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wedeln

mhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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12 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wedeln verb.

Bd. 27, Sp. 2827
wedeln, verb. in luftbewegung sein, von der luft bewegt werden, die luft in bewegung setzen, eine körperbewegung machen, den schwanz bewegen. eine ableitung von wedel, mit der ein älteres verbum, ahd. wadalôn 'vagari, evagari, fluctuare' (s.wadeln sp. 246) zusammengefallen ist, das aber nur für die ersten beiden bedeutungen in betracht kommt. das abgeleitete verbum liegt sicher um 1200 vor (s. 5 a Th. v. Zirclaria) und wird, da der vokal der ersten silbe unumgelautet bleiben kann, für das ahd. als *wadalôn, daneben *wedilôn, anzusetzen sein. im älteren mhd. tritt nur wadeln auf, im 15. jahrh. steht wedeln bei Füetrer Seifrid de Ardemont 490, 5 und Rosenblut in Liliencrons hist. volksl. 109, 15; im 16. und 17. jahrh. haben die Oberdeutschen (Keisersberg, Franck, Forer, Albertinus, Bürster) meist wadeln [] (wadlen), die Mitteldeutschen (Luther, Kirchhof, Spangenberg) meist wedeln, doch steht wedlen bei Pauli 256, dagegen wadelt bei Lehman 1, 414 und noch 1742 wadelten bei Lindenborn Diogenes 1, 773. von wörterbüchern haben Frisius, Maaler, Dentzler wadlen; Güntzel 825 bezeichnet wadeln als die Nürnberger (wedeln als die Leipziger) form; aber auch Schottel hat wadelen 'caudam movere' und noch Steinbach und Nieremberger kennen wadeln neben wedeln. Kramer, Rädlein u. a. schreiben wädeln. die aus dem Harz angeführte form weddeln steht auch bei Schnabel Felsenburg 4, 43. 111. 308. vereinzelt übergang des e in i in wideln Cats sinnreiche wercke 2, 603. die jetzigen obd. dialekte haben neben wadeln die umgelauteten formen; z. th. scheint in wadeln späterer umlaut eingedrungen zu sein: wadeln Stalder 2, 427, aber wälda Tobler 437, wädle Hunziker 284; wedle Martin-Lienhart 2, 790 (daneben wadle 2, 789b); wädeln Birlinger 424a; wàdlen neben wedlen Schöpf 793; wádln Lexer 249. im md. tritt a nur in wadeln 'reisholz machen' Reinwald 2, 137 auf. litterarisch erscheint wadeln in neuerer zeit nur bei Gotthelf 21, 387 u. ö. das verbum hat sich im nhd. besser gehalten als wedel und liegt noch fast in allen seinen bedeutungen vor. 11) in luftbewegung sein (zu wedel II 1). schwäb.-fränk. und in ostmd. mundarten sagt man es wedelt, wenn es im zimmer so heisz ist, dasz sich die luft bewegt Birlinger 424. Reinwald 2, 138. Anton (1840) 8; wedelnde wärme Bernd Posen 344; kein holz darf mir vergebens auf dem heerde brennen, und stuben, welche vor hizze, wie die badstuben, wedeln, kan ich nicht leiden die lustigen Leipzigerinnen (1790) 40; wedelnde ofenwärme schlug ihm, der aus der kälte kam, entgegen Fr. v. Bülow Velhagen u. Klasings monatshefte 1902, i, 575a. am Harz gebraucht man wedeln vom schneegestöber, leicht und flüchtig treibendem schnee Liesenberg 102. zeitschr. f. d. mda. 1911, 27 (Hohegeisz); weddeln, et weddelt Damköhler mundartliches aus Cattenstedt a. H. 11. das wort tritt bei Cyr. und Wolfh. Spangenberg auf: den siebenden (schnee) mag man das stette wedeln und wehen nennen, so umb das fest der heiligen drei könige, etliche tage lang an einander geweret C. Spangenberg mansfeld. chron. (1572) 492a; und dasz der schnee gantz hauffen weisz her wedele mit sausen. W. Spangenberg anm. weiszheit lustg. 478. vom rauch: der rauch wedelte über's gewölbe hin, und sah zu, wo er hinaus konnte v. Gaudy 2, 84. 22) von der luft bewegt werden, flattern. bei älteren belegen ist mit nachklängen des verbums wadeln 'schwanken, schweben' zu rechnen, aus dem auch die bedeutung 'flattern' hervorgehen konnte. im mhd. steht wadeln (wedeln) öfter von fahnen (s. auch a. a. o. den beleg aus Athis): ain vænlin grn sol vor dir wadel (var. wadeln). J. v. Würzburg Wilh. v. Österreich 13430 Regel; got mit dem cruze kam gevarn, der totsigenunftige vane wadelt dort oben ane. H. v. Hesler ev. Nicodemi 3280 var. (text: swebete) Helm; do sach man in den lufften hoch umb wedeln dy zimierd und paniere ob kunigen und sunst mengem fursten edeln. U. Füetrer Seifrid de Ardemont 490, 5 Panzer. an wadeln 'schwanken' ist vielleicht noch bei folg. stelle aus dem 18. jahrh. zu denken: flanquierten sie (die schiffe) noch einige tage um die gegend der sandbäncke herum ... so beobachteten wir ihr hin und her weddeln Schnabel Felsenburg 4, 308 (4, 33 weddeln von einer flagge); sowie bei schwäb. wädeln 'das wellenförmige sichlegen der hohen saaten auf getraidefeldern beim winde' Birlinger 424 (s. auch u. Frisius). in der neueren sprache hat sich aber sicher auch das intransitive wedeln aus wedeln 'fächeln, schwenken' entwickelt, wie umgekehrt aus dem zunächst intransitiven wehen ein wehen 'fächeln' hervorgegangen ist (th. 14, i, 92); die bedeutung 'wehen' ist auch zu 'sich hin und her bewegen, baumeln' erweitert: die flaggen, fahnen wedeln vor dem wind, ondoïent, flottent Rondeau; [] in selbem grunde schritt oft und viel ein edler jüngling spazieren, hinter jedem ohre ein federkiel, das thät ihn wunderbar zieren! am rücken ein gänseflügelpaar, die thäten rauschen und wedeln. v. Droste-Hülshoff 3, 296 Kreiten; dem herrn wedelt sein zöpfchen gar possierlich unter den engelsflügeln Uhland briefwechsel 1, 30; die hängenden ohren wedeln auf und ab Grasz sizilische reise (1815) 1, 43; eine goldene kette wedelt ihm (dem hausherrn) auf dem schwellenden embonpoint Gutzkow 8, 73. etwas wedeln lassen: undantem chlamydem facere, den mantel lassen fliegen und wadlen im gon, grad wie die wällen Frisius (1556) 1400b; seine speckseitekutte liesz er wadeln hinter sich, dasz es fry einen luft gab Gotthelf (1856 ff.) 21, 387; mops, von höflichen maniren, als sein meister scheint zu sein, stellt sich schmeichelnd bei mir ein, läst sein schwäntzchen wideln, rühren, beut mir seinen pfoten dar. Cats sinnreiche wercke (1711) 2, 603; sehe ich den fahrenden, der die zipfel seines gewandes zu zwei langen ohren gestaltet hatte, die er neben den meinigen winken und wedeln läszt C. F. Meyer könig und heiliger 24. wedelnd 'schlotternd': strumpf, der aus der wedelnden wade und übrigen hülse der beine eines grafen gegerbet worden J. Paul aus des teufels pap. 1, 82. 33) weit häufiger ist die bedeutung 'die luft mit einem fächelnden werkzeug in bewegung setzen'; die wörterbücher führen sie neben der vierten (die Adelung allein kennt) seit Krämer an, flabello ventilare, ventum facere Stieler 2461. 3@aa) am häufigsten ist mit etwas wedeln: da wedelt unser frow mit dem ermel, da wurden sye alle gesund der heyligen leben summerteil (1472) 148b; (haben sie) gar stark mit brinnenden lunden gewadlet Seb. Bürster schwed. krieg 121 v. Weech; dann wie er ... gar unfürsichtig, mit einer zündruten, hin und wieder fächelte und wedelte, fielen etliche funken in ein pulverfäszlein E. Francisci schau- u. ehren-platz (1684) 37; welche alle weisze fähnlein in ihren händen führeten, und damit wedelten, welches wir als ein zeichen des friedens erkannten Schnabel Felsenb. 4, 285; eine mutter ermahnte die ihrigen zur flucht, als sie den erbherrn in der nähe spazieren sah. 'lauft! sagte sie; seht ihr nicht, wie er schon mit dem stocke wedelt?' G. Merkel die Letten (1797) 34; der priester ... verbeugte sich, sprach salaams, wedelte mit einem fächer Ritter erdkunde 6, 217; das eigene wedeln der Heiterethei mit dem tragband in ihren händen O. Ludwig 2, 23; noch immer wedelten die damen des chors mit ihren notenblättern Anders (Allihn) das duett in as-dur 123. 3@bb) während hier die bedeutung z. th. zu 'in der luft mit etwas herumfahren' erweitert ist, hält sich die ursprüngliche bedeutung von wedeln besser, wenn ein acc. angeschlossen ist (ungewöhnlich ein dat. bei H. v. Kleist 1, 184 E. Schmidt). er kann das vom luftmachen betroffene bezeichnen: sich (sein gesicht) mit dem schnupftuch wedeln; mit weiterer bestimmung: hierauf erhebet sich der vogel über die übrigen armeen, denen er grausam viel leute über den haufen wädelt polit. hanswurst (1759) 23; die männer sprangen auf die bänke und versuchten mit schnupftüchern den ungebetenen gast hinaus zu wedeln v. Gaudy 14, 100. in Sachsen sagt man: der wind wedelt die wäsche recht rum Müller - Fraureuth 2, 645a. die fliegen wedeln, mit dem wedel vertreiben, muscas abigere Stieler 2461: 12 schiffsjungen ..., welche die fliegen von der leiche hinwegweddeln musten Schnabel Felsenb. 111; wedelt ihm das glück die fliegen und die sorgen von der stirne? Heine 1, 386 Elster; es darf (beim erdbad) nichts frey bleiben, als der kopf, selbst die arme nicht, daher man sich in ameisenreichen gegenden die ameisen wedeln lassen musz Lichtenberg verm. schr. 5 (1803) 183. seltener bezeichnet der acc. das, womit man luft macht: als ... Ulrich von Werdenberg einen zundel ... frevenlich wädlete, ist ein fewr in das [] nächst fasz voller pulfer hinein gefallen Conr. Dietz annales (1621) 276; sie wedelt über ihm den hut, und seinen schläfen that's nicht gut. Overbeck verm. ged. 151; holder von schmink' und gestein liebäugelt es, wedelnd den fächer. Voss 2, 138. im folg. ist es 'durch bewegungen in der luft etwas zum ausdruck bringen': brich auf! — da haspelt in behendem lauf das wirthlein abschied wedelnd uns entgegen. v. Droste-Hülshoff 3, 107 Kreiten. 3@cc) wedeln absolut gebraucht: der erst sasz gegen dem wind uff einem hohen turn, der wadlet empsigklichen, als ob er den gantz wolt verschlucken Keisersberg der seelen paradisz 154d; ein federbuschen hengt daran, nach welchem sie thuet greiffen, damit sie gschwind einn kuhlen windt mit wadlen kann hertreiben. lied v. 1637 bei Schmeller 2, 847; wenn solchen herren einmal eine mucke hinter die ohren geflogen ist, so bringt man sie höchstens mit vielem wadeln wieder weg Gotthelf 2, 174 Vetter; sie wedeln (die anzeiger schwingen die anzeigerstange hin und her bei einem fehlschusse) Horn die deutsche soldatensprache 79. 3@dd) eine besondere bedeutung entwickelt wedeln, wenn es auf eine bewegung geht, die man beim gehen zu machen pflegt; die grundbedeutung 'wehen' tritt hier völlig zurück. mit etwas, das man an sich hat, wedeln: qui suam undantem chlamydem quassando facit ... der da gehet und wedelt mit dem reitrock Corvinus fons latinitatis (1646) 187; mit den kleidern wedeln, sive auf den gassen stolz daher wedeln, in vestium splendore et apparatu superbire Stieler 2461; (er) wuszte gleichwohl durch nachlässigen gang und ein gewisses wedeln mit den rockschöszen seine volle würde zu behaupten Pröhle Harzsagen 60; herr F., der auch wieder aufblüht ... und wieder con amore mit seinem zöpfchen wedelt A. v. Droste-Hülshoff briefe 281 Schücking. mit körpertheilen wedeln: mit den armen müssen sie daher wadlen, gleich als wann sie fliehen (fliegen) wolten oder im schiff füren und ruderten Albertinus zeitkürtzer 57; (die blattlaus) wedelt mit dem hinterleibe Ratzeburg ichneumen der forstinsekten 1, 51; mit dem hindern wedeln, agitare nates, clunes motitare Stieler 246. für dies auch nur wedeln: wädele, ambulando posteriora versari (Bern) Frommann 4, 148. es bedeutet 'rasch mit kurzen schritten gehen', bes. von dicken leuten: der wirth wädelte in seinem schnellsten schritt zur hausthüre Gotthelf (1856 f.) 10, 37; els. wadeln, sich drehen und wenden im gehen Klein 2, 223; wadle, wädle, schwerfällig laufen, rasch oder zimperlich mit kurzen schritten gehen Martin-Lienhart 2, 789b; henneb. wedeln Frommann 2, 170. mit anlehnung an wedeln 4: daher wadlen wie ein pfau Dentzler 2, 340. kaum gehört hierher schwäb. wadle, gehen wie eine ente, schwankend gehen Wagner mda. v. Reutlingen 60; die ente wadelt und trippelt sehr eilents mit iren kurtzen beinen hinach Kirchhof wendunmuth 1, 299 Österley; vgl. wateln sp. 2571. es scheinen hier verschiedene bildungen zusammengekommen zu sein. 44) das von wedel 'schwanz' ausgehende wedeln erscheint seit dem spätmhd. und tritt an die stelle der umständlicheren bildungen zagelweiben, weibe-, wende-, wandelzageln, das vorkommen in der bibel trägt zur verbreitung des wortes bei (für das H. Sachs u. a. wecheln gebrauchen s. wächeln), und es verbleibt der schriftsprache, auch nachdem wedel selbst wieder aus der allgemeinen sprache gewichen ist. es wird am häufigsten vom hunde gebraucht, aber auch sonst von vierfüszigen thieren, den raubthieren (löwe, wolf, fuchs), von rindern und schafen, selten von pferden. auf fische und vögel wird wedeln nicht wie das subst. ausgedehnt. 4@aa) zunächst kommt wedeln mit angeschlossenem acc. vor, was jetzt in der gewöhnlichen sprache nicht mehr üblich ist: der hund der peiszt des mannes nicht, so er den zagel wedelt. Liliencron hist. volksl. (1, 510) 109, 15 (Rosenblut); [] din sun kumpt, der hund wädelt den schwantz (var.: wendelt den zagel, wendelzagelt u. a.) historienbibeln 524 Merzdorf; er ... wädelt seynen schwancz gtlich gegen im der heiligen leben winterteil (1471) 71a; agere caudam, den schwantz wadlen oder rren, bewegen Frisius 65a (= Maaler 480a, fehlt noch bei Dasypodius, Alberus, Hulsius). jetzt noch dichterisch: an seinem goldhorn kannte der höllenhund den schönen Bacchus, wedelte sanft den schweif. Herder 26, 255 Suphan. 4@bb) mit dem schwanz wedeln tritt seit Luther auf: da lieff der hund vorhin ... und wedelt mit seinem schwantz, sprang und stellet sich frölich Tob. 11, 9 (und frawet sich mit der wadlung seins zagels Mentel, wädlet mit dem schwantz in fröuden Züricher bibel, ebenso Eck); der esel ... spitzt und wirfft die oren hin und wider, wadlet mit dem schwantz, rühelt und gumpet Forer thierb. 42a; als aber der löw den Androdum erkennet, wedelt er wie ein schmeichlender hund gegen seinem herren mit dem schwantz Kirchhof wendunmuth 1, 249 Österley; auff solche wort wedelt der lewe mit seinem wadel oder schwantz, gieng hin und legte sich in seinen schrancken Cyr. Spangenberg Schauenburg. chron. (1614) 146; wenn sie (die hunde) ihm aber zu nahe kommen, so wedele er mit dem schwantz um das maul Reinicke fuchs (Rostock 1650) 398; dieser (der hund Argos, als er den Odysseus erkannte) ... wedelte zwar mit dem schwanz und senkte die ohren herunter, aber er war zu schwach sich seinem herren zu nähern. Voss Odyssee 17, 302; die pferde wedelten mit dem schwanz, so traulich wie alte bekannte. Heine 2, 448 Elster. sprichwörtlich: es ist kein hund, er wadelt mit dem schwantz Lehman (1662) 1, 414; man muss dem hund nicht so offt brod geben, als er mit dem schwantze wedelt Winckler 2000 gutte gedancken (1685) A 6b; wenn der fuchs gänse fangen will, wedelt er mit dem schwanze Blum sprichw. (1782) 2, 23. ungewöhnlich von amphibien: die eidechschen ... wedelten mit den schwänzchen Immermann 3, 85 Hempel. vom teufel: andre aber gliechen den zahmen hauszkatzen und wadelten mit ihren sanfften schwänzen so freundlich, als ob sie nur auff liebkosungen bedacht wären Lindenborn Diogenes 1, 773. 4@cc) einfaches wedeln vom pfau, das ausbreiten des schwanzes: das wadlen des pfawen, rotatio Dentzler 1, 666. von vierfüszlern ist es anfangs selten, später aber ohne zusatz ganz gewöhnlich: der abenthürer lockt dem hund wider, da kam der hund wider zuo ihm wedlen Pauli schimpf u. ernst 256 Österley; sein mops, der keine kunst vergasz, und wedelnd bey dem kessel sasz. Hagedorn (1769) 2, 121; er knurrt und zweifelt, legt sich auf den bauch, er wedelt.alles hunde brauch. Göthe 14, 59 (Faust 1, 1165) Weim. ausg.; was winselt und wedelt der zott'ge gesell? Heine 1, 21 Elster; im klosterhof war alles stumm und still. ein groszer hund wedelte am fremden gast hinauf, ohne laut zu geben, er bellte keine kutte an Scheffel Ekkeh. 70; der hirte Gregor, ... gefolgt von dem mutterschafe, das wedelnd und blökend zu ihm aufsah Stifter 2, 23. das part. praes. adjectivisch: diese (die wölfe der Kirke) sprangen nicht wild auf die männer, sondern sie stiegen schmeichelnd an ihnen empor mit langen wedelnden schwänzen. Voss Odyssee 10, 215. der substant. inf.: und sie empfing an der pforte der hund mit freundlichem wedeln. Voss ged. 1, 73; dein zierlich gelockter schwanz ist der sitz einer zärtlichen und aufgeweckten seele, welche ihre regungen durch freudiges wedeln an den tag legt Rabener 1, 193; das zugvieh stürzte ... sich drängend (zum wasser) hinzu und gab durch wedeln der schweife seine freude zu erkennen Ritter erdkunde 1, 391; da entsagen alle, weil allen die trauben zu sauer sind, und die fuchsschwänze [] schlagen mit bittersüszem wedeln um die dürren flanken G. Keller 1, 384. 4@dd) die bedeutung 'schmeicheln, hofieren, kriechen' geht von dem einschmeichelnden und unterwürfigen wedeln des hundes aus: es seindt etlich, die wöllen sich den leuten angenem machen ..., wadlen gleich wie die hunde Keisersberg narrenschiff 273 Scheible; wer nicht kriechen will und hündisch wedeln, bette früh sich bei den totenschädeln. Platen 22; knechtisch wedeln deutsche hunde, wedeln sich das brod zum munde, schreien gegen vaterland. Arndt ged. (1860) 157. daneben mischt sich die redensart mit dem fuchsschwanz streichen (th. 4, i, 352) ein: mit dem fuchsschwantz wadlen S. Franck sprichw. 1, 27a; fuchszeit ist jetzt. wedelnder schwanz wirbt sich zuletzt streichelnd den kranz, schmeicheln und heucheln, bübeln und meucheln, muszt du verstehen. Arndt ged. (1860) 348. ohne bildliche ausdrucksweise: wie steht der kerl so ungeschickt, weisz nicht, dasz vor uns reichen man wedeln musz und schleichen! Hegner ges. schr. 223; sie wissen, wie es an höfen geht, dasz alles in einer gewissen carriere schritt vor schritt und nicht anders sich bewegt, kurz, dasz man warten, hofiren, wedeln musz J. G. Forster briefwechsel 1, 179; die Holländer ... wedeln und schmeicheln nicht Niebuhr nachgel. schriften 92; die unabhängige freie sinnesart, die er (Reichardt) ... mitten aus einer kriechenden und wedelnden zeit sich gerettet hat Görres 2, 118; der zweite. es schien, sie wünschte unsrer los zu sein. der dritte. beim himmel, ja; das sag' ich auch.sie ging um diesen wunsch herum, mit worten wedelnd; mir fiel das sprichwort ein vom heiszen brei. H. v. Kleist 1, 174 (Guiskard 4) E. Schmidt. auch aus der elsäss. volkssprache wird die bedeutung 'schmeicheln, buhlen, den hof machen' angegeben Martin-Lienhart 2, 790b. 4@ee) der wendung mit dem schwanz wedeln ist mit den ohren wedeln nachgebildet: was wedelt denn der rattelhund so munter mit den ohren? Ed. Paulus ges. dicht. 197; als Adam den tieren ihren namen gab, war eines darunter, das wedelte gar bedächtig mit den ohren und ... Adam sagte: du sollst esel heiszen G. Keller 1, 406. auch von menschen: des professors eigener sohn, der die ohren brillant bewegen konnte, muszte dann erscheinen, um mit den ohren zu wedeln Ahrens gelehrten-anekdoten 83. 55) vereinzelte bedeutungen. 5@aa) an mhd. wadel 'laubbüschel, mit dem man im bade gestrichen wird' schlieszt sich wadeln bei Th. v. Zirclaria an: diu keten die wir mit untugent vlehten an alter und an jugent, diu wirt ze helle stælîn gar ... seht, dâ mit wadelt man wol swer dâ ze helle paden sol. d. wälsche gast 6757, vgl. 6669 ff. 5@bb) wadeln 'reisholz machen' Reinwald 2, 137. Weber ökon. lex. 627a (Franken) geht wol auf wedel II 3 a 'baumwipfel' zurück, doch vgl. auch sp. 246 wadeln 'abholzen' (eig. zur richtigen zeit schlagen, wobei dann auch reisholz gemacht werden kann), gewedelt holz 'holz, das zur richtigen zeit geschlagen ist'; vielleicht ist wadel 'reisholz' (sp. 2821) erst von dem verb. ausgegangen. dasselbe gilt für schweiz. wedeln neben wedele 'reisigbündel'. redensart: ' s isch g'wedelet und putzt Wander 4, 1841 (Solothurn) 'es ist ganz vorbei damit' (wenn die wellen gebunden sind, werden sie mit einem handbeil aufgeputzt). 5@cc) schweiz. wädla (auch wadla), die geronnene milch mit dem querl umrühren Tobler 437b. zu wedel II 5 k. [] 5@dd) kärnt. wedln, streiten, zanken, processiren Lexer 252 gehört nicht hierher, sondern geht auf wedel 'kampf, streit' (s.wadel sp. 245) zurück. 5@ee) auch wädelen, träumen Frommann 6, 20 (Eifel) ist als ein anderes wort anzusehen.
19949 Zeichen · 341 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wedelnsw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    wedeln , sw. V. Vw.: s. wadelen (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wêdeln

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Wêdeln , verb. regul neutr. hin und her bewegen, ein nur von dem Schwanze vierfüßiger Thiere übliches Wort. Der Hund wed…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wedeln

    Goethe-Wörterbuch

    wedeln [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    wedelnschw.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    wedeln schw. : 1. 'den Schwanz hin- und herbewegen, schwänzeln', wedele (wēdələ) [mancherorts], wedle (wēdlə) [ IB-Aßw R…

  5. Sprichwörter
    Wedeln

    Wander (Sprichwörter)

    Wedeln S isch g'wedelet und putzt. ( Solothurn. ) – Schild, 96, 433; Sutermeister, 91. Wedelen = Wedeln, Reiswelle, Reis…

  6. Spezial
    wedeln

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    we|deln vb.intr. (schwänzeln) mené la coda.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wedeln

27 Bildungen · 0 Erstglied · 25 Zweitglied · 2 Ableitungen

wedeln als Zweitglied (25 von 25)

Überwédeln

Campe

Überwédeln , v. trs . ich überwedele, überwedelt, zu überwedeln , mit einem Wedel überfáhren. D. Überwedeln. D. — ung .

Abwedeln

Campe

Abwedeln , v. trs. 1) Vermittelst eines Wedels wegschaffen, reinigen. 2) Durch Wedeln abhalten. Die Fliegen abwedeln. Das Abwedeln. Die Abwe…

anwedeln

DWB

anwedeln , cauda blandiri: der hund wedelt seinen herrn an; doch nicht stürzten sie wild auf die männer sich, sondern wie schmeichelnd stand…

auswedeln

DWB

aus·wedeln

auswedeln , flabello exstinguere, auswehen: ein licht auswedeln.

bewedeln

DWB

bewedeln , flabello frigus ventilare.

drehwedeln

PfWB

dreh·wedeln

dreh-wedeln schw. : ' langsam arbeiten, trödeln ', drehwedle [ PS-Trulb ]. Zu PfWB Drehwedel 2.

durchwedeln

DWB

durch·wedeln

durchwedeln , sich wedelnd durchbewegen. der deutsche reichstagstilus, worin drittelhimmellange kometenschweife von perioden sich hinter ihr…

gangwedeln

PfWB

gang·wedeln

gang-wedeln schw. : ' durcheinander schneien und regnen ', gangwedele [ SP-Mechth ]; vgl. PfWB bowetteln , PfWB gowetteln .

guwedeln

PfWB

guwedeln s. PfWB gowetteln ;

kuhwedeln

RhWB

kuh·wedeln

kuh-wedeln PfWB ElsWB fərkūwēdələ Saarbr-Sulzb schw.: etwas v., verhunzen.

kuwedeln

PfWB

kuwedeln s. PfWB verkuwedeln , PfWB gowetteln .

nachwedeln

DWB

nach·wedeln

nachwedeln , verb. ( den schweif ) wedelnd folgen: denen er .. nachwedelte wie Lips, der bekannte schwarze pudel, seinem bekannten meister. …

schwanzwedeln

DWB

schwanz·wedeln

schwanzwedeln , verb. mit dem schwanze wedeln, bildlich von übertriebener, schmeichlerischer freundlichkeit: er schwanzwedelte als wenn der …

schweifwedeln

DWB

schweif·wedeln

schweifwedeln , verb. , neuere bildung, mit dem schweife wedeln nach hündischer art, kriechend schmeicheln ( vgl. oben schweifeln 1): der gr…

überwedeln

DWB

ueber·wedeln

überwedeln , v. , untrennb. verbindung, trans.: etwas ü., es mit einem wedel überfahren, mit wedelnder bewegung darüber hin wischen: so woll…

Umwedeln

Campe

Umwedeln , v. trs . D. Umwedeln. D. — ung. 1. Úmwedeln, ich wedele um, umgewedelt, umzuwedeln , durch Wedeln umfallen machen. 2. Umwédeln, i…

verkuwedeln

PfWB

ver·kuwedeln

ver-kuwedeln schw. : 2. etwas v. 'verwirren, verderben, unmöglich machen', ve (r) kuwedele (-ˈkūwēdələ) [verbr. WPf LA-Ilbh], -kuwerele [ KU…

verwedeln

DWB

ver·wedeln

verwedeln , v. : Maria legts kindel in d wiagen, sankt Joseph verwädelt die fliagen A. Hartmann volkslieder (1884) 1, 233 ; weil es die vori…

vorwedeln

DWB

vor·wedeln

vorwedeln , verb. , ' mit dem wedel vor etwas bewegen ' Campe, mit dem folgenden zitat: als sie endlich gar mit einem rothen schnupftuch sic…

Wegwedeln

Campe

weg·wedeln

Wegwedeln , v. trs . mit einem Wedel, wedelnd vertreiben. Die Fliegen wegwedeln. D. Wegwedeln. D. — ung .

zuwedeln

DWB

zuwedeln , v. : luft z. nomencl. hamb. 456; um mit dem fächer von weiszen pfauenfedern dem schönen gesicht kühlung zuzuwedeln Gaudy s. w. 14…

Ableitungen von wedeln (2 von 2)

bewedeln

DWB

bewedeln , flabello frigus ventilare.

verwedeln

DWB

verwedeln , v. : Maria legts kindel in d wiagen, sankt Joseph verwädelt die fliagen A. Hartmann volkslieder (1884) 1, 233 ; weil es die vori…