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zind

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zind m.

Bd. 31, Sp. 1384
zind, m. , zinne, m., f., zahn, zinke, zacke; vielfach als germ. *tend-az aus idg. *dent-ós, zu idg. *dónt- zahn (s.zahn) gestellt, doch eher mit ursprünglichem i zu air. dinn, dind hügel, höhe, dem phrygischen bergnamen Δίνδυμος und dem illyr. volksnamen Δίνδαροι, s. Walde-Pokorny 1, 120; Walde-Hofmann 1, 340; gleich aisl. tindr, m., zinke, zacke, stachel, bergspitze, ags. tind, m., nagel, spitze, zahn, zinke,n. tind, pl. tinde Kalkar 4, 389b, jütisch tind Feilberg 3, 802b, norw. tind. 11) zind (zint), tind, m., im deutschen: a) ahd. tila cinta, cinte, cincta ahd. gl. 4, 102, 34 (12. jh.); tila zint 3, 649, 36 (12. jh.); der sinn des lat. wortes ist nicht klar, gemeint sind wohl die zähne am rechen; zint, zintel, m., zinkchen, zacke Unger-Khull steir. 652b. b) zint, m., hölzerne trompete, zinke: Andolt der meister jagenes hie blies mit einem zinde. den baten sie nu sagenes iedoch was er der vart niht ufbinde jüng. Titurel 4803, 1. c) fluszbarsch in der oberen Donau, perca zingel, aspro zingel, auch diminuiert zindel, zingel: salmen und lamperden, hechten und pabeden, persich und cinden Heinrich v. Neustadt Apollonius 18 045 Singer; auch findt man hie an den fastAegn wAechsfisch, zindel, schieden, mayling (1548) Schmeltzl lobspr. a. d. st. Wien (1849) 882; forellen im land Wirtenberg, zindel zu Ulm, ... spiegelkarpffen in Francken Fischart praktik groszmutter (1607) h 3a; asper Danubii ein zindel, zinde, zundel, zinne, zingel Forer Gesners fischb. (1563) 173a; zindel, zinde, zingel Nemnich wb. d. naturgesch. 667; die zingel, auch zinner, zindel, zinzel Höfer etym. wb. (1815) 3, 332; zind, zindel, zingel, zing Brehm tierl. 8, 43 P.-L.; zink ebda 8, 44; zindel Oken allg. naturgesch. (1839) 6, 269; zindel, zingel Siebold süszwasserfische (1863) 53; zint, zintel, m., aspro vulgaris Unger-Khull steir. 652b; zindel, zingel eine art fluszbarsch in der Donau H. Fischer schwäb. 6, 1214; Adelung2 4, 1718; -ü- 1764; Campe 5, 869a; der zingel (aspro oder perca zingel) figuriert im 'adeligen landleben' als asper Danubii, weil er in der Donau bei Regensburg häufig war Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 397. d) bergspitze, felszacken: bergname Zindstein Buck oberdt. flurnamenb.2 308. e) zahn, zinke an landwirtschaftlichen geräten, an egge, rechen, forke, karde, kamm (s. 2): dre tinde (einer egge; holst.) bei Schiller-Lübben 4, 545a; eggettinde occazio, dens erpice (1403) ebda 1, 630b; tind C. Schumann wortsch. v. Lübeck 26; tind, tint (Dithmarschen, Elbmarschen, aber in wendungen, die sich auf das eggen beziehen, ist tint weiter verbreitet) Mensing 5, 67; ti, pl. tier, m., (Sylt) Boy P. Möller Söl'ring uurterbok 267a; tind, tint, pl. tinden, tinten, auch tinnen, m. Doornkaat Koolman 3, 412b. 22) die weitere entwicklung vollzieht sich im übertritt in die schwache flexion, in der annahme des f. geschlechts und im wandel von -nd- zu -nn-, vgl.: 19 iseren tynden tho eyner egeden (Wismar) bei Schiller-Lübben 4, 545a; ostfries. tind, sg., tinden, pl. (s. 1 e); nordfries. tinne, m., kreis Harburg tinnen, pl., m.; belege für das fem. geschlecht s. unten. mouillierte aussprache des -nd, -nd- verrät sich in ti, pl. tier, m., auf Sylt (s. 1 e) und in mengl. *tīnd, woraus schott. dial. teind, tynd Wright engl. dial. dict. 6, 154a und seit der mitte des 16. jhs. nach d-abfall nengl. tine; derselbe hergang ist bei westfries. tine und mecklenb. tien (mehrfach neben tinn bezeugt) anzunehmen. im obd. der belege in den abschnitten 1 a-d ist das ahd. -nt- noch an einigen stellen bewahrt, überwiegend aber durch die mhd. erweichung zu -nd- rückgebildet worden. neben diesem -nd-, das in zindel (s. zind 1 c), zindelicht und zindeln, vb., begegnet, gibt es aber auch die lautungen -nn- und -ng-. diese stimmen nicht zu den mundartlichen lautverhältnissen der gegenwart und müssen als zeugnisse verklungener lautzustände beurteilt werden; einige fälle lassen sich als verschleppte formen aus lautwandel engbegrenzter gegenden auffassen. belege: schwed. dial. harvetinne, rivetinne Rietz 735b; bereits mschwed. staaltinna Söderwall 2, 1, 490a; tin, pl. tinnen, n., metallene stifte am tempel, einem gerät der segeltuchweberei zum spannen des tuches Boekenoogen Zaansche volkstaal 1061; tinne, f., dasselbe van Dale6 1856b; tynbank häkelbank Waling Dijkstra friesch. wb. 3, 286a. die folgenden belege setzen die reihe von 1 e fort: tin, f. Siebs Helgoland 294; tinne Stürenburg 283; brem. wb. 5, 71; tinnen, pl. (zwischen Weser und Hunte) R. Warnecke 71; tinn, n., m. Westermann Baden 81; tinn, f. Mensing 5, 67 (s. oben 1 e); nordfries. tin, f., tinne, m. Jensen Wiedingharde 626; tinnen, pl., m., (kr. Harburg) Niekerken 235; 283; 288; tinnen, pl., f. Frederking Hahlen 143; meckl. tinn, f.; brandenb. harkentinne, f.; tinne, f. Damköhler Nordharz 195a; Block Eilsdorf 98a; dens, stilus ein zin am rechen Alberus (1540) Ji 1a; cratis dentata stilis ferreis (eine egge) mit eisernen zinnen ebda l 2a; hess. eggenzinn, m. Pfister 2. ergänz. h. 46. hölzerne eggen mit hölzernen tinnen werden im meckl. wb. 1, 223 durch besondere benennungen wie balken-, bom-, kabel-, botäg' gekennzeichnet; hölzerne äg'tinnen wurden im abwehrzauber gebraucht ebda 1, 232. tinnen heiszen in Mecklenburg aber auch die eisernen zinken der egge, der forke, der räpel 'riffel' und häkel 'hechel'. die harkentinnen 'rechenzinken' sind in der mark Brandenburg, wie wohl überall, aus holz. dagegen werden die hölzernen tinnen der harke am Nordharz von den eisernen tinken an der egge und der mistgabel unterschieden Damköhler Nordharz 195a; die gleiche unterscheidung gilt im Siegerland zwischen zenn, f., zinke, zehe am rechen und an der egge und zenke, f., zinken am karst und an der mistgabel Heinzerling-Reuter 337b; 338a. tinn wird besonders in wendungen gebraucht, die sich auf das eggen des ackers beziehen: ik will de braak noch 'n tinn (tint, s. oben 1 e) gben, noch 'n tinn werein, de braak mutt noch 'n tinn hebben noch einmal übergeeggt werden Mensing 5, 67; einmaliges eggen heiszt 'n enkelte, zweimaliges 'n dubbelte tinn ebda, in Mecklenburg ein tinn trecken und duwwelt tien (tinn) ägen oder twei tien (tinn) ägen, in der südlichen Lüneburger Heide scheidet man ebenso zwischen ein tinn und twei tinn Bomann bäuerl. hauswesen (41941) 135. in Holstein übertragen schicht, lage: he bringt so 'n tinn von 4 bet 5 toll dick wer 't land; he hett 'n dicke tinn schiet op den kopp Mensing 5, 67; ausschelte, verweis, tracht prügel: en arige tinn krigen, en tinn gEben auch 'verleumden'; de stwel kriggt en orndliche tinn wird gehörig geschmiert ebda. eine adjektivbildung auf -ed zur bezeichnung der zinkenzahl und -art ist an der ganzen nd. küste üblich, vgl. twe-, dretinned brem. wb. 5, 71; teihn-, kort-, langtinnt Mensing 5, 67; dagegen dräjzennich, -zenkich Heinzerling-Reuter 338a. s. auch 2zinden, vb. im obd., dem süden des nd. und ndl. gebietes ist tinn(e), zinn(e) heute unbekannt und wird dafür zinke gebraucht (s. 1zinken, m., II A 1). dasz aber früher auch Mitteldeutschland weithin an zinn anteil hatte, beweist das vorkommen im südlichen Oberhessen (s. hess. eggenzinn, m., ob.). 33) vielleicht verbirgt sich auch unter dem schweiz. zinge, m., an der folgenden stelle das wort zind: so das weyble (des kalmartintenfisches loligo magna) aufgeschnitten, so werdend zwen zingen, derm oder gmAecht gesAehen, tglich zu der frucht, welche die mAenle manglend Forer Gesners fischbuch (1563) 112b, einer freien wiedergabe der lat. vorlage: inter lolliginem marem et fœminam hoc interest, quod fœmina intestina continet duo, veluti mammas, que si alvo dissecta inspectes, facile videris Gesner hist. animal. 4 (1558) 584. zingen also spitze geschlechtsorgane des weibchens.
7834 Zeichen · 185 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    zindm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    zind , m. , zinne, m., f., zahn, zinke, zacke; vielfach als germ. * tend-az aus idg. * dent-ós, zu idg. * dónt- zahn ( s…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zind

44 Bildungen · 42 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

zind‑ als Erstglied (30 von 42)

zindâl

Lexer

zin·dal

zindâl , zindel , zëndâl , zëndel , sindâl , sëndel stm. zindât , zëndât stf. BMZ zindel, eine art taffet: cindalum, sindo (zindel, zendel, …

zindâlîn

Lexer

zin·dalin

zindâlîn adv. ib. von zindâl. zindelîn Msh. 3,226 b , zendalîn Prag. r. 39,58 ;

zindel

DWB

zin·del

zindel , m. , gleich 1 zendel, m. ( sp. 631): -e- überwiegt im obd.; frühe belege mit -i-: wo ist din riches wat mal, purpur, samit und zind…

zindelbinde

DWB

zindel·binde

zindel-binde , f. , s. zendelbinde, f. ( sp. 632); in der heraldik die herabflatternden enden der helmlör, d. i. des aus bändern gebildeten …

zindeldort

DWB

zindel·dort

-dort , m. , gleich zendeldort, m., ( sp. 632), auch -tort: ein schwartzer weitter zenndeldort mit 1 khülin fuoter (1554) bei H. Fischer sch…

Zindele

ElsWB

zin·dele

Zindele n. Hyazinthe Rothb. Obbr. Stöber Mäder 121.

zindelechtig

DWB

zindel·echtig

zindelechtig , adj. , das erweiterte vorige adj.: die zinnlechtigen zerschnittene blätter der beerwurz sind dem dillkraut durchaus gleich Ta…

zindelen

KöblerMhd

zinde·len

zindelen , sw. V. nhd. „zindeln“, zackenförmig machen, kammförmig machen, krönen, krönen mit, mit Zinnen versehen (V.) Hw.: s. zindelet Q.: …

zindeler

DWB

zinde·ler

zindeler , m. , verfertiger von zindel (1405) Bücher berufe d. st. Frankfurt a. Main 141 a ; E. Volckmann alte gewerbe (1921) 93 . —

zindelîn

BMZ

zinde·lin

zindelîn adj. von zindâl. den spiegel galt er wol mit einem niuwen zindelînen huote MS. H. 3,226. b.

zindelkleid

DWB

zindel·kleid

zindelkleid , n. : zindelkleid ex pseudotapheto, vel serico excocto, sive panno cooconfectus habitus Stieler stammb. 979 ; trabea media corr…

zindeln

DWB

zindeln , vb. , auszacken: zindelen zackig machen ( wohl Heidelberg um 1492) zs. Alemannia 18, 265 a ; sonst nur als adj. partizip belegt, s…

zindelrīche

KöblerMhd

zindelrīche , Adj. nhd. voll Zacken seiend, kammförmig Q.: Hätzl (1471) E.: s. zindelen W.: nhd. DW- L.: LexerHW 3, 1123 (zindelrîche), Bene…

zindeltaffet

DWB

zindel·taffet

-taffet , m. , gleich zendeltaffet ( sp. 632): zindeltaffet ist die allerschlechteste, leichteste und dünnste art von taffet, so auch von et…

zindelvāne

KöblerMnd

zindelvāne , F. Vw.: s. sindālvāne

zinden

DWB

zin·den

zinden , vb. , mit zähnen, spitzen (zind, m. ) versehen: tinne zähne in den rechen einsetzen P. Jensen Wiedingharde 627 ; tinde Feilberg jys…

zinder

DWB

zin·der

zinder , m. , gleich sinter, m. ( teil 10, 1, sp. 1216).

Ableitungen von zind (2 von 2)

gezinde

DWB

gezinde , gezindelt , s. gezinnelt.

ZINDE

BMZ

ZINDE ZANT ZUNDEN brenne. vgl. zu diesem verlorenen starken verbum goth. tinda , wovon ahd. tundjan nhd. zünden Gr. 2,59. Ulfil. wb. 177. Gr…

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APA
Cotta, M. (2026). „zind". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zind/dwb?formid=Z06700
MLA
Cotta, Marcel. „zind". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zind/dwb?formid=Z06700. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „zind". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zind/dwb?formid=Z06700.
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