnier aus dem Sattel stechen’, daher ‘jmdn. von seinem Platze verdrängen, seine Stellung einnehmen, ihn übertreffen’ (17. Jh.). Stecher m. ‘wer sticht’, mhd. stechære, stecher, auch ‘gedungener Mörder, Turnierkämpfer, stechende Waffe, Dolch’; vgl. Kupferstecher, s. auch Feldstecher. Stechapfel m. giftiges Nachtschattengewächs mit stachligen Früchten (16. Jh.). Stechpalme f. Strauch mit glänzenden, stachligen Blättern, dessen immergrüne Zweige vielfach am Palmsonntag geweiht und in der Prozession mitgeführt werden (16. Jh.). abstechen Vb. ‘mit einem Stichwerkzeug abtrennen, durch einen Stich schlachten, ablaufen lassen, markieren, abgrenzen, sich von oder gegen etw. abheben’, mhd. abestechen ‘abtrennen, durchtrennen, schlachten, durch Stechen (im Turnier) besiegen, übertreffen’. Abstecher m. ‘kleiner, von der vorgegebenen Route abweichender Ausflug’ (18. Jh., zuvor nd. affsteker, um 1700), zu abstechen in der älteren Bedeutung ‘sich entfernen, davonmachen’ (16. Jh.). anstechen Vb. ‘in etw. hineinstechen, es damit öffnen’ (ein Faß), mhd. anestechen ‘anzapfen’, auch ‘antreiben (mit den Sporen), Feuer anlegen’, ahd. anastehhan ‘hineinstechen’ (9. Jh.). Anstich m. ‘das Anzapfen’ (eines Fasses, 15. Jh.).
2816 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    abstechenst. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    abstechen , st. V. Vw.: s. abestechen

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Abstêchen

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Abstêchen , verb. irreg. S. Adelung Stechen . Es ist: I. Ein Activum, und bedeutet: 1) Herab stechen, mit Stichen von ei…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    abstechen

    Goethe-Wörterbuch

    abstechen 1 Dämme, Ufer Schon hatte sich das Volk auf die oberwärts abgestochenen und vom Rasen entblößten Dämme [ zwisc…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Abstechen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Abstechen , sich auf der See in einem Boote von dem Schiffe entfernen; 2. den Herd des Ofens öffnen, damit das geschmolz…

  5. modern
    Dialekt
    ab stëchen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    ab stëche n einen in Kleidung und Sitten nachäffen Westhalten.

  6. Sprichwörter
    Abstechen

    Wander (Sprichwörter)

    Abstechen 'T stekt of, as Dälers Laken. – Hauskalender, III; Bueren, 1158.

  7. Spezial
    abstechen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ab|ste|chen vb.tr. 1 (in Bezug auf Grasnarbe) ciavé demez, ciavé jö 2 (töten) copé (copa) 3 (ablaufen lassen, z.B. Wein)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit abstechen

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Zerlegung von abstechen 2 Komponenten

abs+techen

abstechen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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APA
Cotta, M. (2026). „abstechen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/abstechen/pfeifer_etym
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Cotta, Marcel. „abstechen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/abstechen/pfeifer_etym. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „abstechen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/abstechen/pfeifer_etym.
BibTeX
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