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weile

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Campe
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Weile Die

Bd. 5, Sp. 644b
Die Weile, Mz. — n; Vw. Weilchen. 1) Ein jeder unbestimmter Zeitraum, es sei in der gegenwärtigen, vergangenen oder zukünftigen Zeit, wodurch es sich von Frist unterscheidet, welches nur von einem zukünftigen Zeitraume gebraucht wird, und zwar von einem bestimmten, in oder nach welchem etwas geschehen soll. Sich die nöthige Weile zu etwas nehmen, die nöthige Zeit Über eine kleine Weile, nach einer kurzen Weile, in einer Weile. Es wird noch eine Weile dauern, einige Zeit. [] Wohin geht sie nächtlicher Weile? Geßner. — bei nachtlich stiller Weile. Schiller. Ih schreibe Sinngedichte, die dürfen nicht viel Weile. Logau. Eine gute Weile warten müssen. Vor einer langen Weile. Der alles schuf aus nichts, soll er nicht auch die Theile Ergänzen, sind sie gleich verstreut vor langer Weile? Opiz. Sprichw. Gut Ding will Weile haben. Eile mit Weile (festina lente), eile, aber nimm dir die zu jedem Geschäft nöthige Zeit, damit nichts übereilt werde. Zu rechter Weile, zu rechter Zeit. Haltaus. * * Bei der Weile, beiweilen, daher bisweilen; zu Weilen, jetzt zusammengezogen zuweilen, zu Zeiten, von Zeit zu Zeit  Unter Weilen, gewöhnlich zusammengezogen unterweilen, während der Zeit, indeß. »— damit mir die Weile in dem schönen Garten nicht zu lang werde.« Göthe. Das Verkleinungswort wird nur in der vertraulichen Sprech= und Schreibart gebraucht. Ruhen Sie ein Weilchen aus. Warten Sie nur ein kleines Weilchen. Ach! denkt das Veilchen, wär ich nur Die schönste Blume, der Natur, Ach! nur ein kleines Weilchen. Göthe. I engerer Bedeutung bedeutet auch Weile zuweilen schon, eine kurze Zeit. Vnd liessen I werch ligen, Die weyl er da bey I saß: Iain 10, 206. 2) Müßige Zeit, Muße. Habet ihr Lust und Weile, so höret mich — Voß. »Will er nicht müssige Weile haben, so muß er sich doch was zu thun machen.« Lessing. »Der gütige Himmel, welcher allein am besten weiß, was jedem gut ist, gede denen, welche Weile haben, auch die Zeit sie zu nützen, und jenen, deren Zeit für das Wohl Anderer verfließend, ihnen selbst verfließt, verleih' er wenigstens so viel Weile, daß sie neue Kraft zum Rudern oder — Steuern sammeln können.« Benzel=Sternau. I der Weile arbeiten, bei den Bergleuten, in der Zeit der Ruhe, in den Feierstunden. Die lange Weile, die Weile, Zeit, da man nichts zu thun, keine Beschäftigung hat, auch sich keine zu machen weiß, und die einem sehr lang däucht und lästig wird, die Langweile, ungut Langeweile. S. d. Lange Weile haben. Vor lieber langer Weile sich nicht zu lassen wissen. Zuweilen in dieser Bedeutung auch nur die Weile. Mich drücket und plaget die Weile. Bürger.
2618 Zeichen · 44 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Weile

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Weile , plur. car. Diminut. das Weilchen. 1. Ein jeder unbestimmter Zwischenraum der Zeit, ein jeder Zeitraum, er se…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Weile

    Goethe-Wörterbuch

    Weile [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Weilef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Weile f. : ' ein kurzer, unbestimmter Zeitabschnitt ', Weil (wail) [mancherorts, Henn Mda.-Int. 273 Schneckenburger 24 L…

  4. Sprichwörter
    Weile

    Wander (Sprichwörter)

    Weile 1. Es werth ein weil, es krait einmal zu zeiten. – Hock, 27. 2. Es wird eine Weile viel Wasser in den Rhein hinabl…

  5. Spezial
    Weile

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wei|le f. (-) 1 momënt (-nc) m. , strüf (-s) m. , pez m. 2 aurela (-les) f. ▬ eine Weile n pez ; n strüf; eine lange Wei…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weile

44 Bildungen · 18 Erstglied · 23 Zweitglied · 3 Ableitungen

weile‑ als Erstglied (18 von 18)

weilen I

SHW

weilen I Band 6, Spalte 391-392

weilen II

SHW

weilen II Band 6, Spalte 391-392

weilendmal

SHW

weilend-mal Band 6, Spalte 391-392

weilen I

RhWB

weilen I s. o. bei Weile;

weilen II

RhWB

weilen II -ai- = welken (s. d.).

Weilerborn

SHW

Weiler-born Band 6, Spalte 393-394

Weilerwald

SHW

Weiler-wald Band 6, Spalte 393-394

Weilerbach

PfWB

weiler·bach

Weiler-bach ON : Name eines Baches und eines Dorfes im Kr. KL und zweier Wüstungen, mda. Weileʳbach [ KL-Weilb ]. a. 1289: Wilrebach [ Dolch…

Weilersweg

SHW

Weilers-weg Band 6, Spalte 393-394

weilerweise

DWB

weiler·weise

weilerweise , adv. ' zeitweise, auf augenblicke ': Frischbier 2 (1883) 461 f. aus Königsberg.

weilerz

DWB

weil·erz

weilerz , n. durch weilarbeit ( sp. 787) gefördertes erz: Unger-Khull steir. 626 a . —

weile als Zweitglied (23 von 23)

alleweile

DWB

alle·weile

alleweile , adv. semper, modo, mhd. alle wîle MS. 2, 46 a . Ben. beitr. 380 . Wigal. 598 . wüntsche mir zu meinem theile, dasz mir jetzt und…

Derweile

Adelung

der·weile

* Derweile , oder Derweilen, ein Oberdeutsches Nebenwort der Zeit, für indessen, welches aus dem Pronomine der und Weile zusammen gesetzet, …

dwele, dweile

LW

dwele·dweile

dwele, dweile, f. Tuch zum dwagen, Handtuch, Serviette, Wischtuch, Lappen u. s. w. (jetzt; dweidel, feidel).

gesangslangweile

DWB

gesang·s·langweile

gesangslangweile , f. langweile beim gesang, langweiliger gesang: diese kirchliche gesangslangweile. B. Weber 256 .

Handsweile

Wander

hands·weile

Handsweile Ueber Handsweile. ( Schles. ) Wenn etwas dann und wann geschieht. »Ich finschelfanschelte nicht lange; wenn mich aber die andern …

Kurzweile

Adelung

kurz·weile

Die Kurzweile , plur. die -n, im gemeinen Leben, nicht so wohl die kurze Weile oder Zeit zu bezeichnen, als vielmehr dasjenige, was die Zeit…

langeweile

DWB

lange·weile

langeweile , f. zusammenrückung aus lange weile sp. 159; über die entwickelung dieser form vergl. auch unter kurzweile theil 5, sp. 2856. 1 …

langweile

DWB

lang·weile

langweile , eigentlich componierte form neben dem blosz zusammengerückten langeweile und dem unverbundenen lange weile, vgl. oben sp. 173; d…

mittlerweile

DWB

mittler·weile

mittlerweile , adv. interim, interea, zusammengerückt aus mittler weile sp. 2391; seltener in den quellen des 16. 17. und noch des anfangend…

nächtlicherweile

GWB

naechtlich·er·weile

nächtlicherweile [ Faust: ] wandle den Wurm [ Mephisto ] wieder in seine Hundsgestalt, wie er sich oft nächtlicher Weile gefiel vor mir herz…

Saumweile

DRW

saum·weile

Saumweile, f. wie Säumnis (III) wer auf der ambtleich erfordern ... ausbleibet, verfallet der obrigkeit in die straff und ist demjenigen, de…

schlenkelweile

DWB

schlenkel·weile

schlenkelweile , f. die zeit zwischen dem austreten aus einem dienste und dem eintritt in den neuen ( s. DWB schlenkeln 3). polizeilich such…

schusterweile

DWB

schuster·weile

schusterweile , f. ' das halbe stündchen, welches der schuhmacher und andre handwerker, wenn sie auf der stör sind ( für andre in deren wohn…

sitzweile

DWB

sitz·weile

sitzweile , f. ' heiszt in der obern pfalz der zeitraum von 6 bis 9 uhr abends, wo die dienstboten auf dem lande spinnen, stricken, oder der…

sonntagslangeweile

DWB

sonntags·langeweile

sonntagslangeweile , f. : vielleicht ein bloszer mädchenscherz, beim pfänderspiel im gärtchen in sonntagslangerweile ausgeheckt. Mörike Nolt…

tagweile

DWB

tag·weile

tagweile , f. , mhd. tagewîle, die zeit, die dauer eines tages ( Lexer 2, 1395 ): tagweil thun, diurnare voc. 1482 gg 2 a .

überweile

DWB

ueber·weile

überweile , überweil , zusammenrückung aus präp. über u. acc. weile: die weile über, unterdessen. conjunctionell ( vgl. dieweil): die zeit ü…

unweile

DWB

unweile , f. , mangel an weile ( s. d. II 2), unmusze 1/2 entsprechend: denn was soltestu als ein christlicher vater lieber sehen, denn das …

Verweile

Campe

verwe·ile

○ Die Verweile , Mz . u. ein Aufenthalt auf kurze Zeit. »Ih fand bei ihr eine angenehme Verweile .« Wolke.

zeitweile

DWB

zeit·weile

-weile , f. , 1) weile : nach einer geraumen z. J. v. Sandrart iconologia (1680) b 3 a ; Leibnitz dtsche schr. 1, 249 ; 2) more ( in der met…

Ableitungen von weile (3 von 3)

unweile

DWB

unweile , f. , mangel an weile ( s. d. II 2), unmusze 1/2 entsprechend: denn was soltestu als ein christlicher vater lieber sehen, denn das …

Verweile

Campe

○ Die Verweile , Mz . u. ein Aufenthalt auf kurze Zeit. »Ih fand bei ihr eine angenehme Verweile .« Wolke.