Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
W
a. vor vocalen im anlaute und in zusammensetzungen, namentlich in -olf, -olt, dann vgl. miteche für mitweche Griesh. pred. 2,48. Tundal. 44,27. Gr. gesch. d. d. spr. 298.
b. im inlaute nach consonanten; vgl. goth. ahva, ahd. aha, mhd. ahe; goth. leihva, mhd. lîhe; goth. gatvô, mhd. gaʒʒe. dann nach langem vokal, vgl. spîen, goth. speivan u. a. mehrere mhd. inlautende w sind, namentlich nach l und r, nhd. zu b geworden. vgl. schwalbe, milbe, farbe, narbe u. a.
c. im auslaute wird es ahd. zu u, später zu o und verschwindet dann ganz: goth. saivs, mhd. sê, sêwes u. a. bisweilen fällt mit dem w der flexionsvocal zugleich weg; vgl. brâ, klâ für brâwe, klâwe, ursprünglich klawa mit kurzem a, wie denn auch sonst verlängerung oder diphthongisierung eines kurzen vokals vor w, und wenn dieses wegfällt, eintritt. so entstehn namentlich iuw, ouw, öuw aus iw, ow oder aw; vgl. riuwe, vrouwe, vroüwen u. anderes. ou, öu wird auch wohl in ô verdichtet (vgl. vrô und vrouwer, drôn und dröuwen u. m.), was nach Eschmann in H. zeitschr. 11, 163 unter einfluß eines folgenden j eingetreten ist. hellere vokale nach w gehn gern in dunklere über; vgl. mhd. wol, ahd. wola, wela, goth. vaila; mhd. woche, ahd. wecha, goth. vikô, mhd. wünne, goth. vinja; dann mhd. wiste, weste, nhd. wuste. von consonanten duldet w im anlaute nur l u. r hinter sich; wl zeigt sich aber bereits im ahd. nicht mehr, wr nur vereinzelt, wie in wrechjo, wofür später recke. länger hält sich wr in den niederdeutschen sprachen. ursprüngliches anlautendes hw (hv) wird ebenfalls schon im ahd. zu einfachem w. vgl. wannen, wanne, wande, wâr, war, was, weder, weien, weiʒe, welf, wer, wîle, wirbe, wîʒ. im allgemeinen vgl. Gr. 1,401 fg. 13, 196. gesch. d. d. spr. 73. 296 fg. 799. Graff 1,613 fgg.