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zuversicht

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zuversicht f.

Bd. 32, Sp. 879
zuversicht, f. , ursprünglich das voraussehen auf etwas oder eine person, s. versehen, th. 12, 1236ff.; sich versehen 1247, sich versehen mit der präp. zu 1251. ahd. mhd. zuoversiht Graff 6, 126, mhd. wb. 2, 2, 284; Lexer 3, 1199; mnd. tôvorsicht Schiller-L. 4, 602; mnl. toeversicht Verwijs-Verd. 8, 504. vgl. auch nachsicht th. 6, 1404. 11) die erwartung des künftigen, sei es gut oder böse, nur in der älteren sprache: man vindet dâ (in Rom) dehain zûversicht rechtes noch genâden Heinrich von Melk erinnerung 400 H.; von der vorhte zuovirsiht, ob im werde ein sun geborn Rudolf von Ems weltchr. 8891; nâch tôde enhâst du zuoversiht (in der richtung auf niur einen kranken hort den tod) Frauenlob spr. 330, 19 Ettm.; von hertzen liebe schaiden, das tuot we! doch pesser wär ein zuversicht, dann das es nymmer mer geschicht liederb. der Hätzlerin 9; die wirm verzerent das fleisch in dem grabe, das ist uwer aller zuvorsicht Alsfelder Passionssp. 2191 Gr.; schentlich zuversicht und schemlich anferunge, die betwingen euch groblich an aller state ackermann aus Böhmen 4 B.; o laidige z., wie wenig achten des die tummen! 32; so stehet Frankreich mit dem keiser in boser z. Luther br. 5, 209 de W. bis ins 16. u. 17. jh. erhält sich über, wider z. 'wider erwarten': da ist am stillen freitag uber z. ein feuer auskommen M. Dreszer sächs. chr. (1596) 256; wider die z. Xylander Polybius 487; wider jedermanns z. Zinkgref apophthegmata (1628) 46; wider z. Jac. Ayrer proc. juris 434. 22) die erwartung dessen, was man wünscht, hoffnung: der werlte an vreuden zuoversiht Winsbecke 12, 3; ich hân vil starke zuoversiht daz si gesunden mache dich Konrad v. Würzburg Engelhart 6334; mich wundert daz ich mazzes iemer willeclich enbîze und daz ich in der zuoversiht diu mîniu jâr verslîze, sît des tôdes wîze ze jungest mich ersterben wil lieder u. spr. 32, 347; etlich gewunnen zuoversiht zuo im nâch der boten sag Ottokar östr. reimchr. 1708 S.; ich hett ains mals guot zuversiht zu ainer schonen dieren liederb. d. Clara Hätzlerin 279; ez heizet eteswâ gedinge, eteswâ zuoversiht, eteswâ hoffenunge, ez heizet in latîne spes Berthold v. Regensburg 1, 46 Pf.; die z. unsers nachkommenden geschlechtes erste dt. bibel 7, 26 K. (Tob. 10, 4, bei Luther abweichend); denn seine z. vergehet und seine hoffnung ist wie ein spinnewebe Hiob 8, 14; habe ich das gold zu meiner z. gestellt und zu dem goldklumpen gesagt: mein trost? 31, 24; narr, wurauf stet dein zuoversicht? bald muostu für das höchst gericht Schwarzenberg Cicero (1535) 135; darumb ist es nur ein betrogene zuheylung, in der kein beständige z. zu haben ist Paracelsus chir. (1618) 155 H.; ein thorächtige z. Frisius 1245b. 33) von früher zeit ist es das vertrauen auf gott und das was er gewährleistet: den skilt, daz chît tes muotes festi unde gotes zuversihte Notker 1, 32 P.; min trost und z. lit genzlich an dinem lidene Seuse 127 (tr. u. z. überall bei S.); die krefte alle, das ist geloube, zuoversicht und minne Tauler pred. 254 V.; sun, hab z. erste dtsche bibel 1, 32 K.; so gib uns durch die selb barmhertzigkeit in unser hertz ein tröstliche z. deiner vetterlichen lieb Luther 10, 2, 395 W.; denn dein z. stehet allein auf Christum 17, 1, 367 W.; auf die z. seines sons fürbitt, blut und tod Mathesius Sarepta (1571) vorr. 4b; zuo dir stadt all unser z. Eberlin v. Günzburg 1, 2 ndr.; meine z. und meine burg, mein gott, auf den ich hoffe B. Schupp freund in der not 48 ndr. denn welcher seine zuversicht auf gott setzt, den verläszt er nicht Neumark fortgepflanzter mus.-poet. lustw. 30; Jesus, meine zuversicht und mein heiland ist im leben Luise Henriette v. Brandenburg bei Fischer-Tümpel 5, 576. häufig in der geistlichen poesie des 17. u. 18. jh. als reimwort A. Silesius heil. seelenlust 10 ndr.; P. Gerhard bei Fischer-T. 3, 402a; B. Neukirch ged. (1740) 88. 44) von dieser vorwiegenden verwendung her hat das wort im nhd. den sinn des festen, untrüglichen angenommen Eberhard synon. 4, 142; Weigand syn. 2, 94: gewisse, feste z. Kramer; in unzweiffentlicher z. von denen kreisständen alle mögliche hülffe und assistentz zu haben Chemnitz schwed. krieg 2 (1653), 79; und steife zuversicht, die uns als mauer schützet, Triller poet. betr. 1, 63; darum ich mich der unfehlbaren z. erfreue, du werdest die stärke dieses armes ferner gesegnen Schottel friedenssieg 23 ndr.; und hatte die geheime kraft, vor gott und menschen angenehm zu machen, wer in dieser zuversicht ihn trug Lessing 3, 90 M. (Nathan III 7, 401); hoffnung, die bei ihm z. war Herder 23, 493 S.; jene stolze z., dasz es nicht schlechter werden darf und dasz es besser werden musz E. M. Arndt für u. an s. l. Dtschen 2, 461; die unbesonnene z. L. s auf leere worte Dahlmann frz. revol. 291; indem Luther sie (die menge) übersah, verwandelte sich in ihm der kühne muth in feste z. Ranke 1, 334; trotzdem war seine z. hin und einem starken zweifel gewichen Fontane I 6, 150; mit ruhiger z. einem angriff von auszen entgegensehen Moltke 7, 115. der z. leben im 17. jh. Lohenstein Armin. 1, 429b (1689); J. Grob dicht. vers. (1678) 5. auszer dem üblichen auf ergänzt durch zu und in: eine vermessene z. zu seiner unschuld Lohenstein Armin. (1689) 1, 150a; ihre z. in die preuszischen waffen und in die bedeutung ihres mannes bei Moltke 1, 156. syntaktische ergänzung durch infinitiv und nebensatz: die z. ..., dem kaiser ... einen unüberwindlichen widerstand entgegensetzen zu können Ranke s. w. 3, 118; er war in der z. gestorben, dasz gott seine busze angenommen habe Fontane I 1, 20. 55) von da aus ist es das vertrauen, das man auf sich und seine fähigkeiten hat, in neuerer zeit mehr und mehr: ein exempel guter z. und kekken muthes Reinicke fuchs (1650) 111; er weisz, was tugend kan, wenn sie vernünfftig wagt; und seine zuversicht hat furcht und feind gejagt v. Besser schr. 1, 48 König; die z., die sie zu sich selbst gefaszt hatten, machte sie fast unüberwindlich A. v. Haller Usong (1771) 4; in eben demselben tone der z. Kant 3, 197 ak. ausg.; die z. der leidenschaft ist grosz, aber wir sehen sie doch gar oft an dem ihr entgegenstehenden wirklichen scheitern Göthe 29, 63 W.; eine gewisse z. zu sich selbst Liscow sat. u. ernsth. schr. (1739) vorr. 41; alles war gutes muths und voller z. Göthe 33, 18 W.; Shakespeares figuren haben eine z. auf sich, eine selbständigkeit O. Ludwig 5, 419 E. Schm. mit z. etwa wie getrost: meint ich doch, man dürfte in dieser argen welt mit z. nehmen, was man von ihr ohne stehlen bekommen kann Ulr. Bräker s. schr. 2, 164; (W.) ergriff mit z. die feder, um einen brief zu schreiben Göthe 22, 8 W. 66) mundartlich, auf 1 beruhend: das ist eine schöne z. (eine schöne geschichte!) Seiler 328; Martin-Lienhart 3, 325; Dellit 240 (Kleinschmalkalden). —
6803 Zeichen · 188 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zuversicht

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Zuversicht , plur. car. der höchste Grad des Vertrauens, die Erwartung seines Wohles von einer Person oder Sache aus…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zuversicht

    Goethe-Wörterbuch

    Zuversicht [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zuversicht

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Zuversicht , s. Hoffnung .

  4. modern
    Dialekt
    Zuversichtf.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Zu-versicht f. : 1. 'Vertrauen, Optimismus', Zuversicht [vereinzelt, Lambert Penns 186 Krämer Gal 250]. — 2. iron. 'Durc…

  5. Sprichwörter
    Zuversicht

    Wander (Sprichwörter)

    Zuversicht 1. Wer Zuversicht mag han, mag im Leide wol bestahn. 2. Zu grosse Zuversicht ist nah dem Falle. 3. Zuversicht…

  6. Spezial
    Zuversicht

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Zu|ver|sicht f. (-) 1 (Vertrauen, Glaube, Heiterkeit) crëta f. , otimism m. 2 (Hoffnung) speranza (-zes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zuversicht

7 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

zuversicht‑ als Erstglied (5 von 5)

zuversichtig

DWB

zuversichtig , adj. ältere form für heutiges zuversichtlich, mhd. zuoversihtec mhd. wb. 285 b ; Lexer 3, 1199 , mnd. tôvorsichtich nd. jahrb…

zuversichtlich

DWB

zuversicht·lich

zuversichtlich , adj. 1) was zu erwarten ist: dir steht zuo das ende und all zuoversichtliche ding vor zuo bedencken Carbach Livius 38 b ; d…

zuversichtlichkeit

DWB

zuversichtlich·keit

zuversichtlichkeit , f. : alle meine rechnungen machte ich mit solcher z., als ob ich mich gar nicht verrechnen könnte Bahrdt gesch. m. lebe…

zuversichtsvoll

DWB

zuversicht·s·voll

zuversichtsvoll , adj. : meine zuversichtsvolle unschuld bedarf keiner verzeihung A. G. Meiszner Bianka Capella (1785) 418 . adv.: der sturm…

Ableitungen von zuversicht (2 von 2)

unzuversicht

DWB

unzuversicht , f. : aus u. ( ex improviso ) offenbarungen d. h. Birgitte (1502) 8. unzuversichtlich, adj., improvisus: unzuoversichtlichen u…

Unzuversichtlich

Campe

Unzuversichtlich , adj . u. adv . nicht zuversichtlich. Davon d. — keit .