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verlag

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verlag m.

Bd. 25, Sp. 711
verlag, m. mit verschiedenen bedeutungen, die sich an das zeitwort verlegen anschlieszen. in der älteren zeit nicht nachgewiesen, mhd. zwar verlegen vorhanden (Lexer 3, 157), doch fehlt verlac, dafür etwa verlegunge. mnd. nur ein vereinzeltes vorlacht (Schiller-Lübben 5, 384a). verlag ist eigentlich: was man hinwegsetzt, an einen anderen ort bringt. daher 11) von geldausgaben gebraucht 'das hingeben von geld für einen anderen (als handlung)': dieser Wurtzelbauer ist der beszte und berühmbste meister alhier, welcher einen verlag thun kan und seiner kunst versichert ist. Weim. staatsarchiv (1651); die tugend der demut bedarf keinen verlag, und ist keiner so geringe, das er derselben nicht solte fähig sein. Butschky Patm. 367; die societät offerirt sich, das salzwerck zu Artern zuerheben und auf ihren verlag binnen 5 jahren in stand zu setzen. Weim. staatsarchiv (kurf. Sachsen) 18. jahrh.; den ganzen verlag zu unterlassen. Möser verm. schr. 1, 362; die natur gebe jedem, der eine colonie anlegte, und den verlag davon thäte ... patr. phant. 4, 315; so ist des ganzen himels lauff auch die best artzney alls zuo hauff, erst vor dreyhundert jaren colligirt, aus arabisch und griechisch transferirt, durch kaiser Friderichs verlag, dem man deshalb noch dancken mag. Thurneisser erklär. der archid. 180 (1575); stehlen darff nit viel verlag und hat dennoch viel geniesz. trägt es sonsten nichts nicht ein, ist doch holtz und hanff gewisz. Logau 3, 29, 37 (467 Eitner). einem geld in verlag geben (zum auslegen geben): ich gebe dir sodann einiges geld in verlag und du sendest mir dann von zeit zu zeit etwas in die küche. Göthe an Stein 160. 22) heute hat sich verlag besonders im buchhandel festgesetzt, wo es das verlegen, das hingeben der kosten für die herstellung und vertreibung des buches, übernahme des aufwandes für herstellung eines druckwerkes bedeutet: den verlag eines buches übernehmen, ein buch in verlag nehmen; (ich) verspreche, solche (schrift) mit anfang des augusts 1784 zu eröffnen, alle sorgen des verlags und des übrigen der intendanz abzunehmen. Schiller hist.-krit. ausg. 3, 526. auch anderweitig als kunstausdruck, so deichverlag vorschusz, welchen jemand zur unterhaltung eines deiches am gelde, vieh, selstverdientem arbeitslohne u. s. w. anleihet. Benzler deich- u. wasserbau 112. 33) das verlegte selbst, auslage von waaren, das zur ansicht vorgelegte: Sali schämte sich auch, aber muszte helfen und machte mit seinem vater einen seltsamen verlag in dem gäszchen, auf welchem alsbald die kinder der falliten herumsprangen und sich über das verlumpte bauernpack lustig machten. Keller Seldwyla 247. besonders aber ausgabe, das vorgeschossene oder vorzuschieszende geld: das du dich, wenn dir von guten leuten ein verlag fürgesatzt würde, mit deiner kunst wohl ernehren solltest. Thurneisser nothgedr. ausschreiben 2, 2 (1854); ich sollte mit der zukünftigen schwiegermutter reden, dasz sie mir den verlag gebe (die kosten trage). Schweinichen 2, 82; mit 2000 geworbenen knechten auf deren eigenen unkosten und verlag den ständen beispringen. verhandl. der schles. fürsten u. stände (1618) 76; zu wiederanricht- und fortstellung der Sahlenflösze (hat er) 1500 thaler zum verlag gutwillig hergeschossen. Weim. staatsarchiv (Weimar) 1638; ich hab mir offt eingebildet, ich müste ohnfehlbar auch von einem groszen herrn ... meinen ursprung haben, weil ich von natur geneigt das junckernhandwerck zu treiben, wan ich nur den verlag und den werckzeug darzu hätte. Simpl. 1, 10, 8 Kurz; die wolten mich ... gold machen lernen, da ich nur den verlag hergeben wolte. 2, 16, 8; dasz keiner über die schaubühne in unserer sprache geschrieben und dasz ehre damit einzulegen sein wird, wie wol der verlag wegen der figuren kostbar fallen möchte. Harsdörfer in den acten des Palmordens. Weim. staatsarchiv 1651; Probin antwortete, dasz er zwar entschlossen, das soldatenwesen zu verlassen .. so groszen verlag aber .. habe er zu seinem künfftigen stand nicht vonnöthen. schaupl. 9; wann der sohn alle hurenhäuser durchläufft, so geben ihm die eltern noch wol geld und verlag dazu, und sagen: ey er musz sich in seinen jungen jahren ein wenig lustig machen. Schuppius 511; sie sollen zehen gulden über den ordentlichen verlag bekommen, wenn ich meine frau in diesem kleide gesund umarmen kann. Gellert 3, 370; so hielt es nicht schwer die einleitung zu einer meubelfabrik zu machen, die ... nur geschicklichkeit und hinreichendes material verlangt. das letzte versprach der amtmann; frauen, raum und verlag gaben die bewohner und geschicklichkeit brachten die einwandernden mit. Göthe 23, 227; hät ich verläg der alchamei (hätte ich die ausgaben, welche die alchymie macht), mit mir erhöcht ich ander drei. wann sölche kunst, kan niemant sünst (umsonst), das sag ich euch ausz sündern günst. Schwarzenberg 120, 2; Scythicus führt keine sorgen, lebet immer in den tag; nein, er sorgt desz morgens ängstlich, wo er den tag nehmen mag für den hund, für sich, für pferde sam dem knechte, den verlag. Logau 3, 126, 48 (641 Eitner). kunstausdruck im bergwesen: verlag, die von den gewerken bezahlte und noch nicht wieder zurückerstattete zubusze. Wenckenbach bergm. wb. 115. 44) heute ist es in erster linie das auf eigene kosten übernommene druckwerk: es ist wohl werth zu gedenken, dasz ich auch bei verbrennung eines buches gegenwärtig gewesen bin. es war der verlag eines französischen komischen romans. Göthe 24, 137; die summe aller copien der urschrift (exemplare) ist der verlag. Kant 5, 97; ein octavbüchelchen, worüber Benno zierlichst, 'verläge' geschrieben hatte. Gutzkow zauberer von Rom 3, 6. 55) abweichend von obigen bedeutungen und an verlegen gleich 'durch legen verhindern' anknüpfend verlag, versperrung, hinterhalt: als er aber in das hölzlein im more .. kommen, haben die mörderischen böswichter jme ein vörlach gethan, jne midt den pferden zu boden zerpfeddet, den leib voll wunden gehauen. Sastrow 1, 19.
5999 Zeichen · 96 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verlag

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Verlag , des -es, plur. inusit. von dem Zeitworte verlegen, doch nur in der Bedeutung der Vorausbezahlung der Kosten…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Verlag

    Goethe-Wörterbuch

    Verlag [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Verlag

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Verlag , ältere Bezeichnung für Kapital; im Bergrecht die zum Betrieb eines Bergwerks zu gebende und noch nicht wiederer…

  4. modern
    Dialekt
    Verlagm.

    Pfälzisches Wb.

    Ver-lag m. : ' lagernder Vorrat ', in der RA.: So hot mer's doch net im Veʳlach 'In so einem Überfluß lebt man nun auch …

  5. Spezial
    Verlag (abbr Verl.)m

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Verlag , m (abbr Verl.) издательство , ср → FiloSlov Verlagshaus, n

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verlag

77 Bildungen · 71 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verlag

ver- + lag

verlag leitet sich vom Lemma lag ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verlag 2 Komponenten

ver+lag

verlag setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verlag‑ als Erstglied (30 von 71)

verlagen

MeckWB

ver·lagen

verlagen , verlœgen verlogen, lügenhaft: min Vadder wir keinen verlœgen Minschen Ro San ; dei wir nich verlagen Lu Warl ; de Katt is verlage…

verlager

DWB

ver·lager

verlager , m. der einen verlag hat, gewöhnlich verleger: werffe es ( das buch ) zu diesen höllenkindern in das feuer, dessen will ich nicht …

verlageren

ElsWB

verlag·eren

verlagere n [fərlâkrə Gebw. ] auf etwas liegen, so dass es zusammengedrückt wird; Part. verlagert: d Kinder sin d uf d em grüene n Fueter um…

verlagern

DWB

verlag·ern

verlagern , verb. 1 1) an einen andern ort lagern, sich niederlassen, daneben in älterer zeit stets die organisch richtige ( lëger ) nebenfo…

verlagsartikel

DWB

verlag·s·artikel

verlagsartikel , m. : der buchhandel nämlich bezog sich in früherer zeit mehr auf wissenschaftliche facultätswerke auf stehende verlagsartik…

verlagsbuch

DWB

verlag·s·buch

verlagsbuch , n. : ( man ) sollte fast vermuthen, dasz auch schon damals jeder buchhändler seine eignen verlagsbücher besessen. Lessing 8, 4…

verlagshandlung

DWB

verlag·s·handlung

verlagshandlung , f. buchhandlung, die bücher verlegt: dieses nun im groszen und ganzen zu thun erbot sich die Dessauische verlagshandlung. …

verlag als Zweitglied (6 von 6)

deichverlag

DWB

deich·verlag

deichverlag , m. vorschusz an geld, getreide, arbeitslohn u. s. w. zur ausbesserung des deichs.

Münzverlag

DRW

Münzverlag, m. von einem Unternehmer auf eigene Kosten erfolgende Anfertigung von Münzgeld (I) von wegen der müntzverleg sollen diejhenen, s…

Nichtverlag

DRW

nicht·verlag

Nichtverlag, m. fehlender Kostenvorschuß für den Betrieb eines Bergwerks vgl. Nichterfüllung daß wir [verleger] ... im fall der nichthaltung…

Salzverlag

DRW

salz·verlag

Salzverlag, m. wie Salzhandel [das Salzwesen wird der Hofcammer anvertraut,] inmassen dann seine frl. drt. der yederzeitt nottwendigen salzv…

Schankverlag

DRW

schank·verlag

Schankverlag, m. Befugnis, eine oder mehrere Gaststätten (exklusiv) mit selbsthergestellten Getränken, insb. Bier, zu beliefern; auch das Be…

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APA
Cotta, M. (2026). „verlag". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verlag/dwb
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Cotta, Marcel. „verlag". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verlag/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „verlag". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verlag/dwb.
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