lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

vollmond

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
8
Verweise raus
15

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

vollmond m.

Bd. 26, Sp. 704
vollmond, m. , s. voll 2 c, sp. 532; ahd. volmâni, n. plenilunium Graff 2, 795; mhd. volmæne, vollemâne mhd. wb. 2, 1, 55a; Lexer 3, 450; plenilunium der fulmahen Diefenbach gl. 442a; vollmon nov. gl. 295a; plenilunium vollmond Alberus (1540) 60b; vollmond, plenilunium, luna plena Stieler 1290; Kramer 2 (1702), 1211a; Steinbach 2, 74; Adelung; vgl. Schmeller-Fr. 1, 1607; Fischer 2, 1630; schweiz. idiot. 4, 235; Martin-Lienhart 1, 690b; luxemb. wb. 471b; Bauer-Collitz 36a; ten Doornkaat-Koolman 1, 570b. — abgesehen von den mundartlichen formen hält sich auch in der schriftsprache noch lange die form ohne auslautendes d: vollmon, plenilunium Dasypodius 449b; ebenso Maaler 472d; bisz zu dem vollmon Herr feldbau (1551) 37b; new, quart, und vollmon Paracelsus opera (1616) 1, 93 a H.; im vollmon ist sie gantz geschäfftig Dannhauer catechismusmilch (1657ff.) 2, 332; der vollemon am himmel stand Rollenhagen froschm. (1595) g 3b. schwache flexion: (Hercules soll) seine gröste thaten im vollmohnden ausgeübt haben Lohenstein Arminius (1689) 2, 1262a; bisz zu dem vollmonden v. Hohberg georg. cur. (1682) 1, 103. — der plur. ist natürlich selten, wenn die ganz erleuchtete scheibe des mondes gemeint ist: (dasz der vollmond) vom lieben gott abgepflückt und zu den übrigen vollmonden in den groszen schrank gelegt werde Heine 3, 38 E., vgl. 415; hin und wieder zogen fröhliche gesichter, wie vollmonde, durch diesen sternenhimmel Eichendorf (1864) 2, 68; — dagegen ist der plur. natürlich, wenn der vollmond als periodische erscheinung gemeint ist: an neumonden und vollmonden kam sie zusammen J. v. Müller w. (1810ff.) 1, 390. 11) die ganz erleuchtete scheibe des mondes als einmalige erscheinung: ist dann der vollmon mit dämpfen umbgeben Sebiz feldbau (1579) 41; steckte er seine linke hand gegen dem aufgehenden vollmond aus Lohenstein Arminius (1689) 1, 11a; der v., welcher göttlich aus dem meere stieg Forster (1843) 3, 441; neben dem anmuthigen garten, den der eben aufgegangene v. herrlich erleuchtete Göthe 22, 220 W.; der v. schien freundlich herab E. Th. A. Hoffmann 12, 23 Gr., des vollmondes grosze glührothe scheibe Immermann 1, 216 B.; der v. stand bereits hoch am himmel Chph. v. Schmid schr. (1858ff.) 3, 57; vom niedergehenden vollmonde beschienen G. Keller 6, 63; der senkrecht stehende v. Stifter (1901ff.) 1, 263; der stille vollmond schien so klar durch blühende syringen v. Salis ged. (1798) 51; bald hebt der vollmond sein gespenstig licht A. v. Droste-Hülshoff w. 1, 388 Cotta; aus deren (kirschbäume) krone den blaszgoldnen lauf der vollmond anhebt durch die grosze nacht H. v. Hofmannsthal ged. u. kl. dramen (1911) 15. hunde und wölfe bellen und heulen gegen den v.: wie die wölff, so sie den v. ansingen Abr. a s. Clara etwas f. alle 2 (1711), 137; seit dieser zeit entstand die mode, (und noch behalten sie die hunde treulich bei) den guten vollmond anzubellen Ramler fabellese (1783) 2, 522. 22) vollmond als periodische erscheinung im gegensatze zum neumond und den vierteln; es kann das licht gemeint sein; im v., bei v.; es ist v., wir haben v., oder mehr die vorstellung der zeit betont sein, wobei dann auch die stunden des tages mit einbegriffen sind, an denen die sonne scheint: im v. was säen Steinbach 2, 74; morgen bekommen wir v. Adelung; den ein (strich) im newen mond, den andern in einem andern v. Paracelsus opera (1616) 2, 558 H.; weil es eben v. und eine helle zeit war Grimmelshausen Simpl. 428 ndr.; warum ein holz, so geschlacht im v., dem wurmstich unterworffen Abr. a s. Clara mercks Wien (1680) 80; daher sie auch ihre wichtigsten verrichtungen zur zeit des vollmondes vornahmen Gottsched beyträge z. crit. hist. 2, 84; drey oder vier tage vor oder nach dem v. Döbel jägerpract. (1754) 3, 182; (der mond nach dem glauben der Grönländer) kommt so fett wieder, wie wir ihn im v. sehen Herder 13, 302 S.; es war mir nicht eingefallen, dasz wir v. hatten F. H. Jacobi (1812ff.) 5, 268; sonntags den 11. juli, am tage des vollmonds Göthe br. 38, 193 W.; welch eine feine nacht! v. fast gar Mörike 3, 125 Göschen; auch ist das wetter seit dem v. so kalt und abscheulich als möglich fürst Pückler briefw. u. tageb. 4, 139. — zur bedeutung des vollmondes und seiner zeit im volksglauben s. myth.4 2, 595; Fischer 2, 1630; schweiz. idiot. 4, 235. 33) in der vergleichung im bild, übertragen: er ist wie der v., d. h. gesund und kräftig Fischer 2, 1630; das war Baiern einst, und das ist Baiern jetzt! wie v. und neumond hängen sie da neben einander Hebbel Agnes Bernauer 3, 1; dein tugent leucht an allem end wie der vollmond am firmament Melissus bei Zinkgref auserl. ged. 6 ndr.; die königin süsz und milde, als blickte vollmond drein Uhland ged. 1, 307 Sch.-H. besonders das gesicht wird dem v. vergleichen, in gutem sinne, besonders aber in neuerer sprache ungünstig von einem runden, feisten gesicht (s. unter 4 vollmondgesicht): sein gesicht war rund und glühend wie der v. Tieck (1828ff.) 7, 266; das mädchen schlug wie ein buhlerischer v. die augen lächelnd auf Laube (1875ff.) 8, 81; wie vollmond glänzte sein feistes gesicht Bürger 66a Bohtz. kühner: meinen bauch — sanft strich er ihn — und diesen vollmond (das runde gesicht) auch bin ich dem speisewirth noch schuldig 63b; wann die gäst bey euch (wirten) im v. seynd, so ist die masz im abnemmen Abr. a s. Clara Judas 1 (1686), 311; wie glänzten beide im v. wechselseitigen genusses Musäus volksm. d. Deutschen 4, 15; Marie, die ... aus dem ersten viertel der wohlbeleibtheit in den v. übergegangen ist Görres ges. br. 3, 41; wir führen den gatten, den vollmond des hauses Brentano (1852ff.) 6, 309. die glatze wird dem v. verglichen, v. ist ein kahlkopf Imme soldatenspr. 69; Martin-Lienhart 1, 690b. 44) beispiele für zusammensetzungen, leicht zu vermehren (das s der compositionsfuge ist für die reihenfolge nicht berücksichtigt):
5955 Zeichen · 143 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vóllmond

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Vóllmond , des -es, plur. car. aus der R. A. der volle Mond, derjenige Zustand des Mondes, da er uns voll zu seyn sc…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Vollmond

    Goethe-Wörterbuch

    Vollmond [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Vollmond

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Vollmond , s. Mond , S. 59.

  4. modern
    Dialekt
    Vollmon(d)

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Vollmon(d) m. Vollmond; übtr. Kahlkopf Obhergh. , Dickkopf Horbg. s. auch Schin. — Schweiz. 4, 235.

  5. Sprichwörter
    Vollmond

    Wander (Sprichwörter)

    Vollmond 1. Auch der Vollmond hat Flecken. 2. Der Vollmond grämt sich nicht, wenn auch ein Stern fällt. 3. Es ist nicht …

  6. Spezial
    Vollmond

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Voll|mond m. (-[e]s,-e) löna colma f. , colm de löna m.

Verweisungsnetz

22 Knoten, 17 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Kompositum 12 Sackgasse 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vollmond

34 Bildungen · 34 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von vollmond 2 Komponenten

voll+mond

vollmond setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

vollmond‑ als Erstglied (30 von 34)

vollmondflut

DWB

vollmond·flut

-flut , f. , flut zur zeit des vollmondes: ( strom ), in welchem selbst bei der bis dahin dringenden neu- und vollmondsfluth grosze seefisch…

vollmondgesicht

DWB

vollmond·gesicht

-gesicht , n. , ' ein volles, rundes und überall rothes gesicht; edler das vollmondantlitz' Campe ; dickbäuchig und mit strotzenden vollmond…

vollmondglanz

DWB

vollmond·glanz

-glanz , m. : wie vollmondglanz in dunkle klosterhallen durch trübe scheiben bricht Matthison schr. (1825) 1, 177 ; von dem vollmondglanz de…

vollmondhelle

DWB

vollmond·helle

-helle , f. : angestrahlt von vollmondshelle flosz in einer felsbucht, well an welle, Lethens strom Falk sat. (1800) 2, 61 . —

vollmondig

DWB

voll·mondig

vollmondig , adj. : des lächelnden, vollmondigen antlitzes Holtei erz. schr. 19, 213 ; s. vollmondgesicht.

vollmondlicht

DWB

vollmond·licht

-licht , n. : allverwebendes vollmondlicht, träumendes, grenzenlos ergosznes, überglänzte den sternenglanz Vischer dicht. w. 3, 119 . im ebe…

vollmondlied

DWB

vollmond·lied

-lied , n. , lied, in dem der vollmond wesentlich ist: herrn professor Zelter mit einem vollmondslied Göthe tageb. 11, 269 W. —

vollmondnacht

DWB

vollmond·nacht

-nacht , f. , vom vollmond erhellte nacht Campe ; weder zu erzählen noch zu beschreiben ist die herrlichkeit einer v., wie wir sie genossen …

vollmondreigen

DWB

vollmond·reigen

-reigen , m. : käme der ... unsern vollmondreigen zu nah: die elfen wären ... verscheucht Fouqué alts. bildersaal 3, 136 . —

Vollmondröthlich

Campe

vollmond·roethlich

○ Vollmondröthlich , adj . u. adv . röthlich wie der Vollmond. Einer in vollmondröthliche Wetter gekleideten Alpe. Sonnenb.

vollmondroth

DWB

vollmond·roth

-roth , n. , das roth des auf- oder untergehenden vollmondes: mit vollmondrot hatt er sich purpurn die nächte der wangen übertüncht Sonnenbe…

vollmondrund

DWB

vollmond·rund

-rund , adj. : ein ganz gemüthliches, vollmondrundes ... gesicht Rosegger II 1, 195. —

Vollmondsantlitz

Campe

vollmond·s·antlitz

Das Vollmondsantlitz , ( Vollmondantlitz), — es, Mz. — e , ein Vollmondgesicht. Mit blutröthlichen Vollmondsantlitzen — Sonnenberg.

vollmondscheibe

DWB

vollmond·scheibe

-scheibe , f. : ( thal, ) über dessen krauses gebüsch eben die blutige vollmondsscheibe heraufzuwandeln begann Fouqué zauberring (1813) 3, 1…

vollmondschein

DWB

vollmond·schein

-schein , m. : gegen zehn uhr gingen wir nach hause, im schönsten kältesten v . Varnhagen v. Ense tageb. (1861 ff. ) 3, 186; der v. war durc…