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Verdienen

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Verdienen

Bd. 4, Sp. 1015
Verdienen, verb. reg. act. welches in verschiedenen Bedeutungen gebraucht wird. 1. Dienste für etwas leisten, durch Dienste erwiedern. In diesem Verstande sagt man im Lehenrechte, ein Lehen verdienen, persönliche Dienste für ein empfangenes Lehen leisten, auf welche Art ehedem alle Lehen verdient werden mußten. In weiterm, aber doch ähnlichem Verstande sagt man noch im Nieders. etwas verdienen, etwas mit Dank erwiedern, durch Gegengefälligkeiten ersetzen. 2. In gewöhnlicherm Verstande ist verdienen, eigentlich durch seine Dienste, durch seine Arbeit erwerben. Viel Geld verdienen. Bey der Handlung ist jetzt nicht viel zu verdienen. Ein fauler Arbeiter verdient sein Tagelohn mit Sünden. Der verdiente Lohn. In noch weiterer Bedeutung verdient man etwas, wenn man durch seine Handlungen ein gegründetes Recht auf etwas bekommt, wo dieses Etwas sowohl ein Gut, als auch ein Übel seyn kann. Ehre, Lob, Ruhm, Dank verdienen: aber auch Strafe, Tadel, Schande verdienen. Er leidet die verdiente Strafe. Ich liebe ihn, wie er es verdient. So, wie du es verdienet hast, wirst du belohnet oder bestrafet werden. Einem jeglichen wird widerfahren, wie er es verdient hat, Sir. 16, 14. Unsere Missethaten haben es verdient, Jer. 14, 7. Unverdienter Weise leiden müssen. Das hast du mit deinen Sünden bey Gott verdient; außer welchem Falle diese Wortfügung mit bey wenig üblich ist. Die Person aber, auf welche sich die Handlung beziehet, und bey welcher man sich ein Recht auf etwas erwirbt, wird dagegen mit um ausgedruckt. Er hat es um mich verdient, es sey nun Dank, Lob oder Strafe, Tadel u. s. f. Verdiene ich das um dich, meine Julie! Weiße. Noch häufiger sagt man in engerm Verstande sich um jemanden verdient machen, sich durch seine Wohlthaten ein Recht auf dessen Dank, auf dessen Liebe erwerben. Sich um den Staat verdient machen. Das Mittelwort verdient wird auf doppelte Art gebraucht. 1. Objective und im gewöhnlichen passiven Verstande, von demjenigen, worauf man sich durch seine Handlungen, ein gegründetes Recht erwirbt. Der verdiente Lohn, die verdiente Strafe. 2. Subjective und im thätigen Verstande, von derjenigen Person, welche sich durch ihre Handlungen ein gewisses Recht erwirbt, wo es doch nur in engerm Verstande gebraucht wird, von einer Person, welche sich durch freywillige Dienste oder Wohlthaten ein Recht auf den Dank des andern erworben hat. Sich um jemanden verdient machen. Ingleichen in Gestalt eines Beywortes. Ein verdienter Mann, in noch engerm Verstande, welcher sich um die bürgerliche Gesellschaft, in welcher er lebt, verdient gemacht, auf ihren Dank ein Recht erworben hat. Man hat diesen Gebrauch getadelt; allein verdient hat in diesem Falle das Beyspiel so vieler hundert anderer passiver Mittelwörter vor sich, welche gleichfalls im subjectiven und thätigen Verstande gebraucht werden. Daher das Verdienen, welches doch nur selten gebraucht wird.[] Anm. Bey dem Ottfried irthionen, so daß er und ver hier ein Erreichen, ein Erwerben bezeichnen. Indessen gebrauchen er und seine Nachfolger bis in das 15te Jahrhundert noch häufig das einfache dienen und gedienen, statt dieses zusammen gesetzten Zeitwortes. We wes hat sich diu liebe an mir gerochen Oder wie han ich gedienet das? Rudolph von Rothenburg. Kero gebraucht dafür kearnen, und Kearnung für das folgende Verdienst, welche Wörter zu unserm ernten und dem alten arnen gehören, so fern dieses letztere eigentlich arbeiten bedeutete.
3434 Zeichen · 49 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verdienenstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    ver-dienen stn. Myst. 1. 5,5; 2. 368,19. Chr. 3. 50,13. 64,3; 4. 76,2; 5. 319,1; 10. 182,22 ;

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verdienen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Verdienen , verb. reg. act. welches in verschiedenen Bedeutungen gebraucht wird. 1. Dienste für etwas leisten, durch Die…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verdienen

    Goethe-Wörterbuch

    verdienen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    verdienen

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    verdienen Band 3, Spalte 3,1691f.

  5. Sprichwörter
    Verdienen

    Wander (Sprichwörter)

    Verdienen 1. Der eine verdient's, der andere kriegt's. Engl. : Desert and reward seldom keep company. ( Gaal, 1253. ) La…

  6. Spezial
    verdienen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ver|die|nen vb.tr. 1 (Geld) davagné (-gna) 2 (Lob) mirité (-ta) 3 (recht geschehen) scuncé (-cia). ▬ sich verdient mache…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verdienen

12 Bildungen · 1 Erstglied · 10 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von verdienen

ver- + dienen

verdienen leitet sich vom Lemma dienen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verdienen 2 Komponenten

ver+dienen

verdienen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verdienen‑ als Erstglied (1 von 1)

verdienende

KöblerMhd

ver·dienende

verdienende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. verdienend Vw.: s. lōn- E.: s. verdienen W.: nhd. verdienend, (Part. Präs.=)Adj., verdienend, DW-

verdienen als Zweitglied (10 von 10)

lōnverdienen

KöblerMhd

*lōnverdienen , V. nhd. „lohnverdienen“ Hw.: s. lōnverdienende E.: s. lōn, verdienen W.: nhd. DW-

abe verdienen

MWB

abe verdienen swV. ‘etw. (Schaden) durch Dienstleistungen abgelten, wiedergutmachen’ daz wir vnd vnser eriben in vnd irm goteshause wollen a…

abeverdienen

KöblerMhd

abe·verdienen

abeverdienen , sw. V. nhd. „abverdienen“, durch Dienstleistungen abgelten, wiedergutmachen Hw.: vgl. mnd. afvördēnen* Q.: Urk (1290) E.: s. …

abverdienen

DWB

abverdienen , demerere: sie wollen damit gott seine gnade abverdienen. Luther 3, 400 . br. 2, 343; das ihr ihn abverdienet gelt. Ayrer 379 b…

ane verdienen

MWB

ane verdienen swV. ‘etw. von jmdm. (durch Dienst) erlangen’ [er] dienet wiben uf den wan, / ob sin lip ir einer kan / verdienen an ir minne …

aneverdienen

KöblerMhd

ane·verdienen

aneverdienen , sw. V. nhd. „anverdienen“, durch Dienen erlangen von Q.: Enik, Ot (FB ane verdienen), NibC (1. Hälfte 13. Jh.), UvLFrb, UvLFr…

anverdienen

KöblerMhd

anverdienen , sw. V. Vw.: s. aneverdienen

unverdienen

DWB

unver·dienen

unverdienen , n. , gs. zu verdienen, n., 1: sein verdienn oder unverdienn B. v. Chiemsee 407 . —

Ableitungen von verdienen (1 von 1)

unverdienen

DWB

unverdienen , n. , gs. zu verdienen, n., 1: sein verdienn oder unverdienn B. v. Chiemsee 407 . —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verdienen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verdienen/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „verdienen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verdienen/adelung. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verdienen". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verdienen/adelung.
BibTeX
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