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Walze

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
12 in 12 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Walze

Bd. 20, Sp. 360
Walze, als geometrischer Körper soviel wie Zylinder. Dann eine mechanische Vorrichtung mit einem rotierenden zylindrischen Körper als Hauptteil, wird als Straßenwalze und Dampfstraßenwalze beim Wege- und Straßenbau, als Ackerwalze beim Bestellen des Ackers benutzt. Die Ackerwalze dient zum Zertrümmern eines scholligen Bodens, dessen Klumpen den Eggenzinken ausweichen würden; zur Herstellung eines für die Kulturpflanzen geeigneten festen Bettes in lockerm, zumal tief gelockertem Boden; zur Beförderung der Zufuhr der Bodenfeuchtigkeit aus tiefern Schichten, indem auf tiefscholligem und hohl liegendem Boden durch schweres und festes Walzen die Hohlräume verringert werden, mithin die Bodenfeuchtigkeit gleichmäßiger und reichlicher durch Kapillarität nach der Wurzelregion der Kulturpflanzen steigen kann. Ferner dient die W. zum Brechen von Krusten auf tonhaltigen Böden nach starkem Regen und nachfolgendem Sonnenschein. Zweckmäßig walzt man seine Sämereien, die nur schwach mit Boden bedeckt werden dürfen, in den Boden ein. Auch walzt man Getreide bei allzu üppigem Stande vor dem Schossen, um die untern Internodien der Sonne auszusetzen und eine Unterbrechung im Wachstum hervorzurufen. Hierbei sind leichte Walzen zu verwenden, um die Halme nicht zu zerquetschen. Man unterscheidet: 1) Glatte zylindrische Walzen, Schlichtwalzen, aus Holz, Gußeisen, auch mit schmiedeeisernem oder Stahlmantel, von denen in der Regel mehrere lose auf gemeinschaftlicher Achse oder auf mehreren getrennten Achsen in Verwendung kommen; vornehmlich zum Ebnen des Ackers, zum Einpressen der Saat und Nachwalzen der jungen Pflanzen benutzt. Da glatte Walzen die Verkrustung des Bodens befördern, so werden geriefelte Mantelflächen verwendet; stärker wirken: 2) Ringelwalzen, zusammengesetzt aus einer größern Anzahl Ringe, mit winkelförmigem Querschnitt auf einem gemeinschaftlichen Kern. In der Regel werden zwei Ringelwalzen derartig in dem nämlichen Gestell angeordnet, daß sie mit ihren Scheiben in Eingriff stehen und sich somit gegenseitig von anhaftender Erde befreien; 3) Schollenbrecher, d. h. Walzen mit verschieden geformten Vorsprüngen, und zwar: Cambridge-Walzen mit beweglichen Zackenscheiben, abwechselnd mit Ringen, ähnlich der Ringelwalze; Croskillwalzen mit beweglichen, außerdem zuweilen noch gezackten Scheiben, die an den Seiten mit vorstehenden Zähnen versehen sind; beide Arten werden auch vereinigt; Sternwalzen mit Ringen, ähnlich der Ringelwalze, jedoch statt der Schneiden mit Prismen besetzt; 4) Stachelwalzen, Holzwalzen mit langen eisernen Stacheln; 5) Prismenwalzen, deren Umfang aus nebeneinanderliegenden, übereck stehenden Quadrateisen gebildet ist. Die mehrteiligen Walzen werden zum Hintereinanderfahren auf schmalen Wegen eingerichtet; die Walzen, besonders die unter 2) und 3). besitzen Fahrvorrichtungen, die zweckmäßig nur von einem Mann auf dem Felde gehandhabt werden müssen. Der Hohlraum der Walzen kann mit Wasser, Sand etc. gefüllt werden, oder es sind besondere Kasten zur Aufnahme von Steinen zum Beschweren vorgesehen. Die erforderliche Zugkraft wird durch den Durchmesser der W. wesentlich beeinflußt. Walzen großen Durchmessers gehen leichter als solche kleinen Durchmessers bei gleichem Gewicht. – Ein Leben »auf der W.« führt der Landstreicher, weil er sich immer bewegt wie eine W.; daher walzen soviel wie wandern (früher besonders ein bei den Buchdruckern üblicher Ausdruck ohne üble Nebenbedeutung).
3451 Zeichen · 23 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    walzeswf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    walze swf. walze Tuch. 78,23. 307,20 ;

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Walze

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Walze , plur. die -n, ein dichter Cylinder, welcher dazu bestimmt ist, sich zu gewissen Absichten langsam umzudrehen…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Walze

    Goethe-Wörterbuch

    Walze [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Walze

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Walze s. Cylinder .

  5. modern
    Dialekt
    Walz(e)

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Walz(e) [Wàltsi Sier. ; Wàlts fast allg. ] f. 1. Walze, Ackerwalze Sier. Bebelnh. Hf. Betschd. s. Wal(e), Walbloch. 2. W…

  6. Spezial
    Walze

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wal|ze f. (-,-n) 1 (Straßenwalze) platadú (-dus) m. 2 zilinder (-dri) m. 3 brode (-di) m. , menadl (-i) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit walze

204 Bildungen · 198 Erstglied · 5 Zweitglied · 1 Ableitungen

walze‑ als Erstglied (30 von 198)

walzeisen

DWB

walze·isen

walzeisen , n. 1 1) das als achse einer rolle oder walze verwendete stück eisen. Mothes baulex. 3 4, 332 b ; billot Rondeau . namentlich bei…

walzeisern

DWB

walze·isern

walzeisern , adj. zu walzeisen 2): es sollen vergeben werden: für das keller-, unter- und erdgeschosz des rathaus-neubaues die erforderliche…

walzeln

DWB

walz·eln

walzeln , wälzeln , verb. , ableitung von walzen, im späteren mhd. und früheren nhd. ( auch bei Luther ) vorkommend, zuletzt bei Rädlein ang…

Walzel, Oskar

DWBQVZ

Walzel, Oskar s. Scherer, Wilh. geschichte der deutschen literatur.

Walzenbaum

SHW

Walzen-baum Band 6, Spalte 231-232

Walzenegge

SHW

Walzen-egge Band 6, Spalte 231-232

Walzengang

SHW

Walzen-gang Band 6, Spalte 231-232

Walzenjoch

SHW

Walzen-joch Band 6, Spalte 231-232

Walzenkorb

SHW

Walzen-korb Band 6, Spalte 231-232

Walzenseil

SHW

Walzen-seil Band 6, Spalte 231-232

Walzensitz

SHW

Walzen-sitz Band 6, Spalte 231-232

walzenachse

DWB

walzen·achse

walzenachse , f. achse einer walze: dasz die richtung der ( flachs- )stengel rechtwinkelig gegen die walzenachsen ist. Karmarsch-Heeren 3 3,…

Walzenarm

PfWB

walzen·arm

Walzen-arm m. : 'paarweise vorkommendes seitliches Teil des Walzenrahmens', nur Pl. -ärem [ FR-Tiefth LU-Friesh ]. —

walzenartig

DWB

walzen·artig

walzenartig , adj. : so treten doch auch hier ( bei diesen fischen ) wieder die extreme einer der scheibenform genäherten dicke und walzenar…

walzenassel

DWB

walzen·assel

walzenassel , f. nennt Oken 5, 605 die erste gattung der asseln mit walzigem leib, z. b. die walfischassel.

Walzenbäume

RhWB

Walzen-bäume -bęm Bernk-Hochschd Pl.: Umrahmung der Ackerwalze.

walzenbahn

DWB

walzen·bahn

walzenbahn , f. der dicke theil der eisen- oder stahlwalze, worauf das walzen geschieht.

walzenband

DWB

walzen·band

walzenband , n. mit drahthäkchen versehenes band auf einer krempelwalze. Grothe technologie der gespinstfasern 1, 300 .

walzenbank

DWB

walzen·bank

walzenbank , f. 1 1) die abstreichvorrichtung an einer walze. Karmarsch-Heeren 3 3, 55. 2 2) beim glasmacher die platte, auf der das glas zu…

walzenbaum

DWB

walzen·baum

walzenbaum , m. ein floszbaum von einer gewissen grösze. F. B. Weber ökon. lex. (1838) 633 a .

walze als Zweitglied (5 von 5)

Dampfwalze

RDWB1

Dampfwalze f übertr. j-d ist wie eine ~ idiom. - кто-л. как танк идиом.

Ackerwalze

Adelung

acker·walze

Die Ackerwalze , plur. die -n, in dem Ackerbaue, eine starke, schwere Walze, welche durch Pferde fortgeschleppt wird, die Klöße auf den Äcke…

gartenwalze

DWB

garten·walze

gartenwalze , f. walze zum ebnen und festmachen der gänge im garten, des gartensandes. Adelung.

streckwalze

DWB

streck·walze

streckwalze , f. , walze, die zum strecken (E 1 und A 2 a β γγ ) eines materials dient. 1 1) bei der metallverarbeitung teil des streckwerk …

zackenwalze

DWB

zacken·walze

zackenwalze , f. , schwere walze rund herum mit eisernen zacken versehen, um grobes und knolliges land damit klar zu machen Jacobsson 4, 677…

Ableitungen von walze (1 von 1)

gewalze

DWB

gewalze , n. , verbalsubstantiv zu walzen ( s. d. ), bei Campe 2, 359 als wort der niedrigen schreibart oder umgangssprache angeführt. vgl. …

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Cotta, M. (2026). „walze". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/walze/meyers
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Cotta, Marcel. „walze". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/walze/meyers. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „walze". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/walze/meyers.
BibTeX
@misc{lautwandel_walze_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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