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Wanderung

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Wanderung

Bd. 20, Sp. 364
Wanderung (Migration), die Erscheinung, daß manche Tiere zu regelmäßigen Zeiten im Jahr oder anscheinend regellos ihren Standort verlassen und vorübergehend oder für immer eine andre Heimat suchen. Solche Wanderungen werden zum Teil aus unbekannten Gründen meist in Massen ausgeführt, wie z. B. diejenigen der Wanderheuschrecke, verschiedener Schmetterlinge und Ameisen, einiger Landkrebse, mancher Fische (Lachse, Aale, Heringe etc.), sehr vieler Vögel, auch einzelner Schildkröten, Frösche und Säugetiere (z. B. des Lemmings). Regelmäßige Wanderungen machen besonders Zugvögel, die in der kalten Jahreszeit nach Süden ziehen und zu Anfang des Sommers in ihre alten Quartiere zurückkehren. Die große Sicherheit, mit der manche unter ihnen, z. B. die Störche, ihre Nester wieder auffinden, hat früher zur Annahme eines besondern Wandertriebes geführt, erlaubt jedoch eine einfachere Deutung. Man unterscheidet nämlich neben den eigentlichen Zugvögeln die Standvögel, die ihren Aufenthaltsort das ganze Jahr hindurch beibehalten, und die Strichvögel, die nur wenig oder in unregelmäßiger Weise umherziehen (s. Vögel, S. 208). Es kann nun ein und derselbe Vogel allen drei Kategorien angehören. So ist die Eiderente für Grönland, Spitzbergen und Island ein Wandervogel, der südwärts zieht, sobald er wegen des Eises nicht mehr genug Seetiere zur Nahrung fangen kann; an der Ostsee, die nur teilweise zufriert, wird sie zum Strichvogel, d. h. sie sucht die offen bleibenden Stellen auf; an den Küsten von England und Frankreich, die vom warmen Golfstrom bespült werden, lebt sie als Standvogel jahraus, jahrein. Somit hat sich die Gewohnheit der regelmäßigen W. erst allmählich ausgebildet. Schließlich wurde das Wandern im Laufe der Generationen zur bleibenden Gewohnheit. Die von den Vögeln eingeschlagenen Zugstraßen wurden zumeist dadurch bestimmt, daß auf ihnen während der oft wochenlangen Reise Nahrung anzutreffen ist und sind daher für Sumpfvögel andre als für Landvögel etc. Die nach Afrika wan dernden Vögel fliegen nur zum Teil über die Meerenge von Gibraltar oder von der Westspitze Siziliens nach dem nahen Kap Bon, legen vielmehr je nach ihrem Ausgangspunkt und sonstigen Umständen Wege zurück, die weder der Luftlinie entsprechen, noch auch unter Berücksichtigung aller vorhandenen Inseln als ebenso vieler Ruhepunkte gewählt sind. Das Mittel meer hing aber in einer frühern Epoche der Erdgeschichte nicht mit dem Atlantischen Ozean zusammen, sondern bestand aus zwei nur durch eine schmale Brücke getrennten Binnenseen. Waren so Afrika und Europa an mehreren Stellen miteinander in Verbindung, so konnte auch die Ausbreitung mancher Landvögel nach dem Norden und ihre regelmäßige Rückwanderung im Herbst geschehen, ohne daß sie mit dem Meer in Berührung kamen. Langsam, in einer für die einzelnen Generationen wohl kaum merkbaren Weise, senkte sich das Land, und ebenso allmählich gewöhnten sich die Vögel an die Überwindung der ihnen entgegentretenden Hindernisse. Ihr Weg blieb ihnen nach wie vor geläufig, obwohl er erst nur über Land, dann über schmale Wasserflächen und endlich über einen breiten Meeresarm führte; indes mag auch manche Art, die nicht zu so andauernden Flügen befähigt war, die W. über das Mittelmer haben aufgeben müssen. Es handelt sich demnach hierbei um eine von alters her ererbte Erfahrung, die in jedem Jahre wieder aufgefrischt und von den Alten den Jungen beigebracht wird. In Nordamerika gehen die Züge gewisser Vögel über 1000 englische Meilen weit, treffen aber dabei auf kein Meer. Vgl. Palmén, Über die Zugstraßen der Vögel (Leipz. 1876); Weismann, Über das Wandern der Vögel (Berl. 1878); Homeyer, Die Wanderungen der Vögel (Leipz. 1881); Marshall, Deutschlands Vogelwelt im Wechsel der Zeiten (Hamb. 1886); Gätke, Die Vogelwarte Helgoland (Braunschweig 1891); Dixon, Migration of birds (Lond. 1895); Duncker, Der Wanderflug der Vögel (Jena 1905); Gräser, Der Zug der Vögel (2. Aufl., Berl. 1905); Günther, Der Wanderflug der Vögel (in »Verhandlungen der Deutschen Zoologischen Gesellschaft«, Bd. 15, Leipz. 1905). – Mehr oder weniger regelmäßig wandern auch viele niedere Seetiere (und einzelne Meeresfische), indem sie je nach der Jahreszeit oder auch täglich an die Oberfläche des Wassers kommen und wieder in die tiefern Schichten versinken. Diese vertikalen Wanderungen sind zum Teil wohl rein passiv, d. h. beruhen auf den Strömungen des Wassers; andre hingegen sind das Resultat des Bedürfnisses der Tiere nach mehr oder weniger Sonnenlicht und Sonnenwärme, oder endlich nach schwimmender pflanzlicher Nahrung (allerlei Algen etc.), die ja viel stärker von diesen physikalischen Faktoren abhängt als die Tiere.
4681 Zeichen · 47 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wanderung

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Wanderung , plur. die -en, von dem Verbo wandern. Man gebraucht dieses Wort am häufigsten von den ehemahligen Zügen …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wanderung

    Goethe-Wörterbuch

    Wanderung [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wanderung

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Wanderung ( Migration ), die Erscheinung, daß manche Tiere zu regelmäßigen Zeiten im Jahr oder anscheinend regellos ihre…

  4. modern
    Dialekt
    Wanderungf.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Wanderung f. : ' Fußreise ', vornehmlich zur Erholung, Wannerung [mancherorts], Wannering [ LA-Venn ], Wannrung [ LA-Bir…

  5. Spezial
    Wanderungf

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Wanderung , f поход , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wanderung

31 Bildungen · 21 Erstglied · 6 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von wanderung 2 Analysen

wander + -ung

wanderung leitet sich vom Lemma wander ab mit Suffix -ung.

Alternativen: wand+-er+-ung

Zerlegung von wanderung 2 Komponenten

wande+rung

wanderung setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wanderung‑ als Erstglied (21 von 21)

wanderungsbegierde

DWB

wanderung·s·begierde

wanderungsbegierde , f. : wie weit die wanderungsbegierde einen menschenstamm auseinander treiben kann O. Peschel völkerkunde 30 .

wanderungsepoche

DWB

wanderung·s·epoche

wanderungsepoche , f. : warum stehen wir nun an, bei dem asiatischen stammvolke unserer insulaner eine wanderungsepoche vorauszusetzen, von …

wanderungsgeschichte

DWB

wanderung·s·geschichte

wanderungsgeschichte , f. : fortsetzung der israelitischen wanderungsgeschichte Göthe tageb. 4, 264 Weim. ausg.; wie von den Sinhphos bei ih…

wanderungsgewerbe

DWB

wanderung·s·gewerbe

wanderungsgewerbe , n. : virtuosen, denen nichts als ein italienischer name und das wanderungsgewerbe fehlt, um groszen ruhm zu erlangen Arc…

wanderungshypothese

DWB

wanderung·s·hypothese

wanderungshypothese , f. : von den regelmäszigen winden und strömungen des Stillen Ozeans hat man ausgiebigen gebrauch bei der begründung po…

wanderungskreis

DWB

wanderung·s·kreis

wanderungskreis , m. : der pythagorische wanderungskreis würde hier wenigstens ein sehr ähnliches bild finden Sonnenfels ges. schr. (1783) 2…

wanderungslinie

DWB

wanderung·s·linie

wanderungslinie , f. : ( im Zendavesta ) ist auch die erste wanderungslinie ( der Iranier ) vom centralen Hochasien ... nach ... Iran, ... v…

wanderungslust

DWB

wanderung·s·lust

wanderungslust , f. : kaum liesze sich dies, bei der wanderungslust der Induswasser, denken Ritter erdkunde (1822 f. ) 5, 468.

wanderungslustig

DWB

wanderung·s·lustig

wanderungslustig , adj. : so wie der zug fortrückt, sieht man immer noch ... andere wanderungslustige sich anschlieszen Naumann vögel Deutsc…

wanderungsmüde

DWB

wanderung·s·muede

wanderungsmüde , adj. : mitleidig stiegen in crystall'nen bogen und küszten ihm ( Ahasver ) den wanderungsmüden fusz, lautschluchzend fusz u…

wanderungsperiode

DWB

wanderung·s·periode

wanderungsperiode , f. : da er ( der strandläufer ) ... unser land ... blosz in der ... wanderungsperiode besucht, so gehört er hier unter d…

wanderungsplan

DWB

wanderung·s·plan

wanderungsplan , m. : ( Füssli ) zeichnete mir ... meinen wanderungsplan ( zum Rigi ) ... vor Matthisson schriften (1825) 2, 156 ; ich war d…

wanderungsstrom

DWB

wanderung·s·strom

wanderungsstrom , m. : dasz von dem aus westen in den Stillen Ozean einbrechenden wanderungsstrom ein bächlein nach dem ausstralischen festl…

wanderungssucht

DWB

wanderung·s·sucht

wanderungssucht , f. : sie ( die geschichte ) ist ... gut erzählt, dasz, wer den anfang gelesen hat ... von der wanderungssucht geheilt ... …

wanderungstrieb

DWB

wanderung·s·trieb

wanderungstrieb , m. : der alte wanderungstrieb und kriegerische unternehmungsgeist setzte sich zugleich religiöse zwecke v . Ranke werke 2 …

wanderungsvermögen

DWB

wanderung·s·vermoegen

wanderungsvermögen , n. : insofern sie ( die mineralischen schätze ) abhängig erscheinen von dem ort des ersten auftretens der arten, sowie …

wanderungsweg

DWB

wanderung·s·weg

wanderungsweg , m. : was dem groszen strome griechischer und römischer cultur auf mannigfaltigen, noch nicht genugsam ergründeten wanderungs…

wanderungszeit

DWB

wanderung·s·zeit

wanderungszeit , f. : auch die im käfig gehaltenen ( zugvögel ) ... werden zur wanderungszeit unruhig und zeigen dadurch den in ihnen rege g…

wanderungszug

DWB

wanderung·s·zug

wanderungszug , m. : vom wanderungszuge der Brahmanen ist uns jedoch kein schriftliches denkmal hinterlassen Ritter erdkunde (1822 f. ) 8, 4…

wanderung als Zweitglied (6 von 6)

Gratwanderung

RDWB1

Gratwanderung f на грани Gratwanderung zwischen Lächerlichkeit und Größe - на грани смешного и великого

Seelenwanderung

Adelung

seelen·wanderung

Die Seelenwanderung , plur. die -en, der Übergang einer und eben derselben menschlichen Seele in verschiedene Körper nach einander, mit eine…

völkerwanderung

DWB

volk·er·wanderung

völkerwanderung , f. , migratio gentium Adelung. allgemein: zu diesen begebenheiten gehören völkerwanderungen, schiffahrt und heerzüge Humbo…

Ableitungen von wanderung (4 von 4)

Bewanderung

Idiotikon

Bewanderung Band 16, Spalte 498 Bewanderung 16,498

urwanderung

DWB

urwanderung (ur- C 4 c) K. O. Müller Dorier 1, 248 ,

Verwanderung

Idiotikon

Verwanderung Band 16, Spalte 498 Verwanderung 16,498

wanderunge

Lexer

wanderunge stf. BMZ verwandlung, transsubstantiatio Dfg. 593 b ; wanderung, wandel, lebenswandel Myst. Germ. 6,60. 18,97. Dür. chr. 427.