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Verlêtzen

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Verlêtzen

Bd. 4, Sp. 1082
Verlêtzen, verb. reg. act. ein körperliches Ding so beschädigen, daß dadurch dessen Vollständigkeit oder ganze Beschaffenheit leidet, der gehörige Zusammenhang des Ganzen oder eines Theiles unterbrochen wird. 1. Eigentlich. Einen Baum verletzen, durch[] Abhauung eines Zweiges, Beschädigung der Rinde, der Wurzel u. s. f. Ein Werk der Kunst verletzen. Eine verletzte Bildsäule. Ach soll ein Stahl dieß schöne Haar verletzen! Am häufigsten von lebendigen Geschöpfen. Jemanden am Leibe, sich an der Hand, an dem Fuße verletzen, es geschehe durch Verrenkung oder Verwundung, als ein allgemeiner Ausdruck, der doch am häufigsten von geringern Beschädigungen gebraucht wird, dagegen verwunden eine besondere Art der Verletzung ausdruckt. Gott verletzet und verbindet, Hiob. 5, 18. Ein schwangeres Weib verletzen, 2 Mos. 21, 22. Wer seinen Nächsten verletzt, dem soll man thun, wie er gethan hat, Schade um Schade, Auge um Auge, Zahn um Zahn, wie er hat einen Menschen verletzt, 3. Mos. 24, 19f. Sich etwas im Leibe verletzen. 2. Figürlich. Jemandes Ehre, guten Nahmen verletzen, oder ihn an seiner Ehre, an seinem guten Nahmen verletzen. Jemandes Recht, oder ihn an seinem Rechte verletzen. Die eheliche Treue verletzen. Daher die Verletzung in beyden Fällen, sowohl von der Handlung des Verletzens, ohne Plural, als auch von der dadurch zugefügten Beschädigung, mit demselben. Anm. Bey dem Ottfried gilezzen, bey seinen Nachfolgern nur letzen, welches unter andern noch Es. 11, 9 vorkommt: man wird nicht letzen noch verderben auf meinem heiligen Berge. Die Endsylbe zeu zeigt, daß dieses Wort ein Intensivum ist, dessen einfacheres Stammwort noch in dem Lat. laedere herrschet, von welchem auch Lacinia abstammet. Mit einem andern, aber nahe verwandten Endlaute war für letzen, auch lesen, lesten, und in der intensiven Form lästern üblich; daher denn das bey den Schwäbischen Dichtern befindliche verlesten, und das Schwed. lästa, verletzen, ingleichen unser Laster in der veralteten eigentlichen Bedeutung, und verlästern, welche beyde letztern eigentlich einen hohen Grade der Verletzung bezeichnen, wodurch ein Ding ungestaltet wird.
2133 Zeichen · 34 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verletzenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    ver-letzen swv. BMZ mit einer letze versehen, umgeben Mart. daʒ her v. Lcr. 144, 5. die porten wurden verletzet und vers…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verlêtzen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Verlêtzen , verb. reg. act. ein körperliches Ding so beschädigen, daß dadurch dessen Vollständigkeit oder ganze Beschaff…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verletzen

    Goethe-Wörterbuch

    verletzen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    verletzenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    ver-letzen schw. : 1. gegenst., einen v, sich v., wie schd., ve (r) letze [verbr.]; dafür häufiger die genaueren Bez. sc…

  5. Sprichwörter
    Verletzen

    Wander (Sprichwörter)

    Verletzen 1. Leicht verletzen, die uns schätzen. Die Osmanen: Ein Sklave bin ich dessen, der mich schützt, ein Meister d…

  6. Spezial
    verletzen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ver|let|zen I vb.tr. 1 (verwunden) ferí (ferësc), fá me, splaié (-ia) 2 ‹fig› (kränken, beleidigen) ofëne (ofënn, ofenü)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verletzen

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verletzen

ver- + letzen

verletzen leitet sich vom Lemma letzen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verletzen 2 Komponenten

ver+letzen

verletzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — verletzen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verletzen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verletzen/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „verletzen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verletzen/adelung. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verletzen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verletzen/adelung.
BibTeX
@misc{lautwandel_verletzen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„verletzen"},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-12},
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