lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

wohlfeil

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
13
Verweise raus
9

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wohlfeil adj.

Bd. 30, Sp. 1113
wohlfeil, adj. mhd. wolveile mhd. wb. 3, 291a; Lexer 3, 47. billig, niedrig im preis. synkope des diphthongs der zweiten silbe oder dessen schwächung zu murmel-e findet sich nur älternhd. und dialektisch: wolffel Murner kl. schr. 3, 42 Pf.-B.; wolfel Ludw. v. Eyb Wilwolt von Schaumburg 111 lit. ver.; in wolfflen iarenn Eberlin v. Günzburg s. schr. 1, 175 ndr.; wolflen kauffs Hans Sachs 22, 55 K.-G. vgl. auch Seiler Basler ma. 318; Staub-Tobler 1, 773; Fischer schwäb. wb. 6, 926 ff.; Bacher Lusern 233. der umlaut in erster silbe in der komparativform bleibt ebenfalls der schriftsprache fremd: wölfler wohlfeiler bei Th. Murner, Wickram, Nas, Fischart, Agricola bergwerckbuch (1621) u. a. bedeutung. remissus, vilis Diefenbach gloss. 491c (15. jh.); 619b; nov. gloss. 316a; gar wolfeil pervilis Calepinus XI ling. (1598) 1081a; wolfeyl, nit thewer, à bon pris Hulsius-Ravellus (1616) 418b; Frisch (1730) 676; 'wohlfeil nennet man dasjenige, was unter dem sonst ordinairen preisz gekauffet wird oder doch in erwegung seines werths vor ein billiges zu haben ist' Marperger vollst. küchen- u. kellerdict. (1716) 1326b. wohlfeil sein, werden, etwas wohlfeil machen. es kost gerad als nüt, es ist gar wolfeil, vilissime constat Frisius dict. (1556) 315b: in disser gegent war es so wolfeyl, das ein schaff ... umb ein groschen ... verkaufft ward Seb. Franck Germ. chron. (1538) 134a; ie wolfeiler und verachter die wahr ist, ie begieriger kaufft er ein Dannhauer catech.-milch (1657) 1, 218; um diese zeit waren alle lebensmittel wohlfeil Ulr. Bräker s. schr. (1789 ff.) 1, 8; kaffee, thee waren ... sehr wohlfeil E. M. Arndt s. w. (1892f.) 1, 34; Rom ist nicht so wohlfeil als man insgemein sagt Winckelmann s. w. (1825 ff.) 10, 141. sprichwörtlich: es ist wolfeiler ein ding mit gelt kauffen als mit bit kauffen Seb. Franck sprüchw. (1545) 1, 22b. wolfeil werden vilescere Calepinus XI ling. (1598) 1543b; Dentzler clavis ling. lat. (1716) 355a: also das wir wissen, ob vil korns oder weins, oder das es teur oder wolfail soll werden Tauler sermones (1508) 48a; ... zu erfahren, ob das getraid diss gegenwertig jahr ... thewer oder wolfail werde Sebiz feldbau (1579) 45; (Ericus III. hiesz bonus,) weil bey dem eintritt seiner regierung ... die essenden wahren wieder wolfeil worden Chr. Weise polit. redner (1677) 637. mhd. wolfeile tuon: (Christus spricht zur minnenden seele:) ich fürcht, du würdist mir licht zu gaile, dät ich dir die spis wolfaile Christus und d. minn. seele v. 405 Banz. nhd. wolfeyl machen vilitare Alberus dict. (1540) 99a; die narung wolfeyler machen annonam levare Frisius dict. (1556) 765b: er war der erste, der ... das brot in Rom wohlfeiler machte Mommsen m. gesch. (1894) 5, 198. attributiv: der kaufft allweg die schlechtesten und wolfeilsten fischlin uff dem marckt Pauli schimpf u. ernst 391 lit. ver.; der fuhrmann ... fuhr die familie vor einen wohlfeilen gasthof Jean Paul 3, 186 H.; (handwerker,) welche die wohlfeilste und schlechteste arbeit lieferten G. Keller ges. w. (1889 ff.) 6, 291. wohlfeiler kauf: büst der arm sein aygen gelt ein zu seiner arbeyt, dann frewt sich der reich des guten wolflen kauffs Hans Sachs 22, 55 K.-G. wohlfeile zeit u. ä.: wolfeile zeit, wenn das korn wenig gilt, annonae laxitas Bas. Faber (1587) 59a; un tems ou on achette tout a bon pris Wiederhold (1669) 425b: yn wollfeilen iaren getreide kauffen Luther 12, 27 W.; ein dieb ist derjenig, welcher zur wolfailen zeit den traidt auffkaufft Äg. Albertinus zeitkürtzer (1603) 70b; (man soll) zum bauen ... wolfeile zeiten erwehlen Hohberg georg. cur. (1682) 1, 20; zu Halle ... ist ein quellbrunn ..., aus dessen starkem oder schwachem überlaufen der gemeine mann theurung oder wohlfeile zeit weissagt br. Grimm dtsche sagen 1, 83. seltener bei personen: es kam ein hauslehrer, wahrscheinlich ein sehr wohlfeiler E. M. Arndt s. w. (1892f.) 1, 26; im mittelalter war alles hausgesinde ... äuszerst wohlfeil Jac. Grimm dt. rechtsaltert.4 1, 494; da die besitzer der pfründen ... bedacht waren, die wohlfeilsten verweser zu finden, so fanden sie hauptsächlich die bettelmönche bequem Ranke s. w. (1867 ff.) 37, 39; alle begehrten nach dem ... wohlfeilen zimmermann Watzlik pfarrer von Dornloh (1930) 208. substantiviert: das wohlfeilste ist auch meist das theuerste Storm s. w. (1899) 7, 220. in bildlichem gebrauche für 'in groszer menge vorhanden, leicht erlangt, mühelos erhältlich, unwert', schon mhd.: weinen und schrîen was im (dem reuigen Theophilus) stæte wolveil Marienlegenden 201 Pfeiffer. nhd. in abwertendem sinne: drey ding seynd wolfeyl zu Rhom: fiber, pestilentz und arme leüt Hutten opera 4, 266 B.; lasz dir das wort gots köstlich, nit wolfeyl seyn Eberlin v. Günzburg s. schr. 3, 144 ndr.; yetz ... seind sie (die kardinäle) so wolfeil, das sie einander stoszen und verhindern Sleidanus reden 66 lit. ver.; kein ding ist gemeiner und wolfeiler als die worte, aber kein ding ist theurer als die taht und erfüllung Schottel haubtspr. (1663) 247 abschn. 4; wer sich gering und wolfeyl macht, der steht ihm selbst vorm liecht Lehman floril. polit. (1662) 2, 794; nichts ist wohlfeiler als diensterbietung und nichts theurer als dienstleistung W. Wille sittenlehre d. Deutschen (1781) 97; sie (die Schweizer) ... dankten gott für den groszen und wohlfeilen sieg Krünitz 201, 268; was seid ihr doch für ... leute ..., dasz ihr gewisse wohlfeile redensarten ... für den ausdruck aufrichtiger gesinnung aufnehmt Holtei erzähl. schr. 2, 71; diese wohlfeile art beifall zu erregen E. T. A. Hoffmann s. w. 4, 29 Gr.; Louis Philippe und Guizot ... fertigten den ... abgesandten mit wohlfeilen ausflüchten ab Varnhagen v. Ense tageb. (1861 ff.) 4, 174; das mitleid ist die wohlfeilste aller menschlichen empfindungen Hebbel tageb. 1, 203 Werner; eitler wahn bethörte mich, wohlfeilen ruhm zu suchen in dem Frankenkrieg Schiller 13, 239 G. (jungfrau v. Orleans 2, 6). redensartlich: unser freund (war) ... erfreut, um einen so wohlfeilen preis loszukommen Göthe 22, 109 W.; da wären ... madame wohlfeilen preises davongekommen ders. gespräche 2, 123 Biedermann; dasz man so wohlfeilen kaufs Baden aufzugeben gedenkt, scheint mir nicht denkbar kaiser Wilhelm I. milit. schr. (1897) 2, 295; Fouqué held d. nordens (1810) 3, 102. als adv. wolfeyl parvo precio, viliter Alberus dict. (1540) 99a. wolfeil kauffen vili pretio emere Dentzler a. a. o. 355a; wolfeiler verkauffen minoris vendere aliquid Frisius dict. (1556) 953b; wolfeiler geben abbassare i prezzi Hulsius (1618) 2, 2a: yederman ist genaigt wolfail zuo kauffen und teuwer zuo verkauffen A. v. Eyb spiegel d. sitten (1511) q 6a; wer wolfayl gibt, dem hilfft sant Nicolaus verkauffen (1509) Fortunatus 84 ndr,; mancher keuffet am ersten wolfeil, aber hernach mus ers thewr gnug bezalen Syrach 20, 12; sie geben dem ersten kauffer ... ein jedes ding etwas wolfeiler ab Prätorius Blockesberges verr. (1668) 435; dann wa die narren brot nit essen, man würd den rocken wölfler messen Murner narrenbeschw. 4 ndr.; diese artzeney ist sehr gut und wohlfeil zuzurichten mediz. maulaffe (1719) 212; ich ... esse gut und wohlfeil Göthe IV 26, 4 W.; der fremde kann ... zufrieden seyn, wenn er wohlfeiler lebt als zu hause IV 23, 14 W. bildlich, besonders in redensartlichen wendungen wie es wohlfeil, es wohlfeiler geben wenig schwierigkeiten machen, leicht nachgeben, in forderung und anspruch bescheiden( er) werden, s. Schmeller-Fr. 2, 892: (die Deutschen) weren im angrieffe böse, gebens aber bald wolfeiler Cyr. Spangenberg mansfeld. chron. (1572) 33a; gieb acht! du wirst es bald wohlfeiler geben müssen J. Fr. v. Cronegk schr. (1760) 1, 18. wohlfeil abkommen, davonkommen, leichten kaufes: die Franzosen meinten, sie weren wolfeel abkommen Ludw. v. Eyb Wilw. von Schaumburg 133 lit. ver.; kan meines bruders kopf die gutthaten ersetzen, vor die ich euer schuldner bin, so musz ich sagen, dasz ich gar wolfeil davon komme A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 2, 348; heute werden sie nicht wohlfeil davon kommen Göthe 19, 216 W.; er hat sich das beten statt des gebens so angewöhnt, und freylich kommt man dabey am wohlfeilsten ab Hippel lebensläufe (1778 ff.) 2, 391. billig, mühelos: dieser sieg, der über tausend von den feinden aufrieb, war für den überwinder wohlfeil genug erkauft, denn er vermiszte nicht mehr als zwei mann in seinem ganzen heere Schiller 7, 269 G.; der ruhm war wohlfeil zu erlangen, es kostet nichts, die allgemeine schönheit zu seyn, als die gemeine seyn für alle Schiller 12, 501 G. (M. Stuart 3, 4); das hätt er (Wallenstein) wohlfeiler haben können! 12, 151 G. (Piccol. 3, 8); ich würde dasselbe (Lessings 'Laokoon') ... sehr wohlfeil mit der bildsäule vergleichen können, von der es den namen hat, wenn nicht ... Herder s. w. 3, 7 S.; die ... schaar der mittelmäszigen talente, die sich, an gute komponisten angerankt, wohlfeil einen namen machen wollte Gervinus gesch. d. dtsch. dichtung (1853) 4, 344.
9034 Zeichen · 290 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wohlfeil

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Wohlfeil , -er, -ste, adj. & adv. einen verhältnißmäßigen geringen Preis habend, im Gegensatze des theuer. Wohlfeile Waa…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wohlfeil

    Goethe-Wörterbuch

    wohlfeil [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    wohlfeilAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    wohl-feil Adj. : ' nicht teuer, preisgünstig, billig ', wolfel (wolfəl, wolfl) [verbr., Christmann Kaulb 52 Heeger Südos…

  4. Sprichwörter
    Wohlfeil

    Wander (Sprichwörter)

    Wohlfeil 1. Auff wolfeilgeben gehet jedermann. – Henisch, 1046, 63; Petri, II, 27. 2. Es ist jetzt nichts Wohlfeileres a…

  5. Spezial
    wohlfeil

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    wohl|feil I adj. bun marcé II adv. a n bun prisc. ▬ wohlfeil e Ware marcianzia bunmarcé f.

Verweisungsnetz

19 Knoten, 18 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Kompositum 9 Sackgasse 7

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wohlfeil

9 Bildungen · 7 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von wohlfeil 2 Komponenten

wohl+feil

wohlfeil setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wohlfeil‑ als Erstglied (7 von 7)

wohlfeilen

DWB

wohl·feilen

wohlfeilen , v. , billig werden: es facht an wolfeilen oder wolfeil werden, es kumpt guot marckt convalescit annona Frisius dict. (1556) 99 …

wohlfeilheit

DWB

wohlfeil·heit

wohlfeilheit , f. , billigkeit. vilitas nomenclator lat.-germ. (1634) 574; le bon marché Schwan (1783) 2, 1065 b : wohlfeilheit ohne gleiche…

wohlfeilig

DWB

wohlfeilig , adj. , und adv. nur dialektisch für wohlfeil: wolflig Unger-Khull 638 a . —

wohlfeiligkeit

DWB

wohlfeilig·keit

wohlfeiligkeit , f. , was wohlfeilheit Adelung a. a. o. , mit synkope wolfeylkeit vilitas Alberus dict. (1540) 99 a : das ... in allen victu…

Wohlfeiling

PfWB

wohlfeil·ing

 Wohl-feiling f. : ' Preisgünstigkeit '; der welfling no kaafe 'nach Preisgünstigkeit kaufen' [ Lambert Penns 177].

wohlfeilung

DWB

wohlfeil·ung

wohlfeilung , f. , verbilligung, preissenkung (15. bis 17. jh.; mundartlich noch lebendig, s. Fischer schwäb. wb. 6, 3435 ). Diefenbach glos…

wohlfeil als Zweitglied (1 von 1)

spottwohlfeil

DWB

spott·wohlfeil

spottwohlfeil , adj. und adv. so wohlfeil, dasz es ein spott ist, lächerlich wohlfeil, vgl. dazu unter spott 9, sp. 2695: spottwolfail Schön…

Ableitungen von wohlfeil (1 von 1)

wohlfeile

DWB

wohlfeile , f. , wohlfeilheit, billigkeit. mhd. wolveile mhd. wb. 3, 291 mit belegen aus dem 13. jh. dialektisch mit murmel- e statt des dip…