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zwölf

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zwölf zahlw.

Bd. 32, Sp. 1432
zwölf, zahlw. , gemeingerm.; got. twalif; ahd. zwelif, mhd. zwelf; as. twelif, twilif, mnd. twelf; mnl. twalef, twaelf, nnl. twaalf; ags. twelf, me. twelf und flektiert twelwe, davon ne. twelve; afries. twel(e)f; an. tólf (< *twaluf?), n., schwed., norw. tolv. zu erschlieszen ist germ. *twaliBi-, ein kompositum, das aus dem stamm der zweizahl (idg. *d[u]o) und einem element -lif (flektiert mit grammat. wechsel -liBi- gebildet ist, das eher zu idg. *leip, germ. mit der bedeutung '(übrig) bleiben' gehört als zu idg. *leiq '(übrig) lassen' Walde-Pokorny 2, 397, vgl. Fraenkel d. balt. sprachen (1950) 55 f.; anders Sommer zum zahlwort (1951) 62 f.; die bedeutung ist als 'mit zwei als überschusz (über die zehn hinaus)' zu verstehen, s. Sommer a. a. o. gleiche bildungsweise, die auch in elf (got. ainlif) vorliegt, zeigt auch lit. -lika in der zahlenreihe 11 bis 19, vgl. lit. dvýlika 'zwölf'. zur form. die urspr. zweisilbige form zwelif geht bereits in spätahd. zeit über zwelef unter ausstoszung des mittelsilbenvokals in zwelf über, beide formen bei Notker, vgl. die ordinalzahl zueleftun 1, 738, daneben uzzer zeuuelfen 2, 545 P. mhd. allgemein zwelf; seltener sind zweisilbige formen (bis in spätere zeit) anzutreffen: zweliph (13. jh.) Mühlhäuser reichsrechtsbuch 176 Meyer; zwelif Konrad v. Megenberg buch d. natur 125 Pf.; zwelliff Lori bair. bergrecht 75; zwelif (1549) österr. weisth. 2, 59. die ma. bewahrt zweisilbige formen im Elsasz und im raum von Trier sowie im fries. gebiet; vereinzelt twölef Block Eilsdorf 99b; twöllef Elberfelder ma. 167b; twöllef Leithäuser Barmen 162b. in neuester zeit begegnet zweisilbiges zwölef gelegentlich im fernsprechverkehr zur unterscheidung von elf. die rundung des umlauts-e der stammsilbe zu ö begegnet zuerst alemannisch im 13. jh., s. (1277) corp. altdt. originalurk. 1, 103 Wilhelm; dann Mechthild v. Magdeburg 17 Gall Morel. über weiteres vordringen der rundung im 15. und 16. jh. s. Moser frühnhd. gramm. 1, 1 § 66, 1; doch zeigt sich im ganzen hochdt. sprachgebiet ein fortwährendes, durch die vom md. ausgehende tendenz zur entrundung verstärktes schwanken, das sich noch in den maa. der neuzeit spiegelt. Luther hat vorwiegend zwelff, aber verschiedentlich begegnet bei ihm auch zwölff neben seltenem zwolff. formen ohne rundung herrschen heute durchgängig im md. raum (ausnahme lediglich Christa Trier 226b), während das obd. gebiet formen mit und ohne rundung (gelegentlich nebeneinander) aufweist. das nd. zeigt vorwiegend ö; lediglich in Mecklenburg und östlich davon ein gebiet mit e. nur selten begegnen andere vokale in der stammsilbe: zweilfhundert (Kenzingen 1269) corp. d. altdt. originalurk. 1, 161 Wilhelm; zwulff weisth. 1, 413; zwilf Münchner Oswald 2091 Baesecke; zwilffe des radts (Meiningen 1450) weisth. 3, 597. im ostmd. raume, sowie nördlich davon in Berlin, Mecklenburg und in Göttingen, Hannover wird -f in den flektierten formen bzw. vor -e, wo es seine stellung im auslaut aufgibt, zu stimmhafter spirans: zwölwe, twölwe. zu einzelheiten der mundartlichen lautformen vgl. die zusammenstellung zwölf bei Wrede berichte üb. Wenkers sprachatlas in: anz. f. dt. altert. 21 (1895) 274, wo auch (im gegensatz zu den maa.-wbb.) formen mit vokalischer auflösung des l (zweof, zwoif, zwöif u. ä.) festgestellt sind. für die flexion von zwölf gelten die allgemeinen regeln bei zahlwörtern. attributiv unmittelbar vor dem substantiv seit jeher unflektiert. doch gegen die regel: zwOelffer land kron Friedrich v. Schwaben 3533 Jellinek; das lannd der zwelfer geschlechte erste dt. bibel 3, 23 Kurr.; in diszen tzwelffen epistolln Luther 10, 1, 1, 728 W.; ein gewicht zwölffer untzen Calepinus XI ling. (1598) 818b; der zwölffer thiere zahl Logau sinnged. 438 lit. ver. flektierte formen sind die regel (got. nur im genetiv und dativ) beim gebrauch in nicht unmittelbarer stellung vor dem substantiv: was auk jere twalibe got. bib. Mark. 5, 42 Streitberg; zueliuin sinen iungiron Tatian 44, 28; sowie in substantivischer verwendung: thie zueliui quadun Tatian 80, 1; der zwelfer meister Freidank 145, 15 Grimm; eine zahl von zwölfen Kramer t.-ital. 2 (1702) 1502a; die heiligen zwölfe Klopstock Messias (1775) 1, 152. die formen auf -e bleiben in der umgangssprache weitgehend erhalten, dringen auch in die zahlenreihe beim zählen ein: ... zehne, elfe, zwölfe ..., während hochsprachlich die endungslosen formen als gültig angesehen werden. lediglich bei der angabe der uhrzeit sind flektierte formen auch in der literatur öfter anzutreffen: es hab lang zwölffe geschlagen Scheit Grobianus 2341 ndr.; nach zwölfen Dusch verm. w. (1754) 154; Göthe IV 42, 115 W.; auf zwölfe H. v. Kleist w. 1, 396 E. Schmidt. anwendung. 11) zwölf als glied der zahlenreihe; reiner zahlbegriff: cantica quindecim graduum. nefîrrônt noh an selbero zalo. ut patribus uidetur. diû selba zala diû ist ûzzer zeuuelfen unde drîn. alde ûzzer zênen unde funfen Notker 2, 545 Piper; do man an Judas stat eynen andren apostel solde irwelen, uf das di czal zwelve widir irvullit wurde (14. jh.) ostdt. apostelgesch. 23 Ziesemer; (beim zählen des geldes) zechen, aindleff, czwelff, dreyzechen altdt. passionsspiele a. Tirol 192 Wackernell; zwölffe ... ist die zahl von zweymal sechse Gueintz dt. rechtschreibung (1666) 175. in der ordnenden bezifferung von gliedern einer kontinuierlichen reihe: (die) dynastien 11 und 12 Grapow in: wiss. annalen 1. jahrg. (1952) 115. substantivisch die zwölf, f.: fünf und sieben, die heil'gen zahlen liegen in der zwölfe Schiller 12, 95 G. die ziffer, das zahlzeichen 12, vgl. eine zwölf schreiben; der uhrzeiger steht auf der zwölf; eine arabische, eine römische zwölf. mundartlich als neutrum: das zwölfi Hunziker Aargau 316. 22) als zahlangabe; zwölf kennzeichnet eine bestimmte anzahl von begriffen aller art: a duodecim psalmorum quantitate fona zuelifin salmono uueomichili Benediktinerregel in: sprachdenkm. 221 Steinm.; thar lasun sie tho alle zuelif korbi folle Otfrid III 6, 48 Erdmann; sô wilz der hane bezzer hân, dem sind zwelf hennen undertân Freidank 145, 14 Grimm; ein kint von zwölff jarn Lancelot 1, 546 Kluge; zwölff stund arbeyten Luther 52, 136 W.; zwelif guet kreutzer (1549) österr. weisth. 2, 59; groschen, seyn zwölff pfennig Kirchhof wendunmuth 1, 209 lit. ver.; (was) mir wohl zwölf ducaten kosten wird (1770) L. Mozart in: br. W. A. Mozarts 3, 60 Schied.; vor zwölf jahren Zimmermann einsamkeit (1784) 1, IV; zwölf tage habe ichs in meinem herzen herumgetragen (1785) Schiller br. 1, 229 Jonas; ein vers von zwölf sylben A. W. Schlegel in: Athenäum (1798) 1, 1, 43; zwölf personen, das war eine nette zahl Polenz Grabenhäger (1897) 1, 159; alle zwölf töne der chromatischen skala Th. Mann faustus (1948) 770; in den zwölf jahren des dritten reichs Klemperer l. t. i. (1949) 30; zwölf jahre lang Wiechert missa sine nomine (1950) 65. als genaue gröszenangabe von maszen und entfernungen: von der burg bisz zu Rasteuil waren zwölff schotisch mylen Lancelot 1, 457 Kluge; Tuneta, das nit mehr dann zwölff welsch meilen von Carthago lag Carbach Livius (1551) 180a; ein acht fusz tiefer und zwölf fusz breiter graben umschlosz die ganze verschanzung Schiller 8, 268 G.; (die grotte) ist ein vielleicht zwanzig schritt breites, zwölf schritt tiefes loch in der kalkwand Werfel Bernadette (1948) 20. 33) da die zahl zwölf sich 'als primitive rechenmaschine' (Sommer zum zahlwort 62) aus den drei gliedern der vier finger (unter ausschlusz des daumens) natürlich ergibt, kommt ihr seit urzeiten eine besondere bedeutung zu, an die sich feste begriffe und wendungen anschlieszen. die anzahl zwölf vermittelt dadurch bis in neuere zeit die vorstellung einer geschlossenen summe als grundeinheit. 3@aa) in verbindung mit einem substantiv bildet zwölf einen ganzheitlichen begriff, von dem aus das zahlwort in einigen fällen absolutem gebrauch unterworfen wird und substantiviert als die zwölf, die zwölfe spezielle bedeutung gewinnt. symbolhafte bedeutung kommt seit alters der zwölfzahl im rechtswesen zu. zwölfmännergericht (vgl. an. tólf manna dómr), s. Grimm rechtsaltertümer 41, 298; 2, 392; 394 f.: mit solchen erbarn mannen zwelf soll man besetzen di schrann (16. jh.) österr. weist. 7, 32; wie ich nun in sitzenden rath vor sie komme, befinde ich zwölf alte tapfere leute Schweinichen denkw. 79 Öst.; zwölf stühle sind zugericht für die zwölf schöppen gut Rückert ges. poet. w. (1867) 3, 40; man setzet zwölfe im rath; was einer nicht weiss, der andere verstaht Wander sprichw.-lex. 5 (1880) 678. dazu die redensart: bei einem guten rat sitzent 12 am tisch bei Fischer schwäb. 6, 1476. volljährigkeit der mädchen beim zwölften lebensjahr (vgl. Grimm rechtsaltertümer 41, 574): sô diu juncfrowe kumet ze zwelf jâren, sô ist si ze ir tagen komen Schwabenspiegel landrecht 46 Wackernagel; mueterlin, ir dürfet mich niht leren: ich han gewahsen mine tag' da her wol zwelef jar minnesinger 3, 216 v. d. Hagen; ein iclich man sal zu rechti sini ekint virste (vertreten), di wili su nicht zueliph iar alt insien (13. jh.) Mühlhäuser reichsrechtsb. 176 Meyer. in der bestimmung einer gesetzlichen frist: weregelt gilt man over tvelf weken von der tiet, dat it gewunnen wirt Sachsenspiegel land- u. lehnrecht 57 Eckhardt. vgl. weiter die häufigkeit der zwölfzahl in mythos, sage, märchen und aberglauben, wodurch die zahl zwölf bzw. eine summe von zwölf symbolhafte, oft magische bedeutung erlangt. von da aus verbreitet in einer vielzahl von sprichwörtern und redensarten. 3@bb) orient und antike haben der zwölfzahl ihren besonderen charakter verliehen. die tierkreiszeichen, sternbilder: thiu zwelif zeichen ellu Otfrid V 17, 27 Erdmann; der (sonne) mǒz in sineme cursu zwelf ceichen durech gan priester Arnold siebenzahl 411 Polzer; ob ich wisse die wirkungen und stellung der zwölf himmelszeichen Abr. a s. Clara w. 2, 153 Strigl; gestirne, welche man die zwölf himmlischen zeichen nennt Hebel w. 2, 12 Behaghel. die zwölf winde, im anschlusz an die zwölffache einteilung der himmelsrichtungen in der antike: sie sach die zwelf winde Heinrich v. Neustadt gottes zukunft 969 Singer; diser vier angelwind hat jeder noch zwen nebenwind, machen also überal zwölff Sebiz feldbau (1579) 6. zwölf augen im würfelspiel: sant Bernhart die würfel vie und warf sunder lougen an zwein würfeln zwelf ougen Konrad v. Ammenhausen schachzabelbuch 17816 Vetter; da bestund der bauwer noch auff seinen zwelff augen Kirchhof wendunmuth 1, 377 lit. ver. (vgl. dazu teil 1, sp. 800). in anlehnung an die leges duodecim tabularum, der ältesten aufzeichnung des römischen rechts: die junckfraw wöll wir selb behalten nach auszweysung desz gsetz der alten in den zwölff dafeln auffgeschrieben. darbei es alzeyt ist belieben Hans Sachs 2, 8 lit. ver.; ich stelle mir vor, dasz wir dadurch in den stand kommen, gleichsam zwölf tafeln für die richter des verdienstes zu verfertigen Th. Abbt verm. w. (1768) 1, 7. 3@cc) die zwölfzahl in der bibel geht vermutlich auf den gleichen ursprung zurück: bigan tho druhtin redinonthen selben zuelif theganon Otfrid IV 10, 1 Erdmann; unde dû (Josua) solt diu zwelf geslehte zuo dir nemen Berthold v. Regensburg 1, 184 Pfeiffer; das sind die zwelff stemme Israel alle genesis 49, 28; Jacob der patriarch het zwölff sün, vnd ain dochter die hiesz Dina Keisersberg pred. teütsch (1508) 56c; es hatte aber Jacob zwelff söne genesis 35, 22; denn es ist kein kind nicht, das nicht wisse von zwelff aposteln und S. Paul zu sagen (1545) Luther 54, 277 W.; haben zwölf apostel die ganze welt revolutioniert, was werden da nicht erst vierzig thun br. von u. an Herwegh (1896) 158 Marcel Herwegh. häufig substantivisch die zwölfe, d. i. die zwölf jünger bzw. apostel: thuo geng im thar Judas forth, iungro Christes, en thero tuelifo Heliand 4478 Sievers; denn als nun wieder ostern war, nahm er zu sich der zwölfe schar Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel ev. kirchenlied 3, 302; die sind also die heiligen zwölfe Klopstock Messias (1775) 1, 152. vereinzelt findet sich die zwölfzahl auch sonst in der christlichen literatur: von zwelf juncherren des tiuvels Berthold v. Regensburg 1, 520 Pfeiffer; daz sint die zwelf irwelten tugent die Crist ie truc von siner jugent Heinrich v. Hesler apocalypse 16599 Helm; ausser diesen zwölf rittern aber, die zusammen die zwölf sittlichen tugenden vorstellen Gerstenberg br. üb. merkwürd. d. literatur 29 lit.-denkm. die zwölf nächte oder die zwölfen zur bezeichnung des zeitraums zwischen weihnachten und dem fest der heiligen drei könige (s. auch zwölften), wobei christliche ausdeutung einer germanischen festzeit vorzuliegen scheint; häufig in der umgangssprache nd. maa., vgl. twölf neite Leithäuser Barmen 162b; in den hilligen twolf to winachten brem.-ns. wb. 5 (1771) 142; in den twölfen Fromme Hohenbostel 86 Alpers: was anlangt die 12 unter-nächte, fangens etliche an vom tage Luciae, etliche aber von dem tage, wann der christschein vorbey Hohberg georg. cur. (1682) 1, 139; in den zwölfen musz man den wolf nicht bey seinem namen nennen Blum sprichwb. (1780) 2, 19; nahn wir nicht den heil'gen zwölfen? Fr. W. Weber Dreizehnlinden (1907) 214. 3@dd) zwölf in der zeitrechnung. die zwölf monate (= ein jahr): nach zwelf manden umme ganc Daniel 3713 Hübner; vor zwölf monaten hiesz es zweijährige dienstzeit Bismarck ged. u. erinn. 2, 20 volksausg. die tages- bzw. nachtstunden: ja sint, quad er, bi nôtizwelif dago zîti Otfrid III 23, 33; diu nacht hat zwelif weil altdt. pred. 2, 15 Schönbach; es sind dess tages zwölff stunden Schupp schr. (1663) 15. zur angabe der tageszeit; zwölf bezeichnet als fester begriff den zeitpunkt der vollendung der zwölften stunde des tages bzw. der nacht (oft als 'mittag' oder 'mitternacht'). zunächst von den zwölf glockenschlägen der uhr: zwischen zwelffen und einem schlage (1546) Luther 54, 494 W.; als es nun eben zwölffe schlug Fischart w. 2, 373 Hauffen; die mitternacht rief zwölf mit ehrner zunge Shakespeare 1 (1797) 288; am 28sten august 1749, mittags mit dem glockenschlage zwölf, kam ich in Frankfurt am Main auf die welt Göthe I 26, 11 W.; 's het zwölfi g'schlage Hunziker Aargau 316. substantivisch für die gesamtzahl der schläge: und wie die zwölfe tönen feierlich Freiligrath ges. dicht. (1877) 2, 156. dann in festen wendungen: umb zwelff vhr (1561) Amadis 101 Keller; bis umb zwölf uhren (1624) bei Schmoller Straszb. tucherzunft (1879) 251; es ist zwölf uhr Kramer t.-ital. 2 (1702) 1502b; punkt zwölf uhr G. Keller ges. w. (1889) 1, 272; um zwölf uhr acht Feuchtwanger geschw. Oppermann (1948) 62; umb zwelffe (1538) Luther 46, 257 W.; z' nacht am zwelfi Friedli Bärndütsch 5, 154; halber zwölfe Kramer t.-ital. 2 (1702) 1502b; nachts halb zwölfe (1776) Göthe IV 3, 43 W. umgangssprachlich: zwölfe 12 uhr Fischer schwäb. 6, 1477; zwelfe läuten Schmeller bayr. wb. 2, 1176; 's gieht of zwelfen Müller-Fraureuth obersächs. 2, 723a; sis æ færd (uf) dswælfə es ist ¼ 12 uhr Philipp Zwickau 58. an die uhrzeit knüpfen viele im volksmund gebräuchliche redensarten und sprichwörter an, die zum teil eine spezielle übertragene bedeutung aufweisen: zwischen zwölf und mittag gar vieles noch geschehen mag Simrock sprichw. 669; tûsken twialben un eine send oalle düfels (geister) to beine Wander sprichw.-lex. 5 (1880) 678; das halt von zwelf bis medda 'das hält gar nicht' Schön Saarbrücken 236b; es währt von zwölfe bis mittag (es dauert nur kurze zeit) Binder sprichwörterschatz (1873) 222; ê schlôen, dat e net mei wêss, ob et zwielef auer oder möttech ass Luxemb. ma. 512a; da hts zwölfi gschlagen 'ist das ende da' Jakob Wien 233b; bei dem hat's 12e geschlagen mit ihm geht's aus Fischer schwäb. 6, 1477; es ist schon drey viertel auf zwölfe mit ihm Kretschmann s. w. (1784) 4, 69. 44) in unbestimmter zahlangabe, formelhaftes etwa zwölf o. ä. zur bezeichnung einer ungewissen, ungefähren menge: bei zehen oder zwelf mältriger seck Zimmer. chron. 2, 375 Barack; knaben und meydlin von zehen, zwelff jaren (1544) Luther 52, 722 W.; etwa ain zehen ader zwelff tage Luther br. 11, 103 W.; zwölff oder funffzehn gülden Ringwaldt lauter warheit (1588) 30; vor zwölf bis vierzehn tagen Schiller br. 2, 288 Jonas. der zahlbegriff ist verdunkelt in der stilistischen figur der hyperbel: daz ich zwelf zungen trüege in min eines munde Gottfried v. Straszburg 4608 Ranke; an denen (dummen menschen) ... zwölf tischler ... sich müde hobeln müsten Stoppe Parnasz (1735) 443; und wenn ich zwölf händ hätte und deine gnad wollt mir nicht, was würden sie mir fruchten Göthe I 8, 17 W.; der nähme eine sache mit 12 fingern Fischer schwäb. 6, 1476.
16725 Zeichen · 335 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zwölf

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Zwölf , eine Hauptzahl, welche zwischen eilf und dreyzehen in der Mitte stehet, und, wie andere Hauptzahlen, in allen Fä…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    zwölf

    Goethe-Wörterbuch

    zwölf [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zwölf

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Zwölf , im dekadischen Zahlensystem die zweite auf die Grundzahl folgende Zahl. Sie ist die erste Zahl, die durch vier a…

  4. modern
    Dialekt
    zwölfNum.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    zwölf Num. : ' die Zahl zwölf, ein Dutzend ', zwelf (dswęlf) [verbr., Christmann Kaulb 85 Karch Jockgr/Nd'horb 134 Mang …

  5. Sprichwörter
    Zwölf

    Wander (Sprichwörter)

    Zwölf 1. Bis zwölf liegt heut der Faule grollend im Bett, weil er gestern bis elf geschlafen hat. – Altmann VI, 457. 2. …

  6. Spezial
    zwölf

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    zwölf num. card. dodesc. ▬ zwölf Uhr les dodesc ; zwölf Uhr mittags les dodesc da misdé.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zwoelf

103 Bildungen · 102 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von zwoelf 2 Komponenten

zwo+elf

zwoelf setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

zwoelf‑ als Erstglied (30 von 102)

zwölfachteltakt

DWB

zwölfachteltakt , m. , taktart in der musik, vgl. musikal. lex. (1749) 431: zwölfachtel-takt ist eine viertheilige tactart J. A. Hiller anwe…

Zwölf Artikel

Meyers

zwoelf·artikel

Zwölf Artikel , das in Oberschwaben 1525 entstandene Programm der aufständischen Bauern. Der vollständige Titel ist: »Die gründlichen und re…

zwölfblätt(e)rig

DWB

zwoelf·blaetterig

zwölfblätt(e)rig , adj. , als botanischer terminus: zwölfblättrige blumenkrone Dietrich flora (1832) 3, 647 . einen zyklus von zwölf zeichen…

zwölfblütig

DWB

zwoelf·bluetig

zwölfblütig , adj. : am ende des sammeten blütenschaftes sitzen die wohlriechenden blüten in fünf- bis zwölfblütiger dolde Dalitzsch pflanze…

zwölfbote

DWB

zwoelf·bote

zwölfbote , m. , ursprünglich im plural als zusammenrückung aus zwelf boten entstanden, ' die zwölf apostel ' ; davon schon mhd. die bildung…

zwölfbotenabend

DWB

zwoelfbote·n·abend

zwölfbotenabend , m. , vorabend eines aposteltages ( s. zwölfbotentag): wer die sambztag, all zweliffpottn-abent uber die gewondlich zeit ar…

zwölfbotentag

DWB

zwoelf·botentag

zwölfbotentag , m. , aposteltag. anfangs noch in genitivischer verbindung: der (des) zwölfboten tag ( s. u. ). 1 1) der in der röm.-kath. ki…

Zwölfbothe

Campe

zwoelf·bothe

✱ Der Zwölfbothe , — n, Mz. — n , einer von den zwölf Bothen. So nannte man ehemahls die zwölf Apostel, welche gleichsam die Bothen, Verkünd…

Zwölfbothlich

Campe

✱ Zwölfbothlich , adj . u. adv . zu den Zwölfbothen gehörend, einem Zwölfbothen gemäß, ähnlich  (apostolisch ). Oberlin.

zwölfbotisch

DWB

zwölfbotisch , zwölfbötlich , adj. , apostolicus: apostolica vita ein zwelfbotysch leben voc. predic. (1482) b 6 a ; dar umb versmæht die äf…

zwölfeck

DWB

zwoelf·eck

zwölfeck , n. , geometrische figur mit zwölf ecken, dodecagonum, vgl. Fäsch kriegslex. (1726) 275 b ; Voigtel wb. (1793) 3, 736 a ; Campe 5 …

zwölfeckig

DWB

zwoelf·eckig

zwölfeckig , älter zwölfecket, zwölfeckigt, zwölfeckicht, adj. zum vorigen: das acht corpus, mach von sechs zwelf ecketten feldern A. Dürer …

zwölfellig

DWB

zwölfellig , adj. : únde zéne sîne ( des ebers ) zuuélifélnige Notker 1, 674, 18 Piper; zu einwerffung ... zwölf ellichter spiesze ... berei…

zwölf(e)mal

DWB

zwoelf·e·mal

zwölf(e)mal , zwölftemal , n. , brettspiel mit zwölf steinen, mühlespiel, vgl. Frisch wb. (1741) 2, 489 c ; Schmid schwäb. wb. 556 ; zwölfma…

zwölfender

DWB

zwoelf·ender

zwölfender , m. , ein hirsch, dessen geweih in zwölf enden ausläuft: beim zwölfender zeigt sich zum erstenmal die krone Brehm tierl. 3, 470 …

zwölfendig

DWB

zwoelf·endig

zwölfendig , adj. : Schwenck beschreibt das zwölfendige geweih eines ... edelhirsches Nehring tundren u. steppen (1890) 204 .

zwölfer

DWB

zwo·elfer

zwölfer , m. , -er- ableitung zum zahlwort zwölf ( vgl. Wilmanns dt. gramm, 2, 290 ). der inhalt des wortes wird nur schwach mit dem system …

zwölferlei

DWB

zwoelfer·lei

zwölferlei , zusammenrückung der beiden genetive zwölfer und leie ( s. lei, f., ' art, gattung ' teil 6, sp. 580); heute wohl allgemein adje…

zwölferrecht

DWB

zwoelfer·recht

zwölferrecht , n. : und was einmahl vor das zwölffer-recht gediehen, kan nicht wieder davon weggenommen werden Friedenberg abhandl. v. d. in…

zwölferwahl

DWB

zwoelfer·wahl

zwölferwahl , f. , wahl eines zwölferausschusses: beschlieszlich ist unser aller ... unwiderruflicher beschlusz ..., dasz dise stat von jetz…

zwölffach

DWB

zwoelf·fach

zwölffach , adj. und adv. , ' zwölfmal genommen, zwölfmal vorhanden ' ; vgl. älteres ( mit unorganischem t) zwölffächtige zahl Emmelius nome…

zwölffältig

DWB

zwoelf·faeltig

zwölffältig , adj. , aus älterem zwelfvalt; in neuerer sprache sind zusammensetzungen der zahlwörter mit -falt, -fältig ungebräuchlich und d…

zwölffingerdarm

DWB

zwölffingerdarm , m. , übersetzung des griech. δωδεκαδάκτυλον ( vgl. Dornseiff d. griech. wörter im Deutschen [1950] 54 ): der zwölff-finger…

zwölfflach

DWB

zwoelf·flach

zwölfflach , n. , dodekaeder, von zwölf flächen begrenzter körper, s. Bürja gröszenlehre (1799) 1, 78 ; Campe 5 (1811) 977 a ; Beil technol.…

Zwölffürst

Campe

zwoelf·fuerst

Der Zwölffürst , — en, Mz. — en , die zwölf Fürsten, welche über ein Reich jährlich herrschen, wie z. B. im alten Ägipten (Dodekarch ); auch…

Zwölffürstenreich

Campe

zwoelf·fuerstenreich

○ Das Zwölffürstenreich , — es, Mz. — e , ein Reich, über welches zwölf Fürsten oder Herren gemeinschaftlich herrschen (Dodekarchie ).

Ableitungen von zwoelf (1 von 1)

Zwölfe

Wander

Zwölfe 1. Helle (d.h. mondhelle) Zwölften, dunkle 1 Scheunen (und umgekehrt). – Boebel, 69. 1 ) Bei Frischbier (368) heisst es statt dessen:…

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Cotta, M. (2026). „zwoelf". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zwoelf/dwb
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Cotta, Marcel. „zwoelf". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zwoelf/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „zwoelf". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zwoelf/dwb.
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