lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

verwaschen

mhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
9 in 8 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
7
Verweise raus
11

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verwaschen v.

Bd. 25, Sp. 2136
verwaschen, v. , seit dem ende des 13. jh.s belegt (s. u. II 1); els. verwäsche Martin-Lienhart 2, 872; schwäb. Fischer 2, 1404; cronenb. fərwešən Leihener 37a; pomm. Dähnert 529a; mndl. verwaschen Verwijs-Verdam 9, 296; ndl. verwaschen. II. zu waschen plaudern (s. th. 13, sp. 2242): effutire, eliminare Reyher thes. u 5ra; 'durch unzeitiges plaudern bekannt machen, über dem plaudern versäumen' Adelung, Campe (veraltet), die zeit v., 'mit plaudern zubringen' Adelung, Campe. in älterer zeit verraten, verläumden, anschwärzen: ein bube, der hies Siba, verweschet und verleuget seinen herrn Luther 24, 484 W.; dergleich er auch verwaschen hat den jüngling dort in seiner stadt bey sein eltern sambt der jungfrawen H. Sachs 14, 198 G. in neuerer zeit selten: wer mag mich denn wohl v. haben? Petrasch lustspiele 2, 243. dazu das part. prät. als adj. und adv.: v., locutulejus, loquaciter Reyher; ein verwaschener mensch garrulus, blatero, proditor arcani Stieler stammb. 2447; un causeur, langard, babillard Rädlein 952b; Aler (1727) 2, 2032; Frisch nouv. dict. 603. IIII. zu waschen lavare. II@11) die älteste, schon mhd. belegte bedeutung ist weg waschen, durch waschen beseitigen: die verslicten galle mit bichte si verliezen, und konden wol ervliezen von herzen an der ougen bach. swa si vor des worden swach, daz wart alsus verwaschen passional 579, 21 K. auch nhd. nur übertragen, wendungen wie schmutz v. sind nicht belegt: kein flusz verwäscht den gräul von abscheuvollen dingen Joh. E. Schlegel 1, 56; die schande kann kein ätherbad verwaschen Schiller 1, 258 G. (anthologie); indesz heute konnte nicht einmal das spirituöse, geschwefelte theewasser eine gewisse unbehaglichkeit aus R. verwaschen Jean Paul 15/18, 306 H. II@22) durch waschen verbrauchen: alles wasser, vil seife v. Ludwig teutsch-engl. wb. 2188; Krünitz 219, 304; rabbi Akiba, der einmal im gröszten wassermangel und durst das wasser lieber verwusch als vertrank Jean Paul 11/14, 243 H. übertragen: die einen (damen) vernähen und v. ihren geist Bauernfeld ges. schr. 3, 206. in älterer zeit vereinzelt wie vertrinken: so tuond wir den ein guten trunck welschen win usz miner fleschen, unser geltly wend wir hie verweschen schausp. d. mittelalters 2, 339 Mone. II@33) vereinzelt waschend hinbringen: in eurem vernähten, verkochten, verwaschnen leben Jean Paul 7/10, 85 H. II@44) zu waschen II 4 e, bergmännischer ausdruck: 'v. heiszt einen fein zertheilten festen körper zur absonderung schwererer in ihm enthaltenen theile zweckmäszig mit wasser bewegen' Lampadius hwb. d. hüttenkunde (1817) 210; die erze v. Schwan nouv. dict. 2, 942a; kleine von tannenreisig gemachte sträusze, vermittelst deren die zähen schlämme, ingleichen die zwitterschlämme auf dem bloszen heerde v. werden Noel Chomel 5, 1075; besonders häufig der substantivierte infinitiv: die absonderung des quecksilbers beim v. allg. d. bibl. 73, 39; der waschprocesz gestaltet sich am einfachsten beim v. von fluszsand Karmarsch-Heeren techn. wb.3 4, 123. II@55) zu waschen II 3 c (th. 13, sp. 2236): 'v. nennen die maler diejenigen farben, welche sie mit wasser auf dem gemälde so sehr verdünnen, dasz sie sich nach und nach verlieren oder immer schwächer werden' Hübner zeitungslex. (1824) 4, 806; 'v. nennt man beim tuschen ein verfahren, durch welches man die aufgetragene farbe an den kanten mit einem befeuchteten pinsel vertreibt, um zu bewirken, dasz der dunkele ton in einen helleren übergehe' Helfft wb. d. landbaukunst 395. II@66) in form, umrisz, farbe unbestimmt, farblos, unklar machen: der regen hatte die altförmigen buchstaben schier verwaschen Rosegger schr. 10, 3; ohne dasz ... ein v. des umrisses zu befürchten wäre Karmarsch-Heeren techn. wb.3 8, 766. häufiger von geistigem: vielleicht würde ich noch bei leibs leben es dann drucken lassen, wofern ich das historisch wahre genug v. könnte J. T. Hermes für eltern u. ehelustige 5, 381; dasz dem v. der grenzen zwischen heeresrecht und staatsrecht ... einhalt geboten wurde Alten hb. f. heer u. flotte 4, 686. II@77) am gewöhnlichsten ist das adjectivisch gebrauchte part. prät. II@7@aa) gebleicht durch die einwirkung von wasser; durch häufiges waschen: das halbreife mädchen in einem verwaschenen ... kattunkleide Gutzkow zauberer v. Rom 1, 12; mit alten, verwaschenen staubhemden G. Keller 4, 246; in blauweiszem, verwaschenem bettzeug E. Zahn helden d. alltags 172. durch regen: das holzwerk und die fensterläden waren bunt bemalt, alles jedoch etwas verwittert und verwaschen G. Keller 5, 149; seinem von wind und wetter schon recht verwaschenen thürstück Storm 7, 23. II@7@bb) durch regen verwischt: die halb verwaschene inschrift Fontane I 6, 6; verwaschene fährte Kehrein weidmannssprache 310; auch vom verwehen der spur: alle spuren von dem odem heiszen sturmes stets verwaschen Brentano ges. schr. 3, 286. II@7@cc) v., farblos, verschwommen, unscharf, auch ohne dasz dabei von einer einwirkung des wassers die rede ist. II@7@c@aα) von farbe und form: stärkere, mehr verwaschene dämmerungen und wolken Lichtenberg br. 2, 304 L.; das gesichtgen ist ... zu v., um den eindruck von überwiegender ... kraft zu machen Lavater physiogn. fragm. 4, 439; die federn der obern theile haben nur etwas lichtere, verwaschene kanten Naumann naturgesch. d. vögel 1, 370; ein verwaschenes braun Ratzeburg ichneumonen 2, 64; ein bläulicher ... dunst ... liesz die formen der bäume v. erscheinen G. Hauptmann bahnwärter Thiel (1892) 18. II@7@c@bβ) übertragen; von charakter und wesensart des menschen: wer nu wil klug sein, der sei kein ... verwaschener scheinchrist Herberger hertzpostilla 1, 652; du idealer, blasz verwaschener musenbräutigam Eichendorf 2, 411; die verwaschenste, farbloseste, breiweichste generation, die es in Deutschland giebt br. von u. an Herwegh 106. von geistigem: weitschweifige, verwaschene schreibart Göthe 38, 390 W.; dann ist mir der patriotismus dieses liedes zu allgemein, zu unbestimmt, zu verwaschen jahrb. d. Grillparzerges. 6, 35; von jener verwaschenen humanität, die mit jedermann gut freund ist Spielhagen 1, 49. —
6136 Zeichen · 150 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verwaschenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    ver-waschen swv. BMZ wegwaschen Pass.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verwáschen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Verwáschen , verb. irregul. act. S. Adelung Waschen . 1. Von waschen, lavare, durch oder mit Waschen verbrauchen. Viel S…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verwaschen

    Goethe-Wörterbuch

    verwaschen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    verwaschen

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    verwaschen 1. durch Waschen beseitigen, beim Waschen verlieren: sei hett 'n Strump verwascht Ro Dob . 2. gewaschen werde…

Verweisungsnetz

19 Knoten, 13 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Kompositum 10 Sackgasse 7

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verwaschen

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verwaschen 3 Analysen

ver- + waschen

verwaschen leitet sich vom Lemma waschen ab mit Präfix ver-.

Alternativen: verwasen+-chen ver-+was+-chen

Zerlegung von verwaschen 2 Komponenten

ver+waschen

verwaschen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verwaschen‑ als Erstglied (1 von 1)